„13 Führerscheine  –  13 jüdische Schicksale“

Ausstellung zu den Biographien von dreizehn Menschen, denen 1938 im Bezirksamt Lichtenfels der Führerschein entzogen wurde, weil sie Juden waren…

Von Israel Schwierz

Ende vergangenen Jahres  erschien in Lichtenfels eine Dokumentation mit dem Titel „13 FÜHRERSCHEINE  Dreizehn jüdische Schicksale“ als Projekt des P-Seminars 2-pg des Meranier-Gymnasiums  Lichtenfels, initiiert und gefördert durch den Landkreis Lichtenfels, gesponsort durch die Koinor-Horst-Müller Stiftung.

Nach einer Einführung in die Dokumentation mit der Frage „Wozu ein Scrap Book“? und einer Erklärung des Themas  folgen dann die  ausführlichen  Lebensläufe  der dreizehn jüdischen Menschen aus Lichtenfels, denen im Dritten Reich der Führerschein entzogen wurde, nur weil sie Juden waren – obwohl einige von ihnen im ersten Weltkrieg als Soldaten ihr Leben für ihr Deutsches Vaterland riskiert hatten: Leo Banemann, Artur und Alfred Goldmeier, Max Hellmann, Jenny Kraus, Willy Kraus, Josef Kraus, Alfred Marx, Sigmund Marx, Theodor Nordhäuser, Alfred Oppenheimer, Leo Wolf, Berta Zinn und Stefan Zinn. Auch die Nachfahren vieler dieser jüdischen Menschen kommen ausführlich zu Wort. Mit Erleichterung kann der Leser feststellen, dass vielen der einstigen Führerscheinbesitzer die Emigration in die USA gelang – leider wurden aber auch einige Opfer des NS-Staates: Theodor Nordhäuser wurde im Rahmen der Aktion Reinhard 1942 ermordet,  Alfred Oppenheimer und Leo Wolf fanden mit großer Sicherheit den Märtyrertod im Konzentrationslager  Sobibor.

Eine Übersicht mit dem Titel „Juden im Raum Lichtenfels“  , eine weitere „Führerschein und Auto in den 30ger Jahren“   sowie „ Das Bezirksamt – die Rolle der lokalen Verwaltung „ schließen sich harmonisch an den Hauptteil der Dokumentation an, gefolgt von einem Aufsatz mit dem Titel „Auf der Suche nach Wilhelm Aumer“ – einem Beamten in Lichtenfels, der Juden bei der Auswanderung half.

Eine Liste jüdischer Kfz-Besitzer, erstellt 1938 vom Bezirksamt Lichtenfels, eine Danksagung an alle Persönlichkeiten und Institutionen,  die bei der Konzeption der Dokumentation Hilfe geleistet hatten, eine weitere Danksagung an die Nachkommen der Juden, denen man die Führerscheine abgenommen  hatte eine Vorstellung der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrer des P-Seminars Geschichte 2pg 2017/18 sowie ein Nachweis der Abbildungen schließen diese in der Tat einzigartige Dokumentation harmonisch ab.

Den Schülern und Lehrern des Projekts des P-Seminars 2 -pg  des Meranier-Gymnasiums Lichtenfels ist es in der Tat gelungen, den 13 Juden, denen man den Führerschein abnahm, nur weil sie Juden waren ein bleibendes Denkmal zu setzen – das ist heutzutage ganz besonders wichtig!  Dafür gebührt ihnen    Dank und Anerkennung aller, denen der ehrliche Umgang mit der Geschichte unseres Landes ein Herzensanliegen ist.

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