Klarer Fahrplan

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Veröffentlichung der Vorschläge für eine neue Struktur der liberalen und konservativen Rabbinerausbildung

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat heute die von dem Religionsverfassungsrechtler Prof. Gerhard Robbers entwickelte Struktur für die liberale und konservative Rabbinerausbildung am Standort Potsdam veröffentlicht. In der Empfehlung wird die Gründung einer religionsgemeinschaftlichen Stiftung durch den Zentralrat der Juden in Deutschland vorgeschlagen. Unter dem Dach der Stiftung sollen jeweils in religiös eigenständigen Einrichtungen liberale und konservative Rabbiner ausgebildet werden.

Der Präsident des Zentralrats, Dr. Josef Schuster, sieht in dem Vorschlag einen wichtigen Schritt für die Zukunft der Rabbinerausbildung: „Wir haben nun einen klaren Fahrplan. Mit der Neugründung der Rabbinerausbildungsstätten in Form einer religionsgemeinschaftlichen Stiftung wird der Zentralrat der Juden für diese eine trag- und förderfähige Struktur schaffen. Im Vordergrund steht für die Studierenden und Beschäftigten eine sichere Perspektive zu bieten, die Lehre nachhaltig zu sichern und verloren gegangene Glaubwürdigkeit wiederherzustellen.“ Weiter führt Dr. Schuster aus: „Mit den vorliegenden Erkenntnissen zum Machtmissbrauch, der Diskriminierungen und der vorherrschenden Kultur der Angst an den Rabbinerausbildungsstätten kann es kein „Weiter so“ geben. Ein Neuanfang ist notwendig.“

Gegenwärtig befindet sich die Trägerschaft der noch als Kapitalgesellschaften organisierten Ausbildungsstätten bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Zuvor hatte der langjährige und im Zuge des Skandals in die Kritik geratene Rektor, Walter Homolka, seine Anteile an die Gemeinde überschrieben. „Die Übernahme der Rabbinerausbildungsstätten durch die Jüdische Gemeinde zu Berlin geschah in bester Absicht. Die Förderung der Rabbinerausbildung in der vorliegenden Trägerstruktur ist für den Zentralrat jedoch nicht möglich. Auch dies macht die Neugründung notwendig, um den Bedarf an religiösem Personal aller Jüdischen Gemeinden in Deutschland dauerhaft gewährleisten zu können.“, so Dr. Schuster.

Zentralrat der Juden in Deutschland, Berlin, 2. März 2023 / 9. Adar 5783