Eskalation in Israel und Palästina

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Die Geschichte wiederholt sich – nur noch als Tragödie. Die aktuellen Bilder der Gewalt und der Krieg der Bilder erinnern in trauriger Weise an den Gaza-Krieg um die Jahreswende 2008/09. Angesichts der kalkulierten Dynamiken der Eskalation weicht berechtigter Pessimismus den Zweifeln, ob nicht schon längst die Hoffnung auf eine bessere Zukunft im Nahen Osten gänzlich Frage steht…

Ein Bericht von Riad Othman, medico-Büroleiter in Ramallah/Westjordanland

Ran Cohen vom medico-Partner Ärzte für Menschenrechte – Israel (PHR-IL) in Tel Aviv-Jaffa schilderte, unter was für Bedingungen seine Kollegen und Kolleginnen schon jetzt zum Teil im Süden Israels arbeiten: „Krankenhäuser dort haben bestimmte Abteilungen in Schutzräume verlegt, um essentielle medizinische Dienste auch unter Beschuss sicher zu stellen. In den letzten 15 Jahren wurden viele solcher Räume, z.T. unterirdisch, angelegt.“ Er selbst erlebte in den Tagen seit Anfang der Woche schon mehrere Male Bombenalarm in Tel Aviv. Drei Mal schaffte er es in den Bunker. Seine Sorge gilt aber nicht allein der Unversehrtheit seiner Mitbürger in Israel. Er weiß, dass die Geschosse aus Gaza in der Regel in ihrer Präzision nicht mit der Waffentechnologie der israelischen Armee zu vergleichen sind. Diese stellte zufrieden fest, dass 90% der Geschosse, die es aus dem Gazastreifen überhaupt über die Grüne Linie schaffen, vom Raketenabwehrsystem Iron Dome abgefangen werden. Das ändert nichts daran, dass jeder Alarm die Menschen in fürchterliche Angst versetzt. Die übrigen 10% der Raketen hatten in der Vergangenheit zum großen Glück der israelischen Zivilbevölkerung eine so geringe Treffsicherheit, dass hohe Opferzahlen ausblieben. In der jüngsten Eskalation kamen die meisten betroffenen Menschen in Israel bisher wörtlich mit dem Schrecken davon. 59 wurden wegen Schocks behandelt, und 9 Menschen wurden glücklicherweise nur leicht verletzt. Hoffentlich bleibt das so.

Im Gazastreifen sieht das anders aus. Wenn die israelische Armee Raketen abfeuert, treffen diese meistens auch ihr Ziel. „Hier gehen überall Raketen runter. Es ist jetzt keine Frage, ob man okay ist oder nicht, sondern ob man das überlebt. Wir haben hier keine Schutzräume oder Bunker, auch kein Raketenabwehrsystem. Wir können nichts tun im Moment. Die Straßen sind, im Vergleich zu sonst, wie leergefegt. Die Raketen schlagen mit einer unglaublichen Häufigkeit ein. Du weißt nicht, ob der nächste Einschlag in der Nähe sein wird oder weit weg, ob vielleicht irgendwann dein eigenes Haus getroffen wird“, sagt Dr. Aed Yaghi, Leiter der Palestinian Medical Relief Society (PMRS) im Gazastreifen, deren medizinische Programme medico unterstützt. Bis Donnerstagmorgen kosteten die Luftschläge mehr als 70 Menschen im Gazastreifen das Leben, darunter viele Zivilisten und Kinder. Hunderte sind verletzt. Auch ein Gesundheitszentrum von PMRS in Ezbat Beit Hanoun, erst kürzlich mit Mitteln des deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ausgebaut und renoviert, wurde bei einem heftigen Bombardement der Nachbarschaft beschädigt.

