taz: Herr Rösler, was halten Sie von Ho Chi Minh?

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Zweidrittel der Fragen werden zu Röslers Aussehen und Geburtsland gestellt, wie: „Herr Rösler, welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht, dass andere Probleme mit Ihrem asiatischen Aussehen haben?“ Oder: „Wann haben Sie bewusst wahrgenommen, dass Sie anders aussehen als die meisten Kinder in Deutschland?“…

In der Tageszeitung (taz) vom 10.09.2013 wurde ein Interview zweier Journalistinnen mit Wirtschaftsminister Philipp Rösler veröffentlicht. Gebracht wurden nur die Fragen, nicht die Antworten, denn die FDP hat das Interview nicht freigegeben, „weil Rösler sein asiatisches Äußeres im Wahlkampf nicht zum Thema machen wolle“, wie bei blogs.taz zu lesen ist.

Levi Salomon

Obige Fragestellung impliziert, dass deutsche Kinder anders aussähen. Es liegt auf der Hand zu fragen: wie sieht denn ein deutsches Kind aus? Haben deutsche Kinder etwa blonde Haare? Markus Löning, der Menschenrechtsbeauftragte, twitterte: „Liebe taz, wie nennt man das, wenn man jemanden auf sein Aussehen und seine Herkunft reduziert?“ Und, so müsste man hinzufügen, außerhalb der Gesellschaft stellt.

Die Welt bezeichnet das Interview als „beschämend“ und das Vorgehen der Journalistinnen als „verantwortungslos“, denn es „sind die Fragen, die den Vizekanzler rassistisch diskriminieren. Sie stigmatisieren ihn, und dem muss er sich nicht aussetzen.“

In einem Interview, das bei blogs.taz selbst veröffentlicht ist, bewertet Timo Reinfrank von der Amadeu-Antonio-Stiftung die Fragen ebenfalls als rassistisch „weil in den Fragen ständig diese Haltung reproduziert wird: wir Herkunftsdeutsche hier, ihr Einwanderer dort. Man will, dass Rösler sich für seine eigene Partei rechtfertigt. Leute, die von Rassismus betroffen sind, muss man nicht immer wieder damit quälen, dass es viele Leute gibt, die sie diskriminieren. Wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre, wäre ich mitten im Interview rausgegangen.“

Lala Süsskind, Vorsitzende des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA), bewertet den Versuch Rassismus zu thematisieren als richtig, die Art und Weise aber als nicht zielführend. „Es hätte eher gefragt werden sollen, was seine Partei gegen Rassismus unternehmen möchte, wie Handlungsstrategien aussehen könnten und ihn so als Politiker ernst zu nehmen, anstatt ihn in eine Opferrolle hineinzupressen.“

Wenn die zuständige Chefredakteurin Ines Pohl auf blogs.taz in diesem Vorgehen einen „groben Bruch der gängigen Spielregeln“ sieht, dann meint sie wahrscheinlich die Nichtfreigabe des Interviews seitens der FDP und leider nicht die Fragen selbst.

Quellen:

23 Kommentare

  1. Oben hatten wir die soziale Kälte in Deutschland.

    Wie kalt muss es um die Gemüter jener Vorgesetzten, Mitarbeiter und Kollegen bestellt sein, die so etwas hinnehmen ohne einzuschreiten:

    Zitat:
    Bei der Billig-Supermarktkette Aldi haben Mitarbeiter in einem Warenlager in Baden-Württemberg einem Bericht zufolge Auszubildende misshandelt. Missliebige Azubis von Aldi Süd seien im Zentrallager Mahlberg vom stellvertretenden Bereichsleiter und anderen Beschäftigten mit Frischhaltefolie an Pfosten gefesselt worden, zitierte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in einem vorab veröffentlichten Bericht einen ehmaligen Aldi-Manager. Die Aldi-Mitarbeiter hätten dann die Gesichter der Auszubildenden mit Filzstiften beschmiert.

    Die Folie sei beim Fesseln derart stark gespannt gewesen, „dass ich kaum mehr atmen konnte“, zitierte „Der Spiegel“ einen der betroffenen Auszubildenden und berief sich dabei auf eine in Kürze erscheinende Neuausgabe eines Buches des ehemaligen Aldi-Managers. Vorgesetzte hätten die Schikanen beobachtet und dadurch gebilligt. Einige Ausschnitte der Misshandlungen seien auch auf Seiten im Online-Netzwerk Facebook veröffentlicht.

    Einer der betroffenen Auszubildenden sagte laut Bericht, er habe sich nicht getraut, Anzeige zu erstatten. „Ich hatte Angst, sofort wieder gekündigt zu werden, da ich noch in der Probezeit war.“ Auch sei dem Auszubildenden angedroht worden, bei weiterem Fehlverhalten in das Tiefkühlabteil des Zentrallagers gesperrt zu werden, in dem Temperaturen von minus 20 Grad herrschen.

    Aldi Süd erklärte gegenüber dem „Spiegel“, von den Schilderungen „entsetzt“ zu sein. Das Unternehmen sei nun dabei „alles zu tun, um zu klären, ob diese Vorwürfe berechtigt sind“.
    http://de.nachrichten.yahoo.com/bericht-aldi-azubis-wurden-warenlager-misshandelt-094602800–finance.html

    Nein, das ist kein Einzelfall. Azubis aus anderen Betrieben berichten seit Jahren von ähnlich entwürdigenden Behandlungen. Und es hat sich nichts geändert. Die Öffentlichkeit und die Bürger nehmen’s hin.

    Deutschland, schäm‘ Dich!

  2. Deutschland muss endlich seine Einstellung zur Diversität überdenken. Ich war in den letzten Wochen in New York, London und Amsterdam. Keine der Städte machte den Eindruck, in einem mehrheitlich von Weißen bewohnten Land zu liegen. Verschiedene Hautfarben waren so normal wie hierzulande verschiedene Haarfarben.

    In keiner dieser Städte wäre Rösler nach seinem Aussehen gefragt worden. Was aber am allerwichtigsten ist: Alle diese Städte sind reich, und werden von ihren Einwohnern geliebt. Die zwei Vorurteile der Deutschen – Ausländer nehmen uns die Jobs weg, und wenn nicht, dann kosten sie uns ein Vermögen an Sozialleistungen – stimmen dort einfach nicht.

    Nach Besuchen in diesen Städten und Firmen dort kommen mir deutsche Firmen wie eine Ansammlung von Bleichgesichtern vor. Die Frage ist, wie schaffen wir es, Menschen aus aller Welt als Bereicherung und nicht als Bedrohung anzusehen? Hier ist auch die Politik gefragt, und die Medien. Solange Zuwanderung nämlich hauptsächlich mit Flüchtlingen und Familienzusammenführung begründet wird, bleibt der Verdacht, Politiker wollen sich auf Kosten der Steuerzahler als Mildtäter der Welt profilieren. Wir brauchen klare Einwanderungsregeln, und die Botschaft: Der qualifizierte Einwanderer ist vielleicht manchmal Konkurrent um den Job. Vor allem aber ist er Abnehmer deiner Produkte und zahlt in die Staatstöpfe mit ein.

    Schmelztigel sind erfolgreich. Und deutsch sein, so wie ich es verstehe, kann man mit jeder Hautfarbe.

