Hungerstreik gegenüber der israelischen Botschaft: Recht auf Jerusalem

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Seit dem 26. Juli 2010, also seit fünfzehn Tagen sitzt ein junger Vater in einer idyllischen Seitenstraße des Hohenzollerndamms auf einem Campingstuhl in Berlin und kämpft für seine sieben Monate alte Tochter Zaynab. Der Name kommt aus dem Arabischen und bedeutet „wohlriechende Wüstenpflanze“. Wo die kleine Zaynab eines Tages Wurzeln schlagen wird, hängt vom Wohlwollen und der Menschlichkeit der israelischen Behörden ab…

Von Bettina Gassmann

Der 38- Jährige Firas Maraghy befindet sich im Hungerstreik, den er „wenn ich gesund bleibe“ bis Anfang September 2010 durchhalten will. „Ich bin Palästinenser aus Ostjerusalem, das nach dem Krieg von 1967 durch Israel annektiert wurde. Diese Annektion hat die internationale Gemeinschaft zwar bis zum heutigen Tag nicht anerkannt, Israel entscheidet aber seither auch über das Schicksal der palästinensischen Bewohner der Stadt.“

„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren“

Ein Vater kämpft für das Recht seiner Tochter auf ihre Heimat

„Ich bin seit September 2007 in Deutschland, da meine Frau hier bis 2009 Studentin war und sich momentan auf eine Promotion an einer deutschen Universität vorbereitet. Nachdem ich meinen ersten Deutschkurs abgeschlossen hatte und im Mai 2009 nach Jerusalem fuhr um meine Papiere zu erneuern und meine Ehe eintragen zu lassen, teilte mir das dortige Innenministerium mit, ich habe jegliche Rechte als Einwohner verloren. Darum dürfe ich meine Ehe nicht eintragen lassen und in Zukunft werde auch mein Personalausweis nicht verlängert. Begründet wurde dies damit, dass ich jetzt ausserhalb des Landes lebe. Noch nicht einmal das rassistische israelische Gesetz, das besagt, Palästinenser aus Ostjerusalem sollten ihr Rückkehrrecht verlieren, wenn sie sieben Jahre im Ausland gelebt haben, sieht ein solches Verhalten nach so kurzer Zeit (ich war erst etwa eineinhalb Jahre in Deutschland) vor. Zugleich wurde mir aber ein Reisedokument ausgestellt – wohl in der Hoffnung, dass ich nicht zurückkommen werde.
Nachdem im Dezember 2009 unsere Tochter geboren wurde, gingen meine Frau und ich gemeinsam Anfang April mit unserer Tochter in die israelische Botschaft in Berlin, um sie dort eintragen und ihr ebenfalls ein israelisches Reisedokument ausstellen zu lassen. Denn wir beide sind davon überzeugt, dass unsere Tochter genau wie ich das Recht hat, in Jerusalem zu leben. Bekommt sie dieses Reisedokument nicht, kann es jederzeit passieren, dass israelische Grenzbeamte ihr am Flughafen die Einreise verwehren bzw. sie von dort ausgewiesen wird. Davor könnte sie auch ein deutscher Pass keinesfalls schützen.
In der Botschaft ließ man uns Formulare ausfüllen – nur um uns am 17. April schriftlich mitzuteilen, dass unserer Tochter kein Reisedokument ausgestellt werden könne, da ihre Mutter Deutsche sei. Daraufhin wendeten wir uns in einem Brief an den Botschafter Israels, der ebenfalls negativ beantwortet wurde.“

Firas Maraghy bekommt in diesen Tagen viel Besuch seit er zwischen den rot-weißen Absperrgittern, die vor der israelischen Botschaft in der Auguste-Viktoria-Straße in Wilmersdorf stehen, „wohnt“.
Die Polizisten, die vor der Botschaft patrouillieren haben Maraghy bereits „adoptiert“: sie kommen auf ein paar Worten vorbei, erkundigen sich nach seinem Befinden, helfen. „Offiziell dürfen wir keine Meinung haben“, sagen sie und man sieht ihnen an, wie unwohl sie sich fühlen. „Der Mann ist keine 50 m von Israel entfernt!“, sagt ein Polizist und doch trennen Israel oder Palästina und Maraghy Welten.

Acht Kilo hat Maraghy bereits abgenommen, aber er betont, dass es ihm gut geht. Vorgestern war ein Arzt in der Auguste-Viktoria-Strasse und hat den Blutdruck und den Puls gemessen. 10 Tage lang hat Maraghy seine Notdurft in Flaschen verrichtet, seit einigen Tagen wird an der Villa gegenüber gebaut und dort steht eine Dixie-Tiolette. „Die benutze ich jetzt, es hat sich noch niemand beschwert.“ Er lächelt und meint, dass Frauen bei einem Hungerstreik größere Probleme als er hätten.

Eine Dame kommt vorbei und begrüßt den ruhigen, freundlichen Maraghy herzlich. Sie hat von ihrer Frauengruppe den Auftrag bekommen, etwas nahrhaftes, vitaminreiches vorbeizubringen. Deshalb hat sie Karotten gekocht und entsaftet und packt den Saft „mit ganz wenig Salz“ in einer Milchflasche aus. Maraghy bedankt sich gerührt, aber er lehnt ab: “Ich werde nichts außer Wasser zu mir nehmen“, sagt er. „Ich wechsele zwischen Wasser mit und ohne Kohlensäure, um ein wenig den Geschmack zu verändern.“ Das mitgebrachte Dextropur lehnt er ebenfalls ab.

Vor ein paar Tagen haben Unterstützer eine Postkarte vorbeigebracht: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren“. Maraghy hat die Karte auf das Plakat mit dem Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte geklebt: mittendrauf über die Sätze „Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen. Jeder hat das Recht, jedes Land, einschliesslich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren.“

„Bert Brecht hatte Recht“, sagt er. „Ich muss es versuchen. Es ist besser als zuhause zu sitzen. Eines Tages fragt mich Zaynab vielleicht, was ich unternommen habe, und dann kann ich sagen, ich habe für deine Rechte gehungert.“ Er sagt das sehr ruhig, fast gelassen. „Natürlich weiss ich nicht, ob es ihr wichtig sein wird, aber ich muss ihr die Möglichkeit geben!“ An der Stelle reduziert sich die Politik, das rechtliche und gesetzliche Regelwerk von Staaten mit-, zu- und untereinader auf eine einfache Formel: „Meine Tochter soll die Möglichkeit haben, nach Palästina zu fahren, in Jerusalem ihre Großeltern zu besuchen, für die die Enkelin ein Jungbrunnen ist und auch wieder zurück nach Deutschland zu reisen.“

Eli kommt vorbei, sie ist Israeli und lebt seit Jahren in Berlin. „Wir haben keine Schuld, aber Verantwortung“ sagt sie zu der israelischen Vorgehensweise. „Wir haben mit unserer Auswanderung aus Israel schon gezeigt, was wir denken!“ Eli lernt gerade arabisch, die beiden entziffern gemeinsam den Titel des Buches, das Maraghy während seines Hungerstreikes liest. Sie sind Nachbarn. „Wir wohnen 40 km voneinander entfernt. Ich in Tel Aviv und Firas in Jerusalem. Ich fliege in ein paar Tagen und komme wieder nach Deutschland zurück. Er kann das nicht! Ich möchte, dass er die gleichen Rechte hat wie ich!“
Eli muss gehen, sie muss noch packen. Sie geben sich die Hand: der Palästinenser Firas sagt auf Hebräisch „Todah“. Die Israelin Eli antwortet auf Arabisch: „Schukran!“ – Danke. Manchmal ist alles ganz einfach.

Die israelische Botschaft in Berlin hat sich zur Frage, ob es denn im Sinne einer „humanitären Geste“ nicht möglich sei, den „Fall Maraghy“ zu beenden, wie folgt geäußert (Stellungnahme vom 10.8.2010):

„Herr Firas Maraghy hat sich im April 2010 an die Konsularabteilung der Botschaft mit der Bitte gewandt, seine Tochter als Einwohnerin des Staates Israel zu registrieren. Er erhielt daraufhin die Antwort, dass nach israelischer Rechtslage nur das Innenministerium in Jerusalem seine Tochter als Einwohnerin Israels registrieren könne, und zwar wiederum nur dann, wenn er nach Israel zurückkehren würde.
Es wurde Herrn Maraghy erklärt, dass seiner Tochter von der Konsularabteilung der Botschaft kein israelisches Reisedokument ausgestellt werden kann, da ein solches nur an Personen ohne eine andere oder weitere Staatsangehörigkeit ausgegeben werden kann. Da die Mutter seiner Tochter die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, kann auch seine Tochter einen deutschen Pass erhalten.
Herr Maraghy wurde zudem zu einem Gespräch mit dem Konsul und dem Gesandten in die Botschaft eingeladen, bei dem sie ihm die Sachlage erklärten. Auch der Botschafter persönlich sprach mit ihm, um ihn von dem Hungerstreik abzubringen. Wir bedauern, dass Herr Maraghy sich dennoch dazu entschieden hat, seinen Streik nahe dem Botschaftsgelände fortzusetzen“.

Das sei alles was die Botschaft im Moment sagen könne, sagte eine Sprecherin der Botschaft am Donnerstagnachmittag. Immerhin bleibt die Hoffnung, dass die Formulierung „im Moment“ eine Chance auf eine veränderte Haltung birgt.

48 Kommentare

  1. mfb
    Sie outen sich mit ihrem letzten Posting als Beckmesser (Korinthenkacker) und Verleumder.

    Weil es in der deutsch-österreichischen Volksgemeinschaft bei dem Völkermord an Juden vorauseilenden Gehorsam gab, bedeutet das noch lange nicht, dass man diese Wortwendung nur in Verbindung mit dieser Volksgemeinschaft bringen kann. Sie aber benützen folgende demagogische Methode, um mir das doch zu unterstellen: “Vorauseilendem Gehorsam” .. nazihaft .. war5 von Ihnen siche3r nicht beabsichtigt ..“

    Sie behaupten:
    ‘Deutsche Frau’ und ‘deutsche Tochter’ .. deutsch .. hat mit Ostjerusalem nichts zu tun.“

    So so Herr Beckmesser, ich hätte schreiben müssen Besitzer eines deutschen Reisepasses. Aber ein Posting ist kein Artikel. Da es für Deutsche in Israel Visumfreiheit gibt, ist es doch wichtig festzustellen, ob jemand einen deutschen Reisepass hat.

    Und ob die Familie 15o Jahre dort ist oder 10 Jahre ist nur für Anhänger der Blut und Boden Ideologie wichtig.
    Fremdenfeindliche Deutsche und Österreicher berufen sich auf die Rechte der “bodenständigen” Bevölkerung und Sie berufen sich auch darauf, wenn es um ein in Deutschland geborenes Mädchen geht, um deren hypothetischen Aufenthalt in Israel.

