Von 1. bis 15. April 2026
Mi., 1. Apr · 22:15-23:00 · ARD-alpha
Worüber wir lachen · Humor in den Religionen
Über Gott lachen – ist das erlaubt? Wieviel Humor haben die Religionen? SWR-Reporter Steffen König macht sich in dieser Folge von „Was glaubt Deutschland?“ auf eine humorvolle Spurensuche: worüber lachen die, die glauben, und worüber die, die nicht glauben? Wo sind Grenzen, wenn man sich über Glauben und Gläubige lustig macht? In Berlin trifft Steffen König den Rabbiner und Kabarettisten Walter L. Rothschild, der ihm Einblick in den sprichwörtlichen jüdischen Witz gewährt. Außerdem besucht Steffen König die „Datteltäter“, eine muslimische Satire-Gruppe, bei Dreharbeiten in Berlin für ihr neues Youtube-Video und erlebt, wie sehr Muslime über sich, über Bräuche und manche Eigenheiten lachen können. In Stuttgart erlebt er einen Auftritt der bayrischen katholischen Kabarettistin Luise Kinseher. In ihrem aktuellen Programm „Mamma Mia Bavaria“ wirft sie auch einen humorvoll-kritischen Blick auf das irdische Personal der himmlischen Mächte. Humor, erfährt Steffen König auf seiner Reise, hat Wirkung. Er ist eine Waffe der Schwachen und ein Mittel gegen Fundamentalismus. Oder er macht einfach nur Spaß, wie die Begegnung mit dem Buddhisten und Clown Uwe Spille aus dem Schwarzwald und mit dem atheistischen Cartoonisten Piero Masztalerz aus Hamburg zeigen. Der Münsteraner Religionswissenschaftler Perry Schmidt-Leukel schließlich liefert Hintergrundinformationen und ordnet ein, was Steffen bei seiner Reise quer durch Deutschland erlebt.
Fr., 3. Apr · 02:20-04:20 · ZDF
Persischstunden
Um dem Tod durch die SS zu entgehen, gibt sich der jüdische Geflüchtete Gilles als Perser aus und erfindet eine Fantasiesprache, als er den Lagerkommandanten Koch unterrichten soll. Als Gilles von Koch neben dem Unterrichten und langen Küchendiensten bald zudem zum Gefangenenprotokollant ernannt wird, gestaltet sich das Aufrechterhalten seiner Scheinidentität immer schwieriger. Zumal ihm ein Aufseher auf die Schliche zu kommen droht.
So., 5. Apr · 08:00-09:00 · NDR
Psalmen von Mendelssohn, Kreek, Moultaka und Haddad
Das SWR Vokalensemble singt unter der Leitung von Yuval Weinberg Psalmen von Felix Mendelssohn Bartholdy, Cyrillus Kreek, Zad Moultaka und Saed Haddad. Psalmen sind seit fast 3000 Jahren Teil jüdischer, christlicher und islamischer Tradition. Das Konzert verbindet die leidenschaftliche religiöse Dramatik von Mendelssohn und Kreek mit den Perspektiven der Komponisten Moultaka aus dem Libanon und Haddad aus dem Jemen. Die Sendung zeigt dabei die gemeinsamen kulturellen Wurzeln heute verfeindeter Gruppen und deren zeitgenössische künstlerische Auseinandersetzung mit den alten Texten.
Di., 7. Apr · 22:10-22:55 · MDR
Der lange Weg der Sinti und Roma
Jùlie Halilic ist stolz, wenn sie an ihren Großvater denkt. Wallani Georg erkämpfte gemeinsam mit anderen Bürgerrechtlern, dass der Massenmord an den Sinti und Roma 1982 als Völkermord anerkannt wurde. Begonnen hatte es mit einer Besetzung der KZ-Gedenkstätte Dachau. Elf Sinti traten dort 1980 in den Hungerstreik, weil die Verfolgung für Angehörige ihrer Minderheit mit der Befreiung nicht endete, weil der Rassismus gegen Sinti und Roma ungebrochen fortbestand. Sie texteten ein beliebtes Wanderlied um, um darauf aufmerksam zu machen: „Lustig ist das Zigeunerleben, Faria, Faria ho – Staat braucht uns keine Rechte (zu) geben, Faria, Faria ho.“ Die Aktion in Dachau markierte den Beginn der Bürgerrechtsbewegung, eines langen Weges der Emanzipation. Die Auschwitz-Überlebende Zilli Schmidt kämpfte viele Jahre um Anerkennung ihrer Verfolgung aus rassischen Gründen. Die Musiker Manolito Steinbach und Romani Weiß wuchsen in den 1970er Jahren in West-Berlin auf. Sie erzählen davon, wie sie lange Zeit lieber unsichtbar bleiben wollten, wie diese Vorsicht erst nach und nach einem neuen Selbstbewusstsein wich. Gianni Jovanovic erlebte, dass die Verfolgung auch mit der Anerkennung des Völkermords nicht endete. Nachdem er 1982 einen Bombenanschlag in Darmstadt überlebt hatte, wurde wenig später das Haus seiner Verwandten in einer Nacht- und Nebelaktion von der Stadt abgerissen. Mit diesen persönlichen Lebenswegen zeichnet der Film emotional und eindrucksvoll die Geschichte von Deutschlands größter nationaler Minderheit nach und macht bisher unerzählte Perspektiven sichtbar. Individuelle Geschichten und bisher kaum gezeigtes Archivmaterial nehmen mit in eine Zeit, in der Sinti und Roma weiter diskriminiert wurden und in der sie sich schließlich zur Wehr setzten. Unter den historischen Aufnahmen aus den ARD-Archiven fand Filmautor Adrian Oeser viele Szenen, die deutlich machen, wie stark der Rassismus gegen Sinti und Roma nach 1945 fortdauerte – und auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk immer wieder befeuert wurde. Die Dokumentation „Der lange Weg der Sinti und Roma“ ist damit auch eine kritische Auseinandersetzung der ARD mit ihrer eigenen Geschichte. Der Film zeigt darüber hinaus, dass eine Aufarbeitung in vielen gesellschaftlichen Bereichen bis heute notwendig ist. Bis in die 1980er Jahre arbeiteten Landeskriminalämter und Forscher in ganz Deutschland mit den Akten der Rassenhygieniker aus der Nazizeit weiter, um Sinti und Roma systematisch zu erfassen. Erst die Bürgerrechtler konnten diese Aktenbestände in den 1980er Jahren freipressen. Beeindruckendes Archivmaterial zeigt, wie sie die Dokumente ihrer Verfolgung fast vierzig Jahre nach der Befreiung erstmals in den Händen halten.