    • Genau so ist es.

      „In keiner dieser Städte wäre Rösler nach seinem Aussehen gefragt worden.“

      Man könnte sich ein Beispiel an der us und internationalen Presse nehmen, die vor und nach dem Amtsantritt von Obama, praktisch nie seine Herkunft, Glauben, Geburtsort und Hautfarbe instrumentalisierten.

      Dann wären unsere Städte bestimmt auch reich und würden von ihren Einwohnern geliebt, aber hier wurde einfach ein 9 Monate alte Kind nach Deutschland geholt, ohne das “ die Politik gefragt, und die Medien. Solange Zuwanderung nämlich hauptsächlich mit Flüchtlingen und Familienzusammenführung begründet wird, bleibt der Verdacht, Politiker wollen sich auf Kosten der Steuerzahler als Mildtäter der Welt profilieren. Wir brauchen klare Einwanderungsregeln, und die Botschaft: Der qualifizierte Einwanderer ist vielleicht manchmal Konkurrent um den Job. Vor allem aber ist er Abnehmer deiner Produkte und zahlt in die Staatstöpfe mit ein.“

      Versuche immer noch festzustellen, was dem mit Ihren Regeln alles erspart geblieben wäre.

      Zumindest Ihren Kommentar.

      Meiner Meinung nach.

  3. No comment.

    UN-Studie: Deutschland Spitze
    in Kinderfeindlichkeit

    Stärkster Anstieg bei Kinderarmut

    Eine gestern vom UN-Kinderhilfswerk Unicef veröffentlichte Studie stellt der Bundesrepublik Deutschland ein blamables Zeugnis aus: Hierzulande wächst die Kinderarmut1 stärker als in den meisten anderen Industriestaaten.

    Ende 2002 waren 1,02 Millionen, Ende 2003 bereits 1,08 Millionen Kinder auf Sozialhilfe angewiesen – ein Anstieg um 6,2 Prozent. Heute leben bereits 1,34 Millionen Kinder von Sozialhilfe. Nach Angaben des Kinderschutzbundes werden in der Folge von Hartz IV weitere 500.000 Kinder in die Sozialhilfe abrutschen.

    Gleichzeitig sinken die Reallöhne bei den unteren zehn Prozent. In dieser Einkommensklasse sanken die Löhne nach Abzug der Preissteigerungen in den letzten zehn Jahren um mehr als 20 Prozent. Und während offiziell von mehr als fünf Millionen Arbeitslosen geredet wird, liegt deren Zahl real längst über sieben Millionen.2 Von 1993 bis 2003 wuchs das Gesamtvermögen in Deutschland nominal um 17 Prozent (real um 10 Prozent) auf fünf Billionen Euro. Während das obere Zehntel der Deutschen 47 Prozent des gesamten Vermögens besitzt, gehören der gesamten unteren Hälfte der Bevölkerung noch ganze 4 Prozent.

    Arme Kinder leiden oft unter Streß und geringem Selbstbewußtsein. Und sie nutzen Sport zu selten als Ausgleich für Belastungen. Dies ist kein Zufall bei ständig dezimierten Angeboten. Ein Beispiel: Immer weniger Kinder lernen Schwimmen. Eines der beliebtesten Abzeichen bei Kindern ist das „Seepferdchen“. Doch immer mehr Stadtteil-Bäder fallen dem Rotstift der Stadtverwaltungen zum Opfer. Immer mehr Bademeister werden eingespart. Immer mehr Schwimmunterricht in den Schulen fällt aus. Selbst der konservative Präsident des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen, erklärte kürzlich zu den Einsparungen: „Dies ist vielleicht kurzfristig der leichtere Weg, sachgerecht und zukunftsichernd sind solche Lösungen nicht. (…) Wenn Kinder nicht schwimmen lernen und Jugendliche nicht schwimmen können, dann ist das ein gesellschaftlicher Skandal.“ Und weiter: „Wir müssen verhindern, daß Menschen aller Altersstufen ihr Gesundheits- und Lebenselixier Schwimmen nicht mehr pflegen können, weil das Bäder-Netzwerk gravierende Lücken aufweist.“

    Zudem erreichen viele Gesundheitsangebote arme Familien nicht. Beispielsweise ist nahezu ein Drittel der Kinder von Langzeit- arbeitslosen nicht ausreichend geimpft. Arme Kinder leiden häufiger an Übergewicht, Karies, Infektionen und an Asthma. Arme Kinder erleiden statistisch signifikant häufiger Unfälle. Sie erleiden im Durchschnitt doppelt so oft Verbrühungen und Verkehrsunfälle.

    Wie schon PISA gezeigt hat – was jedoch viel zu wenig in der öffentlichen Diskussion auftaucht – sind die unterschiedlichen Bildungs-Chancen in keinem anderen europäischen Land so extrem unterschiedlich zwischen Arm und Reich wie in Deutschland. Und auch dies ist unter „Rot-Grün“ in den letzten sechs Jahren nicht etwa abgemildert worden, sondern dieser Zwiespalt wurde noch vertieft.

    Je jünger Kinder sind, desto häufiger sind sie auf Sozialhilfe angewiesen. Bei der Gruppe der 15- bis 17-Jährigen: 4,7 Prozent. Bei der Gruppe der Unter-7-Jährigen sind es 8,6 Prozent. Eine Lawine kommt auf uns zu!

    Zwei Fragen zum Schluß: Was ist eigentlich die Aufgabe von Renate Schmidt im Schröder-Kabinett? Wie war das noch mit dem Gedöns?
    Harry Weber http://www.netzwerk-regenbogen.de/kinder050302.html

  4. Kinderfeindlichkeit und soziale Kälte in Teutschland.

    Zitat:
    Die Angst der Deutschen vor Kinderfeindlichkeit und sozialer Kälte wächst – ein Forscher warnt vor einer hilflosen Gesellschaft. Gegen diese will die Familienministerin angehen, indem sie Kommunen zum Ausbau der Kinderbetreuung aufruft.
    „Immer mehr Menschen sehen in diesen beiden Problemen die größten Zukunftssorgen. Umfragen haben ergeben, dass Deutschland damit im Vergleich zu anderen europäischen Ländern leider weit vorn liegt“, sagte Zukunftsforscher Prof. Horst Opaschowski in Hamburg. „Ganz persönlich sehnen sich die Deutschen vor allem nach Vertrauen, Geborgenheit und menschlicher Wärme.“ Die Hamburger BAT Stiftung für Zukunftsfragen, deren wissenschaftlicher Leiter Opaschowski ist, hat bei Repräsentativumfragen in neun Ländern 11 000 Menschen dazu befragt.

