Von 16. bis 30. April 2026
Fr., 17. Apr · 18:45-19:30 · NDR
DAS! Rote Sofa, Gast: Rafael Seligmann, Historiker und Politologe
Rafael Seligmann hat ein Buch über sein bewegendes Leben geschrieben. Geboren wurde er 1947 in Tel Aviv. Seine Eltern waren Mitte der 1930er-Jahre auf der Flucht vor dem NS-Regime dorthin ausgewandert. Als Zehnjähriger zieht er mit ihnen nach München, studiert später Politische Wissenschaften und Strategie sowie Neuere und Bayerische Geschichte. Er promoviert über Israels Sicherheitspolitik und arbeitet u.a. für den „Spiegel“ und „Die Welt“. Ist Chefredakteur von „The Atlantic Times“, Herausgeber der Zeitschrift „Jewish Voice from Germany“. Wie andere Juden auch hat der Journalist und Publizist in Deutschland immer wieder Antisemitismus erlebt. Der 2025 erschienene Band „Keine Schonzeit für Juden“ zieht eine eher bedrückende Bilanz und zeichnet ein eher düsteres Bild von oft fehlender Solidarität mit Jüdinnen und Juden. Woran genau er dies festmacht, wird Rafael Seligmann auf dem Roten Sofa schildern.
Sa., 18. Apr · 10:00-11:00 · PHOENIX
Die Katastrophe vor Gericht – Der Eichmann-Prozess
Adolf Eichmann gilt als Organisator des Holocaust. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lebte er lange unbehelligt in Argentinien. Doch im Mai 1960 entführte der israelische Geheimdienst Mossad den ehemaligen SS-Obersturmbannführer und brachte ihn nach Israel. Dort begann am 11. April 1961 der Jahrhundertprozess gegen Adolf Eichmann.
Sa., 18. Apr · 11:00-11:30 · ARD-alpha
kreuz & quer nah dran
Lea Kalisch, jüdische Künstlerin, Sängerin, Filmemacherin und Performerin, und ihr Mann, Rabbiner Tobias Divack Moss, haben ihr Leben bewusst aus den USA nach Wien verlegt. Lea hat lange in New York gelebt und bringt ihre offene Art, Tanz, Musik und eine klare, mutige Haltung mit. Für sie sind ihre Kunst und ihr Glaube verbunden – ihr Jüdischsein ist ein Teil ihrer Identität, ein Teil ihres Schaffens, und nichts, was sie verstecken will, sondern etwas, das sie aktiv leben möchte.
Sa., 18. Apr · 11:00-12:30 · PHOENIX
Hannah Arendt
Sie lebte ein furchtloses und selbstbestimmtes Leben zwischen Nazideutschland und den USA als bedeutende politische Denkerin des 20. Jahrhunderts – Hannah Arendts klare Sicht auf die politischen Verhältnisse ihrer Zeit, ihre Gedanken, gesprochen von Nina Hoss, mahnen mit frappierender Aktualität vor dem Erstarken autoritärer Systeme. Aktivistin, Medienstar, Denkerin „ohne Geländer“ – Hannah Arendt ist hochgeschätzt für ihre Studie zur Entstehung totalitärer Herrschaft , umstritten für ihre Diagnose der „Banalität des Bösen“. Bewundert wird ihr unermüdliches und furchtloses Eintreten für die Freiheit des Denkens und die offene Gesellschaft. Ihre Bücher und Essays sind bis heute Bestseller. Arendts Leben ist tief geprägt von der Erfahrung des Hitlerfaschismus und der Unfassbarkeit des Holocausts. Doch selbst die finstersten Zeiten können ihr den Stolz und den Humor nicht nehmen. Als Frau und als Jüdin, als Staatenlose und Widerstandskämpferin, als Fluchthelferin und als Intellektuelle arbeitet sie unermüdlich daran, die Welt, die sie liebt, zu verstehen und zu verbessern. In ihrem Denken und Schreiben bleibt Arendt stets nahe an den historischen Tatsachen. Umso frappierender, dass ihre Texte heute noch absolut aktuell wirken. 50 Jahre nach ihrem Tod erzählt der Film die Geschichte ihres Lebens entlang der historischen Ereignisse, die ihr Denken nachhaltig prägten – vom Reichstagsbrand bis zum Vietnamkrieg. Menschen, die sie kannten, zeichnen das Bild einer ebenso furchtlosen wie lebensfrohen Frau. Originalmitschnitte von Arendt und Zitate aus ihren Büchern und Briefen, gesprochen von der Schauspielerin Nina Hoss, ermöglichen einen direkten Zugang in ein selbstbestimmtes Leben. Ein Film über die erstaunliche Weitsicht einer politischen Denkerin, die bis in die Gegenwart wirkt und deutlich macht, wie schwierig und notwendig es ist, im Angesicht des Abgrunds Haltung zu bewahren.
