Grundwissen: Christlicher Antijudaismus

Die erste antijüdische Politik setzte im 4. Jahrhundert n. Chr. in Rom ein. Das Christentum hatte unter der Herrschaft Kaiser Konstantins (324 – 337) zunehmend an Einfluß gewonnen, um schließlich zur Staatsreligion zu werden und die Christianisierung in weiten Teilen Europas einzuleiten. Seit dieser Zeit machte der Staat Kirchenpolitik. Juden waren vielfach die einzige Minderheit, die demgegenüber auf ihrer eigenen Religion beharrte…

Von Eckart Dietzfelbinger

In den folgenden zwölf Jahrhunderten bestimmte die katholische Kirche, wie hinsichtlich der Juden zu verfahren sei. Anders als im vorchristlichen Rom, das in Religions- und Glaubensfragen keinerlei Monopolanspruch erhob, bestand sie auf der Alleingültigkeit der christlichen Lehre. Die Bekehrung der Juden mit einem entsprechenden fortwährenden theologischen Kampf war somit das erste Ziel der katholischen Kirche, die erste antijüdische Politik in der Geschichte des Abendlandes.

Doch die Juden ließen sich nicht bekehren. Sie haben nur einen Gott, der unteilbar ist. Er ist nicht Christus, und Christus ist nicht Er. Christentum und Judentum sind seitdem unvereinbar. Die Hinwendung zum Christentum ist seitdem gleichbedeutend mit der Abkehr vom Judaismus.

Allmählich begann die Kirche, ihren Worten gewaltsam Nachdruck zu verleihen. Sie belegte interkonfessionelle Ehen, die Erörterung religiöser Fragen oder das Wohnen von Christen und Juden in gemeinsamen Unterkünften mit strengem Verbot. Durch öffentliches Verbrennen des Talmud, eines der bedeutendsten Schriftwerke des Judentums, sowie durch Ausschluß von Juden aus öffentlichen Ämtern versuchte sie Christen vor der „verderblichen“ jüdischen Lehre zu bewahren bzw. zu „schützen“.

Judenverfolgung während der Kreuzzüge

Doch bei der relativen Duldung der Juden sollte es nicht bleiben. Zwischen weltlicher und kirchlicher Hierarchie, dem Papsttum, entstand im christlichen Europa ein heftiger Konkurrenzkampf um die Oberhoheit, der sich im 10./11. Jahrhundert um die sog. Kreuzzüge formierte. 1007 eroberte der Kalif Al-Hakim Jerusalem und zerstörte die Grabeskirche und viele weitere Kirchen, ebenso Synagogen. 1095 rief Papst Urban II. zum Kreuzzug für die Befreiung der heiligen Stätten in Arabien, Türkei, Palästina auf. Mehrere Motive spielten dafür eine Rolle. Im 11. und 12. Jahrhundert vollzog sich eine gewaltige Umschichtung in den wirtschaftlichen und sozialen Strukturen der damals fortgeschrittenen europäischen Gebiete. Viele Pächter und Fronbauern verloren aufgrund dieser Entwicklung ihre Länder, es kam zu sozialen Unruhen und Aufständen. Die ökonomische Krise, die gewünschte militärische Absicherung des Handels auf neuerschlossenen Wegen und machtpolitische Absichten rechtfertigten aus Sicht der Kirche die militärische Operation.

Unter dem Vorwurf, sie seien Verbündete äußerer Feinde des Heiligen Römischen Reiches, wurden nun Juden gewaltsam und gesellschaftlich diskriminiert und buchstäblich markiert: mit einer Kleiderordnung, z.B. gelben Binden oder Punkten. Kreuzfahrer zerstörten planmäßig viele der bislang blühenden jüdischen Gemeinden entlang ihrer Reiseroute (z.B. in Metz, Speyer, Worms, Moers, Trier, Köln, Prag). Seit Generationen dort ansässige Juden wurden in Pogromen ohne Rücksicht auf Alter oder Geschlecht getötet. Verschont wurden nur Juden, die sich rechtzeitig taufen ließen.

Ferner setzte im 12./13. Jahrhundert eine räumliche Trennung der Juden von der übrigen Bevölkerung in Ghettos wie in Rom ein, die mit weiteren Einschränkungen verbunden waren. Um außerhalb Wohn- und Geschäftsräume zu mieten, benötigten die Juden eine Erlaubnis des Kardinalvikars. Der Erwerb von Grund und Boden war ihnen verboten, ebenso der Besuch höherer Schulen und die Berufsausübung als Rechtsanwalt, Apotheker, Notar, Maler oder Architekt. Kein Jude durfte ein öffentliches Amt bekleiden. Dazu kamen zahlreiche ihnen auferlegte Sonderabgaben. Diese Auslegung des kanonischen Rechts kopierten alle mittelalterlichen Staaten und bauten auf ihm auf. So entstand ein „internationales Judenrecht“ des Mittelalters.

Ökonomische Ausgrenzung

Neben das religiöse Motiv der Judenfeindschaft trat ein ökonomisches. 1215 verbot das III. Laterankonzil Christen den Geldhandel (Zinsverbot). Juden, die aufgrund ihrer Tradition sehr oft im Handel tätig waren, wurden nun endgültig in diese Tätigkeit als Fernhändler und legitime Geldverleiher abgedrängt bzw. verbannt. In der feudalen Gesellschaft war der Tausch von Geld und Gütern, der sich am Rande der Gesellschaft entwickelte, marginal. Fortan waren die Juden des „Kaisers Kammerknechte“ und der Steuerbehörde, dem Fiskus, rechenschaftspflichtig. Der „Schutz“ des Kaisers bedeutete, dass er ihr Eigentum als sein persönliches betrachtete. Er verpachtete die Juden; sie stellten für ihn eine Geldquelle dar. Der normale Mensch kam meist nur bei Geldforderungen mit Juden in Berührung, oft in Verbindung mit einer negativen Erfahrung (z.B. Unglück, Schicksalsschlag). Dadurch wurden die antijüdischen Ressentiments gesteigert.

Kam es zu wirtschaftlichen oder anderen Krisen, z.B. Pestepidemien, diente die unterschwellig geschürte Judenfeindschaft als Entlastungsventil. Die jeweiligen Machthaber lenkten den Volkszorn und Unmut auf Juden, um beispielsweise Schulden, die sie bei ihnen hatten, zu tilgen. D.h., die Juden wurden als designierte Opfer freigegeben, während die eigentliche Herrschaft bestehen blieb. Anschließend ließen sie den Aufstand niedergeschlagen und die Rädelsführer bestrafen.

