Die gelbe Post – eine deutschsprachige Emigrantenzeitschrift aus Shanghai

Der jüdische Psychoanalytiker und Emigrant Adolf Josef Storfer unter nationalsozialistischer Beobachtung. …

»Der Jude A. J. Storfer hat sich nun in Schanghai niedergelassen. Er arbeitet daran, sein jüdisches Gift in weite Kreise des chinesischen Volkes hineinzuspritzen. An seinem Gift soll das chinesische Volk, das vom Kommunismus ohnehin schon sehr stark zersetzt ist, vollends untergehen.«
Aus J. Streichers antisemitische Zeitung Der Stürmer, Juli 1939

»Meine Sprache ist deutsch. Meine Kultur, meine Bildung sind deutsch. Ich betrachtete mich geistig als Deutschen, bis ich die Zunahme des antisemitischen Vorurteils in Deutschland und Deutschösterreich bemerkte. Seit dieser Zeit ziehe ich es vor, mich einen Juden zu nennen.«
Sigmund Freud (1926) in einem Interview (Kaufhold & Wirth, 2006)

Von Roland Kaufhold

Adolf Josef Storfer war ein vielseitig begabter Psychoanalytiker, Jurist und Sprachenforscher. Als Jude musste er von Wien nach Shanghai fliehen. Er floh noch weiter nach Australien, wo er 1944 verstarb.

Im Shanghaier Exil gründete Storfer die deutschsprachige Exilzeitschrift Die Gelbe Post. Hieran wird in diesem Text erinnert. Weiterhin wird in dieser Studie – die in einer sehr viel umfangreicheren Version in der Zeitschrift Psychoanalyse im Widerspruch (H. 59/2018) erschienen ist – erstmals ein Dokument publiziert, welches belegt, dass Storfer auch im fernen Shanghai von Nationalsozialisten  beobachtet wurden: Julius Streichers antisemitische Hetzzeitung Der Stürmer publizierte im Juli 1939 einen Zeitungsbeitrag über das Wirken des jüdischen Flüchtlings Storfer in Shanghai.

Adolf Josef Storfer wurde 1888 als Sohn eines jüdischen Holzhändlers in Botosani, Bukowina, geboren. Seine Mutter verstarb bereits 1893. Fortan wuchs er in Kaffeehäusern auf, in denen sein Vater auch seine Geschäfte abwickelte. Er besuchte in Klausenburg ein Gymnasium, danach studierte er Philosophie, Psychologie und vergleichende Sprachwissenschaft. Er arbeitete als Korrespondent für verschiedene renommierte Blätter. 1910 nahm Storfer zu Freud Kontakt auf.

1919 unterstützte Storfer die ungarische Räterepublik und musste nach deren Zerschlagung von Budapest nach Wien übersiedeln. Dort machte er ab 1919 bei Freud eine Analyse und wurde 1919 ordentliches Mitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung. Storfer machte sich rasch einen Namen als produktiver und streitbarer Publizist.

Direktor des Internationalen Psychoanalytischen Verlages

Ab 1921 war Storfer Assistent und von 1925 bis 1932 Direktor des Internationalen Psychoanalytischen Verlages in Wien; dieser entwickelte sich in dieser Ära durch Storfers außerordentlichen Ideenreichtum sehr positiv. Er gründete mehrere psychoanalytische Zeitschriften. Weiterhin war er Mitherausgeber der Gesammelten Schriften von Freud. 1935 veröffentlichte er das Buch Wörter und ihre Schicksale, 1937 folgte Im Dickicht der Sprache.

Storfers Ideenreichtum und sein journalistisches Geschick waren jedoch nicht mit einer ökonomischen Kompetenz verbunden, was Antipathien unter seinen Wiener psychoanalytischen Kollegen wie auch bei Freud selbst erzeugte.

Diese Einschätzung wird durch drei Briefe aus dem Jahr 1932 bestätigt, die Freud an Jeanne Lampl-de Groot schrieb (Bögels, 2017). In diesen Jahren wuchs die antisemitische Bedrohung in Österreich für Juden massiv an, was von Freud anfangs jedoch in einer eher verleugnenden Weise wahrgenommen wurde (vgl. Kaufhold & Wirth, 2006). 

»Alles Übrige ist ja Phrase und Utopie.«

Dennoch hat Freud zeitlebens immer wieder auf den mörderischen Antisemitismus hingewiesen. In einem Brief vom 23.7.1908 an Karl Abraham schrieb er:

»Unsere arischen Genossen sind uns doch ganz unentbehrlich, sonst verfiele die Psychoanalyse dem Antisemitismus. […] Wir müssen als Juden, wenn wir irgendwo mittun wollen, ein Stück Masochismus entwickeln, bereit sein, uns etwas Unrecht tun zu lassen.Es geht sonst nicht zusammen. Seien Sie versichert, wenn ich Oberhuber hieße, meine Neuerungen hätten trotz alledem weit geringeren Widerstand gefunden« (Kaufhold & Wirth, 2006).

