Zentralrat legt Grundlage für künftige Jüdische Akademie

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Mit Beginn des neuen Jahres startet der Zentralrat der Juden in Deutschland eine neue Bildungsabteilung, die die Grundlage für eine Jüdische Akademie bilden wird…

Das aktuelle Jahresprogramm bietet diverse kulturelle Veranstaltungen sowie Seminarreihen für alle Mitglieder der jüdischen Gemeinden und jüdischen Organisationen. Im Mittelpunkt stehen dabei Vorträge und Seminare zu Themen der jüdischen Vielfalt und Identität sowie zum  Verhältnis zu Israel und zum heutigen Umgang mit der Shoa. Zudem bietet der Zentralrat in diesem Rahmen sein erstes Leadership-Programm für junge jüdische Nachwuchskräfte an. Die Vorbereitungen für das neue Programm der Bildungsabteilung laufen seit September vergangenen Jahres unter Federführung des Wissenschaftlichen Direktors der Bildungsabteilung, Professor Dr. Doron Kiesel, und der Abteilungsleiterin Sabena Donath.

Die Seminare werden sowohl in den neuen Räumen der Bildungsabteilung in der Johannisstr. 5-6, Berlin-Mitte, als auch direkt in den Gemeinden oder Organisationen stattfinden. Bei der Auftaktveranstaltung am 31. Januar 2013 soll über die Grundlagen und Anforderungen einer zukünftigen jüdischen Akademie in der Bundesrepublik diskutiert werden.

„Ich bin sehr glücklich, dass wir jetzt die neue Bildungsoffensive des Zentralrats starten“, erklärte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann. „Ich möchte den Zentralrat als das jüdische Kompetenzzentrum in Deutschland positionieren. Wir wollen mehr Bildung und Wissen vermitteln. Das ist mir ein Herzensanliegen.“

Professor Dr. Doron Kiesel wurde 1949 in Israel geboren und ist in Deutschland aufgewachsen. Er studierte Sozial- und Erziehungswissenschaften in Jerusalem, Frankfurt und Heidelberg. Seit 1998 ist er Professor für interkulturelle und internationale Pädagogik an der Fachhochschule Erfurt und hat zu Fragen der Migration und Integration geforscht und zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt.

Sabena Donath, 1971 in Kapstadt geboren, ist Diplompädagogin und war bisher als freie Kommunikations- und Konflikttrainerin tätig. Sie studierte Erziehungswissenschaften, Psychologie sowie Sonder- und Heilpädagogik und Soziologie. Sie ist Dozentin und Beraterin für Personal- und Organisationsentwicklung, Leadership, Konfliktmanagement und Interkulturelle Kompetenz in Frankfurt am Main.

PM, Zentralrat der Juden in Deutschland, Frankfurt/Berlin, 24. Januar 2013/13. Schwat 5773

15 Kommentare

  1. Gerne darf zur Verifikation meiner Person und meines Standpunktes auf meine Veröffentlichungen verwiesen werden. Ich bin Religionswissenschaftlerin und Tierethikerin, und ohne jetzt im Detail auf die Meriten oder Defizite gegenüber dem Tier im Rahmen der Geschichte des Judentums einzugehen, wäre von einer Jüdischen Akademie ebenso wie von den bestehenden kirchlichen Akademien zu fordern, dass sie gewillt ist, jedem Thema, auch diesem, offen gegenüber zu treten. Bei genauerer Untersuchung könnte man womöglich erstaunliche Entdeckungen machen, z.B. das ursprüngliche Tora-Gebot, sich vegetarisch zu ernähren.

  2. Wo bleibt der Aufschrei des Zentralrats?

    Heute kommt der Ägyptische Präsident Mursi nach Berlin und wird (mit allen Ehren) von der Deutschen Regierung empfangen.
    Wo bleibt ein Aufschrei, z.B. vom Zentralrat der Juden?
    Dieser Mann hat Juden als „Nachkommen von Affen und Schweinen“ bezeichnet und käme deswegen in Deutschland vor Gericht, warum schweigt die Öffentlichkeit jetzt?

