Ein tolles Buch, das die Redakteure der „Jüdischen Allgemeinen“ Mascha Malburg und Joshua Schultheis vorgelegt haben. Eines, bei dem man sich fragt, warum es das nicht schon gibt. Denn endlich mal kommen diejenigen zu Wort, über die so oft geredet wird, ohne sie selbst zu hören.
In zehn Gesprächen haben Malburg und Schultheis Juden zusammengebracht und dadurch ein sehr buntes Panorama jüdischen Lebens in Deutschland vorgelegt. Es sind Juden, die seit Generationen in Deutschland leben, Juden, die aus der Ukraine und Russland emigriert sind, Juden aus Israel und den USA, die in Deutschland eine Heimat gefunden haben, Juden, die ihre ostdeutschen Städte nicht der AfD überlassen wollen, queere Juden, misrachische und patrilineare Juden. Sie sind religiös und säkular, links und rechts, definieren ihr Judentum in unterschiedlichster Weise. Sehr aufrichtig sprechen 40 Jüdinnen und Juden hier über ihre Ansichten, ihre Identität, ihre Sorgen und Hoffnungen.
Das Buch richte sich zum einen an Nichtjuden, schreiben Malburg und Schultheis in ihrem Vorwort, „egal ob sie nur eine vage Vorstellung von jüdischem Leben in Deutschland haben oder schon vielfach Berührung mit diesem hatten.“ Die Gespräche seien aber genauso für ein jüdisches Publikum interessant. Damit haben sie absolut recht. Es gibt auch für jüdische Leser Vieles zu entdecken, oder wie sie es formulieren: „Auch im innerjüdischen Verhältnis ist längst nicht alles geklärt, gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken – und vielleicht auch das ein oder andere Vorurteil abzubauen.“ Unbedingte Leseempfehlung von uns!
Mascha Malburg, Joshua Schultheis: Worüber Juden reden. Zehn Gespräche aus Deutschland, Hentrich &Hentrich Verlag 2026, 136 S., 81 Abb., 24,90 €, Bestellen?
taz Talk: Worüber Juden reden
13.05.2026 19:00 taz, Berlin
Veranstaltungsort:
taz Kantine und im Livestream
Friedrichstr. 21
10969 BerlinEintritt frei. Platzreservierung erforderlich.
Die Teilnahme ist nur mit einem im Voraus gebuchten Ticket möglich. Wir bitten Sie daher um eine Anmeldung über dieses Ticket-Portal. Die Plätze sind begrenzt, der Eintritt ist kostenlos. Der Zugang zur Veranstaltung ist barrierefrei.



