„Man braucht Massel, wenn man im Schlamassel sitzt“

Leben und Werk der Autorin und Malerin Mina Gampel…

Von Petra Hemming

Vieles hat Mina Gampel in ihrem fast 80-jährigen Leben erlebt, man mag fast sagen, zu vieles. „Schlamassel“ klingt ein wenig verharmlosend, wenn man ihr Leben betrachtet, das sie von Weißrussland über Polen nach Israel und Deutschland geführt hat: Viele Menschen, darunter engste Familienangehörige hat sie während der Shoa verloren, und oft ist sie am Leben verzagt, hat menschliche Enttäuschungen hinnehmen und von gleich auf jetzt mit angsteinflößenden und neuen Situationen zurechtkommen müssen.

Schon als junges Mädchen zeigte sich jedoch ihre Kämpfernatur und sie verliebte sich in einen nicht-jüdischen Jungen – gänzlich inakzeptabel aus Sicht ihrer frommen jüdischen Familie. Viele Male hat sie flüchten und ihr Leben neu ordnen müssen. Seit 50 Jahren lebt sie in Deutschland: Stuttgart ist der Ort, sie an dem sie sich heute zu Hause fühlt. Sie hat Freunde und Familie über die ganze Welt verstreut, die Verbindungen sind ihr wichtiger denn je.

Ihre Lebensgeschichte hat sie bereits 2018 in ihrem Buch „Meine vier Leben-Weißrussland, Polen, Israel und Deutschland“ veröffentlicht, ihre Worte sind ehrlich, mutig und mit viel Gespür für die Menschen geschrieben.

Seit ihrer Kindheit malt Mina und bis heute ist sieDozentin an der Kunstakademie Esslingen. Die Liste ihrer Ausstellungen ist lang: Baden Baden, Meersburg, Zürich, Genf, Berlin, Tel Aviv, Krakau, Warschau usw.

Für den Betrachter scheint es, als wären ihre Bilder der Spiegel dessen, was das Leben für sie bereithielt und -hält. Ganz gleich, ob sie Motive aus der jüdischen Kultur, Menschen oder Blumen malt, ihre Kraft, Wärme und Leidenschaft sind deutlich sicht- und spürbar. „Ich male, um Menschen Freude zu bereiten“, sagt Mina.

Mehr unter www.minagampel.de

Petra Hemming ist Vorsitzende des Ganey-Tikva-Vereins e.V. Bergisch Gladbach.

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