Und am 26. März 1933 schrieb Freud an Marie Bonaparte: »Man darf nicht übersehen, daß Judenverfolgung und Einschränkung der geistigen Freiheit die einzigen Punkte des Hitler-Programms sind, die sich durchführen lassen. Alles Übrige ist ja Phrase und Utopie.«

Vor dem Hintergrund dieser Bedrohungssituation schrieb Freud am 17.01.1932 an Lampl-de Groot: Die Rettung seines Verlages könne gelingen, jedoch »nur mit großen Geldopfern […] die nötig sind, um Storfers persönliche Schulden zu bezahlen und ihn zum Verzicht auf seine Stellung zu bewegen. Seine Mißwirtschaft hat alles ruiniert. So wertvoll er als Redakteur und geistiger Leiter war, so unheimlich haben seine Narrheit, Unordentlichkeit und Großmannsucht geschäftlich gewirkt.« (Bögels, 2017, S. 71)

Aus dem einflußreichen internationalen psychoanalytischen Umfeld unterstützte niemand Storfers Emigrationspläne. So blieb nur Shanghai, wohin in der Nazizeit zwischen 20.000 und 30.000 deutschsprachige Juden flohen.

1938 und 1939: Briefe Storfers an Bernfeld und Wittels

Storfer erhielt trotz ausgeprägten Bemühens weder für die Schweiz noch für die USA ein Visum. Den Kontakt zu einigen psychoanalytischen Kollegen, so zu Siegfried Bernfeld und zu Fritz Wittels, hielt er dennoch aufrecht.

Im Brief vom 07.09.1938 (Reichmayr, 1991, S. 161–166) beschreibt Storfer seine Hoffnung, doch noch ein Affidavit für die USA zu erhalten:

»Allerdings kann ich dann den Versuch unternehmen, auf Grund des Affidavits Aufenthaltsbewilligung in einem Durchgangsland zu bekommen. Doch ist auch diese Hoffnung nicht mehr als ein Strohhalm. Es sind in letzter Zeit so viele deutsche und osteuropäische Juden in die westeuropäischen Länder (…) gelangt (…) dass diese Länder sich strengstens absperren.«

Er beschreibt seinen verzweifelten Versuch, in die Schweiz zu gelangen:

»Wenn nun aber das weitaus Wahrscheinlichere eintritt, die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung, so ist das Projekt Schweiz ebenso erledigt wie das Projekt USA – und ich überhaupt.«

Ende 1938: Nach der antisemitischen Vertreibung ein Neuanfang in Shanghai

Storfer war eines das letzten Mitglieder der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung, das aus Wien floh. Das Novemberpogrom am 9.11.1938 hatte er als Jude noch miterlebt. Vom 28.11.38 datiert das Datum seiner Abmeldung aus Wien. Mit seiner Flucht nach Shanghai änderte er seinen Vornamen von Adolf nach Albert. Am 31.12.1938 kam der 50-Jährige in Shanghai an. Seinen »allgemeinen Bericht« vom 18.01.1939 von seinen ersten Eindrücken in Shanghai eröffnete Storfer lakonisch: »Ich bin am 31. Dez. in Sh. angekommen. Die 34-tägige Seereise war sehr angenehm und höchst interessant. […] Bis zum 20. Dez. war die Zahl der europ. Flüchtlinge etwa 600, jetzt sind´s bereits 1800.« (Rosdy, 1999, S. 13).

Storfer entwirft ein eindrückliches Bild von der schwierigen Lebenssituation für Neueinwanderer in Shanghai:

»Das Gros der Emigranten, vorläufig von der Unterstützung vegetierend, sieht zufolge mangelnder Informiertheit die Traurigkeit der Lage nicht ganz und lebt schlecht u. recht gedankenlos in den Tag hinein. (…) Für mich sehe ich bisher keine andere Möglichkeit, als zu versuchen, mit Deutschunterricht mein Brot zu verdienen.« (ebd., S. 14)

Storfers Gestaltungswille scheint ungebrochen:

»Im Übrigen«, schreibt Storfer am 18.01.1939, »habe ich mich schon in eine Bibliothek eingeschrieben, wo ich alle hiesigen englischen, französischen u. deutschen Zeitungen u. Zeitschriften studiere, so dass ich (…) bald in der Lage sein werde, Feuilletonbeiträge von hier zu schreiben.«

Die Grundlagen für die Exilzeitschrift Gelbe Post waren gelegt. Dreieinhalb Monate später erscheint deren erste Ausgabe.

Den erlebten Kulturbruch nach seiner Ankunft in Shanghai verarbeitete Storfer erstaunlich gut. Am 18.01.1939 verschickte Storfer einen Bericht über seine ersten Eindrücke von Shanghai (Rosdy, 1999, S.13-15): »Die 34-tägige Seereise war sehr angenehm und höchst interessant« (Rosdy, 1999, S. 13). Er berichtet vom ungebrochenen Zustrom mehrerer Tausend jüdischer Flüchtlinge: »Die beiden Komitees sind bereits heute in großer finanzieller Bedrängnis und werden der Zahl der Flüchtlinge bei der nächsten Landung bereits nicht mehr gewachsen sein« (ebd.).