Die Folge dieser Politik waren zahlreiche antijüdische Pogrome mit mehreren tausend Opfern. Z.B. 1221 in Erfurt, 1285 in München, 1298 und 1349 in Nürnberg, 1384 in Franken.

Antijudaistische Theologie

Die Geschichte der Judenfeindschaft, ihrer Umsetzung in Blut- und Mordlegenden und an diesen sich entzündender Verfolgungen und Massaker ist ohne die von der christlichen Kirche aus dem Neuen Testament abgeleitete antijudaistische Theologie nicht zu verstehen. Sie kriminalisierte die Juden seit Mitte des 12. Jahrhunderts mit immer denselben Anschuldigungen „satanischer“ Vebrechen: Hostienfrevel, Gotteslästerung, Brunnenvergiftung, das Eintreiben von „Wucherzinsen“, Ritualmord (Schlachten von Kindern und Verwendung ihres Blutes im Passahbrot bzw. Kannibalismus). Die daraus projiziierten Judenbilder, z.B. „Gottesmörder“, Söhne des Satans mit der bildhaften Darstellung der „Judensau“ (Juden saugen an den Zitzen und nähren sich direkt mit der Milch einer Sau, die die Sphäre des Teufels bedeutet), oder Schacherer und Ausbeuter hatten sich bereits im Mittelalter in hohem Ausmaß im kollektiven Bewußtsein der europäischen Gesellschaft etabliert.

Einer der intellektuellen Judenfeinde, der in der Entwicklung des deutschen Denkens eine herausragende Stellung einnimmt, war Martin Luther. In seiner Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ (1542) heißt es: „Hieraus siehst Du nun wohl, wie sie das fünfte Gebot Gottes verstehen und halten. Nämlich, dass sie durstige Bluthunde und Mörder sind der ganzen Christenheit mit vollem Willen, nun mehr 1400 Jahre lang …

Es sind über 1400 Jahre, dass Jerusalem zerstört wurde, und wir Christen zu der Zeit schier 300 Jahre lang von den Juden gemartet und verfolgt sind in aller Welt, das wir wohl möchten klagen, sie hätten uns Christen zu der Zeit gefangen und getötet, wie es die helle Wahrheit ist. Dazu wissen wir noch heutigen Tages nicht, welcher Teufel sie her in unser Land gebracht hat…“

Vertreibung

Weil die Bekehrung der Juden scheiterte, begann die Kirche, die Juden als einen besonderen Menschenschlag anzusehen, der sich deshalb von den Christen unterschied, dem Christentum verschloß und dem christlichen Glauben gefährlich werden konnte. Die katholische Kirche steigerte den Druck gegen das Judentum. Das zweite Ziel antijüdischer Politik im abendländisch christlichen Europa war die Vertreibung. Zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert sahen sich die Juden in England, Frankreich, Deutschland, Spanien, Böhmen und Italien vor Ultimaten gestellt, die ihnen nur eine Wahl ließen: Konversion (Übertritt zum Christentum) oder Vertreibung.

1290 Vertreibung aus England
1394 Vertreibung aus Frankreich
1492 Vertreibung aus Spanien
1497 Vertreibung aus Portugal

Aber auch diese Steigerung erreichte ihr Ziel der Verdrängung jüdischer Menschen aus dem Leben nicht. Sie kehrten später oftmals zurück, denn ihre Funktion im Geldhandel war in der feudalen Gesellschaft letztlich nicht verzichtbar.

Als eine Folge der Vertreibung begann sich mit dem Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit Osteuropa zum zahlenmäßig bedeutendsten Siedlungszentrum zu entwickeln. Um 1800 lebten in Osteuropa ca. 1,5 Millionen Juden; um 1900 schließlich mehr als 7 Millionen. Der größte Teil von ihnen bestritt seine Existenz im Handel und Kleinhandel.

Eckart Dietzfelbinger ist Politologe und Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg.

Verwendete Literatur: Raul Hilberg, Die Vernichtung der europäischen Juden, Band 1, Frankfurt/M. 1990, S. 11 ff.

111 Kommentare zu “Grundwissen: Christlicher Antijudaismus

  1. …in schwierigsten Lebenssituationen …schwer zu ertragendende Schicksale …bis hin zu Verzweiflung …

    „Wo ist G’tt???“

    vielmehr:

    WO IST DER MENSCH???
    vom Herrn mit Bewusst(em)Sein geschaffen!

    Die Welt könnt wahrlich eine andere friedvollere sein – ja der MENSCH???

    🙁

  2. Unstrittig – 2000 Jahre – Mord und Totschlag – menschlich eine wahre Tragödie. Genau deshalb ist es doch so wichtig, an der Wurzel beginnend die Dinge NEU zu bekräftigen, im Orginal zu erfassen, mit allen in der heutigen modernen aufgeklärten Welt verfügbaren zugänglichen Quellen! …und damit sind zuvorderst die Schriften gemeint – die hebräischen Schriften – Jeshua hatte keine andren Schriften – da ist doch schon mal ein exakt tragender Beginn für Aufklärung …die kanonisierten überlieferten Texte sind anhand mathematischer Summen der einzelnen jeweiligen 22 AlefBeth-Schiftzeichen GENAU überprüfbar, um gerade Fälschungen von vornherein auszuschliessen. Im historischen Kontext betrachtet sollte …muss beachtet werden, dass die Menschen der christlichen Welt die wahren Texte NICHT lesen konnten (hebräisch …latain …) – vielmehr sie zum gefügigen Glauben an all das von den KirchenObersten sprachlich und vor allem BILDLICH (u. a. in malerischen Kirchenausschmückungen oder Bild-Bibeln, …) Vorgegebene „verdammt“ waren, natürlich völlig konträr der Zugang der Menschen in Israel – gebildet – Bar/-t Mizwa (Zugang mit Bewusstseinserlangung – keine z. B. Baby-Taufe).
    Erst im Mittelalter wagte es ein christlicher Mönch, dem „gemeinen Volke“ eine nicht wirklich adäquate, in bedeutenden Teilen komplett falsche Übersetzung zu liefern z. B. …machet EUCH die Erde „UNTERTAN“ – die fatalen Auswirkungen sehen wir bis heute!!! …besser wäre vllt. gewesen: „regieret die Erde WEISE (klug) – gestaltet und entfaltet sie – sorgt für die Tiere …UND bewahret die Schöpfung des Herrn“ – nicht: verbrauchet, verwertet, vergiftet und zerstört sie!!! Dr. Luther konnte kein hebräisch …dies bedauerte er in fortgeschrittenem Alter selbst – schade, Vieles wäre vllt. ganz anders gelaufen. …oder das Avinum – Vater unser …welch ein deutsch …müsste es nicht heissen: Unser Vater??? …natürlich von hebräisch direkt übernommen, OHNE nachzudenken??? …und führe uns nicht in Versuchung??? …welch ein G’ttesbild – der Herr, wenn es ihm langweilt, führt hier und da mal Mensch ins …besser vllt. und führe uns in der Versuchung, in die wir selber hineingetappt sind??? – Mensch – Bewusstsein??? ..Tiere ..Instinkt …usw.
    Es gibt VIEL – sehr VIEL zu tun! Es gilt, damit anzufangen – eine „Herkules“-Aufgabe!!!

