Reste der Münchner Hauptsynagoge entdeckt

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Bei Bauarbeiten an der Großhesseloher Brücke wurden Fragmente der 1938 zerstörten ehemaligen Liberalen Münchner Hauptsynagoge entdeckt. Unter den Fundstücken sind Säulen und eine steinerne Gesetzestafel.

„Ich bin jede Woche auf der Großhesseloher Brücke, und ich muss ehrlich sagen, ich war richtig geschockt“, so Charlotte Knobloch, Vorsitzende der IKG München. Auch Eva Ehrlich, Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde Beth Shalom, reagierte überrascht auf die Nachricht des Fundes und die Gemeinde hofft, dass auch Beth Shalom Teile dieses Kulturguts erhält. Bei Beth Shalom gab und gibt es eine Reihe Münchner Familien, die Mitglieder der ehemaligen Liberalen Hauptsynagoge waren. Die Fundstücke sind für sie und die Liberale jüdische Gemeinde Beth Shalom von unschätzbarem ideellem Wert.

Neben der gelebten progressiven Tradition erinnert gegenwärtig der Parochet im Synagogenraum von Beth Shalom an Rabbiner Leo Baerwald, der fast zehn Jahre lang zusammen mit Kantor Emanuel Kirschner in der ehemaligen Liberalen Hauptsynagoge mit Orgel und gemischtem Chor wirkte. Die Rückkehr der wertvollen Fragmente der ehemaligen Liberalen Hauptsynagoge in die heutige Liberale Synagoge Beth Shalom würde eine Lücke schließen, die die Schoa so schmerzlich hinterlassen hat.

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Sensation: Überreste der Münchner Hauptsynagoge entdeckt | BR24