Matan und Ilana

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Das sind Matan und Ilana. Die beiden wurden am 7. Oktober zusammen aus ihrem Haus im Kibbutz Nir Oz entführt. Ilana wurde Ende November freigelassen, Matan ist noch immer in Gaza. Seit 143 Tagen.

Ilana Gritzewsky wanderte vor 14 Jahren aus Mexiko nach Israel ein. Ihre Mutter und Schwester folgten. Der zionistische Traum. Matan stammt aus Ofakim. Er ist ein Familienmensch, jeden Schabbat verbrachte das Paar mit der Familie. 

Am Morgen des 7. Oktober hielt Matan Kontakt mit seiner Mutter. Bis er schrieb „sie sind hier“. Matan und Ilana waren in Gaza nicht zusammen. Es gibt keinerlei Informationen über Matans Gesundheitszustand.  

Jetzt kämpft Ilana mit Matans Mutter Einav und seiner Schwester Natalie für seine Freilassung. Die Frauen haben vor zwei Wochen ein Zelt am Eingang des Armee-Hauptquartiers in Tel Aviv aufgeschlagen und dabei die Straße versperrt. Am vergangenen Samstag gerieten sie während einer Demonstration in die Auseinandersetzung mit der Polizei, die unangemessen hart mit Wasserwerfern und berittenen Kräften gegen die Demonstranten vorging.  

Seitdem gibt es in Israel auch eine Debatte darüber, wie die Familien der Entführten protestieren können/dürfen. Viele von ihnen erzählen, dass sie heftigen Anfeindungen ausgesetzt sind. Einav ist trotzdem entschlossen, alle nur erdenkbaren Mittel zu ergreifen, um auf das Schicksal ihres Sohnes zu verweisen und auf ein Abkommen mit Hamas zu drängen.

Trotz der Ankündigung von US-Präsident Biden, dass er mit einem Abkommen bis kommenden Montag rechne, scheinen die Fronten weiter verhärtet. Es gäbe noch große Gräben zu überbrücken, hieß es sowohl aus Israel wie auch aus Katar.

Ein erstes Abkommen soll die Freilassung von etwa 40 israelischen Geiseln beinhalten, darunter Frauen, kranke und ältere Geiseln. Matan wird nicht darunter sein. Der Kampf von Ilana, Einav und Natalie wird weitergehen müssen.