Tzipporim – Judentum und Social Media

Chajm Guski hat ein sehr feines Buch zum Thema Judentum und Social Media geschrieben. Eine spannende Lektüre, denn Guski, bekannter Blogger und Autor zu religiösen Themen und jüdischem Leben in Deutschland, verknüpft Fragen des digitalen Umgangs mit den Geboten aus Tora und Talmud und weiteren Quellen des Judentums. Dabei zeigt sich, dass die Regeln des Umgangs aus diesen Quellen auch heute als Richtschnur dienen können – oder besser noch dienen sollten.

Es geht Guski nicht darum, wie das Judentum in den sozialen Medien repräsentiert und dargestellt ist. Er gibt seinen Lesern vielmehr Werkzeuge der jüdischen Tradition in die Hand, die auch die heutige Kommunikation im Internet anleiten können. Die Konzepte von Laschon haRa, Niwul Peh oder Ona’at Dewarim sind verblüffend aktuell, ja manches scheint wie für einen Internet-Knigge geschaffen, denn böse, lügenhafte Rede, anstößige Sprache und öffentliche Demütigung sind leider in Facebook und Konsorten an der Tagesordnung. Chajm Guski erklärt seinen Lesern die Grundsätze der Tradition gut verständlich und kurzweilig zu lesen, Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Er stellt außerdem eine fünf Punkte Regel für das mediale Miteinander auf. Im Anhang findet sich eine Übersicht über die Quelltexte, ein Literaturverzeichnis und ein Index der jüdischen Quellen.

Tzipporim ist nicht nur für observante Menschen eine spannende Lektüre. Jeder wird darin gute Anregungen finden, die einen innehalten und das eigene Internetverhalten überdenken lassen. Eine unbedingte Leseempfehlung von uns!

Chajm Guski, Tzipporim: Judentum und Social Media, BoD 2022, Euro 11,80, Bestellen?

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