Majeda Al-Saqqa von der Culture & Free Thought Association (CFTA) berichtet aus Khan Younis, im Süden des Gazastreifens: „Ich weiß nicht, was die Leute hier denken. Ich denke, das ist Wahnsinn. Dieser Krieg sollte nicht stattfinden. Es wird vergessen, wie viel Leid das über die Menschen bringt, dass es sich auch hier um wirkliche Personen mit Namen, Familien und Freunden handelt. Das ist so traurig. Ein junger Mann, der ums Leben kam, wollte nächste Woche heiraten. Jemand anders hat seine Zwillinge verloren.“ Die meisten Menschen in Gaza gehen nicht mehr vor die Tür. Ganz untypisch für den Fastenmonat Ramadan hat momentan abends fast alles geschlossen. Die sonst üblichen Besuche bei Verwandten und Freunden lassen viele ausfallen. Majeda Al-Saqqa kann aber auch unter Beschuss nicht einfach zu Hause bleiben oder nur im Büro arbeiten. „Ich muss zu unseren Frauenzentren fahren, um mich um meine Kolleginnen zu kümmern, um zu sehen, wie es den Nachbarn dort geht.“ Das Zentrum, das medico unterstützt, liegt im Flüchtlingscamp Al-Burej, welches seit Beginn der Kämpfe auch Ziel israelischer Angriffe wurde.

Die derzeitige Stimmung in Israel sei brandgefährlich, sagt Ran Cohen von PHR-IL: „Nach der Entführung und Ermordung der drei israelischen Jugendlichen auf der Westbank wollen viele Rache. Ich denke, Israel leidet an einer emotionalen Blockade. Wenn man sich ansieht, was Leute z.B. in den sozialen Medien posten, dann ist da kaum noch eine Spur von Mitgefühl. Es gibt so unglaublich viele hasserfüllte Kommentare. Leute verlangen danach, ‚den Job dieses Mal endlich zu Ende zu machen‘. Netanjahu steht unter Druck.“ Im derzeitigen politischen Zwist mit Außenminister Avigdor Lieberman, der seit Tagen nach einer Bodenoffensive verlangt, wolle der Premierminister beweisen, dass er politisch noch immer weit genug rechts stehe, um die Erwartungen radikaler Teile der Gesellschaft zu bedienen. Manche fühlen sich an das Gesellschaftsklima kurz vor der Ermordung Yitzhak Rabins erinnert, an die Wochen vor seinem Tod, in denen eine beispiellose Hetzkampagne gegen ihn veranstaltet worden war. PHR-IL versucht sich diesem gesellschaftlichen Rechtsruck entgegenzustemmen. Sie veröffentlichten deswegen nicht nur Zeugnisse von Menschen aus Gaza, sondern auch einen öffentlichen Aufruf gegen den drohenden Krieg und für einen gerechten Frieden auf der Titelseite der Zeitung Haaretz:

Das Statement der Ärzte für Menschenrechte – Israel (10. Juli 2014):

Als Frauen und Männer, die sich beruflich um die Gesundheit von Menschen kümmern, sind wir vor allem dafür verantwortlich Schaden zu verhindern. Wir glauben, dass die Verantwortung des Staats gegenüber seinen Bürgern nicht auf die gelegentliche Ausübung militärischer Macht reduziert werden kann.

Es obliegt dem Staat eine klare und reelle Vision für Gleichheit, Frieden und Freiheit zu präsentieren, denn nur diese können langfristige Sicherheit gewähren. Wir sehen gegenwärtig jedoch keine Vision, sondern erleben eine weitere Zurschaustellung militärischer Gewalt.

Als im Gesundheitsbereich tätige Menschen und als Menschenrechts- und Friedensaktivisten begegnen wir täglich Opfern und sind Zeugen von Leid, Not und Erniedrigungen. Wurzelnd in dieser Erfahrung ist unsere Überzeugung, unser Glaube, dass der Weg vorwärts hin zu einer gerechten Lösung und zur Vermeidung weiteren Leids in der Erkenntnis besteht, dass die Freiheit und Sicherheit der Bewohner und Bewohnerinnen Israels unmittelbar mit der Freiheit und der Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner der besetzten Palästinensergebiete – des Gazastreifens, der Westbank und Ostjerusalems – verbunden ist.

Die zunehmende Kontrolle und Abriegelung des Gazastreifens einerseits sowie die fehlende Bereitschaft sich für eine gerechte Lösung für den Nahostkonflikt und ein Ende der Besatzung zu engagieren andrerseits führen uns in einen Abgrund und entfachen Hass und Rache, die eine gesunde Gesellschaft unmöglich machen.

Die Ärzte für Menschenrechte haben unterdessen auch Kontakt zu palästinensischen KollegInnen und PatientInnen im Gazastreifen aufgenommen und prüfen Möglichkeiten der gegenseitigen solidarischen Hilfe.