    Sie unterstellen mir – böswillig – ich hätte geschrieben: . ‘Sie kann doch als Touristin ihre Großeltern besuchen.”

    Das habe ich nicht getan. Mit Zitatenfälschung gehen Sie also vor, um meine Einstellung als “schäbig” qualifizieren zu können und mich als “Rassist” zu verleumden.

    Das sagt sicher mehr aus über Sie selbst als über mich.

  2. @Pfeifer,
     
    ich kritisiere einzig und allein Ihre These, Herr M. würde mit seinem Hungerstreik ausschließlich Israelbashing betreiben wollen, denn immerhin könnte er ja gegen die Weigerung der israelischen Botschaft, ihm die gewünschten Papiere auszustellen, klagen.
     
    Nun, angenommen, eine solche Klage wäre zielführend, würde dies bedeuten, dass die israelische Botschaft in Berlin, einem in Ostjerusalem gebürtigen Palästinenser gegenüber geltendes Recht zumindest beugen, und damit, vorsätzlich, israelisches Gesetz brechen würde.
     
    Dem aber ist mit Sicherheit nicht so. Die israelische Botschaft in Berlin ist, nach dem Gesetz, für das Anliegen dieses Mannes überhaupt nicht zuständig, kann ihm die gewünschten Papiere also gar nicht ausstellen.
     
    Das wogegen er sich wehrt, ist die Ungleichbehandlung seiner Person als in Ostjerusalem autochthon sesshafter Palästinenser, jüdischen Israelis gegenüber.
     
    Er kann und wird also sein Ziel, die erforderlichen Papiere von der Botschaft in Berlin ausgestellt zu bekommen nicht erreichen, weder vor Gericht, noch mit diesem Hungerstreik.
     
    Es sei denn, Außen- und Innenministerium suchen im Zuge eines „humanitären Aktes“ einen Sonderweg, und schaffen, sollten sie einen finden, damit eine Präzedenz, die sich auf den Status der gesamten palästinensischen Bevölkerung Ostjerusalems auswirken wird müssen.

  3. @mfb@ Dankenswerterweise hat Lisa über den Fall Finkelgruen geschrieben. Immerhin hat in diesem Fall ein älterer Bürger der Bundesrepublik Deutschland nach einem langen Rechtstreit gegen ein schweres Unrecht begangen von den Behörden seines eigenen Landes in seinem Land demonstriert.

    Um was ging es in diesem Fall? um das skandalöse Verhalten deutscher Behörden gegenüber einem Opfer des Nationalsozialismus
    Hagalil berichtete:
    Die Berliner Behörden haben sich gestern bereit erklärt

    die noch ausstehenden Rechnungen, die im Zusammenhang mit meiner verfolgungsbedingten Herzerkrankung entstanden waren, zu erstatten,
    das Heilverfahren für diese Erkrankung zu gewährleisten
    einen symbolischen Betrag für den entstandenen Schaden als Folge der unterlassenen notwendigen Information über alle Ansprüche nach den Heilverfahrensgesetzen und Richtlinien zu zahlen.

    Und das vergleichen Sie mit dem Fall des Herrn M. der es vorzieht im vorauseilendem Demonstrationseifer, nicht den Klageweg zu beschreiten, sondern in Berlin vor der Botschaft Israels zu demonstrieren und zwar gegen ein hypothetisches Unrecht, das seiner kleinen Tochter angeblich droht.
    “Bekommt sie dieses Reisedokument nicht, kann es jederzeit passieren, dass israelische Grenzbeamte ihr am Flughafen die Einreise verwehren bzw. sie von dort ausgewiesen wird. Davor könnte sie auch ein deutscher Pass keinesfalls schützen.”
    Herr M. will schon jetzt wissen, was „jederzeit passieren“ kann, wenn er mit seiner deutschen Frau und seiner deutscher Tochter, die sieben Monate alt ist, nach Israel fliegt.
    Was besagt dieser Vergleich, der Fall eines jüdischen Holocaustopfers, dem lange Jahre Unrecht zugefügt wurde mit der Hypothese, was passieren könnte, wenn die deutsche Frau und die deutsche Tochter des Herrn M nach Israel fliegen würde?
    Ich denke, es beweist, dass einige Deutsche bis heute Auschwitz-Birkenau nicht den Juden verzeihen können und jede an den Haaren herbeigezogene Sache für sie & Dunstkreis Grund genug ist, um gegen den Staat Israel zu demonstrieren.

    • @ Herr Pfeifer,

      ja – Lisa hzat sich angenommen. Aber wohl leider nicht mit der notwendigen Sorgfalt. Nein – es gab KEINEN langen Rechtsstreit. Es gab eine Serie von Rechtsstreits .. und ihre Wertungen „skandalöse Verhalten deutscher Behörden “ und „schweres Unrecht begangen von den Behörden“ find ich, gelinde gesagt, etwas befremdlich. Jedem, der sich mit offenen Augen und offenem Herzen der bundesrepublikanischen Wirklichkeit stellt, sind Fälle nicht fremd, die sich aufgrund ihrer .. sagen wir mal .. nicht 0815-Regelfallwirklichkeit im deutschen Paragrafengewirr verheddern.

      Herr Finkelgruen hatte da einfach keine Lust mehr drauf – auch wenn ich mich wiederhole – ich finde das ok. Macht mich das jetzt zu einem Nazi? 😛

      Zu Ihrer Aussage zu Herrn Maraghi .. ihr „vorauseilendem Demonstrationseifer“ klingt für mich irgendwie nach „Voarauseilendem Gehorsam“ .. nazihaft .. war5 von Ihnen siche3r nicht beabsichtigt .. 😛

      „Herr M. will schon jetzt wissen, was „jederzeit passieren“ kann, wenn er mit seiner deutschen Frau und seiner deutscher Tochter, die sieben Monate alt ist, nach Israel fliegt.“
      ‚Deutsche Frau‘ und ‚deutsche Tochter‘ .. deutsch .. hat mit Ostjerusalem nichts zu tun. Herr Maraghi mag ja aus Jerusalem sein .. seit 6 oder mehr Generationen. Das gibt ihm  – offensichtlich nach Sicht von Ihnen Herr Pfeifer – nicht das Recht, für seine Tochter Wohn- und Existenzrecht im und am Ort seiner Vorfahren zu fordern. ‚Sie kann doch als Touristin ihre Großeltern besuchen.“
      Herr Pfeifer – ihr Einstellung finde ich schäbig.

      Und wo wir gerade dabei sind ‚Meinung auszutauschen‘ .. „Ich denke, es beweist, dass einige Deutsche bis heute Auschwitz-Birkenau nicht den Juden verzeihen können und jede an den Haaren herbeigezogene Sache für sie & Dunstkreis Grund genug ist, um gegen den Staat Israel zu demonstrieren.“
      ICH denke, Herr Pfeifer, in meinen Augen – unrelevant – haben Sie schon allein in dieser Diskussion bewiesen, dass Sie selber ein Rassist sind. Und wenn sie agumentativ nicht weiter kommen, brüllen Sie nach Kishon einfach ‚Ben Gurion‘ .. 😉

      • @mfb
        Wenn Hr. Pfeiffer danach fragt, ob er gegen die Entscheidungen des Innenministeriums geklagt hat, gesteht er Hr. Maraghy doch wohl das Recht zu, auch für seine Tochter israelische Dokumente zu fordern. Oder?
        Nach meinem Kenntnisstand werden Behördenentscheidungen auch in Israel von Gerichten nicht nur bestätigt.
        Bisher war in den Artikeln nur von Besuchen die Rede und von späteren Optionen z.B. auf eine zweite oder alternative Staatsbürgerschaft. Es geht offenbar nicht darum, dass die Familie konkret nach Jerusalem ziehen will. Spätere Optionen aber hängen sowieso von der Situation in der Zeit ab, in der die Kleine groß genug ist, über sie nachzudenken… Und dann können Staatsbürgerschaftsfragen sowohl in in D bzw. EU als auch in Israel und dem bis dahin ja vielleicht als Staat bestehendem Pälastina ganz anders – im Idealfall für Familie Maraghy einfacher – geregelt sein…

  4. @ mfb
    Sie schreiben
    —Bei Herrn Finkelgruen sind wir nicht auf Mutmaßungen angewiesen:
    „Ich will nicht die letzten Jahre meines Lebens damit verbringen, gegen das Fehlverhalten Ihrer Behörde anzugehen.“
    Er hatte also keine Lust zum klagen. —–

    Allerdings ist der von Ihnen zitierte Teil das Ende eines Absatzes:
    Die „PrVG“ (Naziverfolgten) sind laut Statistik der Behörde (2006) ein „Produkt“ mit „Stückpreis“. Finkelgruen stellte fest, dass er kein Einzelfall sei, der dank der „Wirtschaftlichkeit bei diesem Produkt“ von der Hilfe für Geschädigte des Nazi-Regimes ausgeschlossen worden war. „Dazu gehört durchaus, Verfahren auf die lange Bank der Rechtssprechung zu schieben, wobei Alter und Krankheitsstand der Berechtigten unberücksichtigt bleiben. Ihr Ableben während des zermürbenden  Kampfes um ihre Rechte wird offenbar in Kauf genommen,“ schreibt er an den Behördenchef. „Ich habe ein Jahrzehnt meines Lebens gebraucht, um den Mörder meines Großvaters vor Gericht zu bringen. Ich will nicht die letzten Jahre meines Lebens damit verbringen, gegen das Fehlverhalten Ihrer Behörde anzugehen.“
    Der Konflikt begann 1969, der Hungerstreik war 2009 – als Herr Finkelgruen bereits ein alter Herr war und beim Tempo juristischer Verfahren nicht sicher sein konnte, deren Ende zu erleben…
    In Internet-Artikeln ist die Rede Mausefalle (mein Ausdruck) zwischen Krankenkasse und Entschädigungsamt die Rede: der eine wollte nicht zahlen, weil er die gesundheitlichen Schäden als Folge nationalsozialistischer Verfolgung sah, der andere nicht, weil er eben das bestritt. In dem Zusammenhang ist von Anwalt, Gutachten, Einsprüchen etc. die Rede.
    Klingt für mich nicht danach, dass einer „keine Lust“ hatte, den Rechtsweg zu beschreiten…

    • @Lisa,

      ich zitiere Herrn Finkelgruen.
      Der Konflikt ist nicht ein Konflikt – sondern viele Einzelne. Wenn Sie schreiben, das juristische Verfahren begann 1969 und war 2009 nicht beendet – ich interpretiere Ihr Schreiben so, auch wenn Sie dies nicht explizit so darstellen -  ist das sachlich falsch. Seit 1969 hat Herr Finkelgruen immer wieder Schwierigkeitzen mit den Verasorgungsämtern. „“

      Für den ‚aktuellen‘ Fall gilt: „Auch jetzt läuft wieder ein Verfahren, weil das Entschädigungsamt sich weigert, die Behandlungskosten für den Herzinfarkt zu tragen, den Peter Finkelgruen vor beinahe vier Jahren erlitt, weil dieser angeblich nicht mit den anerkannten verfolgungsbedingten Leiden in Zusammenhang stünde.“ Jepp – leider ist das bundesdeutsche Wirklichkeit. Behörden und Versicherungen versuchen immer wieder, sich vor Zahlungen zu drücken. Ich weis nicht, ob dies besonders Deutsch ist, Antisemitisch ist es jedenfalls in Deutschland nicht. Denn auch Nicht-Juden können immer wieder gleiches berichten. Auch ich bin wegen Gesundheitskosten aus 2008 – mittlerweile mit dem Finanzamt vor Gericht .. schaun wir mal, ob wie viele Jahre wir noch bauchen.

