Ich bin der Überzeugung, dass Jiddisch die reichste Sprache der Welt ist“

Zum 120. Geburtstag von Isaac Bashevis Singer

Isaac B. Singer wurde am 21. November 1904 in Polen geboren. In seiner Jugend gab er oft den 14. Juli 1904 als Geburtsdatum an, erst in hohem Alter stellte er dies richtig. Singer entstammte einer chassidischen Rabbinerfamilie. Eine Ausbildung zum Rabbiner brach er nach nur einem Jahr ab. In Warschau begann Singer für eine jiddische Zeitung zu arbeiten, zunächst als Lektor und Übersetzer, bald schon schrieb er selbst. Um sich von seinem Bruder, der als Autor bereits erfolgreich war, zu unterscheiden, nutze er den Vornamen seiner Mutter in Abwandlung und nannte sich „Bashevis“.

Der Bruder, der seit 1933 beim New Yorker Forverts arbeitete, ermöglichte ihm auch die Ausreise in die USA. Er ließ Frau und Sohn in Warschau zurück und siedelte 1935 nach New York, wo er bald zu einem bekannten und geschätzten Autor wurde. Singer publizierte sein Leben lang in Jiddisch, für ihn „die reichste Sprache der Welt“.

Singer verfasste Dutzende Romane, Kurzgeschichten und Kinderbücher, die in viele Sprachen übersetzt wurden, was ihn zum erfolgreichsten und bekanntesten jiddischen Schriftsteller aller Zeiten machte. 1978 erhielt er, als bisher einziger jiddischer Schriftsteller, den Nobelpreis für Literatur für sein Gesamtwerk. Bashevis Singer starb am 24. Juli 1991 in Miami.

Bild oben: Israel Press and Photo Agency (I.P.P.A.) / Dan Hadani collection, The National Library of Israel / CC BY 4.0

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