Enttäuschungen und ungebrochener Optimismus

Storfers anfängliche Hoffnung, Geld durch Deutschkurse zu verdienen, hat sich zerschlagen. Es gebe kaum Interesse daran, konstatiert er. Er besucht regelmäßig die ortsansässige Bibliothek. Mehr als sein eigenes Schicksal interessiert ihn die Lebenssituation der übrigen jüdischen Flüchtlinge in Shanghai: »Das Gros der Emigranten, vorläufig von der Unterstützung vegetierend, sieht zufolge mangelnder Informiertheit die Traurigkeit der Lage nicht ganz.« (Kreissler, 2000, S. 515)

Im Brief Storfers an Wittels vom 04.02.1939 zeigt sich erneut seine Fähigkeit, das Beste aus der schwierigen Lebenssituation zu machen: »Zunächst will ich versuchen, mich hier durchzuschlagen. (…) Das Wichtigste habe ich erreicht, ich bin aus Deutschland heraus. (…) Ich muss sogar sagen, daß ich mich in gewissem Maße glücklich hier fühle«, versichert er seinem Freund (Rosdy, 1999, S. 16).

Was ihn jedoch wirklich belastet ist die Gefahr für seine Freunde: »Was mich schwer bedrückt, ist der Gedanke an all diejenigen, die noch in Deutschland geblieben sind. Darunter sind auch solche, die mir nahestehen« (ebd.).

Und dennoch hofft Storfer insgeheim, irgendwann doch noch in die USA zu gelangen:

»Eilig war mir aus Deutschland wegzukommen und dies habe ich schließlich erreicht. Aber Shanghai ist eine Falle und die Japaner bewachen die Öffnung. […] Aus diesen Gründen möchte ich die Möglichkeit, nach den Vereinigten Staaten zu gelangen, nicht aus den Augen verlieren« (ebd., S. 168).

»Ich gründe die Zeitschrift unter den tollsten redaktionellen, technischen und finanziellen Notverhältnissen«

Josef Storfer war trotz seiner schwierigen Lebenssituation in Shanghai voller Ideen: Er konzipierte eine deutschsprachige Emigrantenzeitschrift, der er den bezeichnenden Titel Die Gelbe Post gab. Sie sollte, so plante er anfangs, im Dienste »seiner« Psychoanalyse stehen. Er setzte seinen Freund Siegfried Bernfeld brieflich über seine publizistischen Pläne in Kenntnis.

Die Zeitschrift, deren Logo Storfer in seinem Schreiben an Bernfeld (31.03.1939) als Briefkopf verwendete, »besteht noch nicht«, bemerkte er. »Das erste Heft wird gegen Ende April mit Datum vom 1. Mai erscheinen« (Rosdy, 1999, S. 17). Storfer erhoffte sich eine internationale Rezeption seines tollkühnen Projektes: »Ich werde Ihnen das erste Heft zusenden und ich hoffe und ich bitte darum, dass Sie zu ihrer Verbreitung im ›Goldenen Westen‹ beitragen. Ich gründe die Zeitschrift unter den tollsten redaktionellen, technischen und finanziellen Notverhältnissen« (ebd.). Seine Zeitschrift werde sich »mit ostasiatischen Dingen« beschäftigen, aber auch »jede Möglichkeit suchen, die Psychoanalyse heranzuziehen, wenn´s nicht anders geht, an den Haaren« (ebd.). Abschließend sprach Storfer auch über seinen eigenen prekären gesundheitlichen Zustand:

»Ich arbeite 15–16 Stunden täglich, schlafe 4–5 Stunden, – das Schlimmste kommt aber noch: Die verrufene Shanghaier warme Periode, die schon in einem Monat einsetzt.« (Rosdy, 1999, S. 18).

Zuerst ein kurzer Überblick: Am 01.05.1939, nur vier Monate nach Storfers Ankunft in Shanghai, erschien die erste Ausgabe der Gelben Post. Die ersten fünf Hefte erschienen halbmonatlich, Heft 6 schon mit einer achttägigen Verspätung, was Storfer im Vorwort mit einer »Verschlechterung eines alten Herzleidens des Herausgebers« (S. 121) in Verbindung setzte. Heft 7 wurde drei Monate später gedruckt. Danach verwandelte er die Zeitschrift schrittweise in eine Tageszeitung. Die Konkurrenzsituation für sein Magazin wurde immer schwieriger, am 30.08.1941 mußte er sie an einen Konkurrenten verkaufen, dieser war zugleich Eigentümer des Shanghai Jewish Chronicle. Dieser stellte das Erscheinen der Konkurrenzzeitschrift sofort ein.