    Im Vergleich zu Frankreich, Schweiz, Finnland, Italien, Großbritannien, Russland, Belgien und Ungarn klagt die deutsche Bevölkerung den Ergebnissen zufolge am meisten über kinderfeindliche Tendenzen und soziale Kälte im eigenen Land. Auf die Frage nach den größten Sorgen, wenn man an die Zukunft seines Landes denkt, gaben 15 Prozent der Ungarn Kinderfeindlichkeit an – aber 40 Prozent der Deutschen. Soziale Kälte fürchteten 24 Prozent der Italiener – und 58 Prozent der Deutschen. „Solche Einschätzungen spiegeln gleichermaßen Stimmungen und Strukturen, Lebensgefühle und Lebenslagen wider“, meinte der Forscher.
    http://www.focus.de/politik/deutschland/umfragen_aid_230722.html

    • @mensch

      Ich sag‘ das mal so: auf einen Bericht in einer deutschen Illustrierten aus dem Jahr 2007, das sind 6 Jahre Unterschied, sollte man im allgemeinen nicht so schrecklich viel geben, weil jede Aktualität nicht einbezogen wurde. Opaschowski, den ich sehr schätze!, ist meines Wissens auch schon im Ruhestand. Aus 9 Ländern wurden 11.000 Tsd. BürgerInnen befragt, aber es hält sich hartnäckig dieses Gerücht:

      „Auf die Frage nach den größten Sorgen, wenn man an die Zukunft seines Landes denkt, gaben 15 Prozent der Ungarn Kinderfeindlichkeit an – aber 40 Prozent der Deutschen. Soziale Kälte fürchteten 24 Prozent der Italiener – und 58 Prozent der Deutschen“.

      Selbstverständlich werden Befragungs-Statistiken von einer befragten Minderzahl auf alle Bürger eines Landes hochgerechnet. Ich erlaube mir die Freiheit des Anzweifelns solcher mathematischen Kunstgriffe.

      Soziale Kälte war immer schon greifbar, der Agenda 2010 der rot-grünen, anschl. der schwarz-roten und von der schwarz-gelben Koalition wird mit jedem zweifelhaften moralischen Recht eine größere Differenz zwischen den Schichten befördert und das war einfach die Absicht. Weil dieses Modell Agenda 2010 für deutschen Kapitalismus so erfolgreich war, wird es nun in die Länder Grichenland, Spanien u. Portugal „exportiert“.
      Ich erlaube mir den Hinweis, dass jede Regierung eines Landes von Ton vorgibt, ob sich Menschen eines Landes sozial vertragen oder zerfleischen.

  5. Interessant, dass diejenigen, die beim allgemeinen Israelbashing immer ganz vorn dabei sind, nun am lautesten protestieren, wenn es um den (vermeintlich guten) Ruf ihres (schönen?) Deutschland geht.

    Nach Rassismus und Antisemitismus werfen wir doch auch noch einen Blick auf die Kinderfeindlichkeit im Lande der Richter und Henker.

    Zitat:
    Die Lebensqualität für Kinder ist nach einer repräsentativen Umfrage der Stiftung für Zukunftsfragen in Deutschland gesunken. Nur etwa jeder siebte Bundesbürger (15 Prozent) stufte 2012 seine Heimat noch als kinderfreundlich ein, zwei Jahre zuvor war es noch etwa jeder fünfte (21 Prozent). Das teilte die Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg mit.

    Beim Thema Kinderfreundlichkeit rangiert Dänemark demnach in Europa an erster Stelle. Dort halten neun von zehn Dänen ihr Land für kinderfreundlich. Dies sagte auch knapp die Hälfte der Spanier, Niederländer und Griechen über ihre jeweilige Gesellschaft. Die Stiftung hat nach eigenen Angaben repräsentativ mehr als 11.000 Europäer ab 14 Jahren in zehn Ländern befragt. Deutschland ist mit Abstand auf Polen (21 Prozent) Schlusslicht bei der Befragung.
    http://www.stern.de/panorama/umfrage-deutsche-finden-deutschland-kinderfeindlich-1958248.html

    „Deutschland ist mit Abstand … Schlusslicht bei der Befragung.“

    Beschämend, fürwahr!

    • @mensch, na ja, eine Vermutung lag schon bei deinem ersten Kommentar vor, dass du Teutschland, oder ich las auch schon irgendwo Täuschland, angesprochen hast. Merkwürdigerweise antworte nur ich und Udosefiroth auf deine Statistiken, dabei lesen hier viele Deutsche, oder eingebürgerte Deutsche, oder jüdische Deutsche, ebenfalls mit.
      Leugne ich Rassismus und die vielen Ãœbergriffe im Osten wie im Westen? Hier steigen zwar Frauen nicht hinten in die Busse u. Bahnen, hier gibt es keinen Mob von 3000 jüdischen Rechtsradikalen, die Mädchen in Hosen anspucken oder das Betreten von Synagogen verbieten – aber man kann auf Demos gegen Rechte sich – auch – ein blaues Auge oder Pefferspray von Polizisten holen; oder von Nazis fotografiert und verfolgt werden! Man kann in Deutschland als Ausländer verfolgt, getreten oder getötet werden.
      Man kann aber auch in Deutschland Solidarität als AusländerInn finden, gute Schul- u. Studienbedingungen, nette Menschen, die Tage der Offenen Synagogen und Moscheen begehen, Organisationen, die Faschismus und Inhaftierung von Unschuldigen anprangern, sich solidarisieren und Netzwerke gegen Ausländerhass knüpfen.

      Gestern hörte ich im DLF einen Bericht über deutsche Bürgerinnen u. Bürger in Henningsdorf, die eine bundesweite Aktion starteten, die den Asylbewerbern ihre Lebenmittelscheine abkaufen, damit sich AsylbewerberInnen auch mal mit Bargeld einen Zoobesuch oder einen Kinobesuch oder anderes kaufen können. Bundesweit! MACH DOCH MIT!

      Aber alles das meinst du nicht! Dir genügt es, alle Deutschen als masssive, granitene Rassisten zu bezeichnen, ( ehemaliges Land der Richter und Henker, damit hast du wirklich Recht) und empfindet dabei die Befriedigung deiner Rachegefühle. Hilf dir selber.

  6. @mensch РEin jeder Mensch sei schnell zum H̦ren, langsam zum Reden, langsam zum Zorn Jakobus 1,19

    Mensch, langsam zum Zorn, daran muss ich mich in diesem Disput mit dir besser mehrmals erinnern, und es wird schwer fallen.
    Nur in einem Satz über Rösler’s Blockadehaltung stellst du eine Verbindung zum verballhornten taz-Interview her; Ich mag die FDP-Politik aus wichtigen Gründen überhaupt nicht und selbst Herr Rösler hat viel mit seiner politischen Richtung dazu
    beigetragen, aber es sind zwei Paar verschiedene Schuhe und deshalb verurteile ich die „Journalistinnen“-Fragen auf Schärfste und frage, ob sich die taz der Springer-Subkultur der WELT wie weit noch annähern wird?
    Die WELT nimmt auf eine Studie Bezug – und du zitierst nicht ohne Leidenschaft, woraus ich schließen könnte, ob du ein Betroffener dieser angeblichen massiven rassistischen deutschen Eigenschaft bist?
    Diese Frage an dich scheint mir sehr berechtigt und du solltest dazu Stellung beziehen.
    Bitte, lies dir deine Zitate aus WELT noch einmal genau durch! Beispiele:
    „Sogar mehr als 30 Prozent der BEVÖLKERUNG (NICHT der Befragten“) – stimmen laut Studie der Einschätzung zu. 2) „Gut jeder Vierte wünscht sich laut der Umfrage eine “starke Partei”, die die “Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert”. Mehr als jeder Zehnte sehnt sich nach einem “Führer“ – Zitat Ende – Jeder Vierte/Jeder Zehnte von 80 Millionen Menschen sind wie viele?
    Die deutsche Bevölkerung besteht aus ca. 80 Millionen Menschen. Ich bin nicht befragt worden, Familie, Freunde, Nachbarn, Kollegen ebenfalls nicht, kurzum, ich kenne keinen einzigen Befragten! Bist du befragt worden oder – ist dir ein Befragter bekannt? Von 80 Millionen Menschen sind 30 Prozent = 24 Millionen Menschen, die man hätte befragen müssen, hältst du das für fragetechnisch machbar im Rahmen einer SPD-nahen Studie? Stellst du dir die Frage, was eine solche Befragung, für valide Zahlen einer Studie unerlässlich, überhaupt kostet?? Stellst du dir die Frage, welchen Gruppen überhaupt befragt wurden und wie viele Jahre eine solche Befragung dauern könnte, ohne gleich wieder von vorne anfangen zu müssen, weil sich die Lebensumstände dann mittlerweile verändert haben könnten? Ich nehme die deutsche Politik (mit ihrer Europapolitik!!) und viele Deutsche nicht in Schutz, gerade die Asylpolitik und damit einhergehend das jahrelange menschenfeindliche Abschieben und Gettoisierung in dezentral gelegene Unterkünfte ohne Arbeitsmöglichkeit und nur mit demütigenden Lebensmittelscheinen versorgte Menschen ist sehr, sehr nahe an Menschenfeindlichkeit und Seehofer hat in seinem C-Bayern auch Asylbewerberheime und beweist durch sein Nichtstun, z.B. in Neufahrn, zu wenig für sie.