    • “ Genau deshalb ist es doch so wichtig, an der Wurzel beginnend die Dinge NEU zu bekräftigen, im Orginal zu erfassen, mit allen in der heutigen modernen aufgeklärten Welt verfügbaren zugänglichen Quellen! …und damit sind zuvorderst die Schriften gemeint – die hebräischen Schriften – Jeshua hatte keine andren Schriften – da ist doch schon mal ein exakt tragender Beginn für Aufklärung …“

      Vielleicht kann das Lesen des folgenden Buches, auch wenn es sich scheinbar nur um die „Bibel“ handelt, beim diesem Versuch helfen:
      ´Die Bibel – eine Biographie´ von Martin Urban – Galiani Verlag, Berlin 

      Gut und lesbar geschrieben, jedoch nicht für „Gläubige“ geeignet. Vorsicht, Nebenwirkung ist Aufklärung, daher Atheismus-Gefahr!  

  3. @SchallundRauch

    Ich sage an dieser Stelle jetzt noch, dass Logik an Sprache gebunden ist und deshalb außersprachliche Zusammenhänge nicht unbedingt durch logische Gesetzmäßgikeiten erfaßt werden können.“

    Logic braucht keine Sprache denn die Logic ist auch ohne Sprache vorhanden.

    Mathematik ist Logic braucht man keine Sprache
    Physik ist Logic braucht man keine Sprache
    Chemie ist Logic braucht keine Sprache
    Natur ist Logic braucht keine Sprache

    Was verbindet alle drei Bereiche ? Zahlen

    Die Torah geschrieben in Hebräischen Buchstaben aus dem Hebräischen Alef Bet wo die Buschstaben auch gleich für einen Zahlenwert stehen bestehtend aus 22 Buchstaben.

    Über den Zahlenwert in der Torah können sie Aussersprachliche Zusammenhänge Logische Gesetzmässigkeiten zuordnen.

    Die Sprache ist zur Kommunikation unter den Menschen da und damit der Mensch zu G“tt sprechen kann.
    Aber Logic können Sie mit Sprache nicht erfassen sondern nur mit Zahlen und daran können Sie erkennen das die Torah Logisch ist weil sie auf Zahlen aufbaut.

    Die Erde die Natur ist Logic nur der Mensch ist Unlogic aber dafür kann er sprechen.

    Ich meine, dass keine einzige Geschichte endet: Vielmehr ist sie wie ein Baum in vielen Ästen sich verzweigend. Wie ein Baum ist sie eingebunden in wechselseitigen Austausch mit der gesamten Welt.“

    Das beschreibt das Ausmass des Holocaust weil ganze Familien ausgelöscht worden sind ohne weitere Nachkommen die die Familiengeschichte hätten weiter schreiben können.

    Und dem Fall wurde in der Shoa ganze Lebensbäume gefällt unwiederbringlich. Das ist das was die meisten bis heute nicht verstanden haben was dem Jüdsichen Volk angetan worden ist.

  4. @C.Fried

    Ihr hättet mitgehen sollen, die ganze Welt hätte dann die Thora, und wir hätten uns evtl. Mohammed gespart. Ich kann an ihnen nichts Antisemitisches finden.

    Auch wenn es etwas hart klingt aber die Torah ist nur einem Volk gegeben und  auch nur begrenzt auf ein Land.
    In der Torah stehen Gebote und Verbote die sich nur auf Eretz Israel beziehen und auch nur dort ausgeübt werden können von denen die dem Bund angehören.

    Die Christen können mit über der Hälfte der Gebote überhaupt nichts Anfangen.

    Die anderen Völker haben die 7 Gebote Noachs und wenn die anderen Völker nur diese 7 Gebote befolgen haben wir alle eine schöne Welt.

    Schuld sind die Römer weil sie den Tempel Zerstört haben und die Juden vertrieben haben so das ein Vakuum enstanden ist und durch die Vertriebenen Juden das Judentum wie auch die Anhänger des Nazarener nach Europa und Rom gelangen konnten.

    Weil das einfache Volk gefallen fand an den sozialen Thesen haben sich die einfachen Bürger abgewand von den Götzen.
    die Römische Führung hat das erkannt und zur eigenen Machterhaltung die neue Religion als Staatsreligion eingeführt.

    Das Christentum gibt es nur als Machterhalt der Herrschenden die ihre Macht 2000 Jahre gegen alle und alles mit dem Schwert Verteidigt hatten und das bis heute.

    Die Juden sind der Beweis das die Christliche Macht nicht G“ttlich ist sondern nur eine Menschliche Erfindung zum Machterhalt und Unterdrückung der eigenen Bevölkerung.