»Bedrohte Rattenherrlichkeit«

Zurück zu den Inhalten der Gelben Post: Storfer gelang es, sein erstaunliches Allgemeinwissen in stets amüsanter Weise an die Leser – also die mittellosen, entrechteten jüdischen Emigranten in Shanghai – zu bringen. Viele seiner Themen entsprangen seinen unmittelbaren Beobachtungen seiner neuen Heimat. Seine Beiträge des ersten Heftes trugen Titel wie »Hut ab vor dem Kuli«, »1 Fußtritt = 10 Cents« und »Bedrohte Rattenherrlichkeit«. Aber es finden sich in Heft 1 auch thematisch sehr unterschiedliche Beiträge wie »Die Mitarbeit der chinesischen Frau«, »Bodenpreise und Mieten in Shanghai«, »Chinesisches Propagandatheater« sowie »Ka-de-O. Bummel durch ein chinesisches Warenhaus« des Journalisten Julius R. Kaim.

Weitere publizistische Mitstreiter in der Gelben Post waren Bruno Kroker, der Sinologe Willy Ton, A. Jovishoff und der Kunsthistoriker Lothar Brieger. In seinem bebilderten Beitrag »Der Kindersarg« (H. 5, Juli 1939) beschreibt Brieger in eindrücklicher Weise seine bedrückende Lebenssituation als Intellektueller und Emigrant: »Zuerst muss ich Ihnen aber wirklich sagen, wer ich bin. Ich bin Refugee, Kunsthistoriker und Schriftsteller und lebe gegenwärtig in Shanghai, China. Sie werden sagen, so etwas muss ungemein interessant sein, aber ich versichere Ihnen, es ist ungemein schwer« (Rosdy, 1999, S. 4). Seinen Alltag in Shanghai beschreibt er voller Ironie:

»Gestern war hier eigentlich nichts Besonderes los. Ein chinesischer Redakteur mit seinem Freunde wurde erschossen, zwei Rechtsanwälte wurden schwer verwundet, ein Bombenattentat demolierte erhebliche Teile eines chinesischen Verlagshauses, also tatsächlich nur das, was man hier in Shanghai einen ruhigen Tag nennen könnte.« (Storfer, 1999, S. 109)

Brieger beschreibt in seinem Text »Der Kindersarg« den alltäglichen Kampf von Müttern um das Überleben ihrer Kleinkinder, der in vielen Fällen erfolglos blieb. Eine Alltagsszene:

»Da sah mich die junge Mutter mit einem Blicke schmerzlichen Erstaunens an, dann lächelte sie unendlich liebevoll, unendlich gütig auf das saugende Kind herab. […] Nun sah ich sie wieder. Sie […] hielt in ihrem Arme etwas in ein großes Tuch gehüllt. Vorsichtig um sich blickend, blieb sie nun einige Schritte zurück, während die anderen Chinesen weiter rannten. Jetzt nutzte sie eine Minute des Alleinseins und legte etwas an der Mauer meinem Hause gegenüber nieder. Dann eilte sie den Uebrigen nach, als hätte sie Feuer hinter sich. […] Es war einer der einfachen, aus gelben Latten roh zusammengeschlagenen chinesischen Kindersärge. Sie muss das Kind sehr geliebt haben.« (ebd., S. 110).

In der Gelben Post erschienen in späteren Ausgaben noch einige weitere psychoanalytische Beiträge. Es war für den Freud-Schüler Storfer ein Kulturexport seines Wiener Erbes nach Shanghai. Wien, Freuds Lehre lebte hier weiter.

»Der Judenhass in der Welt. Sigmund Freuds neueste Forschungen«

Neben den beiden bereits erwähnten Beiträgen seien noch folgende Studien aus der Gelben Post erwähnt: In Heft 3 (Juni 1939) der Gelben Post veröffentlichte Storfer eine Sensation: Ein Vorabdruck mit Auszügen aus Freuds letztem Werk »Der Mann Moses und die monotheistische Religion«. Der 82-jährige Freud hatte diese bewusst spekulativ gehaltene Schrift in seinem letzten Lebensjahr noch abzuschließen vermocht; sie erschien wenige Wochen vor seinem Tod im Londoner Exil im Amsterdamer Verlag »De Lange«.

Dieses Buch des knapp 80-jährigen, krebskranken Mannes war ein Versuch, den »ewigen Antisemitismus« in historischer Dimension zu verstehen. Je konkreter der Antisemitismus nun Freud selbst bedrohte, desto stärker identifizierte dieser sich mit seinen jüdischen Wurzeln. In einem Brief vom 30.09.1934 an Arnold Zweig skizzierte Freud seine Zugangsweise:

»Der Ausgangspunkt meiner Arbeit ist Ihnen vertraut; derselbe wie für Ihre ›Bilanz‹. Angesichts der neuen Verfolgungen fragt man sich wieder, wie der Jude geworden ist und warum er sich diesen unsterblichen Haß zugezogen hat.« (Kaufhold & Wirth, 2006).