  3. haGalil zugeneigt sein heißt, auch, sympathische Menschen dort kennenlernen. So wie dich, liebe Miriam.

  4. Hallo lieber Efem,

    also ich habe mich nicht wegen Anfeindungen aus den alten Foren zurueckgezogen 🙂 Nein, sondern weil mir die Gesellschaft in den alten Foren ganz und gar nicht mehr gefallen hat. Ich hatte keine Freude mehr zu diskutieren.

    An Amal erinnere ich mich auch noch gut (und im Guten:-) Euch beiden liebe Gruesse!
    von Miriam T.

  5. Erinnert mich an die Kopftuchdebatte und das Minarettverbot.

    efem, deine Beiträge zeichnen sich einfach durch menschliche Intelligenz und einen breiten Horizont aus, selbst wenn du zornig bist. Das musste mal gesagt werden 😉

    • Amal, das ist richtig nett von Dir. Gebe ich gerne zurück: was ich von dir las, fand immer meine volle Zustimmung.

      Kari, eine in der BRD lebende Ägypterin mit einem deutschen Elternteil, zog sich wegen Anfeindungen aus den „alten Foren“ zurück, ebenso Miriam, die einen marokkanischen Vater hat… jetzt bist du hier. Fein. Bitte bleiben!

      Völlig off topic, passt aber von wegen breiter Horizont – da habe ich nämlich was für Leute, die sich „für G“tt und die Welt“ interessieren: http://medien.wdr.de/m/1359453543/radio/neugier_feature/wdr5_neugier_genuegt_das_feature_20130129_1200.mp3. Kam heute früh im WDR5. Nur zur nicht zu kommentierenden Kenntnisnahme und keinesfalls zum Diskutieren.

  6. https://vebu.de/lifestyle/rezensionen/sachbuecher/1264-hanna-rheinz-zwischen-streichelzoo-und-schlachthof

    Namen der Rezensentin beachten. Hier gehts weiter: http://test.hagalil.com/2010/09/30/schaechten/

    http://neofelis-verlag.de/autorinnen/autorinnen-t-w/arabella-unger/

    Es ist traurig, wenn an sich durchaus beachtenswerte Überlegungen zur Einstellung zu und zum Umgang des Menschen mit Tieren unvermittelt und absolut einseitig mit scheinbar unverfänglich harmlosem, in Wirklichkeit offensichtlich voll aggressivem Herummeckern (um es sanft zu sagen) an Jüdischem Selbstverständnis verbunden werden. In einem einzigen Satz; Kompliment?

    Kaum ist die sog „Beschneidungsdebatte“ einigermaßen zur Ruhe gekommen, fällt Leuten schon wieder anderes ein. Das Nächste wird dann wohl der Schabbat sein. Oder der Synagogenbau. Oder, selbstverständlich, das Dauerthema par excellence, Israel.

    Kann als fast-Veganer garnicht so viel Grünkohl fressen, wie ich …

  7. Es wäre zu hoffen, dass die Bildungsarbeit auch die Zeitgemäßheit der Regeln des Tierverzehrs und der Tierschlachtung innerhalb des Judentums kritisch in den Blick nimmt.

    • Diese Einstellung halte ich auch unbedingt für erforderlich. Wenn schon versucht wird, eine Jüdische Akademie zu gründen, sollten dringend einige Vorgaben gemacht werden. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder einfach macht was er will.
      So mal als Austernschlürfende Ente.
      (Wobei mir bei den „Regeln des Tierverzehrs“ natürlich durchaus klar ist, daß eine eventuell regelgerechte, zeitgemäße, vorhandene Schweinemastanlage dadurch auch nicht unbedingt kritisch in den Blick genommen wird, aber, völlig recht gebend, man könnte sich damit beschäftigen, wer sollte dies auch sonst lösen.)

