Kurt Eisner – 90 Jahre danach

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Am 21. Februar 1919 wurde Kurt Eisner in der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße / Nähe Promenadeplatz von einem rechtsextremistischen Attentäter ermordet. Wir werden am Tatort und zur Tatzeit, am Samstag, den 21. Februar 2009 um 11.00 Uhr, einen Kranz dort niederlegen und des ermordeten Ministerpräsidenten, Demokraten, Sozialisten und Pazifisten Kurt Eisner gedenken, der sich insbesondere für Völkerverständigung Bildung und den Dialog von Politik und Kunst einsetzte…

Titel: Kurt Eisner – 90 Jahre danach
Ort: München
Beschreibung: Das andere Bayern
Verein für demokratische Kultur im Freistaat e.V.

21.2.2009, 11.00 Uhr
„Kurt Eisner – ein Bild in die Staatskanzlei“ eine politische Kunstaktion

Der Verein „Das andere Bayern“ wird erneut mit einer Kunstaktion an Kurt Eisner, den Gründer und ersten Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern erinnern. (Schon 1986 und 1988 führten wir Erinnerungsaktionen durch).

Ein Porträtbild Eisners werden wir anschließend in die Staatskanzlei tragen. Dort hängen zwar die Bilder der sonstigen Ministerpräsidenten Bayerns, nicht aber das von Kurt Eisner. Die hundert Tage der Regierung Kurt Eisners haben mehr Ideen, mehr Freuden der Vernunft, mehr Belebung der Geister gebracht als die fünfzig Jahre vorher.\“ (Heinrich Mann)
Weder die Stadt München noch die Bayerische Landesregierung beabsichtigen, zum 90. Todestag Kurt Eisners „etwas“ zu machen. Auch ein würdiges Denkmal steht noch in weiter Ferne. Die Geschichte der bayerischen Revolution nach dem Ersten Weltkrieg, das Ende der militaristischen Monarchie, die Gründung des Freistaats Bayern und der unruhige Beginn der demokratischen Entwicklung scheint in den Köpfen der Politiker noch immer nicht angekommen zu sein.
Friedrich Köllmayr und Wolfram Kastner
Date: 2009-02-20

4 Kommentare

  1. Beschämend, dass man im heutigen Bayern immer noch solche Probleme im Umgang mit dem Gedenken an einen jüdischen Ministerpräsidenten hat.  Es sei in diesem Zusammenhang auch an den Umgang mit den sterblichen Ãœberresten Eisners ab 1933 erinnert: Weil die neuen Machthaber davon überzeugt waren, dass bestattete Juden begrabene Christen ‚kontaminieren‘ könnten, veranlassten sie die Exhumierung Eisners und des ebenfalls 1919 ermordeten Schriftstellers und Philosophen Gustav Landauer. Die israelitische Kultusgemeinde wurde zu einer Neubestattung beider gezwungen, auf deren Friedhof.

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