Storfer betitelte Freuds Studie folgerichtig mit »Der Judenhass in der Welt. Sigmund Freuds neueste Forschungen« (Storfer, 1999, S. 65–68).

Max Eitingon in der Gelben Post: Psychoanalyse in Palästina

Die Psychoanalyse, so berichtete Max Eitingon 1939 in der Gelben Post, »erregt Interesse, einige ihrer Vertreter hier werden mit Respekt behandelt, die Jugend, besonders die aus den westlichen Ländern eingewanderte, interessiert sich sehr für das Gedankengebäude Freuds.«

Und in einem Storfer gewidmeten Vorspann fügt Eitingon von Jerusalem aus hinzu: »Herrn A. J. Storfer, unserem alten und langjaehrigen Mitarbeiter am internationalen Psychoanalytischen Verlag (…) gratulieren wir herzlich zu der so ausserordentlich gut gelungenen ersten Nummer der von ihm herausgegebenen ›Gelben Post‹«.

In der angelsächsische Presse Shanghais wurde die Gelbe Post mit großem Interesse und Zuspruch wahrgenommen.

Ein zufälliger Fund: Der Stürmer über Storfer

Bei den Arbeiten an einem Buch über Peter Finkelgruen wurde ich an das Wirken Storfers erinnert – und machte hierbei einen für die Fachwelt vielleicht »sensationellen« Fund: Ein ausführlicher Zeitungsbeitrag im nationalsozialistischen Propagandablatt Der Stürmer über den Juden und Psychoanalytiker Storfer.

Die französische Shanghai-Forscherin Françoise Kreissler (2000) hat erstmals auf die Existenz dieses nationalsozialistischen Dokuments hingewiesen. Dieses belegt und dokumentiert die Beobachtung und Verfolgung des jüdischen Flüchtlings Storfer auch noch im fernen Shanghai. Verfaßt wurde es von einem – im Beitrag nicht namentlich genannten – in Shanghai lebenden Nationalsozialisten, der offenkundig Mitglied der NSDAP/AO Ortsgruppe Shanghai war. Publiziert wurde es im Juli 1939 in Streichers Hetzschrift Der Stürmer. Storfers »arische« Berliner Berufskollegen – von denen einige sich nicht zu schade waren, sogar noch von ihren ins Exil vertriebenen jüdischen Kollegen die Mitgliedsbeiträge »im Interesse der psychoanalytischen Sache« zurück zu fordern, die sogar einige jüdische Psychoanalytiker stillschweigend aus ihren Mitgliederlisten strichen, ohne diese hierüber zu informieren – vermochten dieses Dokument über ihren Kollegen Storfer 1939 also gleichfalls zu lesen: in Berlin.

Die Wertschätzung, die viele Shanghaier Emigranten dem viel zu früh Verstorbenen entgegen brachten, teilt auch Peter Finkelgruen. In Erlkönigs Reich bemerkt er:

»Es gab aber unter den Flüchtlingen solche, denen bewußt war, wie richtig und nötig es sei, sich der Umwelt, in der man sich befand, bewußt zu werden. Zu diesen zählte auch ein Mann namens Julius Storfer, ein Flüchtling aus Wien, Schüler Freuds, Jurist wie mein Vater. Er gründete in Shanghai eine Zeitschrift mit dem Namen ›Die Gelbe Post‹. Als ich Material und Wissen über die Stadt und die Zeit suchte, in der ich geboren wurde, fand ich einige Kopien dieser Zeitschrift.« (Finkelgruen, 1999, S. 199).

Nach der organisierten Vertreibung: Der geplante Völkermord an den Shanghaier Juden zu Rosh Hashana

Storfers publizistisches Engagement im fernen Shanghai entging auch den deutschen Nationalsozialisten in Berlin nicht. Bei der Vertreibung und ökonomischen Ausbeutung der Juden wollte man es nicht belassen. Auch im Deutschen Reich verlor man das Engagement des Juden und Psychoanalytikers Storfer nicht aus dem Auge (vgl. Kaufhold, 2017b).

Zwei Monate nach Erscheinen seiner Gelben Post erschien im Juli 1939 in Julius Streichers antisemitischem Stürmer eine wüste antisemitische Drohung, in der der offenkundig in Shanghai lebende Autor China vor diesem jüdischen Psychoanalytiker warnt. Es ist anzunehmen, daß der Autor Mitglied der NSDAP/AO Shanghai war. In China existierten seinerzeit acht Ortsgruppen und sieben Stützpunkte der NSDAP/AO (Freysen, 2000, S. 56). Finkelgruen (1999, S. 196) bemerkt hierzu:

»In der vergleichsweise kleinen deutschen Gemeinde in Shanghai hatte der Nationalsozialismus bereits früh Fuß gefasst. Ende 1933 waren bereits über 600 der in China lebenden Deutschen Mitglieder der NSDAP-AO. Es gab einen Gauleiter, es gab die HJ, es gab eine Zeitung mit Hakenkreuz namens Ostasiatischer Beobachter.«

