Gibt es einen sicheren Ort für Juden?

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„Vor Antisemitismus ist man nur noch auf dem Monde sicher“, schrieb Hannah Arendt einst. Als Alternative stellt Ramona Ambs ihren Leserinnen und Lesern in ihrem neuen Buch die Tiefsee vor. Dorthin flüchtet sich ihre Protagonistin Gila in eine Fantasiewelt.

Es ist vielleicht das „jüdischste“ Buch der Heidelberger Autorin. Auch wenn alle ihre Protagonistinnen bisher jüdisch waren. Doch meistens stand das Judentum dabei im Hintergrund. Dass sich das nun geändert hat, zeigt schon die Kapitelaufteilung von „Meerblau Ringelfisch und das gelobte Land in der Tiefsee“  in Tage vor und nach dem 7. Oktober 2023. 

Die Erzählung beginnt im Jahr 2012 und begleitet die neunjährige Gila, die ihre Eltern verloren hat und nun bei ihrem Onkel wohnt. Sie lebt in einer eigenen Welt, mit den Bewohnern des Meeres in Gedanken, bleibt eine Außenseiterin, die nur wenige Kontakte hat. Ambs zeichnet das Bild einer Heranwachsenden, die ihre jüdische Identität positiv annimmt, aber deren Welt sich zunehmend einengt, durch den sich verdichteten Judenhass. 

„Mir ist die Welt zuviel. Immer wenn ich noch mit einer Sache beschäftigt bin, passieren drei neue Sachen, die mich dann auch noch beschäftigen“, notiert Gila in ihr Tagebuch, 1966 Tage vor dem 7. Oktober. Dass es nur noch schwieriger wird, ist damit klar. 

Ein beklemmendes Buch über das Jüdischsein in Deutschland, in der Welt. Über das Aufwachsen mit dem ständigen Grundrauschen des Hasses. Unbedingt lesenswert! (al)

Ramona Ambs, Meerblau Ringelfisch und das gelobte Land in der Tiefsee. BoD 2026, ISBN-13: 9783696351601, 144 S., Euro 20,00. Zu bestellen überall, wo es Bücher gibt oder direkt hier.