    Ich stelle Studien dieser fragwürdigen Art mit gewünschten Ergebnissen in Frage, die für sehr viele NAZIS und Nationaldenkende Typen Futter ist für ihre Verurteilung.
    Man sollte sich schon überlegen, für WEN man hier eigentlich den Büttel macht!
    Sarrazins’s haben wir leider auch genug – aber Sarrazin-Feinde auch, zum Glück.

    • http://www.fes-gegen-rechtsextremismus.de/pdf_12/ergebnisse_mitte_studie_2012.pdf

      >>Repräsentative Erhebung im Sommer 2012; Stichprobe von 2.415 deutschen
      Staatsangehörigen (ohne und mit Migrationshintergrund) sowie 95 Personen mit Migrationshintergrund und ohne deutsche Staatsbürgerschaft per Fragebogen (face-to-face)<<
      ………

      So läuft's bei der Redaktion von Welt nämlich stets nach dem gleichen Muster ab und soll glauben machen, 52 Prozent der "Bevölkerung" sehne sich nach einem neuen Führer!
      Soziale Konflikte zu ethnisieren, spielt nur dem Rechtspopulismus und der Verbreitung
      rechtsextremer Einstellung in die Hände.
      Dumm zu glauben, Springer wolle hier "nur warnen", ich wünsche mir eine Riesenschlagzeile bei der WELT:"NAZIpartei VERBIETEN" und dies mehrmals im Monat, bis bei dem verzagsten Politiker endlich das ankommt, wonach sich ein sehr großer Teil der deutschen Bevölkerung sehnt, die durchaus mit ausländischen Familien prima auskommen.

    • Keine Rassismus in Deutschland, nein?

      Zitat:
      Alltagsrassismus in Deutschland
      Von Bastian Wierzioch

      Ob ewige Missachtung in der Bäckerei, ein zerkratztes Auto oder Beleidigungen am laufenden Band: Alltagsrassismus äußert sich auf unterschiedlichste Arten. Wie Vollzeit-Neonazis sehen diejenigen, die ihn säen, meist nicht aus. Im Gegenteil: Oft sind es unscheinbare Besserverdiener, die offenbar anfällig für platte Ressentiments sind.

      Auf einem öffentlichen Parkplatz am Rande der Innenstadt von Mühlhausen in Thüringen. An dem schwarzen Kombi von Ahmed Tihar kleben drei kleine Aufkleber. „Videoüberwacht“ steht darauf. Der gebürtige Algerier lässt eine Kamera alles beobachten, was sich um sein Fahrzeug herum abspielt. Jahrelang nämlich zerkratzten Unbekannte jedes Auto, das er sich kaufte.

      „Jedes Mal Kratzer drin, und das sind nicht sehr leichte Kratzer. Die sind richtig massiv, tief und riesig. Und alle Autoteile – die Türen, Kofferraum – müssen wir lackieren. Lackiert: 1000 Euro. Und dann hab‘ ich gesagt, vielleicht hört das auf. Aber es hat nicht aufgehört, es ging weiter, und immer wieder.“

      Ahmed Tihar, der 1992 aus Algerien nach Thüringen kam, erzählt, seitdem er die Videokamera installiert habe, habe niemand mehr den Wagen beschädigt. Der hoch gewachsene, schlanke Mann mit dem dunklen Teint vermutet die möglichen Täter in der Nachbarschaft des Wohnblocks, wo er mit seiner Frau und seinen drei Söhnen lebt. Und der studierte Mathematiklehrer vermutet fremdenfeindliche Motive hinter den Sachbeschädigungen. Während eines Spaziergangs durch die Mühlhäuser Innenstadt erzählt Tihar, Rassismus im Alltag begegne ihm häufig.

      „Also das merkt man auch am Verhalten der Leute, wenn man irgendwo reingeht, man merkt die Ablehnung schon. Ich habe mal zum Beispiel bei der Bäckerei … wenn man Brötchen holt, dann passiert das auch. Sie warten, und sie warten, und die bedient alle Gäste, und sie stehen, und sie stehen, und sie stehen und sie werden einfach ignoriert.“

      „Ja, leider hat, glaube ich, fast jeder, der nicht weiß ist, in Thüringen schon negative Erfahrungen gemacht. Wenn nicht, dann sind das ganz große Ausnahmen.“

      Das sagt Christina Büttner, die in den vergangenen Monaten vor den NSU-Untersuchungsausschüssen in Erfurt und Berlin als Sachverständige berichtet hat, weil sie genau weiß, welchen Anfeindungen Menschen wie Achmed Tihar beinahe täglich ausgesetzt sind. Büttner arbeitet für die Opferberatungsstelle EZRA in Neudietendorf bei Erfurt. Die Mittvierzigerin macht fast immer ein freundliches Gesicht – trotz der Tristesse ihres Jobs.