Die deutschen Nationalsozialisten waren ein sehr gründliches und zielstrebiges Volk. Die Vernichtung der Juden war ihnen zumindest ab 1943 ein wichtigeres Kriegsziel als der Gewinn des Weltkrieges. Die Vernichtung auch der Shanghaier Juden war ein fester Plan der deutschen Nationalsozialisten. Diese entwarfen hierfür drei Pläne: Die Juden könnten bei unzureichenden Hungerrationen zu Zwangsarbeiten herangezogen werden. Man solle die überlebenden Juden unter einem Vorwand auf ein manövrierunfähiges Schiff verfrachten, dieses auf hohe See schleppen und dort verlassen. Oder man könne auf der Halbinsel Potong mit deutscher Unterstützung eine Gaskammer bauen. Entscheidend sei, daß man aller Juden in Shanghai habhaft werde. Am günstigsten wäre hierfür das jüdische Neujahresfest Rosh Hashana, an dem alle jüdischen Familien beisammen seien (vgl. Finkelgruen, 1999, S. 195f; Kaufhold, 2017a).

Der Shanghaier Stürmer-Beitrag über A. J. Storfer

Unter der Überschrift »Juden in China. Von unserem Mitarbeiter in Schanghai« heißt es im Juli 1939 im Stürmer:

»In Schanghai hat sich ein Emigrant aus Wien niedergelassen. Es ist der Jude A. J. Storfer, der einst den Internationalen Psychoanalytischen Verlag in Wien geleitet hat. Er war auch Schriftleiter mehrerer psychoanalytischer Zeitschriften. Was ist die Psychoanalyse? Ein ›wissenschaftliches‹ System, welches degeneriertes jüdisches Geschlechtsempfinden für die Völker aller Rassen zur Pflicht machen wollte. Diese Lehre ist eine einzige jüdische Schweinerei. (…) In normalen Zeiten wird der Lehrer einer solchen verrückten Idee ins Irrenhaus gebracht. In der Systemzeit jedoch wurden solche Lehrer in Deutschland verherrlicht. Das Dritte Reich hat mit dem ›psychoanalytischen‹ Saustall aufgeräumt.«

Dann geht es mit der Zwischenüberschrift »Psychoanalyse in China« weiter:

»Der einstige Leiter des Internationalen Psychoanalytischen Verlags in Wien, der Jude A. J. Storfer hat sich nun in Schanghai niedergelassen. Er arbeitet daran, sein jüdisches Gift in weite Kreise des chinesischen Volkes hineinzuspritzen. An seinem Gift soll das chinesische Volk, das vom Kommunismus ohnehin schon sehr stark zersetzt ist, vollends untergehen« (ebd.).

Dann:

»Es ist durchaus verständlich, wenn sich Juden in größerer Zahl nach China begeben. Dort ist für sie noch etwas zu holen, wenn auch die Reisekosten dorthin etwas hoch sind. Anfang 1939 befanden sich in Schanghai bereits 1400 jüdische Flüchtlinge. (…) Die Chinesen werden auf die unerwünschten Gäste bereits aufmerksam. (…) Es ist gar nicht leicht, die jüdischen Flüchtlinge unterzubringen. Besonders in den von den Japanern besetzten Gebieten Chinas haben die Juden nichts zu lachen. Die Japaner haben ein gesundes Rasseempfinden.«

Abgeschlossen wird der Beitrag mit der Abbildung eines arabischsprachigen Plakates, welches an der Jerusalemer Klagemauer aufgenommen worden sei. Darin werde zum »Boykott der jüdischen Geschäfte« aufgefordert. Solche Plakate korrespondieren mit der Zusammenarbeit des Großmufti von Jerusalem, Amin al-Husseini mit dem NS-Regime, die durch Fotos sowie durch ein Telegramm von Heinrich Himmler an al-Husseini vom 2.11.1943 belegt ist. Hierin erklärte Himmler dem arabischen Führer seine Verbundenheit im »Kampf gegen das Weltjudentum«.

Die Ausbürgerung des Juden Storfer aus Österreich

Storfers antifaschistisches Engagement in der Gelben Post, verstärkt durch den Stürmer-Zeitungsbeitrag, führte am 27.08.1940 zu Storfers Ausbürgerung aus Österreich. Peglau (2011) bemerkt zu den Hintergründen: »Das Dokument zu Storfer (R 99896, 4 Seiten) beginnt mit dem üblichen Anschreiben, diesmal vom 27.08.1940. ›Gründe für die Ausbürgerung: Der Jude Adolf Storfer ist nach Shanghai emigriert und erwarb dort die Halbwochenschrift »Gelbe Post«‹. In dieser Zeitschrift wird eine üble Hetzpropaganda gegen das Dritte Reich entfaltet.«Storfer war neben Wilhelm Reich, Bruno Bettelheim und Therese Benedek der einzige Psychoanalytiker, dem wegen seines antifaschistisch-psychoanalytischen Engagements die Staatsbürgerschaft aberkannt wurde. »Kein weiterer Analytiker wurde ausgebürgert, auch nicht Sigmund oder Anna Freud« (Peglau, 2011).

