Jüdische Kulturtage zwischen Harz und Heide

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Bereits zum vierten Mal veranstaltet das Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. gemeinsam mit vielen Partner:innen die Jüdischen Kulturtage zwischen Harz und Heide. Hauptgastgeberort ist in diesem Jahr die Stadt Peine, Schirmherr der Veranstaltungsreihe ist Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen K.d.ö.R. Das Jahresthema jung und jüdisch wird einen ganz anderen Blick auf jüdisches Leben werfen!

Gerade erschienen ist das umfangreiche Programmheft mit mehr als 60 Veranstaltungen, die sich auch in diesem Jahr wieder über die gesamte Region zwischen Harz und Heide erstrecken. Ausstellungen, Lesungen, Vorträge, Jüdisches Kino, eine mobile Laubhütte als Bühne und vieles mehr – 40 Veranstalter:innen haben wieder ein buntes und vielfältiges Programm für alle Altersgruppen auf die Beine gestellt, auf das man gespannt sein darf: Höhepunkte werden am 3. September in Peine der Sally Perel-Tag mit zahlreichen Veranstaltungen auf dem Historischen Marktplatz sowie das Sommerfest des Braunschweigischen Landesmuseums Hinter Aegidien am 27. August in Braunschweig sein. Eine Übersicht aller Veranstaltungen finden Sie auf der Webseite des Israel Jacobson Netzwerks (www.ij-n.de). Hier können Sie auch das Programmheft herunterladen. Es ist auch bei den Tourist-Informationen der Region erhältlich.

Das diesjährige Jahresthema jung und jüdisch – jüdische Kindheit und Jugend – soll am Beispiel von Sally Perel, Träger des Ehrenrings der Stadt Peine und Ehrenbürger von Braunschweig in den Fokus genommen werden. Er wurde als Salomon Perel am 21. April 1925 in Peine geboren und wuchs als jüngstes Kind osteuropäisch-jüdischer Eltern in der Eulenstadt auf. Hier besuchte er die Grundschule Wallschule, die 2022 nach ihm benannt wurde. Mit der Umbenennung erfüllte sich ein lang ersehnter Wunsch von Perel, der sehr präsente Erinnerung an seine kurze Peiner Schulzeit hatte. 1933, Salomon war acht Jahre alt, wurde die Familie nach Polen vertrieben. Wenig später trennten sich – ausgelöst durch das deutsche Naziregime – die Wege der Familie. Salomon war als 14-Jähriger fortan auf sich allein gestellt. Die Geschichte seines Überlebens hat er in seiner weltbekannt gewordenen Autobiografie „Ich war Hitlerjunge Salomon“ niedergeschrieben. Ihm war es gelungen, seine jüdische Identität zu verbergen und so die NS-Zeit u.a. in Braunschweig zu überleben. Als Zeitzeuge berichtete Perel jahrzehntelang eindrucksvoll und unermüdlich von seinem Überleben und plädierte politisch für eine offene Gesellschaft. Er starb am 2. Februar dieses Jahres in Tel Aviv. Drei Schulen in der Region sind nach ihm benannt.

Die Jüdischen Kulturtage 2023 werden unterstützt durch die Städte Peine und Braunschweig, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, die Bürgerstiftung Braunschweig, die Kulturförderung des Landkreises Peine, die Stadtwerke Peine und die Volksbank BraWo.