„Am meisten sorgt man sich um die Kinder. Das ist das Schwierigste, die Kinder. Man selbst kann wegen des Dauerbombardements kaum schlafen und ist völlig erschöpft, aber man muss für die Kinder da sein. Man will für sie da sein. Das Einzige, was man tun kann, ist Trost zu spenden. Du kannst ihnen nicht mehr die Angst nehmen, weil sie längst wissen, dass die Eltern sie nicht beschützen können. Sie brauchen extrem viel Nähe in dieser Zeit. Man kann nur versuchen, sie zu trösten, sie im Arm zu halten“, erzählt Mahmoud Aburahma, der für das Al Mezan Menschenrechtszentrum in Gaza-Stadt arbeitet. Und Aed Yaghi erinnert daran, dass die Leute in Gaza schon vor der jüngsten Eskalation erschöpft waren. „Das Leben hier ist auch ohne Krieg schon schwer genug. Wenn man kein sauberes Wasser und nicht genügend Strom hat, wenn man gezwungen ist, der nächsten Gasflasche zum Kochen nachzujagen – all das verursacht so viel Stress, weil man eine unglaubliche Kraft aufwenden muss, um sein tägliches Leben zu organisieren. Die einfachsten Dinge geraten zu komplizierten Unternehmungen. Ständig sorgt man sich unbewusst über alltägliche Kleinigkeiten, weil es hier schon längst keine Normalität mehr gibt.“

Dem will Mahmoud Aburahma trotzen, indem er sich ein Stück Normalität im Unnormalen erschafft: „Ich werde versuchen, die Kinder ausnahmsweise lange wach zu halten. Normalerweise dürften sie nie so lange auf bleiben, aber schlafen könnten sie sowieso nicht“, sagte er am Abend des Halbfinalspiels Brasilien – Deutschland. „Falls wir Strom haben, werde ich sie einen Film sehen lassen, um sie abzulenken. Irgendetwas, in dem sie sich verlieren können und sich keine Gedanken machen. Bis 23 Uhr, dann würde ich mit ihnen Fußball gucken – falls es Strom gibt. Wir sind für Brasilien.“ In Gaza gewinnt man nicht oft. Wie bei seiner Unterstützung für die brasilianische Nationalmannschaft ist Mahmoud mit seiner Sehnsucht nach Normalität für die Menschen im Gazastreifen und in Israel sicher nicht allein.

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10 Kommentare

  1. Lange Jahre habe ich für medico international regelmäßig gespendet. Ist zwar schon eine Weile her, doch inzwischen bin sehr ernüchtert, wenn ich die politische Ausrichtung dieser Gruppe betrachte.

    Der Bericht von Riad Othman macht keine Ausnahme. Sicher, zunächst werden einige Worte über die Situation in Israel verloren. Allerdings wirkt dies auf mich eher wie eine Pflichtübung.

    Dann kommt er auf das Eigentliche – auf die Situation im Gazastreifen – zu sprechen. Schutzräume fehlen. An wem liegt das, an Israel oder an der Hamas? Wieder wird so getan, als ob die dortigen Bewohner die eigentlichen unschuldigen Opfer sind. Seit Jahrzehnten wird auf dieser Klaviatur des falschen Mitleids gespielt und das mit einem enormen Erfolg. Nachfragen finden nicht statt.

    – Warum sitzen die Führer der Hamas-Bande in sicheren Bunkern und lassen ihr Volk die Konsequenzen ihrer terroristischen Aktivitäten ausbaden?
    – Die Hamas wurde von einer großen Mehrheit gewählt, es ist keineswegs so, dass sie nicht legitimiert sind. Die Bewohner dieses Streifens sind somit keineswegs aus der Verantwortung für ihre Führung zu entlassen.

    Es wird der Eindruck suggeriert, dass „Israel an einer emotionalen Blockade leidet“ und weiter „… da [ist] kaum noch eine Spur von Mitgefühl“. Auch diese Behauptung kann ich den medico-Aktivisten nicht abkaufen.

    Zum Hass: Das genaue Gegenteil ist richtig. Die arabischen Palästinenser mit ihrem unbändigen Hass auf Juden und ihr Nichtakzeptieren der Existenz des Staates Israel ist das Problem. Und Eltern, die ihre Kinder ohne Skrupel schon im Kindergarten der Hasserziehung von Hamas und Fatah aussetzen. Beides trägt die sattsam bekannten giftigen Früchte.