Hilfen für Mitarbeiter

Am 31.08.1940, einen Tag nach der erzwungenen Einstellung seiner Gelben Post, setzte Storfer sich noch für seine bisherige, 15-jährige Mitarbeiterin Helga Calm ein: Er stellte ihr eine Beurteilung für ihre Tätigkeit bei seiner Zeitung aus.

In der Gemeinschaft der Ausgestoßenen versuchte Storfer weiterhin zu helfen, während er sich selbst zunehmend weniger zu helfen vermochte.

Im Juli 1941, kurz vor seiner weiteren Flucht nach Australien, schickte der 53-Jährige Storfer noch einmal einen Brief an seinen psychoanalytischen Freund Fritz Wittels. (Rosny, 1999, S. 21). Seine wachsende Verzweiflung vermag der unermüdliche Optimist nicht mehr zu verbergen: Sein letztes großes Lebenswerk, die Gelbe Post, wird durch seinen Konkurrenten endgültig ruiniert:

Seine Zeitschrift stehe vor dem Ruin, er selbst sei krank und er habe»nicht mit der vor nichts zurückschreckenden Gemeinheit meiner (weltanschaulichen) Gegner und (geschäftlichen) Konkurrenten gerechnet. Eine große Intrige wurde angezettelt, gegen die ich machtlos war« (S. 21).

Ich denke, er spürte seinen herannahenden Tod. Er leidet, so schreibt er, »schwer unter dem berüchtigten Shanghaier Sommer« und erleidet »schon nach der ersten Nacht (allerdings war es ein 20stündiges Durcharbeiten) einen schweren Herzanfall«.

Storfer schreibt von seinen Schulden, seinem kleinen Job »im Rundfunkwesen« und fügt hinzu:»Von Freunden in Europa bin ich ganz abgesperrt. Aber auch aus Amerika höre ich niemals etwas. « (ebd.).

Ein früher Tod im australischen Exil – »A net schlecht«

Am 8.12.1941 gelang Josef Storfer mit einem Schiff die Flucht nach Australien. Ihm blieben nur noch knapp drei Jahre. Von der Umwelt vollständig abgeschnitten und weitestgehend vergessen vermochte er in Australien beim britischen Informationsdienst als Sprecher zu arbeiten. Einige Emigranten hörten seine Stimme und erinnerten sich an diesen intellektuellen Sprachkünstler. Zeitweise arbeitet er in einem Sägewerk.

Am 2.12.44 stirbt der jüdische Emigrant Storfer, er wurde nur 56 Jahre alt – einen halben Erdball von seiner Heimat entfernt –, in einem Krankenhaus in Melbourne an Lymphdrüsenkrebs. Im Shanghaier Exil erinnerte der österreichische Journalist und Schriftsteller Josef Kalmer, selbst Autor der Gelben Post, in der China Daily Tribune vom 23. April 1946 in einem Portrait an Storfers bewegten Lebensweg und Tod. 1933, nach Storfers eher unfreiwilligem Abschied von Freuds Internationalem Psychoanalytischem Verlag, war Storfer in Kalmers in der Alserstraße 45 in Wien gelegenen Wohnung gezogen »und dort blieb er, bis ihn die Nazis zwangen, Wien zu verlassen«, erinnert sich Kalmer. Als der Schweizer Verleger Martin Hürlimann 1935 Storfers Werk »Wörter und ihre Schicksale« in seinem Atlantis Verlag – dieser hatte seinen Sitz seinerzeit noch in Berlin – herausgeben wollte, warnte Storfer ihn ausdrücklich davor, weil er Jude sei. Der Schweizer Hürlimann blieb standhaft. Als der Jude Kalmer wenig später, 1938, selbst in Gestapohaft kam »rannte Storfer täglich von Konsulat zu Konsulat, um mir irgendein Einreisevisum zu verschaffen. In der glühenden Sommerhitze des Juli 1938 stellte er sich an«. 1939 gelang Kalmer die Flucht von Prag nach London. Storfer sandte ihm zu seinem ungläubigen Staunen »ein Konvulat von Zeitschriften und Zeitungen und Briefen Storfers aus Schanghai«, darunter auch die »antinazistische Halbmonatsschrift Die Gelbe Post« (ebd.).

Als Storfer nach seiner weiteren Emigration nach Australien in einem Sägewerk arbeitete, um zu überleben, eine körperlich sehr anstrengende Tätigkeit für den 53-Jährigen, »benützte [er] seine Freizeit dazu, für arme Kinder aus Holz Spielzeug zu drechseln. Von Literatur wollte er – nach dem Verlust des Manuskripts seines Buches Von A bis Z – nichts mehr wissen« (ebd.). In einem Brief an seinen Freund Kalmer schrieb Storfer »von einer geheimnisvollen Krankheit, die ihn befallen hatte, und von der Hoffnung, nach Österreich zurückzukehren.« In seinem letzten Brief berichtet Storfer von dem bei ihm diagnostizierten Lymphdrüsenkrebs und fügt hinzu: »A net schlecht« (ebd.).