      Und das „Im Laufe dieser Auseinandersetzung erfuhr Peter Finkelgruen zudem, daß er im Sinne des § 141a des Bundesentschädigungsgesetzes seit Jahren ein Anrecht auf eine kostenlose medizinische Grundversorgung auch für nicht verfolgungsbedingte Leiden durch die AOK hätte.“ .. also das Versicherungen oder Behörden oder dergleichen Anrechte freiwillig und nachvollziehbar und rechtzeitig den Berechtigten verkünden, geschieht doch wohl wirklich nur im Schlaraffenland .. leider!

      Also nochmal – Herr Finkelgruen hat seit 1969 viele Verwaltungsverfahren gewonnen. 2009 hatte er nach eigenen Angaben keine Lust mehr und entschied sich zu einem Hungerstreik. Das war sein gutes Recht und hiuerfür gibt es auch keine „Vorgaben“, wieviele Verfahren schon gewonnen werden mussten, wie lange das aktuelle Verfahren dauern könnte oder „was sagt Herr Pfeifer dazu“.

      Herr Finkelgruens Aussage war abschliessend völlig ausreichen:
      „Ich will nicht die letzten Jahre meines Lebens damit verbringen, gegen das Fehlverhalten Ihrer Behörde anzugehen.”

      Ich freue mich für und mit Herrn Finkelgruen für den Ausgang seines Hungerstreiks (Y).

      • @ mfb
        Wie Sie feststellen, habe ich nicht explizit geschrieben, dass es um einen einzigen Rechtsstreit geht. Ich habe bewußt geschrieben, dass der Konflikt 1969 begann. Wenn man in einer Grundfrage – der Anerkennung der Zuständigkeit der Entschädigungsbehörde für die verfolgungsbedingten Leiden – 40 Jahre Rechtswege bestreitet, ist das für mich eben kein Zeichen mangelnder Bereitwilligkeit…
        Ich bin zwar nicht mehr taufrisch, aber rein technisch (oder biologisch) kann ich allerdings für mich noch nicht sagen, ob ich einen so langen Atem hätte…. Jedenfalls habe ich einen längeren als mein Mann, bin aber auch nicht die, die es erwischt hat, sondern nur die „Sekretärin“. Das macht es emotional einfacher (auch wenn es nur um einen Verkehrsunfall mit Knochenbruch geht).

        Wenn aber – wie bei Hr. Finkelgruen – die beiden Stellen, die nach einem Gesetz für einen von Deutschland als Staat zu Schaden gekommenen Personenkreis zuständig sind, sich sozusagen gemeinsam aus der Verantwortung für die Ãœbernahme von Behandlungskosten ziehen, indem ein und dasselbe Gutachten einmal beachtet und einmal nicht beachtet wird, ist das schon eine sehr spezifische Angelegenheit. Das hätte ich jetzt erstmal nicht mit privatwirtschaftlichen Versicherungen (die die Kosten reiner Behandlung letztlich anderen Versicherungen ersetzen, die dem Unfallopfer gegenüber in Vorleistung treten) oder mit der Anerkennung eigener Gesundheitskosten als einkommensmindernd beim Finanzamt verglichen (womit ich bisher netterweise keine Probleme hatte) …
        Ich hätte den Satz von Hr. Finkelgruen so interpretiert, dass ihm altersbedingt auch die Zeit weglief…
        Das Recht auf den Hungerstreik hat Hr. Pfeiffer wohl niemandem bestritten…

  5. @Jim@ ich schrieb darüber, dass auf Grund von Gerichtsbeschlüssen der Sicherheitszaun versetzt werden mußte. Ich bin sicher, dass Ihnen die Presseabteilung der israelischen Botschaft – wenn sie nicht gerade streiken – geben kann.
    Auf alle Fälle steht meine Frage seit Tagen im Raum, weshalb Herr M. nicht das Recht vor dem zuständigen Gericht erkämpft.

     
    Weiß ich, darauf beruht ja Ihr Schluß, ihm würde es in Wahrheit ja gar nicht um sein Kind gehen, sondern er würde hungernd seine Gesundheit aufs Spiel setzen, ausschließlich um Israel zu schaden, was allerdings, angesichts der Tatsache, dass Sie zur geltenden Gesetzeslage keine Auskunft geben können, also ganz offenbar nicht ausreichend informiert sind, eine Unterstellung ist, mit der Sie seit Tagen hier zu reüssieren suchen.
     
    Insofern ist auch das Beispiel Sicherheitszaun insuffizient, da mit dessen Verlauf abschnitssweise gegen geltendes Recht verstoßen worden ist, dieses aber, selbstverständlich, korrigiert zu werden hatte.


    Warum zieht er nun tatsächlich nicht vor Gericht? Das könnte mehrere Gründe haben:
     
    Womöglich hat er, angesichts der geltenden Rechtslage, keine Chance,  in seiner Angelegenheit gegen das Innenministerium vor Gericht zu obsiegen? Ganz ähnlich wie die Zogajs gegen das Österreichische Innenministerium, bzw. tausende in Deutschland untergekommene Romafamilien, die gegen Ihre Abschiebung in den Kosovo, rechtlich ohne jede Chance sind?
     
    Vielleicht spielen auch, darüber hinaus, finanzielle Gründe eine gewisse Rolle, denn – wer trägt die Kosten, sollte er, hartnäckig, durch mehrere Instanzen ziehen müssen, um, wie vorhersehbar, am Ende doch nur zu unterliegen?
     
    Was bleibt ist, ganz ähnlich wie die Zogajs und tausende Romafamilien in Österreich und Deutschland, auf einen humanitären Akt des Innenministeriums zu hoffen.
     
    Wie hoch hier, und zwar in allen Fällen – gegenwärtig – die Wahrscheinlichkeit positiv beschieden zu werden ist, wissen Sie.
     
     
     

    • @Jim@ Sie verwechseln mich mit dem israelischen Außenamt oder mit dem israelischen Justizministerium, wenn Sie mir Vorwürfe machen, keine Auskunft über israelische Rechtsverhältnisse zu geben.

      Es gibt jede Menge von Menschenrechtsorganisationen in Israel, die gerne in solchen Fällen Anwälte stellen und Gerichtskosten bezahlen. Solche NGO-s werden ja sehr oft von der EU – also auch von deutschen Steuergeldern finanziert – und es ist nur recht und billig, dass die dafür auch etwas leisten.

      Ihre Erklärungen, warum Herr M. sich nicht an das zuständige Gericht wendet sind q.e.d. nicht stichhaltig.
      Vergleichen Sie wirklich den Fall von asylsuchenden Flüchtlingen, mit dem Fall der sieben Monate alten Tochter des Herrn M. die – so vermutet es ihr Vater – auch mit einem deutschen Reisepass nicht nach Israel einreisen wird dürfen?

      Vermutungsdemonstrationen einerseits, Schweigen über so viel brutale Menschenrechtsverletzungen in der Nachbarschaft Israels, das kennzeichnet anscheinend diese Vorgänge.
       
       

  6. "Ich habe nichts über Peter Finkelgruen gelesen und weiß gar nicht um was es geht. Ich verfolge nicht tagtäglich die Ereignisse in der Bundesrepublik."

    Muss mensch auch gar nicht. Hagalil berichtete fünf mal darüber:
    http://test.hagalil.com/20-09/11/finkelgruen.htm
    http://test.hagalil.com/2009/11/01/finkelgruen/
    http://test.hagalil.com/2009/11/04/finkelgruen-2/
    http://test.hagalil.com/2009/11/06/finkelgruen-3/
    http://test.hagalil.com/2009/11/06/finkelgruen-4/

    @ Herr Pfeifer,

    mit Ihren "Kehren wir also zurück zur Kernfrage. Tatsache ist, dass ich meine Frage, warum Herr A. nicht den Rechtsweg beschreitet einige Mal höflich und korrekt gestellt habe und keine Antwort erhielt." wären wir whl dann auch bei Herrn Finkelgruen richtig gewesen.
    Zu Herrn M. habe ich Ihnen bereits meine Mutmaßungen genannt. Es ist also falsch zu behaupten, Sie hätten keine Antwort erhalten. Das Sie meine Vorstellungen für irrelevant halten, bleibt Ihnen unbenommen.

    Bei Herrn Finkelgruen sind wir nicht auf Mutmaßungen angewiesen:
    "Ich will nicht die letzten Jahre meines Lebens damit verbringen, gegen das Fehlverhalten Ihrer Behörde anzugehen."
    Er hatte also keine Lust zum klagen. Und das kann ich auch gut verstehen. Und ich finde seine Reaktion auch völlig in Ordnung. Er hat – genau wie nun Herr M. – für sich in Anspruch genommen, statt dem langen Klageweg mit einem Hungerstreik zu demonstrieren. Es war bei Ihm so ok und es ist bei Herrn M ok. und Ihre Mutmaßungen, Herr Pfeifer, "Denn würde es ihm darum gehen, dann könnte er bei einem israelischen Gericht klagen." sowie "Israelbasher lassen sich nicht beeindrucken, die haben eine Agends, genauso wie Herr M." sind durch nichts bewiesene Unterstellungen, die ich nicht in Ordnung finde.

    Aber auch das ist nur meine nicht relevante Meinung. 🙂

  7. "Ich habe nichts über Peter Finkelgruen gelesen und weiß gar nicht um was es geht. Ich verfolge nicht tagtäglich die Ereignisse in der Bundesrepublik."

    Muss mensch auch gar nicht. Hagalil berichtete fünf mal darüber:
    http://test.hagalil.com/20-09/11/finkelgruen.htm
    http://test.hagalil.com/2009/11/01/finkelgruen/
    http://test.hagalil.com/2009/11/04/finkelgruen-2/
    http://test.hagalil.com/2009/11/06/finkelgruen-3/
    http://test.hagalil.com/2009/11/06/finkelgruen-4/

    @ Herr Pfeifer,

    mit Ihren "Kehren wir also zurück zur Kernfrage. Tatsache ist, dass ich meine Frage, warum Herr A. nicht den Rechtsweg beschreitet einige Mal höflich und korrekt gestellt habe und keine Antwort erhielt." wären wir whl dann auch bei Herrn Finkelgruen richtig gewesen.
    Zu Herrn M. habe ich Ihnen bereits meine Mutmaßungen genannt. Es ist also falsch zu behaupten, Sie hätten keine Antwort erhalten. Das Sie meine Vorstellungen für irrelevant halten, bleibt Ihnen unbenommen.