    Zum Mitgefühl: Der Wagen mit den Leichen der drei Jugendlichen wurde von einem palästinensischen Mob mit Steinen beworfen. Von einer bloßen Blockierung kann man hier nicht mehr sprechen, das lässt jegliche Scham und Menschlichkeit vermissen. Gerade die Geschehnisse um die ermordeten Jungs wirft überdies ein grelles Licht auf das Mitgefühl bei den Menschen außerhalb Israels. Begeisterung wohin man blickt. Aber das scheint den medico-Leuten nicht aufgefallen zu sein. Auf dem Tempelberg feiern Araber öffentlich die Geschosse auf Israel. Hauptsache es geht gegen die Juden. Nicht nur hier drängen sich mir Analogien zum Nationalsozialismus auf, die ja bis zum letzten Augenblick der Vernichtung von Juden erste Priorität einräumten – ungeachtet der sichtbaren eigenen Niederlage.

    Angesichts dieses unglaublichen, destruktiven Hasses der Araber kann ich mir allerdings vorstellen, dass das Mitleid von Israelis mit den Trägern dieser eliminatorischen Phantasien etwas zurückgeht.

    • #4341 – Hamas TV Song in Hebrew: Annihilate all the Zionists, Exterminate the Coackroaches‘ Nest
      Al-Aqsa TV (Hamas/Gaza) –
      July 10, 2014 – 00:03:41

      Hamas will „alle Zionisten vernichten“

      http://www.memri.org/clip/en/0/0/0/0/0/0/4342.htm

      Jungle World berichtet, wie die Frankfurter Polizei den antisemitischen Hetzern ihren Lautsprecher zur Verfügung stellt
      Wozu Polizeiwagen so gut sind. Aber üblich ist es noch nicht, meint die Frankfurter Polizei immerhin, dass ihre Wagen dafür benutzt werden, “Kindemörder Israel” und “Allah Akbar” zu rufen: Dass man gegen Ende den Teilnehmer das Mikrofon für den Lautsprecherwagen überlassen habe, sei zwar „unüblich“, habe aber zur Beruhigung der Lage beigetragen.
      http://jungle-world.com/jungleblog/2841/

  2. Israel hat vor 9 Jahren den Gazastreifen verlassen. Anstatt konstruktiv etwas für die Einwohner zu tun, hat Hamas Terror geübt.
    Was für Heuchler, die hier beanstanden, dass Israel sich verteidigt. Da greifen Terroristen Israel innerhalb der grünen Linie (Waffenstillstandslinie von 1949) an und die Heuchler bemängeln, dass der Staat seine Bürger verteidigt. Wenn es nach diesen Leuten gehen würde, dann müsste man den Beschuss durch Hamas stillschweigend hinnehmen.
    Israel versucht Zivilisten zu schonen, die Hamas will Zivilisten töten und die Verbrecher benützen Kinder und Frauen als Schutzschild. Das ist ein Verbrechen.

    • „Israel hat vor 9 Jahren den Gazastreifen verlassen.“
      Und die internationale Staatengemeinschaft lamentiert immer noch über die Besetzung durch Israel: denn Schuld für mangelnde Infrastruktur, fehlende gesundheitliche Versorgung, allgemeiner Mangel usw. ist schließlich Israel. Und was von anderen Staaten nie gefordert werden würde (denke besonders an DE, GB, Frankreich und Rußland) wird von Israel gefordert: Verhandlungen mit denen, die sie auslöschen möchten.
      Im Gaza Steifen gibt es keine Bunker. Wo sitzt dann die Hamas. Ach ja, tote Palästinenser, und gerade Kinder, helfen der perfiden Strategie der Islamisten, im Wesen Faschisten, gegen Israel: Israel ist der Aggressor, der es wagt sich gegen den Raketenbeschuß „unverhältnismäßig“ zu wehren, den ja „verwegene Palästinenser“ (in Anlehnung eines ehemaligen Heute Journal Moderators) machen.

    • Hier gäb’s mal wieder ziemlich viel richtig zu stellen. Soweit aber mal zu diesem wesentlichen Punkt – Israel hätte Gaza 2005 den Menschen in Gaza überlassen.