Der österreichische Literaturkritiker Alfred Polgar charakterisierte Storfer 1947 in einem Nachruf lebendig:

»Storfer war ein richtiger Bohemien, insofern er ein unbürgerliches Leben führte. (…) Aber in seinem Charakter, der vornehm war und lügelos, gab es keine Bruchstelle. (…) Seine Bescheidenheit, die echt war, überschattete seinen Hochmut, der ebenso echt war. Von Storfer stammt die kränkend-konziliante Wendung: ›Sie haben recht, aber Sie wissen nicht warum.‹ […] Er war ein Original, vielleicht das wertvollste unter den vielen Originalen und Käuzen, die zwischen den Kriegen, dem geistigen Wien (…) eine Art von phosphoreszierendem Glanz gaben.« (Reichmayr, 1990, S. 160).

Und Alfred Polgar fügte hinzu:

»Während der letzten Monate seines Lebens arbeitete […] Storfer, ein Mann großen, tiefen Wissens, Schriftsteller, Sprachforscher und Sigmund Freuds treuester Evangelist, in einer Drechslerei. Vielleicht tat er es aus Not. Nicht ausgeschlossen wäre immerhin bei Storfer, daß ihn die Idee gewonnen hätte, Knöpfe drehen sei eine vernünftigere Tätigkeit als Bücher schreiben« (in: Kreissler, 2000, S. 524).

Josef Storfer verstarb still und leise am anderen Ende der Welt. Danach blieb der Jude und Lebenskünstler vergessen.

Literatur

Armbrüster, G., Kohlstruck M. & Mühlberger, S. (Hrsg.). (2000). Exil Shanghai 1938–1947. Jüdisches Leben in der Emigration. Berlin: Hentrich & Hentrich.

Bögels, G.F. (Hrsg.). (2017). Sigmund Freud: Briefe an Jeanne Lampl-de Groot 1921–1939. Gießen: Psychosozial Verlag.

Freysen, A. (2000). Shanghai und die Politik des dritten Reiches. Würzburg: Königshausen & Neumann.

Finkelgruen, P. (1999). Erlkönigs Reich. Hamburg: Rowohlt Verlag.

Kalmer, J. (1946). Storfer und die Wiener Sprache. China Daily Tribune, 23. Wiederabgedr. in A.J. Storfer (2000). Im Dickicht der Sprache (S. 7–11). Berlin: Verlag Vorwerk.

Kaufhold, R. (2001). Bettelheim, Ekstein, Federn. Impulse für die psychoanalytisch-pädagogische Bewegung. Gießen: Psychosozial-Verlag. http://roland-kaufhold.blogorio.com/content/bettelheim-ekstein-federn-impulse-fuer-die-psychoanalytisch-paedagogische-bewegung-mit-einem

Kaufhold, R. (2015). Freud in Israel. Eran Rolniks Studie über die Geschichte der Psychoanalyse im frühen Palästina. psychosozial 142(IV), 118–122 (Gekürzte Version auf haGalil, 25.05.2016: http://buecher.hagalil.com/2015/10/freud-in-israel/).

Kaufhold, R. (2017a). Exil in Shanghai. Shoa-Gedenken in China. Neues Deutschland, 23.02.2017; längere Version: http://www.hagalil.com/2017/02/gedenkrede-in-peking).

Kaufhold, R. (2017b). Ein Wiener in Asien. Adolf Josef Storfer, Psychoanalytiker und Betreiber der Exilzeitschrift »Gelbe Post«, wurde auch in Shanghai von den Nazis beobachtet, Jüdische Allgemeine (10.8.2017). http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/29298

Kaufhold, R. & Wirth, H.-J. (2006). Der Weg ins Exil: Vor 70 Jahren emigrierte Sigmund Freud nach London. TRIBÜNE. Zeitschrift zum Verständnis des Judentums177(1), 158–171. http://www.hagalil.com/archiv/2008/11/freud.htm

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Eine sehr viel umfangreiche Version dieser Studie ist unter dem gleichen Titel in der Heidelberger Zeitschrift Psychoanalyse im Widerspruch (H. 59/2018, S. 9-46) (Gießen: Psychosozial-Verlag) erschienen:
Psychoanalyse im Widerspruch: Gibt es ein Entkommen? Lebenslinien im Brennpunkt der Geschichte, H. 59/2018, ISSN 0941-5378, 144 S., 19,90 Euro. Bestellbar über den Buchhandel oder direkt über den Psychosozial Verlag.

Wir danken Prof. H. J. Wirth und dem Redakteur Parfen Laszig für die Nachdruckgenehmigung der stark gekürzten Manuskriptversion.