      „Ausgrenzungserfahrungen, Beleidigungen, bis hin zu tätlichen Angriffen sind wahrscheinlicher für Menschen, die nicht weiß sind, als für Menschen, die weiß sind.“

      An der Wand hinter Christina Büttners Schreibtisch hängt ein großes Schaubild. Dort sind sorgfältig mit schwarzem Filzstift die Orte aufgelistet, wo zuletzt Übergriffe stattfanden. Mühlhausen, Arnstadt, Greiz, Erfurt, Saalfeld, Ronneburg und noch viele Orte mehr. Christina Büttner wird nachdenklich, als sie sagt, dass die Täter häufig nicht aussehen wie Vollzeit-Neonazis,

      „… sondern Menschen sind, die wir in der Nachbarschaft auch kennen, und denen wir das wahrscheinlich ganz oft gar nicht zutrauen würden. Also nicht ne besondere Gruppe von Menschen, aber schon Menschen, die der Meinung sind, dass Deutschland den Deutschen gehört, und dass jemand, der eine andere Sprache spricht, oder vielleicht ein bisschen anders aussieht, hier nicht hergehört.“

      Ortswechsel: In der Universität Bielefeld, einem riesigen grauen Zweckbau aus den 70er-Jahren. Waschbeton. Brüchige Fußbodenplatten. Graffitis zahlreicher Studenten-Generationen. Hier, am Institut für Konflikt- und Gewaltforschung, wird ermittelt, was die Deutschen über Minderheiten in der Gesellschaft denken. Seit mehr als zehn Jahren erheben die Forscher hierbei hohe Werte für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. So stimmen etwa dem Satz „Es leben zu viele Ausländer in Deutschland“ 49 Prozent der Westdeutschen und 62 Prozent der Ostdeutschen zu. Tendenz steigend. In seinem kleinen Büro auf dem Campus sammelt Institutsdirektor Andreas Zick dafür Umfragedaten. Zick weiß, wie es in den Gehirnen der Deutschen tickt, wenn es um ethnische, religiöse und soziale Minderheiten geht:

      „Wir haben in den letzten drei Jahren in unseren Studien beobachten können, dass Fremdenfeindlichkeit, Rassismus auch die Islamfeindlichkeit angestiegen sind, sie sind nur nicht in jeder Gruppe der Gesellschaft angestiegen, sondern insbesondere in der Gruppe derjenigen, die über die höchsten Einkommen unter unseren Befragten verfügen. Und auf diese Gruppe ist der Anstieg zurückzuführen.“

      Auf eine Gruppe also mit einem Nettoeinkommen von mehr als 2700 Euro im Monat. Konfliktforscher Zick erklärt den Anstieg der rassistischen Einstellungen in dieser Einkommensschicht mit dem Begriff der sogenannten rabiaten Bürgerlichkeit.

      „Weil die bürgerlichen Gruppen jene sind, die sich am allerstärksten von Krisen bedroht sehen. Wenn man nichts mehr hat, dann ist eine ökonomische Krise manchmal weniger bedrohlich. Dann beschäftigt man sich auch nicht mit der Ausgrenzung der anderen, sondern dann weiß man den Wert von Solidarität zu schätzen. Was aber wenn ich viel habe und meine, von dem vielen wird mir etwas genommen? Ist dann nicht das Bedrohungserleben viel größer? Und dann fang ich an, rabiat mit Gruppen umzugehen.“

      Der Startschuss für diese Entwicklung sei die Pleite der Bank Lehman Brothers im Jahr 2008 gewesen, sagt Zick. Doch auch für die einkommensschwächeren Gruppen in der Gesellschaft gab es im vergangenen Jahrzehnt ein scheinbar alarmierendes Ereignis: Die Einführung von Hartz IV im Jahr 2005. Auch damals stieg die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland – Zuwanderer wurden vermehrt als Konkurrenten wahrgenommen, nicht nur auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt. Konkurrenzbasierte Ausländerfeindlichkeit, heißt das im Soziologendeutsch.

      Wieder zurück in der Mühlhäuser Innenstadt. Ahmed Tihar steht jetzt vor einer Eisdiele mit roten Sonnenschirmen. Vor zwei Jahren wollte er hier einkehren nach einer Fahrradtour mit seinen Söhnen. Es ist eine der malerischsten Ecken der Kleinstadt. Das Kopfsteinpflaster der Fußgängerzone ist so hübsch gepflegt wie die fein herausgeputzten historischen Bürger- und Fachwerkhäuser. Aus einem der Fenster hängt eine rosa Bettdecke. Friedliches Mühlhausen. Ahmed Tihar aber kommt nicht gerne hierher. Noch heute schaudert es ihn, wenn er an sein Erlebnis von vor zwei Jahren denkt. Als er in die Bankfiliale neben der Eisdiele ging, um Geld abzuheben, wurde er plötzlich von einem jungen Mann bedrängt und beleidigt.

      „Und in dem Moment war für mich also die Sache ernst zu nehmen, und ich hab gesagt, ‚oh, versuche hier irgendwie rauszukommen!‘. Und da standen genau an diesem Briefkasten zwei seiner Freunde. Und die haben angefangen, mich zu schubsen, und da beim Türeingang hab ich mir echt Platz geschafft, rauszukommen. Und auf der Treppe wurde ich noch mal zweimal hingeschubst, ich bin fast hingefallen.“

      Draußen vor der Bank stellten sich Tihar dann fünf weitere mutmaßliche Rechtsextremisten in den Weg. Verängstigt beobachteten seine Söhne die Szene. Passanten kamen nicht zu Hilfe. Tihar gelang es schließlich, bei der Polizei anzurufen. Die Täter warteten so lange, bis der Streifenwagen vorfuhr. Erst dann verschwanden sie – und stahlen dabei auch noch sein Fahrrad.

      „Notruf. Polizeidirektion Leipzig.“

      Im Besprechungszimmer der Leipziger Polizeidienststelle stehen ein kleiner Globus und ein paar alte Bücher, ein Gummibaum und im Regal liegt ein Fußball ohne Luft. Als der Polizeipräsident den kargen Raum betritt, füllt er mit seinem bulligen Körper fast den gesamten Türrahmen aus. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ nennt den Leipziger Polizeichef Super-Cop und die Dresdner Neuesten Nachrichten bezeichnen ihn als Sachsens härtesten Beamten. Tatsächlich kennt sich in diesem Bundesland kaum einer so gut mit der rechtsextremen Szene aus wie Bernd Merbitz. Jahrelang leitete der heute 61-Jährige die Sonderkommission Rechtsextremismus im Freistaat. Heute arbeitet er auch als Chef des neuen landesweiten Operativen Abwehrzentrums gegen Rechtsextremismus. Bernd Merbitz lässt sich an diesem Nachmittag viel Zeit für das Interview über den Rassismus. Der Polizeipräsident beschreibt ausführlich den Zusammenhang zwischen den vielen spontanen, häufig unbeobachteten rassistischen Beleidigungen sowie Ãœbergriffen im Alltag und dem organisierten Rechtsextremismus.

      „Und dann wird ein Horrorszenario aufgebaut. Der Fremde steht vor der Tür. Er nimmt uns die Arbeitsplätze weg. Unsere Frauen sind vergewaltigt worden. Und als Pseudonym wird immer der Fremde genannt. Der ausländische Bürger, der jetzt für die rassistischen Gedanken von Rechtsextremisten herhalten muss. Und dann gibt es natürlich auch Leute, die auf diese platten Äußerungen natürlich auch hereinfallen. Es wird Hass aufgebaut.“

      Merbitz erklärt, die rassistische Ideologie sei der Kitt, das Bindemittel, das alle Bereiche des organisierten Rechtsextremismus zusammen halte. Auch wenn die verschiedenen Lager von Parteien bis Neonazi-Kameradschaften häufig untereinander zerstritten seien, in ihrer Fremdenfeindlichkeit seien sie eng miteinander verbunden. Über Alltagsrassisten ohne Parteibuch habe die Polizei allerdings weniger Erkenntnisse, gibt Merbitz zu, und verweist auf die vermutlich hohe Dunkelziffer:

      „Natürlich erfahren wir als Polizei nicht alles. Das muss man auch so klar und deutlich sagen. Ich weiß auch, dass es solche Beschimpfungen insbesondere auch in Gaststätten gibt, die von ausländischen Mitbürgern betrieben werden, dass die auch beleidigt werden. Teilweise stumpfen sie schon ab, und sagen, wir sind ja schon froh, dass keine Gewalt ausgeübt wird, wir lassen das über uns ergehen.“

      Merbitz guckt noch ein bisschen strenger als sonst, als er auf den Rassismus in den eigenen Reihen angesprochen wird. Doch der Polizeichef gibt offen zu, dass es auch innerhalb der Polizei immer wieder zu fremdenfeindlich motivierten Vorfällen kommt.