    Bei Herrn Finkelgruen sind wir nicht auf Mutmaßungen angewiesen:
    "Ich will nicht die letzten Jahre meines Lebens damit verbringen, gegen das Fehlverhalten Ihrer Behörde anzugehen."
    Er hatte also keine Lust zum klagen. Und das kann ich auch gut verstehen. Und ich finde seine Reaktion auch völlig in Ordnung. Er hat – genau wie nun Herr M. – für sich in Anspruch genommen, statt dem langen Klageweg mit einem Hungerstreik zu demonstrieren. Es war bei Ihm so ok und es ist bei Herrn M ok. und Ihre Mutmaßungen, Herr Pfeifer, "Denn würde es ihm darum gehen, dann könnte er bei einem israelischen Gericht klagen." sowie "Israelbasher lassen sich nicht beeindrucken, die haben eine Agends, genauso wie Herr M." sind durch nichts bewiesene Unterstellungen, die ich nicht in Ordnung finde.

    Aber auch das ist nur meine nicht relevante Meinung. 🙂

  8. Lieber Kollege Uri Degania,
    vielen Dank für die netten Worte. Manchmal – wie jetzt – sitze ich am PC, anstatt mich auszuruhen. Das passiert nicht wegen Hagalil, sondern weil mir eine junge ungarische Kollegin, ein Interview mit mir zur Korrektur sandte.
    Ich war Ende Juli zum Plattensee in ein Sommerlager junger ungarischer Christen eingeladen wo der ins ungarische synchronisierte Film über mein Leben vor 1000 dieser 18 bis 30 jähriger gezeigt wurde und ich am nächsten Tag auch einen Vortrag hielt. Ich habe – allerdings nur Englisch – einen Artikel über die Drohung gegen christliche Journalisten geschrieben, auch Hagalil hat es publiziert. Ich hätte erwartet, dass sich Pax Christi und andere so um Israel besorgte Christen sich auch für das interessieren, was hier in der Mitte Europas geschieht. Aber die sind nur interessiert Israel anzupatzen. Antisemitismus in ihrer eigenen Gesellschaft bze. in ihrer Umgebung nehmen sie nicht wahr.

    @Jim@ ich schrieb darüber, dass auf Grund von Gerichtsbeschlüssen der Sicherheitszaun versetzt werden mußte. Ich bin sicher, dass Ihnen die Presseabteilung der israelischen Botschaft – wenn sie nicht gerade streiken – geben kann.
    Auf alle Fälle steht meine Frage seit Tagen im Raum, weshalb Herr M. nicht das Recht vor dem zuständigen Gericht erkämpft.
     

  9. @Scytale@ Danke ich hätte tatsächlich über Herr M. schreiben sollen.
    Ich denke, dass gerade dieses Beispiel der Evakuierung von Gaza zeigt, die Israelis können es nicht recht machen. Israelbasher lassen sich nicht beeindrucken, die haben eine Agends, genauso wie Herr M.

    Natürlich hat Sharon Gaza nicht deswegen räumen lassen, weil er das Image von Israel verbessern wollte, sondern weil es im nationalen Interesse war.

  10. Sehr geehrter Herr Pfeifer,
    ich danke Ihnen für Ihre freundliche und wohltuende Replik.
    Sie schreiben, ich würde Sie „wohlwollend als altersstarr und störrisch hinstellen.“ Ich möchte Ihnen versichern, dass dies nicht meine Intention war und ist. Ich lese viele Ihrer Analysen gerne, lerne von vielen, bewundere Ihre Fähigkeiten, sich in mehreren Sprachen zu informieren. Dies ist alles außergewöhnlich wertvoll und wird von vielen haGalil-Lesern (diese Ansammlung von Judenfeinden etc., die man bei haGalil-Diskussionen, aber natürlich noch viel stärker in Massenmedien und „auf der Straße“ trifft, lasse ich hier mal lieber ganz weg) gewiss sehr geschätzt. Ihre Beiträge beleben haGalil ungemein!
    Ich habe einzig eine gewisse Form des Umgangs betont, die mich verschiedentlich unangenehm berührt und die mir gelegentlich als „dogmatisch“ erscheinen will. Dies ist mein Empfinden, welches möglicherweise vom größten Teil der haGalil-Leser nicht geteilt wird.
    Sie schreiben: „Es mag schmerzlich sein für manchen Leser, wenn von mir darauf hingewiesen wird, dass wenn es darum geht, ganz krasse Menschenrechtsverletzungen außerhalb Israels im Nahen Osten anzuprangern, der Ton – wenn es überhaupt dazu kommt – nicht so schrill ist, wie bei der „Kritik“ an Israel.“ Ich gebe Ihnen in diesem wichtigen Punkt vollständig Recht, es ist wichtig und verdienstvoll, auf diese auffällige Diskrepanz immer wieder hinzuweisen. Diese einseitige „Kritik“ an Israel ist offenkundig und dient offenkundig der eigenen historischen Selbstentlastung. Wir erinnern uns der hellsichtigen Bemerkung des israelischen Psychoanalytikers Zvi Rix: „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.“
    Da Sie in Wien leben: Ich erlaube mir eine winzige, mehrere Jahre alte Wiener „Anekdote“ in Erinnerung zu rufen, die ich in meinem ersten Beitrag über die antisemitische Kölner „Klagemauer“ bereits auf haGalil geschildert habe. Traf ich doch bei einem Besuch im Zentrum Wiens auf die gleiche, sich denunziatorisch als „Klagemauer“ bezeichnende Ansammlung von Judenfeindschaft und primitivstem Antisemitismus, die sich hinter Papptafeln verbarg. Ich schrieb hierzu auf haGalil:
    („Als ich vor sechs Jahren zu einem Vortrag nach Wien eingeladen wurde begegnete mir im Zentrum Wiens eine gleiche Antiwand, mit den gleichen abstoßenden, geifernd inszenierten antisemitischen Verlautbarungen ausgestattet. Auch hier war eine Diskussion mit deren Protagonisten nicht möglich. Wenn man sich freundlich auszudrücken bemüht darf man deren Protagonisten, die brav das Erbe ihrer nationalsozialistischen Eltern weitertragen, als überzeugte Nationalsozialisten bezeichnen. Das ideologische „linke“ Deckmäntelchen, das sie sich anzueignen bemühen, ändert daran nichts. Wir müssen an dieser Stelle nicht Adorno bemühen.)
    Existiert diese „Klagemauer“ immer noch im Herzen Wiens?

  11. @Pfeifer
     
    Denn würde es ihm darum gehen, dann könnte er bei einem israelischen Gericht klagen.

    Zwei Fragen:
    Wie ist die Rechtslage?
    Gibt es Präzedenzen?

  12. Sehr geehrter Herr @Uri Degania@,
    Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, mich zu kritisieren, auch wenn Sie mich wohlwollend als altersstarr und störrisch hinstellen. Ich habe keine Zweifel, dass mich einige Leser, deren Auffassungen ich kritisiere so sehen. Doch andererseits gibt es Leser, die mich schelten, weil ich höflich und mit Geduld auch auf wirklich unwissende und böswillige Zuschriften reagiere.

    Zu Ernst Federn: Ich habe über meinen Eindruck und über die Stellungnahme eines ehemaligen KZ-Häftlings geschrieben. Und auch wenn Jim insistiert, konnte ich meinen Eindruck über die Buchvorstellung im jüdischen Museum in Wien nicht ändern.

    Ich habe nichts über Peter Finkelgruen gelesen und weiß gar nicht um was es geht. Ich verfolge nicht tagtäglich die Ereignisse in der Bundesrepublik.
    Wenn ein Poster mir unterstellt, gegen Demonstrations- und Meinungsfreiheit zu sein und mir das deutsche Grundgesetz vorhält, dann habe ich – zugegeben etwas scharf – aber doch korrekt geantwortet. Denn ich habe zu keiner Zeit das Recht auf Demonstration in Frage gestellt.

    Ich bin österreichischer Journalist und in erster Linie mit Österreich und Ungarn befasst. Nun bekamen wir 2000 eine schwarz-blaue Regierung, deren Politik mir nicht behagte. Sie werden jedoch nirgendwo in meinen Artikeln über das Thema eine Pauschalverurteilung finden. Bei vielen „Israelkritikern“ finden Sie aber eine solche Verurteilung. Warum wohl?

    Es mag schmerzlich sein für manchen Leser, wenn von mir darauf hingewiesen wird, dass wenn es darum geht, ganz krasse Menschenrechtsverletzungen außerhalb Israels im Nahen Osten anzuprangern, der Ton – wenn es überhaupt dazu kommt – nicht so schrill ist, wie bei der „Kritik“ an Israel. Darüber gibt es Untersuchungen. Gerade jetzt habe ich eine über die Kommentare im linksliberalen Guardian gelesen.
    http://www.gloria-center.org/meria/2010/06/sela.html

    Kehren wir also zurück zur Kernfrage. Tatsache ist, dass ich meine Frage, warum Herr A. nicht den Rechtsweg beschreitet einige Mal höflich und korrekt gestellt habe und keine Antwort erhielt. Warum wohl?

  13. „Doch meiner Meinung nach haben Sie die wichtigste Maßnahme nicht erwähnt, die Tatsache, dass eine rechte Regierung 2005 den Gazastreifen total räumen liess.“

    – Ich spreche ja auch von dem Zeitraum ab dem Libanonkrieg. Die einseitige Räumung ist auch positiv hervorzuheben, selbst wenn es am Schluss sich nicht wie erhofft ganz gelohnt hat. Die Frage ist aber erlaubt, ob es nicht zu mehr Opfern auf israelischer Seite gekommen wäre, wenn der Gazastreifen weiterhin unter israelischer Besatzung gestanden wäre, was ich für sehr wahrscheinlich halte.
    Wieso nennen Sie Herrn Maraghi eigentlich immer Herrn A.?

  14. @Jim, Sie schrieben:
    Supercool, dieses Video: Il Trovtora im Fastfoodbereich des Dizengoff Center – genial!

