SHALOM-MUSIK.KOELN

Die Vorbereitungen für Kölns neues Jüdische Musik Festival vom 4. August bis 11. August 2022 laufen auf Hochtouren. SHALOM MUSIK.KOELN heißt das neue Festival, das künftig jüdische Musik in den Mittelpunkt stellen wird. Für die erste Ausgabe konnten Stars wie der Trompeter Avishai Cohen, Elena Bashkirova, Klavier und Sängerin Sharon Brauner gewonnen werden.

Für die Mitwirkung an SHALOM-MUSIK.KOELN haben die Veranstalter des Kölner Forum für Kultur im Dialog starke Partner gefunden. Gemeinsam mit der Synagogen-Gemeinde Köln und vielen anderen Mitwirkenden wie der c/o pop schafft das neue Festival SHALOM-MUSIK.KOELN Begegnungen mit jüdischer Musikkultur und Musikstilen an ausgesuchten Orten in ganz Köln. Ziel ist es, jüdische Musik auch in der Zeit nach dem großen Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ sichtbar und hörbar zu machen. Köln kommt im Nachgang des jüdischen Festjahres aufgrund seiner Historie eine besondere Rolle zu: Die Synagogen-Gemeinde Köln gilt als die erste urkundlich belegte jüdische Gemeinde nördlich der Alpen. Mit SHALOM-MUSIK.KOELN entsteht eine zukunftsweisende Grundlage für ein neues Festival, bei dem neben der vielfältigen Musikpräsentation auch die Begegnung und der Austausch mit jüdischen und nichtjüdischen Künstlern und dem Publikum steht.

Alle zwei Jahre steht jüdische Musik im Fokus

In den kommenden Jahren soll das Jüdische Musik Festival ausgebaut und zum festen Bestandteil der Musikszene werden, das im Wechsel neben den jüdischen Kulturtagen stattfindet Vom 4. bis 11. August steht die Premierenausgabe des Festivals SHALOM MUSIK.KOE LN unter dem Motto „Zuversicht“.

„Das Motto der ersten Ausgabe von SHALOM-MUSIK.KOELN trifft zwei wichtige Punkte“, sagt Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln. „Das Festival umspannt zum einen den Trauertag Tischa beAv, der eine dreiwöchige Trauerzeit beschließt, in der wir unter anderem der Zerstörung unserer Tempel in Jerusalem gedenken. Und zum anderen planen wir das Festival in einer Zeit, in der wir mit Schrecken auf den Krieg in der Ukraine schauen. Dabei war gerade die jüdische Musik oft gezwungen, in Zeiten des Leides Perspektiven zu entwickeln.“ „Kann man ein Musikfestival planen, wenn Europa im Krieg steht?“, fragt Claudia Hessel, Vorsitzende des ausrichtenden Vereins ‚Kölner Forum für Kultur im Dialog‘. Und meint „Ja! Ein gemeinsamer Austausch zwischen Menschen und die Zuversicht, die in der Musik grundsätzlich mitschwingt, machen Kulturprogramme jetzt besonders nötig. Wir freuen uns sehr, die Synagogen-Gemeinde Köln als Partner gewinnen zu können. Dadurch werden wir in den kommenden Jahren mehr für den Zusammenhalt von jüdischen und nicht jüdischen Menschen in unserer Gesellschaft tun können.“ Claudia Hessel organisiert und koordiniert – gemeinsam mit dem Kölner Forum für Kultur im Dialog e.V. und der Synagogen-Gemeinde Köln – das Festival.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker erinnert sich noch gut an die Veranstaltung im vergangenen Jahr: „Wir hatten im Rahmen des Festjahrs einen Tag Shalom-Musik.Koeln. Es war ein großartiger Erfolg und wir haben gezeigt, wie viel jüdisches Leben, wie viel jüdische Kultur in Köln steckt – und der Erfolg des vergangenen Jahres ist für uns der Auftrag, dieses Festival größer zu machen. Wir wollen mehr bieten als nur einen Tag – nämlich acht Tage, alle zwei Jahre. Mit jüdischer Musik und Kultur und großartigen Künstler*innen setzen wir uns aktiv für jüdisches Leben und jüdische Kultur und gegen Antisemitismus ein. Shalom–Musik.Koeln würdigt in umfassender Weise die Leistung jüdischer Künstler*innen. Sie hatten und haben einen großen Anteil an der Kultur in Deutschland. Eine gesellschaftliche Leistung, die es verdient, gezeigt, gehört und auch aufgearbeitet zu werden.“ Stefan Charles, Beigeordneter für Kunst und Kultur der Stadt Köln ergänzt: „Ich freue mich, dass es auch nach dem Festjahr eine Initiative aus der Kölner Bürgerschaft heraus gibt, jüdisches Leben und jüdische Kultur hör – und sichtbar zu machen – gerade dort, wo es am wichtigsten ist. Mitten in der Stadt! Ich freue mich besonders über die Breite des Programms, das sowohl Kölner Künstler*innen als nationale und internationale Gäste präsentiert.“

