Verbot der islamistischen Hisbollah

Der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßt das Verbot der islamistisch-terroristischen Organisation Hisbollah in Deutschland ausdrücklich. Dieser Schritt war überfällig. Im Dezember vergangenen Jahres hatte auch der Bundestag endlich für ein Hisbollah-Verbot gestimmt…

Die Hisbollah, die eng mit dem Iran und Libanon verbunden ist, ist sowohl für Raketenbeschüsse Israels als auch für zahlreiche blutige Anschläge auf israelische Zivilisten und Soldaten sowie jüdische und nicht-jüdische Einrichtungen weltweit, wie etwa 1982 auf das Restaurant Mykonos in Berlin, verantwortlich. Die Hisbollah leugnet das Existenzrecht Israels und arbeitet militärisch daran, Israel zu vernichten.

In Deutschland schätzen die Sicherheitsbehörden die Zahl der Hisbollah-Anhänger und –Mitglieder auf knapp 1.000. Vor allem beim jährlichen antisemitischen und Israel-feindlichen Al Quds-Marsch in Berlin wurden die Aktivitäten der Hisbollah in Deutschland sichtbar. In Deutschland und Europa generiert die Hisbollah mit organisierter Kriminalität Finanzquellen für ihren Terror. Die Hisbollah bedroht jüdisches Leben und stellt eine Gefahr für die Innere Sicherheit dar.

Zum Verbot erklärt der Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster: „Es wurde höchste Zeit, dass Deutschland anderen Staaten nachgefolgt ist und die Hisbollah verboten hat. Deutschland durfte und darf nicht länger einen Rückzugsraum für die Anhänger einer islamistischen Organisation bieten, die – getrieben von einem tiefen Hass auf Juden – Menschen zu Gewalt anstacheln und Terror finanzieren. Im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft sollte sich Deutschland für ein Verbot durch die EU einsetzen. Ein Verbot des Al Quds-Marsches wäre zudem der nächste notwendige und konsequente Schritt.“

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, sagte dazu: „Eine Terrororganisation, die den jüdischen Staat zerstören will und die für Anschläge gegen israelische und jüdische Ziele in aller Welt mit zahlreichen Todesopfern verantwortlich ist, darf gerade in unserem Land keinen Rückzugsraum für ihren Judenhass vorfinden. Ich freue mich sehr, dass Deutschland mit dem heutigen Beschluss dem Beispiel anderer Länder folgt und die Tätigkeit der Hisbollah und ihrer Teilorganisationen grundsätzlich unterbindet.“ Knobloch betonte: „Ich hoffe sehr, dass nun auch an anderer Stelle mit derselben Konsequenz vorgegangen wird. Dazu zähle ich unter anderem den sogenannten Al-Quds-Tag: Dieses Stelldichein der Israelhasser mitten in Berlin ist seit Langem eine Schande für unser Land. Dass es nach der heutigen Maßnahme noch unverändert stattfindet, kann ich mir kaum vorstellen.“

Bild oben: Flagge der Hisbollah. Die obere Zeile über dem ausgestreckten Gewehr ist ein Zitat aus Sure 5:56: „Die Partei Gottes sind die Obsiegenden.“ Die untere Zeile bedeutet: „Der islamische Widerstand im Libanon“, Foto: Wikipedia