  5. „Aus der Jüdischen Sicht ist das Chistentum ein Unglück für das Jüdische Volk bis heute.“ B.Z.: diesen Satz verstehe ich sogar. Aus jüdischer Sicht: Erst nehmen wir Christen die Bibel, erweitern sie und erklären sie nun auch zu unserer heiligen Schrift. Dann legen wir sie anders aus als die Juden. Bis hierher alles noch harmlos. Dann gibts eben zwei Spielarten, an den einen Gott vom Sinai zu glauben.
    Nun sagen/sagten wir aber: Wir legen sie richtig aus. Natürlich sagen wir das. Sagt Ihr ja auch! Nur wir gehen leider weiter: wir legen sie wahr aus. Richtig ist weniger als wahr. Richtig ist der eine Weg, und der zweite Weg kann auch richtig sein, richtig ist der eine Satz, aber der andre evtl. auch. Wahr ist etwas exklusives. NUR so. Und wer anders lehrt ist Ketzer. Und Ketzer sind zu strafen – wegen der Wahrheit. Und jüdische Ketzer, das sind ja ganz üble Burschen, die lehren ja nicht nur falsch, die wollten den wahren Gott ja sogar ermorden…fertig ist das Unglück aus jüdischer Sicht und der Antisemitismus ist perfekt, weil er sich sogar noch den Mantel der Liebe umhängt: Wir laden Sie ein, wenn sie sich taufen lassen, dann, dann ist alles anders…dann sind sie ja zur Wahrheit gelangt. (Das ist dann das fundamentalistisch-amerikanische „Jesus loves you“ Christentum)

    Klarer Satz eines Christen. Das MUSS aufhören. Christen  können gerne der Überzeugung sein, das sie ihren Heiland richtig verstehen – das bin ich z.B. auch. Aber exklusiver Wahrheitsanspruch, nein. Es kann und wird so ein, dass auch Ihr Weg, B.Z. zum Heil führt und für Sie der Richtige ist. Das ist Respekt voreinander – den sie mir dann bitte auch gewähren mögen. Und so ein Respekt schließt die tür zu einem religiösen Antisemitismus. Zu einem rassischen, wie ihn braune Horden vertreten, allerdings nicht. 

  6. „…wenn Jesus der Supermarkt ist?”
    Das Christentum gründet seinen Glaube auf Jesus v. N., sprach, handelte (teils glaubenslos???), spricht und handelt in seinem Namen??? …beruft sich auf ihn – jedoch er NICHT, da Jeshua Zeit seines irdischen Daseins gläubiger JUDE war, die Thora lehrte, liebte und lebte – es KEIN Christentum gab – so etwas kannte er nicht! In den Schriften wird er uns in all seinem JÜDISCHEN Verständnis, Denken und Wirken vorgestellt – Massiach – Erfüllung der JÜDISCHEN Heilsgeschichte – WER weiss es???

  7. Das Christentum ist nicht nur ein Unglück für das Judentum sondern auch leider eine jüdische „Erfindung“!!!!!!!!! Wenn ich Eure Kommentare lese, glaube ich, ich bin wieder auf der Uni, im Judaistik Studium, in einem schlechten Proseminar!?!

  8. @SchallundRauch

    Sie werden dort keine Rechtfertigung des Christentums finden, da ich hier wiederholt betone, daß es DAS Christentum nicht gibt. Deshalb müssen auch Sie sich mit der gleichen Logik auseinandersetzen,“

    Das ist nur Ihre Logik,  was nur eine Meinung ist die man nicht teilen muss.

    Was aber, Scytale, wenn Jesus der Supermarkt ist?“

    Das ist eine Sugestivfrage und völlig unerheblich denn entscheident ist was daraus gemacht worden ist !
    Die Geschichte des Gesamten Christentum ist mit Blut geschrieben.

    Aus der Jüdischen Sicht ist das Chistentum ein Unglück für das Jüdische Volk bis heute.

    • Lieber Baruch Zion!
      Logische Regeln können keiner subjektiven Meinung unterliegen. Das Wesen der Logik ist, dass sie für jeden gilt.
      Ich habe bis hier und jetzt versucht, das deutlich zu machen.
      Ich sage an dieser Stelle jetzt noch, dass Logik an Sprache gebunden ist und deshalb außersprachliche Zusammenhänge nicht unbedingt durch logische Gesetzmäßgikeiten erfaßt werden können.
      Angesichts der Existenz außersprachlicher Zusammenhänge kann ich Ihre Meinung nicht in Frage stellen. Und selbstverständlich müssen Sie meine Meinung nicht teilen.
      Wenn Sie meinen, dass es nur EINE Geschichte, nur EINES Christentums gibt und dass diese mit Blut geschrieben wurde, dann meinen Sie das solange sie wollen. 
       
      Ich meine, dass es so unvorstellbar viele Geschichten gibt, dass kein einzelner Mensch diese gänzlich erfassen kann. Geschichten, unzählbar wie die Sterne am Himmel und der Sand am Meer.
      Ich meine, dass jede dieser Geschichten die Geschichte EINES Menschen ist und dass jede dieser Menschengeschichten voller Widersprüche und Zweifel, voller Freude und Trauer, voller Hoffnung und voller Leid, voller Freundschaft und voller Enttäuschung, voller Sehnsucht und voller unzähliger weiterer Geschichten ist.
      Ich meine, dass der Name eines Menschen Träger dieser seiner Geschichte ist.
      Ich meine, dass das Morden mit dem Auslöschen des Eigennamens beginnt.
      Ich meine, dass das Auslöschen des Eigennamens damit beginnt, dass ein Mensch in einem Kollektiv aufgelöst wird, ob von außen erzwungen oder selbst gewählt.
      Ich meine, dass die Feder, mit der eine Menschengeschichte geschrieben wird, viele verschiedene Farbstoffe verwendet.
      Ich meine vor allem, dass es der EINE EINZELEN MENSCH ist, der seine Geschichte selbst schreibt. Vieles von dem, was er schreibt, bleibt ihm selbst oft lange Zeit verborgen. Er wird es lesen, sobald er lernt, die Sprache in der er schreibt, zu verstehen.
      Ich meine, dass keine einzige Geschichte endet: Vielmehr ist sie wie ein Baum in vielen Ästen sich verzweigend. Wie ein Baum ist sie eingebunden in wechselseitigen Austausch mit der gesamten Welt.
      Das Leid der Welt ist sein Leid, die Freude der Welt ist seine Freude. 
      Die Welt spiegelt sich in ihm, aber er sich nicht in der Welt.
       
       
      Alle guten Wünsche!
       
       
       
       
       
       

  9. @Scytale

     „Baruch Zion ehrt wenigstens den Shabbat und hält sich dem Internet fern.“
    Danke  , Baruch haschem 

    Im Sefer חיי עול

    steht:

    „Und die heilige Torah hat uns garantiert, dass die Torah von uns nicht in Vergessenheit geraten wird.