    Stellt sich bloß die Frage, warum dieses gerade hier auf diesem Strang, geht es doch um einen – warum auch immer – Hungernden, gepostet wird?
    Ich schrieb darauf:
    Na ja, er hungert ja nicht, weil er muss…
    Wenn man sich moralisch ganz streng geben möchte, könnte man solch eine Aktion auch als eine Verhöhnung der unfreiwillig Hungernden dieser Welt sehen…
    Sie schrieben – in bezug auf den Hungerstreik von Peter Finkelgruen:
    Aber irgendwie hab ich auch nicht erwartet, dort Herrn Pfeifer oder Lisa von „dem geht es doch gar nicht um Recht, sonst würde er weiter vor Gericht streiten – der will doch nur antideutsche Propaganda betreiben“ oder von „Verhöhnung der unfreiwillig Hungerndendieser Welt“.
    Jaja – wenn zwei das Selbe tun ist es noch lange nicht das Gleiche ..
     
    > Meine Frage: an welcher Stelle wurde der Hungerstreik dort als dasselbe dargestellt wie das Schicksal der Opfer von Hungerkatastrophen? Ihre Gleichsetzung, Jim, habe ich nicht als wirklich passend empfunden.
    Im übrigen ist es in der Tat nicht dasselbe, wenn zwei dasselbe tun… Es ist nicht einmal dasselbe, wenn ein und derselbe dasselbe in unterschiedlichen Kontexten tut. Und das fängt bei banalen Sachen wie Klavierspielen an… (A spielt vormittags in normaler Lautstärke, B nebenan hatte Nachtschicht und kann deshalb nicht schlafen: 1. Möglichkeit – A wußte nicht um die Nachtschicht, 2. Möglichkeit – A wußte davon und es war ihm entweder egal oder er wollte B ärgern).
    Auf Hungerstreiks übertragen bedeutet dies: hat jemand alle Möglichkeiten, seine Angelegenheit zu vertreten, ausgeschöpft und steht trotzdem vor einem unlösbaren Problem, ist das etwas anderes, als wenn jemand einen Anlass für eine spektakuläre Aktion sucht.
    Was davon bei der beschriebenen Familie Sache ist, insbesondere, warum nur so seine Tochter mit zu den Großeltern väterlicherseits mitreisen kann, wie die israelischen Meldevorschriften aussehen und in ähnlichen Familiensituationen gehandhabt werden, dazu steht hier nichts… Der Rechtsweg ist sicher nicht nur in Deutschland schwierig und (unnötig?) lang, aber inwieweit ist er versucht worden? –
    Man wünscht jeder Familie in jeder Konstellation die Möglichkeit, alles nach ihren Vorstllungen zu gestalten. Aber da stehen nicht nur israelische Gesetze – oder deren Handhabung durch Behörden vor… Einer meiner Verwandten, der in der Karibik ansässig ist, macht längst nicht bei jedem Besuch den Tanz mit, den es bedeutet, für seine einheimische Ehefrau und seine Stiefkinder ein Drei-Wochen-Visum für Deutschland zu bekommen (die Ehefrau hat dort Arbeit, Einkommen und ein Häuschen und spekuliert nicht auf deutsche Sozialleistungen). Und wenn kleine jezidisch-kurdische Mädchen in rosa Glitzer-Freundebüchern auf die Frage nach ihrem Wunsch an die Fee schreiben: „ein Besuch in Syrien“ wird es für die problemlose Hin- und Rückreise wohl einer starken Fee bedürfen. Auch das rührt.
     
     

  15. Sorry, ein Wort ist verloren gegangen – das bitte noch einfügen:
    „Niemand von den Genannten hat Sie in dieser Diskussion (wie sich dies bei früheren haGalil-Diskussionen verhalten hat vermag ich nicht zu beurteilen) angegriffen.

    Und noch ein Rechtschreibfehler: Wohlwollende Menschen – ein kleines „w“

  16. Ich habe die gesamte Diskussion über den Hungerstreik mit Interesse gelesen. Ich habe mich darum bemüht, die Angelegenheit mit äußerster seelischer Distanz zu betrachten, um den Sachverhalt und die öffentlichen Reaktionen hierauf angemessen verstehen zu können. Über die sonstigen Hintergründe – ob Herr Maraghy beispielsweise den Versuch einer Klageerhebung vor einem israelischen Gericht gemacht hat – weiß ich nichts. Es wäre sinnvoll, wenn Frau Gassmann, andere Journalisten bzw. sonstige Interessierte Herrn Maraghy dazu befragen könnten. So hätte diese Diskusssion zumindest ein konkretes Ergebnis, welches sachlich vielleicht weiter hilft.
       Auch die Erinnerung von mfb an den – mehr als notwendigen und legitimen (!) seinerzeitigen Hungerstreik von Peter Finkelgruen (und die damaligen befremdlichen Leserkommentare) – der ja zum Glück ein gutes und befriedigendes Ende gefunden hat, erscheint mir als angemessen und anregend: mbfs Bemerkung bzw. Frage – „wenn zwei das Selbe tun ist es noch lange nicht das Gleiche…“ – lieber Herr Pfeifer, vielleicht möchten Sie dazu noch einmal Stellung nehmen.
       Unzweifelhaft gibt es bei zahlreichen haGalil-Diskussionen Lesermeinungen, die wegen ihres antisemitischen Untertons schwer erträglich bzw. nicht erträglich sind.
    Ich vermag bei allen Leserkommentaren zu dem speziellen Beitrag von Frau Gassmann, die hierzu kritische bzw. nachdenkliche Fragen gestellt haben – Amal, mfB, Scytale, Jim – (die sich selbst genügende „Stellungsnahme“ von „Gegenkritik“ möchte ich hierbei unberücksichtigt lassen – sie hat ja eher den Charakter eines autistischen Selbstgesprächs) – keine Israel anklagende Grundhaltung, keine Polemik wahrzunehmen. Absolut nicht. Es werden durchgängig sinnvolle und besorgte Fragen gestellt. Die Bemerkung von Scytale bzgl. des Verhaltens der gegenwärtigen israelischen Regierung: „Was man dem Staat Israel am meisten vorwerfen kann, scheint das völlige Fehlen eines Gespürs für public relations im europäischem Raum“ erscheint mir als durchaus berechtigt. Mehr als einmal habe ich mich in den letzten Jahren gefragt, ob die israelische Regierung wirklich gute Berater hat. Dies ist keine Anklage, dies ist Ausdruck einer tiefen Besorgnis! Häufig ist es doch hilfreich, gelegentlich sogar absolut notwendig, einem Freund seine tiefe Besorgnis über dessen Verhalten mitzuteilen!
    Lieber Herr Pfeifer, es ist hier oft genug betont worden und von mir auch aufrichtig gemeint: Ihre Lebensleistung, Ihr unermüdliches Engagement ist beachtlich, beeindruckend, für Viele möglicherweise ein Vorbild, eine Ermutigung. Niemand von den Genannten hat Sie in dieser Diskussion (wie sich dies bei früheren haGalil-Diskussionen verhalten hat vermag ich nicht zu beurteilen). Jim beispielsweise hat sich Ihnen gegenüber immer äußerst liebenswürdig, anteilnehmend und argumentativ verhalten. Er war durchgängig an einem wirklichen Austausch, einem gemeinsamen Verstehensprozess interessiert. Ich erinnere auch an Jims freundliches Insistieren bzgl. Ihrer äußerst befremdlichen Äußerungen gegenüber einer außergewöhnlichen Persönlichkeit, die als Jude und Widerstandskämpfer sieben Jahre Konzentrationslagerhaft in Dachau und Buchenwald überlebt hat, geistig und seelisch ungebrochen, die zu einem Pionier einer Psychologie des Terrors wurde, die zahlreichen Menschen in tiefster Not geholfen hat, die durch eine ganz außergewöhnliche Treue zur Wiener Psychoanalyse und Psychoanalytischen Pädagogik geprägt war, die – wie Sie – „dennoch“ nach Wien zurückgekehrt ist und dort ihr aus ihrer Jugend erwachsenes zutiefst humanes Engagement fortgeführt hat, bis zu seinem Tod im Alter von 93 Jahren. Sie haben sich seinerzeit die Freiheit genommen, diese außergewöhnliche Persönlichkeit – ich spreche von Ernst Federn – kurz nach ihrem Tod in herabsetzender Weise zu verurteilen. 
       Auch bei dieser Diskusssion, lieber Herr Pfeifer, ist mein Eindruck, dass polemische Untertöne, projektiv gefärbte Unterstellungen und die Position des unbedingt Recht-haben-müssens eher von Ihnen ausgegangen ist, von Ihnen vertreten wurde (z. B. „Also mfb schwafeln Sie nicht über das Grundgesetz, sondern beantworten Sie bitte meine Frage“; oder Ihre doch wirklich polemisch anmutenden Äußerungen über die, zugegebenermaßen recht kleine, Gruppe der „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost“). Auch bei distanzierter Lektüre vermag ich nicht wahrzunehmen, dass Sie von den Diskussionsteinehmern dieses Beitrages unsachlich attakiert worden sind, dass diese Ihnen Anlass für Heftigkeiten oder Unterstellungen gegeben habe. 
       Noch einmal: Es ist mir leicht nachvollziehbar, lieber Herr Pfeifer, dass Sie sich bei Ihrem jahrzehntelangen, äußerst verdienstvollen Engagement, in Wien (!), gegen Antisemitismus und Israelfeindschaft eine solche von Misstrauen geprägte Grundhaltung angeeignet haben. Streit, eine kämpferische Attitüde ist in gesellschaftlichen Diskursen gelegentlich hilfreich, notwendig. Es will mir jedoch scheinen, lieber Herr Pfeifer, dass Sie auch Wohlwollende Menschen, wohlwollende haGalil-Leser gelegentlich durch Ihre Art eher verschrecken, verstimmen. Es will mir scheinen, lieber Herr Pfeifer, dass dies nicht immer hilfreich ist.

  17. @Pfeifer
     
    ich wendete mich an die Leser von Hagalil und nicht an den mutwilligen Demonstranten, der nicht klagt, sondern lieber Aufmerksamheit erhalten will.
     
    Schon klar, trotzdem ist dieses Video, kontextuell, vornehm ausgedrückt, zumindest deplaziert.
     
    Denn würde es ihm darum gehen, dann könnte er bei einem israelischen Gericht klagen.
     
    Zwei Fragen:

    Wie ist die Rechtslage?
    Gibt es Präzedenzen?

  18. @Jim@ ich wendete mich an die Leser von Hagalil und nicht an den mutwilligen Demonstranten, der nicht klagt, sondern lieber Aufmerksamheit erhalten will.
    Ich habe auf meine Frage – trotzdem ich sie öfters gestellt habe – keine Antwort erhalten. Und das ist kein Zufall, denn diesen Leuten, die diese Demonstration unterstzützen und Herrn A. geht es nicht um das Schicksal seiner Tochter. Denn würde es ihm darum gehen, dann könnte er bei einem israelischen Gericht klagen.
     
     

  19. @ Jim
    Na ja, er hungert ja nicht, weil er muss…
    Wenn man sich moralisch ganz streng geben möchte, könnte man solch eine Aktion auch als eine Verhöhnung der unfreiwillig Hungernden dieser Welt sehen…

    • Ich glaub mein Hamster bonert <kopfschüttel>.

