Iran greift Israel direkt an

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Luftalarm um 1:42 Uhr

Ein nächtlicher Nervenkrimi mit präzedenzlosem Ausgang. Nachdem Israel seit Tagen in höchster Alarmbereitschaft ist, um sich auf eine Reaktion des Iran vorzubereiten, ist es nun passiert. Der Iran wählte den direkten Weg und brachte Hunderte Drohnen, Marschflugkörper und Raketen auf den Weg.

Durch die Distanz konnte sich die Bevölkerung auf den Beschuss vorbereiten. Auch wenn die Ziele offensichtlich militärisch waren, Militärbasen im Golan und im Negev, wurde in vielen Teilen des Landes, auch in Jerusalem, Alarm ausgelöst. Armeesprecher Hagari gab bekannt, dass 99% der Drohnen und Raketen abgeschossen werden konnten. 

Ein 7jähriges Beduinen-Mädchen wurde durch herabfallende Teile eines Abschusses schwer verletzt. Einige Menschen mussten wegen Schock oder Verletzungen behandelt werden, die sie sich auf den Weg in den Schutzraum zugezogen hatten. Ansonsten wurden keine weiteren Vorfälle gemeldet. Der Luftwaffenstützpunkt Nevatim im Negev wurde zwar beschädigt, ist jedoch weiter im Einsatz. Dazu veröffentlichte Hagari ein Video von der Landung eines F-35 Kampfflugzeugs.

Am Abend hatten sowohl der Irak wie auch Jordanien ihren Luftraum gesperrt. Die jordanische Luftwaffe beteiligte sich am Abschuss der iranischen Drohnen. Auch amerikanische und britische Piloten waren an der Abwehr noch vor Erreichen des israelischen Luftraums beteiligt. Der Ben Gurion Airport in Israel hat seinen Flugbetrieb mittlerweile wieder aufgenommen.

Außenministerin Annalena Baerbock verurteilen den Angriff, „der eine ganze Region ins Chaos stürzen kann, aufs Allerschärfste“. US-Präsident Biden will schnellstmöglich ein Treffen der G7-Staaten einberufen, um eine „einheitliche diplomatische Antwort“ auf den iranischen Angriff zu koordinieren.

Das iranische Parlament feierte den Angriff, der als „Strafe“ bezeichnet wurde, begeistert.

Für heute und morgen hat der Zivilschutz alle schulischen Aktivitäten, Feriencamps und größeren Ansammlungen über 1000 Menschen untersagt. Die Einschränkungen gelten zunächst für 48 Stunden.

Für Israel ist die erfolgreiche Abwehr des massiven Beschusses ein wichtiger strategischer Erfolg. Und es ist auch ein strategischer Erfolg der geglückten regionalen Kooperation. Der Beschuss wird jedoch nicht unbeantwortet bleiben. Die kommenden Tage werden das weitere Vorgehen zeigen.

In der Zwischenzeit hat Hamas eine negative Antwort auf den Vermittlungsversuch gegeben, der zu einem Waffenstillstand und einem Geisel-Deal führen soll. Israel wird also an mehreren Fronten kämpfen.