Das Zentrum als Bedrohung: Rechtsextremismus der Mitte

»Rechtsextremismus der Mitte – Eine sozialpsychologische Gegenwartsdiagnose« – der Titel zitiert die einflussreiche Formulierung Seymour Lipsets vom »Extremismus der Mitte«. Diese zunächst paradox anmutende Verbindung zweier Begriffe bringt einen Widerspruch in der Sache selbst zum Vorschein: Das gesellschaftliche Zentrum kann zur Bedrohung der bestehenden Gesellschaftsordnung werden…

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Antisemitismus und Antizionismus: Neue Studie

Wilhelm Kempf ist Professor für Psycho­logie an der Universität Konstanz und dort Leiter der Projektgruppe Friedens­forschung. Vor drei Jahren bewilligte ihm die Deut­sche Forschungsgemein­schaft (DFG) Gelder für ein Projekt zur empirischen Erforschung des Zusam­menhangs von „Israelkritik“ und „Anti­semitismus“ im heutigen Deutschland, also des Zusammenhangs zwischen kri­tischer Einstellung zu Israels Politik und Abneigung gegen Juden…

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Siegfried Bernfeld: Die Menschheit ist nicht, sie soll erst werden

„Die Menschheit verlangt die Assimilation der Juden, die Auflösung ihrer nationalen Sonderart und -existenz.“ Auf diese Formel läßt sich das mannigfaltige Gewirre sehr klarer und sehr unklarer Argumente reduzieren, die bei jeder Erörterung der Judenfrage im Kreis der akademischen Jugend den nationalistischen Sprecher umschwirren. „Ich will mich der größeren Idee der Menschheit, dem Allgemein-menschlichen widmen, nicht dem kleinlichen Ideal des Volkes.“ Das ist die Grundlage, auf der unzählige Einzelne ihre persönliche Entscheidung aufbauen…

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Strenge und Toleranz: Forscher ermitteln in 33 Ländern

Ein internationales Forscherteam hat untersucht, warum manche Gesellschaften toleranter sind als andere. „Beispielsweise ist das Essen im Freien oder das Lachen im Freien in vielen Kulturen tabuisiert“, sagt Manfred Schmitt, Professor für Persönlichkeitspsychologie an der Universität Koblenz-Landau, in einem pressetext-Gespräch. Das toleranteste der 33 untersuchten Länder ist die Ukraine. Das strengste Land ist Pakistan…

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Psychoanalyse und Geschichte: Über die antisemitische Volksgemeinschaft

Gegenwärtige wie vergangene gesellschaftliche Prozesse sind ohne eine sozialpsychologische Perspektive nicht umfassend zu verstehen. Dies gilt insbesondere für irrationale, totalitäre Massenbewegungen wie den Nationalsozialismus und seine historischen Nachwirkungen. Warum folgten Millionen Deutsche einem autoritären Führer und seinen menschenverachtenden ideologischen, gesellschaftspolitischen und militärischen Zielen? Warum ordnen sich Menschen in destruktiv ausgerichtete imagined communities wie der nationalsozialistischen »Volksgemeinschaft« ein und nach welchen sozialen und psychischen Mechanismen erfolgt diese Einordnung? Wie war es möglich, dass zahlreiche Mitglieder dieser Volksgemeinschaft die von der Propaganda der Nationalsozialisten zum Feind erklärten Minoritäten ohne größere Widerstände verfolgten und ermordeten?…

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