      Komisch – noch kein ganzes Jahr ist seit dem Hungerstreik von Peter Finkelgrün verstrichen. Auch da gab es eine ganze Reihe bescheuerter Kommentare.
      Ich hab sie gerade noch einmal nachgelesen.
      Aber irgendwie hab ich auch nicht erwartet, dort Herrn Pfeifer oder Lisa von "dem geht es doch gar nicht um Recht, sonst würde er weiter vor Gericht streiten – der will doch nur antideutsche Propaganda betreiben" oder von "Verhöhnung der unfreiwillig Hungerndendieser Welt".

      Jaja – wenn zwei das Selbe tun ist es noch lange nicht das Gleiche .. 😛

  20. @Pfeifer
    und weil Sie die verehrten und lieben Leser nach diesen Diskussionen vielleicht etwas Erfreulicheres erleben wollen schauen Sie sich das an
    http://www.youtube.com/watch?v=eNqosHRbWog&feature=related

     
    Supercool, dieses Video: Il Trovtora im Fastfoodbereich des Dizengoff Center – genial!
     
    Stellt sich bloß die Frage, warum dieses gerade hier auf diesem Strang, geht es doch um einen – warum auch immer – Hungernden, gepostet wird?
     
    Rigolettoesque?

    Bitter.
     
     

  21. @Scytale@
    Sie bringen eine lange Liste von israelischen Maßnahmen, die ihrer Meinung nach dafür verantwortlich sind, dass Israels Image in Europa schlecht ist.

    Doch meiner Meinung nach haben Sie die wichtigste Maßnahme nicht erwähnt, die Tatsache, dass eine rechte Regierung 2005 den Gazastreifen total räumen liess.
    Ihrer Logik nach, hätte man das doch in Europa als einen Schritt in die richtige Richtung, in Richtung Frieden anerkennen müssen. Doch das Gegenteil davon geschah. Das Resultat war, dass sich dort – ca. 60 km von Tel Aviv – eine unabhängige kriegerische islamistische Herrschaft etabliert hat. Diese Räumung hat nicht dazu beigetragen, die Verleumdung und die Delegitimation Israels einzudämmen.
    D.h. diese Delegitimation und Verleumdungskampagne hat nichts mit der konkreten israelischen Politik zu tun.

  22.  
    @Scytale@
    Ich habe zu keiner Zeit behauptet, dass Israel ein perfekter Staat ist. Solche Staaten gibt es nirgendwo. Auch in Israel kochen die Behörden lediglich mit Wasser, und machen Fehler. Ich behaupte aber, dass viele Medien und Politiker von Israel Perfektion fordern. Es genügt, in gewisse Medien zu schauen, um dies festzustellen. Herr A. und seine Unterstützer haben es darauf angelegt zu demonstrieren. Was immer Israel tut, ist für diese Leute Anlass zu Demonstrationen und Aufrufe zum Boykott des jüdischen und demokratischen Staates Israel. Soviel zum Fall des Herrn A, den ich nur aus der obigen trüben Quelle kenne. Die Frage bleibt im Raum, weshalb sich dieser Herr A. nicht an das zuständige israelische Gericht wendet, um Recht zu bekommen.
    Sie wollen von mir wissen, ob es in Israel nützliche Idioten gibt, Natürlich gibt es die und oft genug sind sie leider an israelischen Universitäten angestellt. Moshe Zimmermann, Professor für moderne deutsche Geschichte , hatte Klage gegen Anat Peri eingereicht, die in „Haaretz“ behauptet hatte, der Historiker werde gerade aufgrund seiner Vergleiche zwischen Israel und Nazi-Deutschland von deutschen Forschungsinstituten finanziell unterstützt. Als der Professor, der sich selbst – die Bescheidenheit in Person – als „Stimme des Gewissens“ versteht, darauf hinwies, seine Vergleiche dienten nicht nur der Herausstellung des Ähnlichen, sondern auch und gerade der Unterschiede, berief sich das Gericht auf das hebräische Wörterbuch, um zu betonen, dass der gewöhnliche Leser bei einem so drastischen Vergleich doch in erster Linie die Ähnlichkeit heraushöre. Das Gericht entschied, wie verabscheuungswürdig dieser Gedanke auch sei, es stehe dem Historiker im Sinne der Meinungsfreiheit doch durchaus zu, solche Vergleiche anzustellen; nur dürfe er sich nicht wundern, dass derart krasse Provokationen entsprechende Reaktionen hervorriefen, die denn auch ebenso wenig straffällig seien.

    Natürlich ist es legitim, die israelische Öffentlichkeit an die Realität der Besetzung zu erinnern und diese zu kritisieren, aber der Vergleich mit dem Dritten Reich führt dazu, dass derjenige der diesen gebraucht von den meisten Israelis als krank betrachtet wird, dem man weiter keine Beachtung schenken braucht. Wenn dann noch solche nützliche israelische Idioten behaupten, Israel führe einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser, dann ist das 1) eine grobe Verharmlosung der Schoa, 2) eine Behauptung, mit der eine ganz erkleckliche Anzahl von Deutschen und Österreichern, darunter nicht wenige Linke, bedient werden, die aus Gründen, die ich hier nicht weiter zu erklären brauche, einer Opfer-Täter-Umkehr huldigen.

    Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass namhafte europäische Linksintellektuelle sich seit einiger Zeit erlauben, was bisher nur alt – neue Nationalsozialisten gewagt hatten, nämlich die israelische Besatzungspolitik mit den nationalsozialistischen Verbrechen zu vergleichen, das ist Teil einer von diesen deklarierten europäischen Rhetorik der Hypermoral, die sich heute gegen die einstigen Opfer wendet. Dass aber dieser Vergleich sich auch in den radikaleren israelischen Linkskreisen eingebürgert hat, zeigt, dass diese anscheinend keine stichhaltigen Argumente in der innerisraelischen Diskussion haben und sich wenigstens damit ein Zubrot im Ausland verdienen, beziehungsweise, dass solche Vergleiche diesen Menschen das Gefühl geben moralisch höher zu stehen, als andere Bürger ihres Landes.

  23. Herr Pfeifer, sie verwechseln, dass es sich bei dem von ihnen aufgeführten Beispiel um Ehepartner und nicht wie bei Herrn Maraghy um ein Kind handelt, denn da sind die dänischen Gesetze den deutschen gleich: Das Kind eines Staatsbürgers ist automatisch auch ein Staatsbürger, muss sich aber ab einem gewissen Alter für eine Staatsbürgerschaft entscheiden. Zugegebenermaßen wäre es reichlich blöd, wenn seine Tochter nicht die deutsche wählt, aber die Wahl sollte sie doch wohl haben.
    Ganz naiv möchte ich einmal die Frage stellen, wo Israels nützliche Idioten sind, die es doch wohl zeifelsohne geben muss?

  24.  Am 8. August 2003 publizierte die Frankfurter Rundschau auf Seite 3 einen Artikel von Hannes Gamilscheg (Kopenhagen) unter dem Titel
    V e r b o t e n e  L i e b e
    Dänemark treibt seine Bürger ins Exil -wenn sie Ausländer heiraten und die Beziehung zur Heimat „zu groß“wird.
    ich zitiere daraus
    „Wer seinen Ehepartner nach Dänemark holen will, muss über ein passendes Einkommen und eine passende Wohnung verfügen. … Drei Jahre lang darf man keine Sozialhilfe bezogen haben und der zugezogene Partner kann erst nach sieben Jahren Aufenthalt öffentliche Hilfe in Anspruch nehmen… Beide Partner müssen 24 sein.“
    Wenn Dänemark, das keine Feinde hat, das nicht unter einem blutigen Terror litt solche Gesetze hat, dann wird es erklärlich, weshalb Israel auch mit Gesetzen die Zuwanderung regelt.
    Und vielleicht sollte sich auch Herr A. Gedanken machen, dass er in einem Land wie Deutschland lebt, in dem nicht solche strenge Gesetze wie in Dänemark gelten.
    Was aus der Diskussion klar hervorgeht, hier soll nicht ein menschenrechtliches Problem gelöst werden, sondern Stimmung gemacht werden gegen Israel. Dass dabei die Vereinigung Juden für Hamas federführend ist kann uns nicht überraschen.
    Wenn es in Europa Antisemitismus gibt, so mancher nützliche Idiot, dann ist der Staat Israel daran schuld. Und so verwischt sich langsam der Unterschied zwischen Antisemitismus und Antizionismus betrieben von Rechtsextremisten, einem Teil der radikalen Linken und den Islamisten. Antisemitismus und der Hass gegen den jüdischen und demokratischen Staat eint. Dabei dürfen auch nützliche jüdische Idioten nicht fehlen, die jede mögliche und unmögliche Gelegenheit wahrnehmen, um Israel zu delegitimieren, zu verleumden, um sich selbst als Anhänger einer höheren Moral, also als „gute Juden“ herauszugeben. Gegen solche Juden hat auch F. Toben nichts. Er hat ja auch mit solchen Neture Charta „Antizionisten“ an der Konferenz der Holocaustleugner in Teheran teilgenommen.

     
     

  25. Vergleicht man Kärnten mit Israel, erscheint mir letzteres viel sympathischer.
     
    „Er erhielt daraufhin die Antwort, dass nach israelischer Rechtslage nur das Innenministerium in Jerusalem seine Tochter als Einwohnerin Israels registrieren könne, und zwar wiederum nur dann, wenn er nach Israel zurückkehren würde.“ – Hätte Israel versucht in einem besseren Licht darzustehen, hätte man im Vorfeld als Botschaft zum Beispiel die Tochter unbürokratisch in Deutschland anmelden können und die Papiere einfach nach Israel geschickt. Sogar eine nette Pressemitteilung hätte man heraus bringen können. So sitzt jetzt ein Streikender vor der Botschaft und sorgt für ganz miese Presse.
     
    Natürlich gebe ich Ihnen recht, Herr Pfeifer, dass eine gute Publicity einen gestandenen Antisemiten nicht erreichen wird, dies gilt aber nicht für schlechte. Sorgt Israel dafür, dass sein Bild in der internationalen Presse ein positives ist, dann nimmt es gleichzeitig seinen Gegnern Angriffsfächen weg. So fällt seit dem letzten Libanonkrieg zunehmend auf, dass es einen gehörigen Nachholbedarf dabei gibt, der internationalen Gemeinschaft seine Politik zu erklären. Leider zieht sich dieses Unvermögen wie ein rotes Band durch sämtliche Konflikte der letzten Jahre, anfangend mit der Benutzung von Phosphorbomben, dem Bombardement eines internationalen Flughafens und einem weinenden Präsidenten vor der UN während des Libanonkrieges, weitergehend mit der fortschreitenden Landnahme im Westjordanland, in dessem Zusammenhang die Palästinenser erfolgreich Israel als Blockierenden darstellen konnten, weiter mit der vermurksten Operation ´Gegossenes Blei´, dass den Goldstone-Bericht zu Tage brachte, was unter anderem an Israels Boykottierung der Untersuchungskommission gelegen hat, bis hin zu dem Desaster mit der Blockade des Gazastreifens und der Freiheitsflotte, was so gründlich in die Hose ging, dass der einzige Verbündete in der Region verprellt wurde. Natürlich wird man einen ausgemachten Freund Israels damit nicht schrecken, aber gerade ein unbedarfter Betrachter gewinnt doch eher einen negativen Eindruck von Israels Umgang mit den Palästinensern und seinen Nachbarn.