    Und wir sehen mit unseren Augen, dass in jeder Generation viele Leute gegen uns aufstanden und versuchten, sie in Vergessenheit zu bringen und sie von uns auszureissen, G“tt behüte uns. Vielmals schien es uns auch, dass die Torah in ein oder zwei Generationen in Vergessenheit geraten wird, G“tt behüte. Jedoch befindet sich die heilige Torah aber noch immer in unserem Besitzt und wir umarmen sie!“

  10. Bunt treiben´s die Christen am Wochenende, Baruch Zion ehrt wenigstens den Shabbat und hält sich dem Internet fern. Aber nun zu ernsteren Dingen…
     
     
    SchallundRauch, ich muss Ihnen vehement widersprechen, wenn Sie schreiben „Wollen Sie, Scytale, das nicht lieber dem “einzig wahren Gott” überlassen, zu entscheiden, mit wem er ist und mit wem nicht?„. Sehr großzügig von Ihnen, was aber wenn diese Worte wie vom guten Christen Arnaud Aumary ausgelegt werden: „Tötet Sie alle, Gott wird die seinen erkennen!“? Und das ist ja kein Einzelfall, in der ganzen Historie des Christentums wurden mehr Menschen im Namen Gottes zur Strecke gebracht als in 12 Jahren Nationalsozialismus, dessen ideologischer Antisemitismus historisch sehr wohl in der Tradition des christlichen A. (siehe unten) steht. Gegenüber den Methoden der deutschen Tötungsmaschinerie standen unsere Kirchen dem in nichts nach. Weiter ist es wohl an Heuchelei nicht zu überbieten, wenn sich das Christentum heute als Verfolgte und Opfer des NS-Regimes, ja der „blonden Bestie“, hinstellt, waren doch beide große Kirchen in Deutschland mit den Nazis mehr als nur verbunden. Soll man jetzt das Christentum gutheißen, nur weil ein Paar Juden gerettet haben, während die überwiegende Mehrzahl die Feuer von Auschwitz angeheizt haben? Nein, es ist ein Trugschluss von ein paar gesunden Äpfeln auf die ganze Ernte schließen zu wollen… Nur Recht haben Sie, wenn Sie verneinen ein Christ zu sein, dafür kennen Sie sich aber erstaunlich gut mit der Schrift aus.
     
     
     
    Ihr hättet mitgehen sollen, die ganze Welt hätte dann die Thora, und wir hätten uns evtl. Mohammed gespart.
    Es ist schon Fremdscham angesagt, muss man derlei in einem jüdischen Forum zu lesen… Herr Fried, abgesehen davon, dass dies ein Schlag ins Gesicht jedes Dieners Allahs ist, ist gerade das ein Kerndgedanke des Antisemitismus luther´scher Prägung. Nachdem Luther eine Kirche frei von offensichtlich heidnischen Elementen geschaffen hatte, war seiner Meinung nach die Zeit der Judenbekehrung gekommen. Aber ach, das Judenvolk wollte nicht den Heiland als seinen Messias anerkennen, und wer nicht hören will sollt´ fühlen… Weil´s so schön ist mal ein Zitat vom Kirchengründer, einem wahren Christen, auf den sich weltweit Millionen berufen: 

    „Erstlich, das man jre Synagoga oder Schule mit feur anstecke und, was nicht verbrennen will, mit erden überheufe und beschütte, das kein Mensch ein stein oder schlacke davon sehe ewiglich Und solches sol man thun, unserm Herrn und der Christenheit zu ehren damit Gott sehe, das wir Christen seien. – Zum anderen, das man auch jre Heuser des gleichen zerbreche und zerstöre, Denn sie treiben eben dasselbige drinnen, das sie in jren Schülen treiben Dafur mag man sie etwa unter ein Dach oder Stall thun, wie die Zigeuner, auff das sie wissen, sie seien nicht Herren in unserem Lande. – Zum dritten, das man jnen nehme all jre Betbüchlein und Thalmudisten, darin solche Abgötterey, lügen, fluch und lesterung geleret wird. – Zum vierten, das man jren Rabinen bey leib und leben verbiete, hinfurt zu leren. – Zum fünften, das man die Jüden das Geleid und Straße gantz und gar auffhebe. – Zum sechsten, das man jnen den Wucher verbiete und neme jnen alle barschafft und kleinot an Silber und Gold, und lege es beiseit zu verwaren. – Zum siebenden, das man den jungen, starcken Jüden und Jüdin in die Hand gebe flegel, axt, karst, spaten, rocken, spindel und lasse sie jr brot verdienen im schweis der nasen.“
     


    Vergleichen Sie einmal diesen kurzen Text mit der Geschichte der NS-Herrschaft und erkennen Sie die Parallelen!

     
     

    • @ Scytale
      Da ich die Diskussion mit Baruch Zion sehr fruchtbar finde, werde ich hier nur noch einmal auf Ihren Beitrag eingehen. C.Fried hatte mich bereits darauf hingewiesen, dass sie das mit dem „einzig wahren Gott“ ironisch meinten. Insofern dürfen Sie meine Kritik dahingehend gerne als hinfällig betrachten.
      Aber jetzt zu Ihrem neueren Beitrag:
      „Tötet alle, Gott wird die seinen erkennen.“ ist keine Auslegung von „Gott überlassen, mit wem er ist und mit wem nicht.“ sondern erstens eine gänzlich andere Aussage und zweitens, wenn Auslegung, denn eine pervertierte. Denn: Anzunehmen, dass Gott die Seinen erkenne, heißt an einen solchen Gott erstens zu glauben und zweitens sich selbst als im Sinne dieses Gottes Handelnden wahrzunehmen.
      ÜBERLASSE ich die Entscheidung, mit wem Er ist, aber Gott, dann kann ich nicht wissen, ob er mit mir ist und ob also meine Entscheidung, richtig ist. Deshalb kann ein Aufruf zum Töten hier – in der ÜBERLASSUNG – gar nicht enthalten sein!
      ——-
      Für alles andere, Scytale, das Sie kritisieren an meinen Äußerungen, empfehle ich Ihnen, meine Beiträge noch einmal genau zu lesen.
      Sie werden dort keine Rechtfertigung des Christentums finden, da ich hier wiederholt betone, daß es DAS Christentum nicht gibt. Deshalb müssen auch Sie sich mit der gleichen Logik auseinandersetzen, die ich Baruch Zion ans Herz lege: es stimmt, dass man von ein paar gesunden Äpfeln nicht auf die ganze Ernte schließen kann. ABER, Scytale, ebenso wenig kann man unter unzähligen faulen Äpfeln die gesunden wegdiskutieren. Das ist der Punkt.
      Also auch für sie ein Logik-Kurs:
      Gute Äpfel sind Teil der Ernte, aber die Ernte ist kein Teil der guten Äpfel.
      Der qualitative Unterschied zwischen den guten und den schlechten Äpfeln einer Ernte führt aber dazu, dass sie nach der Ernte unterschiedlichen Bezugssystemen zugeführt werden: gute Äpfel kommen in den Supermarkt, faule Äpfel kommen auf den Kompost.
      Was aber, Scytale, wenn Jesus der Supermarkt ist?
       