Sa., 18. Apr · 12:30-13:00 · PHOENIX
Befreiung aus dem KZ – Die Weißen Busse 1945
Mitten in den letzten Kriegsmonaten kamen die Retter. Sie fuhren in 75 ungepanzerten weiß gestrichenen Bussen von Malmö aus quer durch das zerstörte Deutschland, leichte Beute für Jagdflugzeuge. Ihre Mission: Die Befreiung der skandinavischen Gefangenen aus deutschen Lagern. Eingefädelt hatte die Aktion Graf Bernadotte, ein Neffe des schwedischen Königs und hoher Funktionär des Roten Kreuzes. Sein Verhandlungspartner auf deutscher Seite war Heinrich Himmler, Chef der Gestapo und der SS. Am 17. April 1945 erreichte eine Kolonne der weißen Busse auch Theresienstadt und rettete dort alle 450 dänischen Juden. Unter den Geretteten ist ein junges Mädchen: Ruth (Mädchenname Toronczyk). Die 18 Monate, die sie im Lager verbrachte, hat sie nie vergessen: die Fahrt im Güterwaggon durch halb Europa, der kahlgeschorene Kopf, der Hunger. 80 Jahre später reist Filmemacher Tilmann Bünz für phoenix mit Ruths Tochter Marianne auf den Spuren ihrer Mutter quer durch Europa, von Stockholm über Padborg bis nach Theresienstadt – durch alle Höhen und Tiefen von Verrat, Verschleppung bis zur Befreiung. Marianne Prager stellt sich dabei der dramatischen und bewegenden Familiengeschichte und erfährt, wie die Mutter das Überleben lernte.
Mi., 22. Apr · 01:00-01:35 · SWR
Nakam
In der von Nazideutschland besetzten Ukraine hat sich der zwölfjährige Waise und Geigenspieler Mitka einer Gruppe von Partisan:innen angeschlossen, die die Unscheinbarkeit des Jungen nutzen, um unbemerkt ein Sprengstoffattentat zu planen. Als sich eine Gruppe hochrangiger SS-Offiziere in ihrer Nähe einfindet, werden diese als Ziel des Attentats auserkoren, wodurch Mitka jedoch auch seinen einzigen Freund in tödliche Gefahr zu bringen droht.
Mi., 22. Apr · 02:00-02:55 · arte
Terror und Champagner – Hitlers Stellvertreter in Paris
Die Dokumentation blickt zurück auf die Besetzung Frankreichs durch Hitler-Deutschland während des Zweiten Weltkriegs. Nach der Niederlage der französischen Armee beginnt zwischen dem NS-Regime und nationalistischen französischen Kreisen die Zeit der Kollaboration, der Zusammenarbeit. Erzählt wird anhand von seltenem und teils unbekanntem Archivmaterial, das kombiniert wird mit neu gedrehten Bildern der historischen Schauplätze. Zwei Männer stehen dabei im Mittelpunkt: Otto Abetz und Fernand de Brinon. Abetz ist ab 1940 deutscher Botschafter in Paris, Brinon Gesandter der Vichy-Regierung. Beide sind machthungrig und nationalistisch, aber auch idealistisch und bis zum Ende verblendet. Die Deutsche Botschaft wird zum Zentrum des politischen und kulturellen Lebens: Man trifft hier Arno Breker, den Vorzeige-Bildhauer des Nazi-Regimes, den jungen Dirigenten Herbert von Karajan, den Schriftsteller Ernst Jünger, den Theaterregisseur Jean Cocteau, den antisemitischen Schriftsteller Louis-Ferdinand Céline, die Modedesignerin Coco Chanel oder auch die Sängerin Édith Piaf. Dem gegenüber steht die düstere Realität der Besatzung: die wirtschaftliche Ausbeutung Frankreichs, die Verfolgung und Deportation der französischen Juden, Zwangsarbeit, Geiselerschießungen, Razzien – sie werden von beiden Botschaftern mit unterstützt oder sogar organisiert. Am Ende führt die menschenverachtende Ideologie von Nationalsozialismus und Vichy-Faschismus auch die Protagonisten des Films in den persönlichen Untergang.