  26.  
    @mfb@ Ich bin in der Regel sehr höflich, wenn ich es in Ihrem Fall nicht war, dann nur deshalb, weil Sie mir etwas unterstellten, was ich nicht geschrieben habe, nämlich, dass ich das Recht des Herrn A. bezweifle demonstrieren zu können. Wenn Sie mir also Lektionen im Gebrauch meiner Muttersprache erteilen, so nehme ich das zur Kenntnis, aber in diesem Fall – so scheint es mir – habe ich das richtige Wort gebraucht.
    Und was Sie sich vorstellen können Herr mfb, ist nicht relevant und hat keinen Bezug zur israelischen Realität. Arabische Bürger können sich genauso wie andere an das zuständige Gericht wenden und sehr oft gibt ihnen das Gericht Recht. So geschehen oft als die Armee den Sicherheitszaun wegen eines Gerichtsbeschlusses versetzen musste.
    Auch wenn in Deutschland und Österreich bei vielen Bürgern das tiefe psychologische Bedürfnis besteht, Israel mit Nazideutschland zu vergleichen, so ist dem nicht so. Israel ist ein Rechtsstaat und in einem solchen gibt es unabhängige Gerichte.
    Ich habe keinen deutschen Pass und wenn ich einen Deutschen wie Sie kritisiere, heißt das noch lange nicht, dass ich dieses Grundgesetz unterschätze oder nicht achte. Oft genug wünschte ich mir in Österreich, wir hätten eine Verfassung, die leicht lesbar ist, doch das ist hier nicht der Fall.
    Meine Behauptung über die nützlichen Idioten habe ich mit einem Argument gestützt und könnte noch mehr davon bringen. Ich habe zu diesem Thema sicher Dutzende Artikel geschrieben – viele von Ihnen wurden auch auf hagalil publiziert – ich konzentriere mich auf den Fall des Herrn A. der ganz einfach sein Recht und das Recht seiner Tochter einklagen könnte.
    Da ich kein einziges Argument gelesen habe, weshalb dieser Herr A. nicht klagt, folgere ich, dass es ihm und seinen Unterstützern nicht um das Recht, sondern darum geht, gegen den Staat Israel zu demonstrieren.
    @Scytale@ auch darüber habe ich Dutzende Artikel geschrieben. Das Wesentliche scheint mir zu sein, viele beanstanden, dass es diesen Staat gibt und wünschen seinen Untergang. Wer bereit ist sich objektiv zu informieren, wird die einzigartigen Erfolge dieses Staates auf vielen Gebieten anerkennen. Wer aber aus was für welchen Motiven immer, Juden oder den Staat Israel hasst, den würde auch eine super PR nicht überzeugen. Israel wird leider von einigen Menschen nicht wegen seiner Fehler – die es ja überall gibt – gehasst, sondern wegen seiner Vorzüge. In Österreich wird oft genug ungerechtfertigte Kritik an Israel geübt. Doch im Gegensatz zu Österreich, wo in Kärnten es ein Problem ist zweisprachige (Deutsch und Slowenisch) Straßenschilder aufzustellen, gibt es in Israel Straßenschilder auch in der Sprache der arabischen Minderheit. Und im Gegensatz zu Österreich werden diese Schilder nicht herausgerissen. Und es gibt in Israel deswegen auch keine Demonstrationen. Mir scheint viele in Europa urteilen aufgrund eines „double standard“, für Israel haben sie ein Maß und ein anderes für andere Staaten.
    Ich will hier gar nicht schreiben über die Erfolge der Wissenschaftler in Israel und welchen Beitrag diese leisten.
    @Scytale@ ich vermute, wenn Sie der israelischen Botschaft einen höflichen Brief mit konstruktiven Vorschlägen senden wie die PR Arbeit verbessert werden kann,  werden die Beamten, soweit sie nicht gerade streiken, Ihren Brief aufmerksam lesen.
    und weil Sie die verehrten und lieben Leser nach diesen Diskussionen vielleicht etwas Erfreulicheres erleben wollen schauen Sie sich das an
    http://www.youtube.com/watch?v=eNqosHRbWog&feature=related

     
     

  27. Was man dem Staat Israel am meisten vorwerfen kann, scheint das völlige Fehlen eines Gespürs für public relations im europäischem Raum.
     

  28. Weiß Herr Maraghy eigentlich was er wirklich will ? Möchte er einen politischen Kampf führen oder möchte er sich für die Interessen seiner Tochter einsetzen ? Für seine Tochter wäre es m. E. gut, wenn sie als deutsche Staatsbürgerin in Deutschland aufwachsen würde. In einem Land, wo sie die öffenlichen Verkehrsmittel benutzen könnte ohne mit der Furcht leben zu müssen, von einer Bombe zerrissen zu werden.
    Sofern sie es möchte, könnte sie als deutsche Touristin ihre in Jerusalem lebenden Großeltern besuchen. Ich denke, eine pragmatische Lösung des Problems wäre recht einfach, sofern Herrn Maraghy an einer einfachen Lösung des Problems gelegen ist. Zweifel daran sind doch wohl noch erlaubt ?

  29. Die britische Website hp hat aufgrund meines Tips über Palestine Telegraphs Interview mit Holocaustleugner Toben berichtet. Dieser drohte auf youtube rotzfrech mit einer neuen  Konferenz der Holocaustleugner in Teheran und teilte dem Mannheimer Staatsanwalt mit, er wolle Deutschland besuchen. Toben will also wieder mal deutsche Gefängniskost geniessen. Denn ein Haftbefehl wartet schon auf ihn.
    Die Juden für Hamas wollen uns einreden, sie wären für einen gerechten Frieden. Doch indem sie mit Palestine Telegraph – das nicht zum ersten Mal Holocaustleugnung propagiert – verlinken, entlarven sie sich selbst.

    http://hurryupharry.org/2010/08/13/fredrick-toben-in-the-palestine-telegraph/

  30. Herr Pfeifer,

    „Im Gegensatz zu Ihnen verehrte(r) mfb verstecke ich mich nicht anonym.“

    Falls es sie interessiert – ich bin nicht nur Mensch, sondern auch Mann .. und die drei Buchstaben sind die Anfangsbuchstaben meines Namens. Aber davon völlig unabhängig – meine Anmeldung hier entspricht den Regeln von hagalil. Ihre Behauptung, verehrte(r) Herr Pfeifer, ich täte mich verstecken, ist einfach eine unhöfliche Unterstellung. Ich hätte mich ja als Joe Black, Herbert Mustermann oder Martin Müller anmelden können. Hätte ich mich dann nicht versteckt? 😉

    „Daher behaupte ich, diese “Juden gegen Frieden” sind nützliche Idioten der Hamas.“

    Aja – da ich mich hier „verstecke“ und Sie nicht, ist ihre Behauptung sicher wahr. :-O

    „Erklären Sie mir, weshalb Herr A. nicht sein Recht einklagt?“

    Ebenso wie Sie, Herr Pfeifer, kann ich nur mutmassen (ICh gebe das wenigstens zu). Aber können Sie sich vorstellen, dass ein Araber aus Jerusalem nach seinen Lebenserfahrungen in Jersualem UND den vorliegenden Aussagen des Israelischen Innenministeriums nicht allzuviel Vertrauen in das israelische Rechtssystem hat?
    Warum hat sich der jüdische Widerstand den Staat Israel eigentlich gegen Großbritannien erkämpft und nicht in Großbritannien vor Gericht erstritten?

    „Also mfb schwafeln Sie nicht über das Grundgesetz, sondern beantworten Sie bitte meine Frage.“

    Herr Pfeifer – der Begriff „schwafeln“ ist nicht nur unhöflich, er ist geradezu herabsetzend – und auch nicht dem Thema angemessen. Sie haben in ihrem hohen Alter sicher eindeutig eine überwältigende Lebensleistung. Machen Sie diese bitte nicht durch Ihre „Schwafeleien“ kaputt.

    Im übrigen sollte das Grundgesetz der BR Deutschland für jeden, der einen deutschen Pass besitzt (haben sie neben der israelischen noch die österreichische oder die deutsche Staatsbürgerschaft?) – unabhängig von der Religion, ob jüdisch, christlich, muslimisch oder atheistisch – immer die Richtschnur der Ãœberlegungen sein. Und das nicht nicht einfach so daher geschwafelt. Anderweitig sollte mensch freiwillig seinen (deutschen) Pass zurückgeben.

  31. »Da Sie, Herr Pfeifer des deutschen mächtig sind«
    Das ist Herr Pfeifer zweifelsohne – anders als etwa ein »mfb«, der zwar sehr deutsch denkt, aber des Deutschen nicht mächtig ist.
    In Deutschland können momentan übrigens nicht nur antizionistische Hungerkünstler gegen Israel agitieren, es darf an deren Propaganda auch Kritik geübt werden – und das selbst dann, wenn der Kritiker Jude ist und es den »mfb« und seine judenkritischen Volksgenossen noch so stört.

  32. @mfb@ Ich habe keineswegs das Recht des Herrn A. oder von irgendjemand bestritten zu demonstrieren. Im Gegensatz zu Ihnen verehrte(r) mfb verstecke ich mich nicht anonym. Daher behaupte ich, diese „Juden gegen Frieden“ sind nützliche Idioten der Hamas. Den Zusammenhang habe ich aufgezeigt und es gibt nicht nur diesen Zusammenhang.
    Erklären Sie mir, weshalb Herr A. nicht sein Recht einklagt? Meine Annahme wird gerade durch solche Zuschriften wie Ihre bestätigt, es geht nicht um Recht, es geht darum den Staat Israel anzugreifen.
    Ich kenne den Fall von Herrn A. nicht und will jetzt den günstigen Fall annehmen, dass ihm und seiner Tochter tatsächlich ein Unrecht geschehen ist – dann stellt sich doch wieder die Frage, weshalb er sich nicht an das zuständige Gericht in Israel wendet?
    Also mfb schwafeln Sie nicht über das Grundgesetz, sondern beantworten Sie bitte meine Frage.
     