      „Wir führen jetzt in den Revieren Seminare durch, um einfach mal zu erklären, was ist denn Islam? Was ist ein Koran? Was beinhaltet denn der? Nicht alles ist Terrorismus.“

      Stichwort Islamfeindlichkeit. Polizeichef Merbitz könnte für so eine Mitarbeiterschulung den Bielefelder Konfliktforscher Andreas Zick einladen. Der vertritt die These, dass die Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington die Geburtsstunde waren für diese Art der Menschenfeindlichkeit.

      „11. September, das war das Signalereignis, was die Islamfeindlichkeit in Gang gesetzt hat. Nicht mehr die Abwertung der Ausländer geschieht, sondern die Ausländer werden zu Muslimen, und, und, und. Also wir haben eine Veränderung. Auf einmal waren es nicht mehr die Gastarbeiter, die Ausländer, die Türken, sondern auf einmal war der Islam da.“

      Den Anstieg der Islamfeindlichkeit messen die Bielefelder Forscher in allen gesellschaftlichen Gruppen, egal ob bei den Älteren oder den Jungen, bei Gering- oder Vielverdienern – im Westen so wie im Osten.

      „So, nehmen sie sich Platz. Herzlich Willkommen!“

      Zu Besuch bei Ahmed Thiar in Mühlhausen. Seine Ehefrau stammt von hier. Auch die drei Kinder sind hier geboren. Das Ehepaar engagiert sich ehrenamtlich im örtlichen Fußballclub. Die Kinder kommen gut mit in der Schule. Die Tihars selbst sehen sich als voll integriert an – trotz der vielen Rückschläge. Tihar erzählt, als er vor ein paar Jahren mit seiner Familie in den neuen Wohnblock einzog, starteten die Nachbarn eine Unterschriftenaktion gegen ihn. Das aber sei nur der Anfang gewesen.

      „Früh aufgestanden – und dann lag Müll vor der Tür. Die haben uns den Müll vor die Tür gekippt.“

      Einmal passierte es, erzählt Tihar, dass er in einem ICE-Zugrestaurant vermutlich absichtlich nicht bedient wurde. Die Deutsche Bahn habe sich deswegen bei ihm entschuldigt. Der gebürtige Algerier muss viel Zug fahren. Er arbeitet als Kindergärtner – allerdings nicht in Thüringen, sondern in Hessen. Dort erlebe er auch Alltagsrassismus, meint Tihar, allerdings seltener als in Ostdeutschland.

      „Bei mir ist es so, wenn ich jetzt hier in Ostdeutschland fahre und vereise, oder hier leb ich, dann merk ich das und spür ich, dass das hier tatsächlich mehr ist. Also die Leute sind hier gegenüber Fremden, mir so, … das Verhalten … Ablehnung. Das spürt man.“

      Fakt ist: Laut mehrerer Studien finden sich in Ostdeutschland mehr Menschen mit fremdenfeindlichen Einstellungen in den Köpfen als im Westen. Und dass die Polizei im Osten schon immer mehr rassistische Straftaten von organisierten Rechtsextremisten zählt als in den alten Bundesländern ist hinlänglich bekannt. Was aber ist mit den fremdenfeindlichen Beleidigungen und Angriffen von nicht- organisierten Alltagsrassisten? Gibt es hier Ost-West-Unterschiede? Ahmed Tihar erzählt von einem Vater in Hessen, dessen Sohn er in seiner Kindergartengruppe betreute.

      „Und dieser Mann, der gibt mir nicht die Hand. Lässt mich einfach stehen, ignoriert mich, läuft vorbei. Dann hat er verlangt, dass der Junge tatsächlich von meinem Kreis rauskommt.“

      Auch beim Besuch in der Uni Bielefeld stand die Frage groß im Raum, ob – abgesehen von den bekennenden Rechtsextremisten – Rassismus häufiger in Ost- oder in Westdeutschland ausgelebt wird? Für Konfliktforscher Andreas Zick stellt dies eine komplizierte Frage dar. Zick sagt mit Blick auf die fünf neuen Bundesländer:

      „Es gibt die eine These, die sagt, ja es wird mehr ausagiert. Die Einstellung führt automatischer zu einem Verhalten. Warum ist das so? Weil Normen fehlen, weil Widerstand gegen das Verhalten fehlt. Leb ich in einer Umwelt, wo ich Kontrolle von außen hab, wo jemand sagt, nein, das ist hier normativ nicht erwünscht, wir wollen das hier nicht, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Einstellungen zu Verhalten führen.“

      Tatsächlich erfahren Rassisten in Ostdeutschland weniger gesellschaftliche Gegenwehr. Außerdem meint Andreas Zick:

      „Vielleicht aber vertun wir uns im Westen. Also derzeit beobachten wir ja in einigen Regionen – Pfalz, Ruhrgebiet und, und, und -, dass dort dramatischer Alltagsrassismus stattfindet.“

      Die Frage, in welchem Landesteil es häufiger zu fremdenfeindlichen Attacken seitens scheinbar normaler Bürger kommt, bleibt vorläufig offen. Verlässliche statistische Daten gibt es nicht. Vielmehr liefern Studien wie etwa von der Agency of fundamental human rights in Wien keine Hinweise auf einen Ost-West-Unterschied.

      Im Haus des Buches in Leipzig. Eine Filmpremiere. Die DDR-Bürgerrechtlerin und Publizistin Freya Klier zeigt ihre Dokumentation über die brutale Niederschlagung des Volksaufstands in der DDR am 17. Juni 1953. Diktaturen sind Freya Kliers Lebensthema. Und bereits seit mehr als 30 Jahren beschäftigt sich die Berlinerin auch mit Rassismus in der DDR und in den fünf neuen Bundesländern heute. Kliers zentrale These dabei lautet: Die Politik der herrschenden Sozialisten war der Dünger für Ressentiments gegenüber allem, was von der Norm abwich. Freya Klier:

      „Das kann eine Haarfarbe sein, das kann Kleidung sein, das können Menschen sein, die behindert sind. Es gab in der DDR nicht eine einzige Schräge für einen Behinderten, damit der mal in nen Laden kommt. Behinderte wurden weggeschlossen. Das ist auch so was. Es ist einfach nicht bearbeitet worden oder verarbeitet worden, was im Dritten Reich mit Menschen passiert ist, die von der Norm abwichen und auch vorher ja schon. Das sind ja schon seit der Kaiserzeit bestimmte Verhaltensmuster, die sich dann irgendwo weiter gespült haben.“

      Diese These von der verspäteten Nation, von der späten Emanzipation der Deutschen als Untertanen, von der Obrigkeit ist einer der zentralen Bausteine in Kliers Theorie.