Mi., 22. Apr · 14:00-15:35 · arte
Das gestohlene Bild
André Masson, Auktionator im berühmten Auktionshaus Scottie’s, erreicht ein Brief: Im Haus des Fabrikarbeiters Martin in Mulhouse soll ein Original von Egon Schiele aufgetaucht sein. Routiniert bleibt Masson zunächst skeptisch, macht sich von der Neugier getrieben aber schließlich doch auf den Weg nach Mulhouse. Dort wartet auf ihn und seine Kollegin und Ex-Frau Bertina eine Sensation: Das Gemälde scheint echt zu sein. Die Freude über den Fund und den erhofften Karrieresprung bekommt einen Dämpfer, als die Herkunft des Werks klar wird. Das Bild war einst Teil der Sammlung eines jüdischen Mäzens, der von den Nazis enteignet wurde – es handelt sich also um Raubkunst. Masson steht nun vor der Herausforderung, die Ansprüche der Nachfahren des Sammlers, die Interessen seines Auktionshauses und die Situation der Arbeiterfamilie, bei der das Bild gefunden wurde, so in Einklang zu bringen, dass er die Auktion des Gemäldes tatsächlich vollziehen kann. Unterstützt wird er dabei nicht nur von Bertina, sondern auch von seiner neuen Praktikantin Aurore, welche die Rituale und Machtmechanismen der Kunst- und Auktionswelt immer wieder infrage stellt.
Do., 23. Apr · 00:20-00:50 · NDR
Twist: Wie umgehen mit vererbten Traumata?
Wie werden traumatische Erfahrungen von Generation zu Generation weitergegeben, wie schreiben sich seelische Verletzungen in die Erinnerung ein und wie wirkt sich das leidvolle Erbe der Vorfahren auf das eigene Leben aus? „Twist“ trifft Künstlerinnen und Künstler, die sich auf unterschiedliche Weise mit den langen Schatten ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. In dieser Folge von „Twist“ zeigen Kunstschaffende, wie sie sich mit dem Trauma ihrer Vorfahren auseinandersetzen. Dabei wird deutlich, wie Traumata über Generationen hinweg weitergegeben werden, wie sie die Erinnerung prägen und wie sich das Leid der Vorfahren auf das eigene Leben auswirken kann, wenn über das Erlebte geschwiegen und Erinnerungen verdrängt wurden. Wie umgehen mit Ängsten, innerer Leere, Fremdheits-, Schuld- und Schamgefühlen? Der britische Fotograf Barry Falk war für sein Fotoprojekt „In Search of Amnesia“ fünf Jahre in Polen und der Ukraine unterwegs auf den Spuren jüdischer Geschichte nach dem Holocaust. Er stößt dabei auf die verdrängten Bruchlinien seiner eigenen jüdischen Familiengeschichte. Die französische DJ, Musikerin, Performance- und Videokünstlerin Christelle Oyiri setzt sich in ihren Arbeiten mit den Folgen des Kolonialismus in ihrer Familiengeschichte, mit Herkunft und Identität auseinander und transformiert den Schmerz in Kunst. Serkan Sarier verarbeitet in seinen Bildern das Trauma seiner Gastarbeiter-Eltern, das wie ein Schatten auf seiner Kindheit lag. In der Kunst findet er Zugang zu den eigenen verdrängten Gefühlen. Vertreibung, Flucht, Krieg und Heimatverlust haben sich in die Familiengeschichte des palästinensischen Schriftstellers Atef Abu Saif, geboren im Flüchtlingslager Dschabaliya in Gaza, eingeschrieben. Das Schreiben ist seine Überlebensstrategie.
Fr., 24. Apr · 12:20-12:50 · 3sat
Heiraten mit Beeinträchtigung – Eine jüdische Traumhochzeit
Beatrice Wyler lebt im Beth Chana, einem jüdischen Heim für Menschen mit Beeinträchtigung in der Stadt Zürich. Ihr ganzes Leben träumte sie davon, einmal zu heiraten. In Gerard Naphtaly hat sie mit knapp 70 Jahren den Mann gefunden, der sie unter «die Chuppa», den Traubaldachin, führen wird.