    • Zu scytale:
      “ Bunt treiben´s die Christen am Wochenende, Baruch Zion ehrt wenigstens den Shabbat und hält sich dem Internet fern. Aber nun zu ernsteren Dingen…“

      Da der Sonntag der seelischen Erhebung dient und nicht der Vermeidung von „Arbeit“ um jeden Preis, brauchen wir guten Christen das nicht ernster zu nehmen.

      Aber nun zu den ernsteren Dingen: Luther: Geschenkt. Da gibts nichts zu verteidigen oder zu beschönigen. Diese Altersschrift von ihm war sicher den Nazis ein willkommener Zitatenschatz.

      Ansonsten: Haben Sie verstanden worum es ging zwischen riciano und mir? Es ging um die „getrennten Wege die, obwohl von Jesus selbst nicht intendiert, schon das erste Christentum und das damalige Judentum eingingen. Es ging um die 2000 Jahre, die seit dem aus der einen Wurzel zwei sehr verschiedene Religionen haben werden lassen (Siehe ihr Sonntagsbeispiel). Es ging darum, dass es wohl ein zurück zu den Wurzeln nach diesen 2000 Jahren nicht geben kann, nur zu einem Respekt voreinander und vielleicht soviel Liebe zueinander, dass von unserer Seite her christlicher Antisemitismus offiziell dogmatisch als Verrat am Heiland gebrandmarkt wird und solche Texte wie der von Luther nicht mehr möglich sind. Darum ging es. Und dann meine kurze Bemerkung auf die Feststellung, dass sich die Wege schon sehr, sehr früh trennten bei stefanos Steinigung, dass das wohl kam, weil die ersten Christen schon Jesus so verstanden haben, dass er die Tür zur Heidenwelt aufmacht. Und die Gemeinden nahmen daher Griechen auf, die unbeschnitten waren und blieben. Da ging das damalige Judentum nicht mit. Wäre es mitgegangen, das ist ein bloßes Gedankenspiel!, wäre es mitgegangen, wäre wohl kein Christentum entstanden, aber es wäre auch ein anderes Judentum geworden: und die Thorah wäre zumindest bei den messianischen Gruppen, die sich ja erst um 65 in Antiochia begannen, christianoi zu nennen und sich vorher durchaus als Juden ansahen, in Geltung geblieben und über Thessaloniki und Athen bis Rom und weiter getragen worden in heidnische Kreise hinein. (Sicher, das hätte das Judentum enorm verändert, zugegeben.) Und – um das Gedankenspiel weiter zu treiben, meine ich, ein Mohammed wäre nicht zu seinen Visionen gelangt, weil er, der ja als Kaufmann im Nahen Osten und in der hellenistischen Welt auf Juden und Christen traf, diese und ihre Religion sehr bewunderte. Besonders das Judentum. Das Christentum hellenistischer Prägung mit seinen Ikonen und seiner Trinitätslehre war ihm wohl schon etwas suspekt. Nur, das Judentum war für ihn eine Art closed shop. Er war eben Sohn Ismaels, nicht Sohn  Isaaks und Jakobs. Resultat: visionär begabt und religiös empfänglich wie er nun mal war träumte er ein Judentum light: Islam. Diese Gedankenspiele stecken in nuce in meinem Satz: Ihr hättet mitgehen sollen, die ganze Welt hätte dann die Thora, und wir hätten uns evtl. Mohammed gespart. Ich kann an ihnen nichts Antisemitisches finden. zumal: Es ist eh nicht so gelaufen. Was ist ist. Wie es geworden ist, das ist nicht mehr zu ändern. Und scytale, sollten sie auch an 1 Gott glauben, kann man es ja auch mal so sehen: Wie es ist,  so wird es wohl seinen Sinn haben, selbst wenn der sich uns nicht immer erschließt. Sollten Sie sich aber nun immer noch für mich oder an Stelle meiner schämen, dann kann ich das auch nicht ändern. Dann müssen Sie meine Gedanken eben ignorieren.

  11. Genau genommen ist der Nächste ganz und gar nicht wie man selbst. Totale Gleichheit würde jegliches Lieben überflüssig machen. Gleichheit ist Nivellierung. An der Schwelle der Tür zur Gleichheit lauert der Totalitarismus.
    Weil das Thema hier ja Antijudaismus ist: Das Nichtgeltenlassen von Differenz / Andersheit ist Anfangspunkt des Hasses.
    Ich interpretiere also:
    Liebe Deinen Nächsten, denn er ist anders als Du! Ohne den Anderen bist Du selbst nichts. Tötest Du den Anderen, tötest Du Dich. Darum liebe Deinen Nächsten, so wirst Du auch geliebt.

  12. @SchallundRauch

    „Wieso meine christlichen Gebote? Ich muß sie wohl oder übel enttäuschen,“

    wieso sollten Sie mich enttäuschen, ich bin ja auch keiner

    „Aber meines Wissens gibt es keine Gebote in den Evangelien außer dem hier:“

    wie Praktisch man kann also tun und lassen was man will

    „Selbst wenn ich Christ wäre könnten mir diese zwei Gebote, die eines sind, nicht gehören. Denn sie gehören doch niemandem, oder?“

    Aber man kann sich Gebote zu eigen machen und ihnen Folgen
    Haben Ihnen ihre Eltern keine Gebote mitgegeben die Sie sich aneignen sollen zur Festigung des Charakters ?