      „Das wirkt bis heute überhaupt. Also in Diktaturen die Verhaltensmuster, die Menschen einfach antrainiert haben. Es war ja vom Ordnungsprinzip auch relativ ähnlich zur russischen Diktatur, aber auch zu der, die vorher war, mit diesem ganzen Pionierzeug und Uniform und Wimpel und alles durchorganisiert. Individuum war ein Begriff, der nach dem Mauerbau gestrichen wurde aus dem offiziellen Sprachschatz.“

      „Ich bitte jetzt Sie, Frau Klier, Herrn Ministerpräsident, Herr Tillich auf die Bühne. Dazu auch noch … “

      Der Ministerpräsident von Sachsen ist auch gekommen zur Filmpremiere nach Leipzig. Stanislaw Tillich hat reichlich Erfahrung mit dem Thema Diskriminierung von Minderheiten in Sachsen.

      „Wir haben ja in Sachsen die NPD im Sächsischen Landtag. Und diese Partei ist ja nun zutiefst rassistisch und auch ausländerfeindlich. Aber gleichwohl will ich deutlich sagen, das gibt es natürlich auch am Stammtisch. Wir müssen aufpassen, dass es nicht so eine Art Alltagsdiskriminierung gibt.“

      Der Ministerpräsident zögert ein bisschen, als er nach den Ursachen für menschfeindliche Einstellungen in den Köpfen der Deutschen gefragt wird. Stanislaw Tillich verweist auf die Leistungsgesellschaft:

      „Wenn sie mal an kleine Kinder denken, wenn da einer nicht im Sport ganz gut mitkommt, da wird er von den Schulkameraden gelegentlich gehänselt. Im Erwachsenenleben ist das dann das Vorurteil gegenüber jemandem, der ein körperliches Versehen hat, der eine politisch andere Anschauung hat, vielleicht einer Religion angehört.“

      Lehrerin: „Hallo!“

      Tihar: „Ist er fertig?“

      Lehrerin: „Er weiß eigentlich Bescheid. Er ist fertig.“

      Tihar: „Janis! Komm!“

      Ein letztes Mal an der Seite von Achmed Tihar in seinem Mühlhäuser Alltag. Jetzt holt er einen seiner Söhne aus der Schule ab.

      Tihar:“So, wo sind deine Sachen?“

      Sohn: „Drüben“

      Thihar: „Ach so, Tschüss!“

      Lehrerin: „Tschüss!“

      Tihar erzählt, jetzt auf dem Gymnasium habe sein Sohn keine Probleme mehr mit fremdenfeindlichen Anfeindungen – doch noch vor drei Jahren auf der Grundschule sei das anders gewesen. Dort sei der Kleine häufig rassistisch beleidigt und auch angegriffen worden.

      „Und da ist auch, wenn es irgendwo die Kinder trifft, dann bin ich sehr schwach. Dann ist es vorbei bei mir. Weil ich möchte nicht die Probleme, die ich vielleicht gelebt oder erleben musste … dass genau die Situationen meine Kinder zu erleben haben. Das möchte ich einfach nicht und dafür kämpfe ich auch.“

      http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/2175930/

      Dradio werden Sie doch wohl Glauben schenken, oder auch nicht?

      • Konfliktforscher Andreas Zick hat Recht:

        “Es gibt die eine These, die sagt, ja es wird mehr ausagiert. Die Einstellung führt automatischer zu einem Verhalten. Warum ist das so? Weil Normen fehlen, weil Widerstand gegen das Verhalten fehlt. >>Leb ich in einer Umwelt, wo ich Kontrolle von außen hab, wo jemand sagt, nein, das ist hier normativ nicht erwünscht, wir wollen das hier nicht, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Einstellungen zu Verhalten führen.” << Zitat Ende

        Vor wenigen Jahren sah ich eine Dokumentation, wonach es in der DDR viele ausländische Arbeitskräfte gab, von Kubanern über Vietnamesen, Afrikaner bis Südamerikaner, die sich in diesem Film absolut respektierten und (scheinbar?) friedlich auskamen.

        Siehe Andreas Zick und wird durch Freya Klier’s Thesen von der verspäteten Emanzipation eines Teils der DDR Bevölkerung unterlegt.
        Aber es gilt die Wahrheit, nicht alle waren Mörder! Nicht alle sind Rassisten.

  7. …nicht nur ein massiv rassistisches, sondern auch ein beschämend antisemitisches Land und zwar durch alle Schichten der deutschen Gesellschaft hindurch…

    „…Wissenschaftler warnen, dass die Zustimmung zu modernen Formen des Antisemitismus ausgesprochen hoch ist. 2006 stimmten 41,5 Prozent der Aussage zu: „Viele Juden versuchen aus der Vergangenheit des Dritten Reiches heute ihren Vorteil zu ziehen.“ Fast 62 Prozent der Befragten kritisierten, „dass den Deutschen auch heute noch die Verbrechen an den Juden vorgehalten werden“. Die Studie wies aber auch nach, dass Personen, die antisemitischen Aussagen zustimmen, auch dazu neigen, Muslime, Frauen, homosexuelle, behinderte und obdachlose Menschen sowie Zuwanderer abzuwerten. Antisemitismus ist unter den älteren und weniger gut qualifizierte Menschen besonders stark verbreitet. Ãœber alle Bevölkerungsgruppen hinweg haben sich die antisemitischen Einstellungen von Ost- und Westdeutschen mittlerweile weitgehend angenähert. (vgl. Andreas Zick und Beate Küpper: Das traditionelle Vorurteil und seine Transformationen, 2007)

    Antisemitismus ist also leider keine Randerscheinung, sondern betrifft alle gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen. Er wird – aufgrund der öffentlichen Tabuisierung – oft unterschwellig und im privaten Raum, beispielsweise von den Eltern zu den Kindern oder unter Freunden, weitergegeben. Zunehmend nimmer er Muster des traditionellen Antisemitismus auf…“

    http://www.stiftung-evz.de/handlungsfelder/auseinandersetzung-mit-der-geschichte/dossier-antisemitismus/hintergrund-antisemitismus-in-deutschland.html

    Das sind die Tatsachen, mögen sie uns gefallen oder nicht.

    • „Nach dem Tod eines Demonstranten in dem Badeort Hurghada sagte Brähmig in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ „nun scheint die Gewalt auch in den Urlaubsregionen am Roten Meer angekommen zu sein“. Wer die Berichte in den Medien verfolge, gehe in der Situation sicherlich nicht ins Reisebüro und buche Ägypten.

      Brähmig hatte sich bereits kurz nach der Absetzung des ägyptischen Staatspräsidenten Mohammed Mursi Anfang Juli öffentlich Sorgen über die Sicherheit deutscher Touristen in dem Land am Nil gemacht. Damit hatte er sich den Zorn der Reisebranche zugezogen, die ihm Panikmache vorwarf.

      http://www.tourexpi.com/de-eg/news.html~nid=78927

      „Der Vorsitzende des Tourismusverbandes, der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig, sagte der Berliner Zeitung: „In Sachsen wird lückenlos aufgeklärt und nichts unter den Teppich gekehrt.“ Der Vorfall könne der Sächsischen Schweiz wieder einen erheblichen Imageschaden zufügen. Und das in einer Zeit, in der als Folge des Hochwassers die Besucherzahlen um 30 Prozent zurückgegangen seien. Es passe dem Verband jedenfalls nicht ins Konzept, so Brähmig, „dass hier Leute ihren Unmut an Menschen auslassen“ und „in einer Bierlaune“ rechtsradikale Parolen riefen. Zugleich beklagte er eine Kampagne der Medien, die für Taten Einzelner die Region in Haftung nähmen.“

      http://www.berliner-zeitung.de/politik/rechtsextremismus-bad-schandau-fuerchtet-um-seinen-ruf,10808018,24350924.html

      Life is life!