In seinem Grußwort resümiert Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Die Stadt Köln und das Land Nordrhein-Westfalen stehen für Vielfalt und Weltoffenheit. Darauf sind wir stolz. Allen Mitwirkenden des SHALOM-MUSIK.KOELN Musikfestivals danke ich herzlich. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass jüdisches Leben als das angesehen wird, was es ist: ein lebendiger und sichtbarer Teil unserer Gesellschaft und prägender Teil unserer Kultur.“ Aber was ist eigentlich jüdische Musik? Was macht sie aus? Dieser Frage versucht sich das neue Festival für Köln zu nähern, immer neue Antworten darauf zu finden und präsentiert einen Brückenschlag von Tradition zu Moderne, von Klassik hin zu urbanen DJ-Sounds. Das künstlerische Leitungs-Duo Ulrike Neukamm und Thomas Höft hat ein hochkarätiges, sehr facettenreiches Programm auf die Beine gestellt. „Von Highlightkonzert mit Weltstars über eine DJ-Session und Bandauftritten bis hin zu vielen Kurzkonzerten mit renommierten Künstlern und Newcomern möchten wir einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Musikstile jüdischer Künstler geben“ sagt Musikpädagogin und Vorstandsmitglied Ulrike Neukamm. „Highlights gibt es auf dem klassischen Sektor im Eröffnungskonzert mit wunderbaren Musikern um den Bariton Dietrich Henschel und die Pianistin Jelena Bashkirova, sowie im Jazz mit dem weltberühmten Avishai Cohen Quartett. Besonders freue ich mich, dass auch der jüdische Straßentheater-Magier Adrian Schvarzstein mit einem Stück dabei ist, das eigens in der Schalömchen-Bahn der Kölner Verkehrs Betriebe (KVB) zu erleben sein wird,“ fügt der international agierende Festivalmacher Thomas Höft hinzu.

Karten für die beiden Top-Konzerte in der Flora gibt es ab sofort bei Köln-Ticket

Programm mit vielen Highlights

Der Auftakt von SHALOM MUSIK.KOELN wird beim großen Eröffnungskonzert mit Jelena Bashkirova am Donnerstag, dem 4. August, in der Flora gefeiert. Samstag, 6. August tritt das Avishai Cohen Quartett ebenfalls in der Kölner Flora auf Der charismatische, in Tel Aviv geborene Trompeter präsentiert ein Programm mit ausdrucksvollen, impressionistisch anmutenden Kompositionen für Jazzquartett.

Das Styrian Klezmore Orchestra wird am Freitag dem 5. August an verschiedenen Orten in Köln unterwegs sein.

Am Samstag, dem 6. August spielt Adrian Schvarzstein in Kooperation mit der KVB sein Programm GEKUMEN in der Schalömchen Bahn der Kölner Verkehrs Betriebe (KVB). In Kooperation mit dem Kölner Musikfestival c/o pop und “ und „Popanz productions“ ergänzen zwei kostenlose Konzerte mit Bands aus Israel und Berlin im Bumann SOHN das breitgefächerte Programm, das ein hörbares Zeichen gegen Antisemitismus und für ein starkes kulturelles Miteinander setzen wird.

Freier Eintritt gilt für alle Konzerte am Langen Tag der jüdischen Musik“, Sonntag, 7. August an über 16 Veranstaltungsort en. Mehr als 70 jüdische und nichtjüdische Künstler laden in 50 Kurzkonzerten zu einem musikalischen Spaziergang durch die Stadt ein

Das Finale von SHALOM MUSIK.KOELN findet am 11. August in der Kölner Synagoge statt. Auf dem Programm steht AL ADMAT NECHAR Jüdische Musik im 15. und 16. Jahrhundert in Spanien, Italien und Polen. Das Ensemble LA MORRA um die Cembalistin Corina Marti wird den Abschluss des Festivals eigens in der Synagoge spielen. (Anmeldung erforderlich, Infos auf der Website)

Mehr Informationen auf www.Shalom-Musik.koeln und auf https://www.facebook.com/forumkulturdialog.koeln

Foto vor der Flora (v.l.n.r.): Kulturdezernent Stefan Charles, Norbert Oberhaus von der c/o pop, Claudia Hessel, Vorstandsvorsitzende des Kölner Forum für Kultur im Dialog (Veranstalter), Ulrike Neukamm und Thomas Höft (künstlerische Leitung) sowie Abraham Lehrer, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln und Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

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