    Oder kann man das so deuten das die sogenannte Humanistische Gesellschaftsordnung sich nach Geboten richten kann wie sie es braucht?

    Und während des dritten Reiches brauchte man sie nicht, die Gebote,  weil man sich wie Tiere benehmen wollte ?

    „Huch, Jesus zitiert ja aus der Torah   andereser“

    woraus denn sonst er war ein Talmid Chacham ein bischen Ungedultig aber ein Talmid Chacham

    Leviticus 19,18:
    „An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin ADONAI.“

    Was wollen Sie damit sagen oder wollten Sie nur mal ein Beispiel geben ?

    • „wieso sollten Sie mich enttäuschen, ich bin ja auch keiner“
      Na, weil Sie dachten, Sie diskutieren mit einem Christen.


      „wie Praktisch man kann also tun und lassen was man will“
      Ja genau. Allerdings will, wer G’tt und seinen Nächsten liebt das Gute.


      „Aber man kann sich Gebote zu eigen machen und ihnen Folgen
      Haben Ihnen ihre Eltern keine Gebote mitgegeben die Sie sich aneignen sollen zur Festigung des Charakters ?“
      Ich hoffe, sie wissen, dass elterliche Gebote und göttliche Gebote nicht dasselbe sein müssen.
      Und nein! Wer sich Gebote zu eigen macht, kann sie jederzeit auch wieder rauswerfen aus sich.


      „Oder kann man das so deuten das die sogenannte Humanistische Gesellschaftsordnung sich nach Geboten richten kann wie sie es braucht?“
      Was meinen sie mit „humanistischer Gesellschaftsordnung“? Unlogisch: Entweder man richtet sich nach einem Gebot oder eben nicht.



      „Und während des dritten Reiches brauchte man sie nicht, die Gebote,  weil man sich wie Tiere benehmen wollte ?“

      Tiere bauen keine KZs. Das machen nur Menschen. Der NS war ein reines Fest der Gesetze.



      „woraus denn sonst er war ein Talmid Chacham ein bischen Ungedultig aber ein Talmid Chacham“
      Das behaupten sie, aber es mag etwas Wahres dran sein.

       
      „Was wollen Sie damit sagen oder wollten Sie nur mal ein Beispiel geben ?“
      Sind doch die Worte von HaSchem. Was will ER damit sagen?

    • @ Rachac Erich
      Sowohl, als auch.
      Buber/ Rosenzweig-Übersetzung:
      „Heimzahle nicht und grolle nicht den Söhnen deines Volkes: liebe deinen Genossen dir gleich ICH.“
      Interpetierbar. Selbstverständlich ist der Nächste wie einer selbst. Beide im göttlichen Bilde erschaffen. Beide Mensch.

      „Denn er ist wie Du“ impliziert „wie Dich selbst“. Selbstliebe ist eh schon da, Nächstenliebe ist die Übung.

      Rabbi Hillel sprach:
      „Was dir selbst zuwider ist, das tue deinem Nächsten nicht an. Das ist die Thora ganz und gar, alles andere ist ihre Auslegung.“ (Babylonischer Talmud)
       
       
       
       

    • Übrigens kann die Interpretation: „er ist wie Du“ auch zum Schlechten dienen.
      Denn ein Mensch kann ein sehr schlechtes Bild von sich selbst haben. Und wenn er seinen Nächsten als Gleichen betrachtet, dann hat er auch kein gutes Bild von seinem Nächsten. Da fällt dann das Lieben schwer.
      Insofern liegt die größere Bedeutung des Spruchs auf dem Akt des Liebens, nicht auf der Selbstwahrnehmung.
      Liebe löst eine schlechte Selbst- wie Fremdwahrnehmung auf. Deshalb ist die Interpretation: „wie Dich selbst“ hier die bessere, impliziert sie doch die Aufforderung, sich selbst zu lieben.
      Liebe Deinen Nächsten. Liebe Dich selbst. >>> Aufforderungscharakter!
       

  13. „Von einer Person, die gegen das Christentum im Allgemeinen wettert, kann man sehrwohl verlangen, dass Sie bereit ist, zu lernen und Unterschiede anzuerkennen.“

    Dann zeigen Sie mir das Guten Christentum innerhalb des Christentum denn sie können nicht von einem aussenstehenden erwarten das der an der Form des Kreuzes erkennt welche Christliche Gruppierung er vor sich hat.

    „er darf und er sollte Unterschiede anerkennen und differenzieren. Auch hier ist aber die Ordnung der Beziehungen durcheinander:“

    es ist immer wieder interessant zu lesen wie einige deutsche versuchen in der Unterscheidung von Tätern und nicht Tätern vom eigentlichen Problem abzulenken.

    „Es ist nicht möglich zwischen einem “guten Christen” und einem “antisemitischen Christen” zu unterscheiden.“

    Ah und warum nicht oder wollen Sie nicht ?

    „Problem dabei allerdings: “antisemitisch” wäre dann semantisch gleichzusetzen mit “böse”,

    Warum ist das ein Problem für Sie denn Antisemitismus ist Böse er hat unzähligen Semitischen Juden das Leben gekostet.

    “ was ja das Gegenteil von “gut” ist. Damit wäre aber logisch weiter zu folgern, dass ein Semit nicht böse sein kann, es sein denn, er wäre böse gegen sich selbst.“

    was ist das für eine Logik versuchen Sie hier Spitzfindigkeiten oder sich Lustig zu machen ?

    „Und das ist der Knackpunkt, Baruch Zion! Ihre Argumentation ist im Kern falsch, denn sie teilt die Menschheit ein in gute und böse. Aber sie wissen doch, als Apologet des Judentums, dass es eine Kernaussage der jüdischen Weltsicht ist, dass gut und böse nicht außerhalb des einzelnen Menschen bestehen, sondern IN IHM als Anlagen und es sein freier Wille ist, sich für das eine oder das andere zu entscheiden.“

    Der Mensch hat die Möglichkeit über seinen Freien Willen zu entscheiden ob er Gutes oder Böses tut.
    Das zeigt das Millionen Menschen der Christlichen Ideoligie Kommentarlos folgten und im Namen Jesus Christus Verbrechen gegannen bis ins dritte Reich.