Fr., 24. Apr · 22:30-23:00 · PHOENIX
Alexander der Falsche
Die Kunst war kein Nebenschauplatz des Zweiten Weltkriegs Hitlers Krieg war auch ein Krieg um wertvolle Bilder. Welche Rolle spielte dabei der Kunsthandel zwischen 1933 und 1945? Und wie funktionierte die große Vertuschung in den Jahrzehnten danach, bei der niemand im deutschen und internationalen Kunsthandel so genau wissen wollte, woher die Werke eigentlich kamen? Die Dokumentation verfolgt exemplarisch und minutiös die Spur dreier Bilder, die zum Kunstschatz von Cornelius Gurlitt gehörten, den er von seinem Vater, dem Kunsthändler Hildebrand Gurlitt, geerbt hatte Eine lang verschollene Großbronze Alexanders des Großen ist plötzlich in Griechenland aufgetaucht. Archäologen sagen: Eine Fälschung. Die Dokumentation folgt dem Archäologen Stephan Lehmann, der Kunstfälschern auf der Spur ist. Eine Langzeitreportage. Rund 50 mutmaßlich gefälschte Werke hat Stephan Lehmann bislang entdeckt – im Handel, in Sammlungen, sogar in Museen. Nun ist eine Großbronze Alexanders des Großen in Griechenland wieder aufgetaucht. Sie stammt aus dem Besitz eines britischen Kunsthändlers und wurde als Raubkunst nach Griechenland restituiert. Lehmann und weitere Fachkollegen sagen, sie ist falsch. Beliebt macht Archäologe Lehmann sich nicht, im Kunsthandel und in Museen wird zum Thema Fälschungen gerne geschwiegen. Ein Schweizer Sammler, der anonym bleiben möchte, stellt sich aber der Frage nach Echtheit oder Fälschung und schickt Lehmann ein angeblich antikes aber höchst zweifelhaftes Bronzeporträt von Kaiser Augustus, das er für einige hunderttausend Dollar im New Yorker Kunsthandel gekauft hat. Lehmann untersucht den Bronzekopf und lässt ihn im Fraunhofer-Institut in einem der stärksten Computertomographen der Welt durchleuchten, um ihn auch materialwissenschaftlich zu prüfen. Wie arbeiten die Fälscher? Die Dokumentation folgt der Spur der Kunstfälscher und führt uns hinein in die sonst so verschlossene Welt des Antikenhandels. Und deckt auf, dass ihre Arbeiten sogar in Raubkunstrückgaben an Staaten auftauchen. Die Fälscher haben ganze Arbeit geleistet.
Sa., 25. Apr · 07:20-08:50 · One
Pfarrer Braun: Die Gärten des Rabbiners
Nach einem rätselhaften Mordfall in der Synagoge von Potsdam wird ausgerechnet der Rabbiner Seelig verdächtigt. Pfarrer Braun, der hier gerade seine neue Wirkungsstätte bezogen hat, leistet seinem jüdischen Kollegen gottgewollte Amtshilfe und ermittelt in der jüdischen Gemeinde. Nebenbei müssen Braun und Seelig gemeinsam eine jüdisch-katholische Liebesheirat ermöglichen. Ein schwieriges Problem, denn die Familien des jungen Paares sind sich nicht grün: Ihre Gärtnereien konkurrieren erbittert um die lukrative Bepflanzung des Schlossparks von Sanssouci.
So., 26. Apr · 14:55-16:25 · One
Martha Liebermann – Ein gestohlenes Leben
Berlin, im Kriegsjahr 1943. Die großbürgerliche Witwe Martha Liebermann (Thekla Carola Wied) hätte sich niemals vorstellen können, ihre geliebte Heimat im Alter von 85 Jahren verlassen zu müssen. Als Jüdin bleibt ihr jedoch nur die Wahl, ins Ausland zu gehen oder auf ihre Deportation ins Konzentrationslager zu warten. Noch geben ihr das hohe Ansehen und die wertvollen Bilder ihres weltberühmten Ehemanns Max Liebermann (Rüdiger Vogler) Schutz. Doch wie lange noch? Marthas Freunde drängen sie zu einem illegalen Verkauf, um damit ihre Flucht mithilfe der Widerstandsgruppe von Hanna Solf (Fritzi Haberlandt) zu finanzieren. Gestapo-Kommissar Teubner (Franz Hartwig) mit seinem Handlanger (Daniel Noël Fleischmann) sieht nun seine perfide Chance, den couragierten Regimegegnerinnen eine Falle zu stellen. Der für die Nazis arbeitende Kunstexperte Solbach (Wanja Mues), der seinen Geliebten Benjamin (Vladimir Korneev) in Sicherheit bringen möchte, ist undurchsichtig. Kann man ihm trauen? Als sich die Lage dramatisch zuspitzt und sie sogar um ihre treue Haushälterin Luise (Lana Cooper) fürchten muss, zeigt Martha Liebermann ihre wahre Klugheit und Größe.