      Nun das mag stimmen, wenn auch als ein Gefängnis.

      Man lese dazu den Disengagement Plan Revised direkt auf dem isr. Regierungsserver: Israel behielt sich vor, die Kontrolle aller Außengrenzen (inkl. Ägypten, Philadelphia Route, später per Abkommen und VideoSchaltung), militärische Präsenz im Luftraum, milit. Präsenz in den Gewässern, milit. Einmärsche jederzeit, auch präventiv. Israel behielt sich vor Verkehr von Mensch- u. Waren vollständig zu kontrollieren, oder nach Belieben auch zu sabotiern. Einziger Ãœberang für Waren – Karni – blieb Ewigkeiten geschlossen, so dass 90% der gesamten Ernte, die zum Export bestimmt war verdarb. Israel nahm darüberhinaus auch pal. Zölle u. Steuern ein, führte das Personenstandsregister, ohne Israels Willen hatte also niemand eine Identity Card. Es oblag auch Israel zu bestimmen oder zu verhindern, ob der Hafen oder Flughafen wieder aufgebaut werden dar. Auch den isr. Shekel mussten die Menschen in Gaza nach Willen Israels behalten.

      Gaza ist so groß wie Köln und hat knapp die doppelte Bevölkerungszahl.

      Man kann sich vorstellen, was all das bedeutet.

      „Der internationale Abgesandte für den Mittleren Osten James Wolfensohn hat einem Bericht des britischen Guardian vom Dienstag zufolge Israel beschuldigt, sich zu verhalten, als habe der Abzug aus dem Gaza-Streifen nicht stattgefunden, da die Grenzen zum Gaza-Streifen blockiert werden und Verpflichtungen, die Bewegung von Palästinensern und Waren zu ermöglichen, nicht erfüllt werden….Seit dem israelischen „Abzug“ aus dem Gaza-Streifen ist dieser praktisch vollständig von der Außenwelt abgeriegelt. Auch die hunderten Palästinenser, die bisher täglich den Grenzübergang Erez überquerten, um in Israel zu arbeiten, können dies nun nicht mehr. Der Warengrenzübergang Karni wurde ebenfalls bis auf eine Ausnahme geschlossen: Israelis durften Anfang des Monats Palmblätter für religiöse Zwecke nach Israel einführen….“Ohne eine dramatische Verbesserung der palästinensischen Bewegungsfreiheit und des Zugangs innerhalb angemessener Sicherheitsbedingungen für Israel wird die wirtschaftliche Wiederbelebung, die für eine Lösung des Konflikts erforderlich ist, nicht möglich sein“, schrieb er in seinem Bericht.

      Israel leugnet, absichtlich die Entwicklung zu behindern und beruft sich einmal mehr auf Sicherheitsbedenken. Die in den letzten Tagen erneut ansteigende Gewalt zeigt, wie Recht Wolfensohn mit seiner Einschätzung hat. Sollten sich die Bedingungen für die Menschen in dem „Freiluftgefängnis“ Gaza nicht bald verbessern, so dürfte dies erst der Anfang sein.“

      http://www.freace.de/artikel/200510/251005a.html

      Die militärische Belagerung und Besatzung ging 2005 unvermindert weiter, das verdeutlicht schon der sogenannte ‚Abzugs’Plan, eigentlich ein Etikettenschwindel, denn tatsächlich regelt er die weitere militärische Belagerung.

      Die Hoffnungen auf wirtschaft. Aufschwung und Freiheit, hatte Israel unter oft fadenscheinigen Begründungen schnell zerstört.

      Aus diesem Grund auch definieren die UNO, die USA und die EU Israel seit 67 unvermindert und ununterbrochen als Besatzungsmacht über Gaza.

      Besatzung defniert die milit. effektive Kontrolle durch ein feindliches Heer – das ist und war hier seit 67 non-stop immer gegeben.

      • “ … definieren die UNO, die USA und die EU Israel seit 67 unvermindert und ununterbrochen als Besatzungsmacht über Gaza.“

        Jane, wie sehr Sie damit recht haben; anders, als Sie es sich wahrscheinlich denken (ohne Sie jetzt beleidigen usw. zu wollen).
        Kyniker

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