Jüdisches Leben sichtbar machen

Seit 25 Jahren fotografiert Dirk Vogel, Diplom-Fotodesigner aus Altena, das jüdische Leben in NRW. Feste in den Kultusgemeinden, privat in Familien, Porträts für eigene Projekte und im Auftrag, so für das Jüdische Museum Westfalen. Es entstand ein breites Spektrum an Motiven. Junge Menschen in Schulen und Kindergärten, alte Menschen beim gemeinsamen Kaffeetrinken in der Gemeinde, alteingesessene Gemeindemitglieder und Zugewanderte, schon angekommen in einer Gemeinde oder noch im Aufnahmezentrum.

Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen oft Menschen. In vielen seiner Ausstellungen und Bildbänden finden sich Fotos von alten und jungen Menschen, von Menschen aus Städten und vom Land, von Zugewanderten, Prominenten und Unbekannten. Gerade bei den Porträts zeigt Dirk Vogel seit vielen Jahren einen eigenen Stil. Er bevorzugt es, die Personen in ihrem Lebensumfeld, ob privat oder beruflich, zu fotografieren. Meist dürfen sie sich selbst dem Fotografen präsentieren. In seinen Aufnahmen belegt Dirk Vogel, dass Juden und Jüdinnen nicht als solche erkennbar sind, und dass sie nicht in jeder Lebenslage Teil einer jüdischen Gemeinde sind oder sich in einem jüdischen Kontext bewegen.

Die Veränderung, die sich in den jüdischen Gemeinden in Nordrhein-Westfalen durch die Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion vollzogen hat, steht im Fokus der aktuellen Ausstellung. Seine Aufnahmen verdeutlichen, wie viel Bereicherung und Vielfalt in den Gemeinden entstanden ist.

Für die vorliegende Ausstellung gibt es eine umfangreiche Auswahl an Fotos, um den Besucher*innen die ganze Bandbreite des jüdischen Lebens zu präsentieren. Dies gelingt dem Fotografen, indem er unterschiedliche Motive präsentiert und Menschen aller Altersklassen sowie Schichten zeigt. Darüber hinaus schlägt er einen Bogen zur Gegenwart, indem er auch die Auswirkungen der Coronapandemie und den Antisemitismus der Gegenwart beleuchtet.

Dirk Vogel pflegt bis heute die traditionelle Fotografie unter Verwendung von Schwarzweißfilmen. Dabei benutzt er oft klassische Leica-Kameras. Auch die Abzüge für diese Ausstellung wurden von ihm traditionell von Hand in der Dunkelkammer hergestellt. Gezeigt werden 55 Arbeiten gerahmt mit Passepartout.

Die Ausstellung ist Teil des bundesweiten Veranstaltungsprogramms zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Sie wird vom 12. September 2021 bis zum 16. Januar 2022 im Jüdischen Museum Westfalen gezeigt. Informationen zur Eröffnung am 12. September gibt es im Internet. Gefördert wird die Ausstellung vom Verein „321-2021. 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“ mit Unterstützung des Bundesministeriums des Innern.

Neben der im Museum gezeigten Ausstellung gibt es eine Wanderausstellung, bestehend aus 42 Fototafeln. Diese kann über das Jüdische Museum Westfalen ausgeliehen werden.

Mehr zur Ausstellung

Bild oben: Neue Torarolle für die Jüdische Gemeinde Dortmund, 2014, (c) Dirk Vogel

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