Der Tod von Ofer „Poschko“ Moskovich hat in ganz Israel Bestürzung ausgelöst. Poschko starb gestern als sein Auto im Kibbuz Misgav Am an der Grenze zum Libanon nach Beschuss in Flammen aufging. Eine Untersuchung der IDF brachte nun die bittere Wahrheit ans Licht: Poschko starb nicht durch direkten Beschuss der Hisbollah, sondern durch einen tragischen Fehler der eigenen Truppen. Vier Artilleriegeschosse, die eigentlich Stellungen im Südlibanon treffen sollten, detonierten aufgrund eines Rechenfehlers innerhalb des Kibbuz und trafen Poschkos Fahrzeug.
Poschko war nicht nur Landwirt aus dem Grenzkibbuz Misgav Am, der Avocado-Bauer war weit über den Kibbuz hinaus bekannt. „Poschko. Sprecher, Landwirt, Freund, Symbol und Vermächtnis für uns alle“, heißt es in einer Erklärung des Kibbuz Misgav Am.
Landwirte im Norden sind in den vergangen Wochen zum wiederholten Mal massivem Beschuss ausgesetzt. Die Arbeit in den Feldern und Plantagen setzen trotzdem viele von ihnen fort, um die Ernte zu sichern. In einem Interview mit KAN sagte Poschko erst vergangene Woche: „Ich komme jeden Morgen auf mein Feld – 100 Meter vom Zaun entfernt. Ich gehe also auch ein Risiko ein, und meine Familie ist wütend auf mich. Aber ich muss aufs Feld, weil ich mit meinen Arbeitern arbeite und wir die Avocadoernte abschließen müssen.“
Trotzdem blieb er optimistisch. In einem Interview mit N12 sprach Poschko vor dem Hintergrund von Explosionsgeräusche und ständigem Luftalarm von der untrennbaren Verbindung zwischen ihm und seinen Bäumen: „Diese Bäume werden noch lange nach mir stehen. Meine Enkel – und ich habe seit zwei Tagen einen Enkel – werden hier herumlaufen und sagen können: ‚Das ist der Obstgarten, den mein Großvater gepflanzt hat.‘“
Poschko steht stellvertretend für die eiserne Standhaftigkeit der Landwirte im Norden. Die Landwirtschaft ist dabei weit mehr als Broterwerb, sie ist auch ein Teil der nationalen Sicherheit, denn wenn die Landwirte ihre Felder verlassen, verschiebt sich die Grenze de facto nach Süden. Die Landwirtschaft ist damit der zivile Anker an der Grenze. Doch der Preis dafür ist hoch, wie der Tod von Ofer „Poschko“ Moskovich auf tragische Weise zeigte.