    • Arabella, was ist Ihnen denn an dem Anhalten zu sehr bewussten Fleischverzehr, dem Verbot von unnötiger Grausamkeit gegenüber Tieren, der strengen Reglementierung von Schlachtumständen und der genauen Ãœberwachung von Instrumenten und Durchführung so zuwider? Ich erlebe es selten, dass sich eine Fürsprecherin der modernen Massentierhalten so öffentlich „outet“…

      Ganz nebenbei verschließt sich mir der Zusammenhang Ihres Kommentars und des Artikels.

    • „Austernschlürfende Ente“.

      Hm. Wie machen Enten das? Jedenfalls sind sie für gewöhnlich nicht als Austernfreunde – http://de.wikipedia.org/wiki/Austern#Feinde – bekannt. Aber wenn es doch aberratische Enten gibt, die sich trotz ihres zur Schalenknackerei völlig ungeeigneten Schnabels da einreihen, sollten sie vorsichtig sein: „Austern werden ganz überwiegend in Aquakulturen gezüchtet“ (Wikipedia). Besonders in Fernost, aber auch in Europa. Wenn über diesen Zuchtfarmen, noch dazu in Salzwasser, was eine normale Ente für gewöhnlich verabscheut wie der Teufel das Weihwasser, Entenähnliches herumpaddelt, findet es sich garantiert am Abend, schnabellos, auf einem Teller als leckerer, verführerisch duftender – Hmm!, knusprig gebratener Entenrücken wieder.

      Der ist, im Gegensatz zu den Austerntieren, kosher. Womit wir bei der Aufforderung von A.U. (Aua!) wären. Es ist klarzustellen, dass ein Institut wie das Angedachte vor Allem sich der „Zeitgemäßheit der Regeln des Tierverzehrs und der Tierschlachtung“ annimmt. Also beispielsweise festlegt, dass eine Entenkeule nicht proletenhaft in die Hände genommen und abgeknabbert wird wie ein Maiskolben und dass der Lieferantin dieses nahrhaften Gerichtes erst mit einem Bolzenschussgerät die Besinnung genommen wird, anstatt dass, wie in Schlachterein für Federvieh weltweit üblich, die Tiere trotz Protest an eben jenen Beinen an einem umlaufenden Band eingeklinkt werden und ihnen bei lebendigem Leibe der herabbaumelnde Kopf mit einem rotierenden Sägeblatt abgesäbelt wird, unabhängig davon, welcher Religion die EigentümerInnen und ArbeiterInnen dieser Art der Tierschlachtung angehören. Ja und dann muss erörtert werden, wie Sus scrofa domestica, das gewöhnliche
      Hausschwein, in jüdischen Metzgereien zu schlachten sei. Nicht mehr, wie üblich, mitten in der Nacht, damit niemand das mitbekommt? Gibts da nicht, reingefallen, ätsch. Aber das muss sich ändern und es ist am Tag, in aller Öffentlichkeit durchzuführen. Jawoll! Genau wie Austernschlürfen bei Juden Sitte zu werden hat. Es muss endlich mal Schluss sein – jenau, sajen wa doch schon immer! nee, das meine ich jetzt nicht – Schluss mit all diesen und anderen jüdischen Absonderlichkeiten, die nicht in unseren Kulturraum passen und bei dem sich die Juden nicht zu wundern brauchen, wenn deren Befolgung den darob entsetzten und sich zu Recht grausenden Normalbürger zum Antisemiten macht. Ham wa schon imma jesagt brabbel brabbel Juda erwache Deutschland verrecke! nee, irgendwie geht das anders, aber ist auch egal.

      Jedenfalls, Dank Dir, oh Arabella, ist jetzt hoffentlich deutlich geworden, was die vornehmste Aufgabe einer zukünftigen Jüdischen Akademie zu sein hat. Wie Brecht schon sagt: „Erst kommt das Fressen!“

      Ernsthaft: Überschneiden sich mit Einrichtung der Akademie nicht ihre angedachten Aufgabenstellungen mit denen der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, ebenfalls einer Einrichtung mit Deckung durch den ZdJ? Oder sollen beide sich ergänzen? Weiß es wer der hier Lesenden?

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