     

  33. Herrn A. und seinen Unterstützern geht es ja nicht um Recht. Würde es ihnen darum gehen, dann würden sie sich – wie das viele Menschen tun – an ein zuständiges israelisches Gericht wenden.
    Der „jüdische Stimme gegen einen Frieden im Nahen Osten“ geht es darum den Staat Israel zu boykottieren. Ihre englischsprachige Website
    http://jfjfp.com/?p=5092
    ist mit „Palestine Telegraph“ verlinkt. Dieses Hamas Sprachrohr propagiert gerne Holocaustleugner, so publizierten sie gestern die Ergüsse des in Australien lebenden mehrfach vorbestraften Holocaustleugners Frederick Toben.
    Und hier schließt sich auch der Kreis. Die BBC hat gerade diese Tage eine außerordentlich interessante Sendung über die „nützlichen Idioten“ (useful idiots) gebracht. (http://downloads.bbc.co.uk/podcasts/)
    Das waren hauptsächlich britische linke Intellektuelle, die nach einem Besuch der Sowjetunion, diese Diktatur in den Himmel gelobt haben. Und solche nützliche Idioten haben auch die blutige Diktatur unter Mao gelobt.
    Diese Jüdischen Stimmen gegen den Frieden betätigen sich auch als nützliche Idioten für Hamas. quod erat demonstrandum

     

    • „Herrn A. und seinen Unterstützern geht es ja nicht um Recht. Würde es ihnen darum gehen, dann würden sie sich – wie das viele Menschen tun – an ein zuständiges israelisches Gericht wenden.“

      Starke Behauptungen sind häufig besser als schwache Beweise. Schwache Behauptungen sind dagegen gar nichts wert.
      Da Sie, Herr Pfeifer des deutschen mächtig sind, empfehle ich Ihnen mal die Lektüre des deutschen Grundgesetzes und der zugehörigen Kommentierungen – gerne auch Artikel 8 (Versammlungsfreiheit). Ja – in Deutschland hat mensch das Recht, für seine Meinung, seine Freiheit, seine Rechte zu demonstrieren – auch in Einzelaktionen .. besonders dann, wenn er meint – gerade auch nach seinen Erfahrungen mit dem israelischen Innenministerium – vor israelischen Gerichten kein Recht zu bekommen.

      „Die BBC hat gerade diese Tage eine außerordentlich interessante Sendung über die “nützlichen Idioten” (useful idiots) gebracht.“

      Nein – es steht mir nicht zu und ist auch nicht mein Wille, Sie zu beleidigen. Aber haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass Sie eventuell selber .. ?

      „quod erat demonstrandum“

      .. steht am Ende eines Beweises – nicht am Ende einer obskuren Behauptungskette.

      .. und ja – ich hab die Petition unterschrieben 🙂

      • «… besonders dann, wenn er meint – gerade auch nach seinen Erfahrungen mit dem israelischen Innenministerium – vor israelischen Gerichten kein Recht zu bekommen.»


        Wenn Sie Recht für sich und Ihre Familie durchsetzen wollte, würden Sie nicht vor Gericht gehen, sondern in Hungerstreik vor einer Botschaft, obwohl das Gericht (eines Rechtsstaates, immerhin! Es geht hier weder um Iran, noch Hamastan) genau die Institution ist, deren originäre Aufgabe es ist, Recht zu sprechen? Finden Sie das (bei allem Mitleid für die Familie, die natürlich das Recht hat, parallel Aufmerksamkeit für ihren Fall zu organisieren) nicht etwas obskur? Oder mindestens drei Schritte vor dem ersten?

  34. Das Innenministerium weigert sich, diese „Ehe“ zu registrieren, da Herr Maraghy nun im Ausland lebt. Ein „Laissez Passer“ wurde ihm aber zugestanden, bis Mai 2011. Er muss sich dann aber von der Deutschen und dem Kind trennen und für mindestens eineinhalb bis zwei Jahre seinen Aufenthalt in Jerusalem haben. Mal sehen ob es ihm so wichtig ist.

    Das Volk Israel hat seiber ewig unteilbaren Hauptstadt stets die Treue gehalten! Die Araber haben genug andere Staaten wo sie hinkönnen.

    • „Das Innenministerium weigert sich, diese “Ehe” zu registrieren, da Herr Maraghy nun im Ausland lebt.“

      @ Ronnie,
      könnten Sie wohl erläutern, warum Sie diese „Ehe“ in Anführungszeichen setzen.

      „Er muss sich dann aber von der Deutschen und dem Kind trennen und für mindestens eineinhalb bis zwei Jahre seinen Aufenthalt in Jerusalem haben.“

      Aja .. nicht seine Ehefrau und sein Kind – wäre dann wohl doch zu emotional .. „die Deutsche“ und „das Kind“ ..

      „Mal sehen ob es ihm so wichtig ist.“

      Also eben mal Frau und Kind verlassen ist doch da wohl ein Klacks .. wer will sein Kind schion aufwachsen sehen. So ein bisken Einsatz muss doch verlangt werden dürfen, wenn er seine Heimat nicht verlieren will.
      Gehts noch?

      „Das Volk Israel hat seiber ewig unteilbaren Hauptstadt stets die Treue gehalten!“

      Völkerrechtlich sicher sehr relevant. <kopfschüttel>

      „Die Araber haben genug andere Staaten wo sie hinkönnen.“

      Leider gibt es tatsächlich Staaten, die die letzten Reste ihrer jüdischen Teilkultur vernichten und die örtliche Juden vertreiben .. judenrein. Doch wollen Sie ein Verbrechen mit einem anderen beantworten?
      Israel soll wohl nach Ihrer Meinung araberrein werden?
      Danach vielleicht noch christenrein?
      Oder gar demokratenrein?
      Das kann es ja wohl nicht sein.

  35. Amal, weshalb wendet sich Herr A. nicht an die israelischen Gerichte?
    Weil ihm und seinem Dunstkreis die Agitation gegen den jüdischen und demokratischen Staat Israel wichtiger ist, als das Recht seiner Tochter.
    Und warum die Betonung dass die Familie des Herrn A. schon seit 150 Jahren in J. lebt. Was ist das für ein Argument? Soll damit impliziert werden, dass diejenigen, die nicht in J. geboren sind, deren Familie dort nicht wenigstens 150 Jahre lebt, kein Recht haben dort zu wohnen?
    Diese Juden für einen gerechten Frieden sind auch für einen Boykott gegen Israel. Ob damit ein gerechter Frieden erreicht werden kann, wage ich zu bezweifeln. Den Antisemitismus in Europa aber kann man mit solch einer Bewegung wieder aufschaukeln.
     
     
     

  36. Herr Pfeifer, was kann Maraghy dafür, dass die Jordanier vor 62 Jahren die Altstadt annektierten? Und noch weniger kann Zaynap dafür.

    Die Familie lebt seit 150 Jahren in Jerusalem. Muss der Vater erst einmal den Nahostkonflikt lösen und die gesamte politische Vorgeschichte, möglichst seit Ibrahim, erzählen, und das auch noch politsch korrekt und „ausgewogen“, also deutlich zu Israels Gunsten?

    Was kann man ihm sonst noch vorwerfen? Dass er 2007 eine deutsche Staatsbürgerin geheiratet hat? Dass aus der Ehe im Dezember 2009 Zaynab hervorging? Dass die kleine einen arabischen Vornamen hat? Vielleicht gibt es sogar eine weibliche Kämpferin gleichen Namens? Liesse sich daraus nicht etwas stricken, so im Sinne von „Herr Maraghy macht aus seiner Verehrung der palästinensischen Streitkräfte keinen Hehl?

    Aber darauf gibt es keinen Hinweis. Seine Militärbewunderung, sein Nationalismus, scheinen in keiner Weise vergleichbar, mit dem seiner jüdischen Mitbürger. Ist er deshalb ungeeignet weiter Jerusalemer sein zu dürfen?

  37. Eine rührende Geschichte, die auch vom Propagandaorgan der deutschen Nationalbolschewisten (Junge Welt) publiziert wurde, die aber – wie könnte es anders sein – kontextlos gebracht wird.
    Hier eine Ergänzung:
    1948 hat aufgrund der Anweisung der Arabischen Liga (Trans)Jordanien alle Synagogen im jüdischen Viertel Jerusalem verbrannt und keinem einzigen Juden den Aufenthalt in Jerusalem oder anderswo in den von ihr besetzten Teil Palästinas gestattet.
    1948 haben die Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga begonnen die Menschenrecht der Juden abzuschaffen und vertrieben jüdische Gemeinden, die seit Jahrhunderten existierten.
    Seit dem die PA 1994 von der PLO geschaffen wurde, planen sie einen palästinensischen Staat, der sich auf den Prinzipien der Apartheid und der institutionalisierten Diskriminierung gründen soll.
    Während ca 20% der israelischen Staatsbürgern Araber sind, soll es keinem Juden gestattet werden im palästinensischen Staat zu leben. Das Recht der Nachkommen der palästinensischen Flüchtlinge in die Gebiete, die sie 1948 verloren haben, soll vom neuen palästinensischen Staat erkämpft werden.
    Allen, die Land an Juden verkaufen droht die Todesstrafe. Das gilt bereits jetzt.
    Terroristen die israelische Zivilisten ermordeten werden in offiziellen palästinensischen Medien geehrt.
    Bereits jetzt zeigt die PA ihren Staat auf dem ganzen Gebiet des Heiligen Landes als ob es keinen Staat Israel geben würde.
    Auf diesen Karten ist das jüdische Viertel in der Altstadt Jerusalem nicht vorhanden.
    Ist das Timing dieser Kampagne rein zufällig? Der Verdacht kommt auf, dass diese Kampagne damit zusammenhängt, dass die Islamische Republik Iran gerade jetzt sich darum bemüht, eine Witwe wegen angeblicher Untreue zu steinigen und einen Homosexuellen hinzurichten.
    Und es gibt so viele krasse Menschenrechtsverletzungen in arabischen und moslemischen Staaten, von denen man ablenken kann, indem man wirkliche und oft genug vorgegeben Menschenrechtsverletzungen im jüdischen Staat anprangert. Das kommt dann meist mit moralisierendem Tonfall, wie auch hier.
    Israel ist ein Rechtsstaat und wenn Herr Maraghy sich nicht an die israelische Gerichte wendet und anstatt dessen in Berlin demonstriert, dann ist ihm vielleicht diese Kampagne wichtiger als Recht zu bekommen.

    „Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen. Jeder hat das Recht, jedes Land, einschliesslich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren.“
    Und jetzt erwarte ich auch eine Kampagne für das Recht der am Leben bedrohten Bahais im Iran. Wird es auch eine dementsprechende Kampage für alle Einwohner des Nahen Ostens, die in Diktaturen leben geben?
    Ich kenne schon die rassistische Antwort. Die haben dort unten eine andere Kultur, die sind nicht reif für Menschenrechte.
    Doch wer nur Israel zur Zielscheibe macht, ist unglaubwürdig.

     

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