So., 26. Apr · 20:15-23:20 · arte
Schindlers Liste
Krakau, 1939: Der deutsche Unternehmer Oskar Schindler wittert im besetzten Polen Profit, übernimmt dort eine Fabrik und beschäftigt jüdische Zwangsarbeiter….
So., 26. Apr · 23:20-00:15 · arte
Emilie Schindler – Die vergessene Heldin
Emilie Pelzl wurde 1907 im Sudetenland geboren. Von klein auf arbeitet sie auf dem elterlichen Bauernhof und pflegt Angehörige. Mit 20 verliebt sie sich in den charmanten Oskar Schindler. Obwohl dieser als Herzensbrecher gilt, heiratet sie ihn. Oskar hat Affären und verjubelt die Mitgift, aber Emilie bleibt. Gemeinsam werden sie durch die Nazis mit ihrer Fabrik erst reich und retten dann viele Juden vor dem sicheren Tod. Die Regisseurin Annette Baumeister rekonstruiert einfühlsam das Leben von Emilie Schindler. Nachgesprochene Zitate vermitteln das Bild einer Frau, die sich aus der Rolle der passiven Ehefrau löst und aktiv Menschen hilft. Für „ihre Juden“ besorgt sie Lebensmittel und Medikamente und schützt Verfolgte sogar unter den Augen der SS. In der Dokumentation beschreiben Historikerinnen und Historiker sowie Emilie Schindlers argentinischer Pfleger Leandro Coseforti und ihre Nichte Traude Ferrari eine vergessene Heldin.
Mo., 27. Apr · 00:15-01:10 · arte
Ich tanz und mein Herz weint: Jüdische Musiklabel im Nationalsozialismus
Im Rahmen des von den Nationalsozialisten propagandistisch genutzten ʺJüdischen Kulturbundesʺ konnten bis 1938 mitten in Nazi-Deutschland einige jüdisch geführte Plattenfirmen weiterhin Musik von und mit jüdischen Künstlern produzieren, darunter die Label ʺSemerʺ und ʺLukraphonʺ. In der Reichspogromnacht im November 1938 wurden Label und Musik mitsamt ihren Originalmatrizen, Texten und Noten vollständig vernichtet. Zwei Musikenthusiasten ist es zu verdanken, dass diese verloren geglaubten Werke durch jahrelange Recherchearbeit teils wieder rekonstruiert werden konnten. Die Schellack-Platten der beiden Labels sind eine Fundgrube der besonderen Art: Damals, im politisch brisanten Berliner Klima der 1930er Jahre, offenbarten sie ohne Scheu die widersprüchlichen Seiten jüdischer Identität. Nach dem Verbot jüdischer Künstler 1933 wurden die Labels zu einem Zufluchtsort für Musiker und Kabarettisten, denen die Auftrittsmöglichkeiten in Deutschland genommen wurden. Mit Schellackplatten, die aus den entlegensten Winkeln der Welt zusammengetragen wurden, und der neu arrangierten Musik des international hochkarätig besetzten Semer Ensembles um den amerikanisch-jüdischen Musiker Alan Bern erzählt die Dokumentation die unglaubliche Geschichte der beiden jüdischen Plattenfirmen, vom Schicksal ihrer Interpreten und von einer Musik, die bis heute nichts von ihrer Aktualität und Brisanz verloren hat.
Do., 30. Apr · 22:25-23:10 · 3sat
auslandsjournal – die doku: Mullahs, Macht, Milizen
Es ist Staatsdoktrin des Iran die Islamische Revolution zu verbreiten. Das Regime beeinflusst seine Nachbarn im Nahen Osten religiös, militärisch und wirtschaftlich. Golineh Atai reist durch den Irak, Syrien, Libanon und den Jemen und zeigt wie das iranische Regime unter anderem durch Waffenlieferungen, politische Parteien und schiitische Milizen die Nachbarn beeinflusst und kontrolliert.