    „Wieso verlangen Sie, Baruch Zion, überhaupt einen Beweis? Und wieso argumentieren Sie eigentlich mit einer Kollektivschuld?“

    Nicht ich brauche ein Beweis denn die Geschichtsbücher sind voll mit Christlichen Greultaten gegenüber dem Jüdischem Volk.
    Sie benötigen anscheinend einen Unterschied weil Sie sich persönlich angesprochen fühlen warum auch immer. 

    „Kennen Sie Eva Mozes Kor? Das ist eine Frau, die als Jüdin Auschwitz und die Greuel der Experimente des Mengele überlebt hat. Sie lebt heute in den USA und hat Mengele vergeben.“

    Das ist ein Freibrief für alle ?

    Wenn ein Holocaust Opfer seinen Tätern und Peinigern vergeben hat dann habe ich sehr grossen Respekt davor.
    Aber das Problem ist das die Täter keine Reue zeigen und ihre Antisemitische Ideologie an die nächst Generation weiter gegeben haben.

    Der Kampf gegen Antisemitismus ist in der Christlichen Kirche noch nicht zu Ende.

    In diesem Sinne

    Denken Sie an ihre Christlichen Gebote oder ist das zu Verallgemeinert  ?

    • @ Baruch Zion
      „Denken Sie an ihre Christlichen Gebote oder ist das zu Verallgemeinert  ?“
      Wieso meine christlichen Gebote? Ich muß sie wohl oder übel enttäuschen, Baruch Zion, ich bin kein Christ. Sorry. 
      Aber meines Wissens gibt es keine Gebote in den Evangelien außer dem hier:
      Matthäus 22, 37-40
      „Jesus aber antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzen Gemüt. Das ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“


      Selbst wenn ich Christ wäre könnten mir diese zwei Gebote, die eines sind, nicht gehören. Denn sie gehören doch niemandem, oder? Eher gehört jemand diesen Geboten.



      Huch, Jesus zitiert ja aus der Torah:
      Leviticus 19,18:
      An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin ADONAI.



       

       
       

       
       

    • „Dann zeigen Sie mir das Guten Christentum innerhalb des Christentum denn sie können nicht von einem aussenstehenden erwarten das der an der Form des Kreuzes erkennt welche Christliche Gruppierung er vor sich hat.“
      Das Hakenkreuz jedenfalls ist kein offizielles christliches Symbol.
       
      „es ist immer wieder interessant zu lesen wie einige deutsche versuchen in der Unterscheidung von Tätern und nicht Tätern vom eigentlichen Problem abzulenken“
      Was ist denn Ihrer Meinung nach das „eigentliche Problem“?
       
      „Warum ist das ein Problem für Sie denn Antisemitismus ist Böse er hat unzähligen Semitischen Juden das Leben gekostet.“
      Ist schon richtig, Antisemitismus ist böse. Aber es verhält sich hier wie mit Mazzen und Brot und Katholizismus und Christentum (vgl. mein Beitrag vom 26.01., 21:09 Uhr):
      >>> Mazze ist Brot, aber Brot ist nicht Mazze
      >>> Katholizismus ist Christentum, aber Christentum ist nicht Katholizimus
      >>> Antisemitismus ist Böse, aber Böse ist nicht Antisemitismus


      „Das zeigt das Millionen Menschen der Christlichen Ideoligie Kommentarlos folgten und im Namen Jesus Christus Verbrechen gegannen bis ins dritte Reich.“
      Die Ideologie des NS war keine christliche Ideologie. Mord, Kriegstiften, Unbarmherzigkeit, Verfolgung, Ungerechtigkeit, Gewalttat kommen in dem von Jesus gelehrten und gelebten nicht vor.



      „Sie benötigen anscheinend einen Unterschied weil Sie sich persönlich angesprochen fühlen warum auch immer.“
      Ja, ich fühle mich persönlich angesprochen in dem Wunsch, das Leben nicht dem Schwarz-Weiss-Denken auszuliefern.


      „Das ist ein Freibrief für alle ?“
      Das haben sie gefragt. Gesagt hat das hier sonst niemand.
      „Aber das Problem ist das die Täter keine Reue zeigen“
      Um dieses Problem von sich abzuschütteln, hat Eva Mozes Kor den Tätern vergeben. Das war der Grund.

      „und ihre Antisemitische Ideologie an die nächst Generation weiter gegeben haben“

      An die gesamte nächste Generation? Dann hätte sich in Deutschland seit 1945 nichts verändert.


      „Der Kampf gegen Antisemitismus ist in der Christlichen Kirche noch nicht zu Ende.“

      Stimme zu. Fast. Denn DIE christliche Kirche gibt es nicht. Es gibt unzählige Kirchen bzw. Konfessionen christlicher Orientierung: siehe hier:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_christlichen_Konfessionen
      In jeder dieser Konfessionen gibt es unzählige einzelne Personen, ca. 2,26 Milliarden Menschen weltweit. Als Zahl: 2.260.000.000. Jede und jeder davon ist selbst verantwortlich für das, was er oder sie sagt und tut.
      Das gleiche gilt für die anderen 4,74 Milliarden Menschen dieser Erde. Als Zahl: 4.740.000.000.

      7 Milliarden Nächste. Das ist alles.

       





  14. @SchallundRauch

    Ist das Judentum eigentlich ein friedlicher und lustiger Kegelverein?“

    nicht mehr seit dem Hohlocaust in Europa und der Exportierten NS Ideologie in den Arabischen Islamismus mit Kostenfreiem deutschen Wartungsservice.

    Bei 2000 Jahre Christlicher Terror Deffamierung  Bevormundung Erpressung Raub Vertreibung und Mord lässt nur bedingt Freude aufkommen aber wir geben uns Mühe.

    • Verstehe. Hoffen wir und bemühen wir uns! 
      Unsere stärkste Waffe im Kampf gegen den Antisemitismus und gegen das Böse ist der Geist. Deshalb müssen wir das Ressentiment überwinden.
       
       

  15. Schönen Sonntag, Leute. Heute war die Verklärung auf dem Tabor dran. Sie wären so gern im himmel geblieben – Aber es ist noch nicht soweit. er schickt Petrus, Jakobus und Johannes wieder runter in die Mühsahl der Ebenen. Und „mühselig“ sind unsere Dialoge ja hier auch. Hoffentlich nicht müßig, sondern am Ende selig.

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