      • Zitat:
        …Antisemitismus wird auf den ersten Blick vor allem rechtsextremen Kreisen zugeschrieben, die generell als fremdenfeindlich bekannt sind und in der nationalsozialistischen Tradition gesehen werden. Die Feindschaft gegenüber Juden wird mit Stereotypen und Verschwörungstheorien begründet. Die Juden würden Politik, Wirtschaft und die Medien der Welt dirigieren, lautet eines der Erklärungsmuster. Darüber hinaus wird in diesen Kreisen der Holocaust bagatellisiert und das Existenzrecht Israels angezweifelt. Es handelt sich hierbei um pauschale Vorurteile, die nichts mit konkreten Handlungen von Juden zu tun haben, sondern auf negativen Vorstellungen und Phantasien beruhen.

        Aus derart unsinnigen Motiven werden jedes Jahr in Deutschland tätliche Angriffen auf jüdische Einrichtungen verübt, Menschen mit Gewalt bedroht und verbal verletzt. Auch wenn diese Positionen in ihrer radikalen Form von der Mehrheit der Bevölkerung geächtet werden, stellen sie eine grundsätzliche Bedrohung eben nicht nur für die Juden, sondern für die Menschlichkeit und Toleranz unserer gesamten Gesellschaft dar. Daher ist es eine wichtige Herausforderung bei der Bekämpfung von Antisemitismus, sich mit rechtsextremen Gruppen und Parteien auseinander zu setzen.

        Mit Sorge beobachten Experten, dass judenfeindliche Argumentationen zunehmend von den rechten Rändern in die Mitte der Gesellschaft diffundieren, wie etwa Zuschreibungen angeblich typischer jüdischer Eigenschaften. Bestimmte antisemitische Ressentiments gelten inzwischen in Gesellschaftskreisen als akzeptabel, in denen sie noch vor einigen Jahren abgelehnt wurden.

        Der so genannte sekundäre Antisemitismus in Deutschland hat seinen Ausgangspunkt in dem Wunsch, sich nicht länger mit dem Nationalsozialismus, der Geschichte der Opfer und der deutschen Täterschaft auseinander setzen zu müssen. Charakteristisch für den sekundären Antisemitismus sind Aussagen, die die Schuld der Deutschen klein zu reden versuchen, die Koordinaten von Opfern und Tätern verschieben oder Angst vor der „Rache der Juden“ schüren. Sekundärer Antisemitismus ist Ausdruck der Ambivalenz, sich einerseits schuldig zu fühlen und andererseits die Schuld verlagern, von sich weisen zu wollen. Das Muster kann zu einer neuen Aggression gegenüber der Opfern führen.
        http://www.stiftung-evz.de/handlungsfelder/auseinandersetzung-mit-der-geschichte/dossier-antisemitismus/hintergrund-antisemitismus-in-deutschland.html

        Life is life!

  8. Deutschland ist nun mal ein massiv rassistisches Land. Man kann diese Tatsache unterdrücken wollen, kann sie tabuisieren, oder kann sich so wie Rösler verhalten, indem man Diskussionen abblockt. Aber es hilft alles nichts. Den Rassismus machen nicht nur Studien sondern auch Politikerzitate immer wieder fest:

    Zitat:
    Sogar mehr als 30 Prozent der Bevölkerung stimmen laut Studie der Einschätzung zu: „Ausländer kommen, um den Sozialstaat auszunutzen.“ Eine ebenso großer Anteil meint, bei knappen Arbeitsplätzen „sollte man Ausländer wieder in ihre Heimat schicken“, und durch „die vielen Ausländer“ werde Deutschland „in einem gefährlichen Maß überfremdet“.

    Die Feindseligkeit gegenüber dem Islam ist der Studien zufolge besonders ausgeprägt. Der Aussage „Für Muslime in Deutschland sollte die Religionsausübung erheblich eingeschränkt werden“ schließen sich 58,4 Prozent der Bevölkerung an – in Ostdeutschland sogar 75,7 Prozent.

    Gut jeder Vierte wünscht sich laut der Umfrage eine „starke Partei“, die die „Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert“. Mehr als jeder Zehnte sehnt sich nach einem „Führer“, der „Deutschland zum Wohle aller mit harter Hand regiert“ und hält eine Diktatur für „die bessere Staatsform“.

    Laut Verfassungsschutzbericht existieren im Internet rund 1000 von Deutschen betriebene rechtsextremistische Internetseiten. Diese werden insbesondere für Ankündigungen zu Demonstrationen und Kampagnen sowie Diskussionen genutzt.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article10264372/Jeder-zehnte-Deutsche-sehnt-sich-nach-einem-Fuehrer.html

    Bzw.

    Zitat:
    Junge Türken wünschen sich Kontakt zu Deutschen, dagegen sind Türken bei deutschen Jugendlichen einer Umfrage zufolge eher unbeliebt.

    Laut der Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen ( hier ), aus der die „Süddeutsche Zeitung“ ( hier ) zitiert, gaben 40,9 Prozent der Türken an, sie fänden deutsche Nachbarn „sehr angenehm“. Umgekehrt sagten dies nur 9,2 Prozent der Deutschen über Türken in der Nachbarschaft.

    „Die Türken wünschen sich mehr Kontakt zu den Deutschen, aber die Deutschen zeigen ihnen die kalte Schulter“, sagte Christian Pfeiffer, der Leiter des Forschungsinstituts, der „Süddeutschen Zeitung“. Pfeiffer geht davon aus, dass auch schlechte Erfahrungen deutscher Jugendlicher mit türkischen Altersgenossen zu diesem Ergebnis beigetragen haben. „Es gibt eine Macho-Kultur, die hier Probleme macht“, sagte er.

    16,3 Prozent der Türken sagten, sie fänden deutsche Nachbarn „angenehm“. 9 Prozent lehnten deutsche Nachbarn ab. Hingegen mögen mehr als 38 Prozent der Deutschen keine türkischen Nachbarn. 23,8 Prozent sagten, sie fänden sie „sehr unangenehm“, 14,3 Prozent „unangenehm“. Damit rangieren Türken der Erhebung zufolge auf dem letzten Rang der Beliebtheitsskala junger Deutscher – hinter Schweden, Italienern, Schwarzafrikanern, Juden und Osteuropäern.

    Der aus den Wahlen vom 15.9.2013 siegreich hervorgegangene Horst Seehofer (CSU) meint dazu:
    „Es ist doch klar, dass sich Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen wie aus der Türkei und arabischen Ländern insgesamt schwerer tun. Daraus ziehe ich auf jeden Fall den Schluss, dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen.“

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article10236160/Junge-Deutsche-wollen-nicht-neben-Tuerken-wohnen.html

    Deutschland ist nicht wirklich schön, nur scheinbar (schön).

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