Mi., 8. Apr · 20:15-21:45 · arte
Das gestohlene Bild
André Masson, Auktionator im berühmten Auktionshaus Scottie’s, erreicht ein Brief: Im Haus des Fabrikarbeiters Martin in Mulhouse soll ein Original von Egon Schiele aufgetaucht sein. Routiniert bleibt Masson zunächst skeptisch, macht sich von der Neugier getrieben aber schließlich doch auf den Weg nach Mulhouse. Dort wartet auf ihn und seine Kollegin und Ex-Frau Bertina eine Sensation: Das Gemälde scheint echt zu sein. Die Freude über den Fund und den erhofften Karrieresprung bekommt einen Dämpfer, als die Herkunft des Werks klar wird. Das Bild war einst Teil der Sammlung eines jüdischen Mäzens, der von den Nazis enteignet wurde – es handelt sich also um Raubkunst. Masson steht nun vor der Herausforderung, die Ansprüche der Nachfahren des Sammlers, die Interessen seines Auktionshauses und die Situation der Arbeiterfamilie, bei der das Bild gefunden wurde, so in Einklang zu bringen, dass er die Auktion des Gemäldes tatsächlich vollziehen kann. Unterstützt wird er dabei nicht nur von Bertina, sondern auch von seiner neuen Praktikantin Aurore, welche die Rituale und Machtmechanismen der Kunst- und Auktionswelt immer wieder infrage stellt.
Mi., 8. Apr · 21:45-22:40 · arte
Gustav Klimt – Ein Kunstkrimi
Es war eine Sensation für die Kunstszene, als 2023 ein Gemälde von Gustav Klimt wieder auftauchte, das über Jahrzehnte als verschollen galt. Es zeigt einen afrikanischen Prinzen, den Klimt in seiner frühen Zeit gemalt hat, dessen Identität aber lange ungeklärt war. Rätselhaft war auch, wo das Bild über die lange Zeit hinweg geblieben war und warum es nicht gefunden werden konnte – trotz intensiver Suche durch die Kunsthistoriker. Das Gemälde stammt aus einer Phase, in der Klimt seinen akademischen Stil hinter sich ließ und eine neue Bildsprache entwickelte. Stück für Stück deckt die Dokumentation die Rätsel rund um das Bild auf: Dazu begleitet der Film die Restaurierung und die forensische Analyse und reist bis nach Ghana, wo Kunstschaffende und lokale Entscheidungsträger Hinweise liefern, die den Mann erstmals klar in eine familiäre und kulturelle Linie einordnen und dem Porträt seinen Namen geben. Ungewöhnlich für die Entstehungszeit ist die präzise und individuelle Darstellung des Modells. Klimt schafft Nähe und ein Porträt auf Augenhöhe. In den 1920er Jahren gelangt das Porträt in den Besitz der jüdischen Familie Klein. Mit ihrer Flucht vor dem Regime der Nationalsozialisten bleibt das Bild zurück und verschwindet aus dem Blick der Öffentlichkeit. Erst durch verstreute Dokumente, Briefe und Auktionsunterlagen wurde es möglich, seinen Weg durch Krieg und Nachkriegszeit zu rekonstruieren. 2025 wurde das Bild erstmals wieder öffentlich gezeigt. Die internationale Aufmerksamkeit unterstreicht nicht zuletzt die Bedeutung eines Kunstwerkes, das nicht nur kunsthistorische, sondern auch gesellschaftliche und politische Fragen berührt.
Do., 9. Apr · 19:40-20:15 · arte
Re: Ungarns Hetze gegen Anti-Faschisten
Für die ungarischen Behörden ist dieser „Tag der Ehre“ nur ein historisches Gedenken, subventioniert mit staatlichen Zuschüssen, über das die von Premierminister Viktor Orbán kontrollierten Medien positiv berichten. Doch die ungarische Regierung geht noch weiter. Um ausländische antifaschistische Gegendemonstranten aufzuspüren, bedient sie sich missbräuchlich eines Rechtsinstruments der Europäischen Union: Seit 2023 ließ sie 14 Europäische Haftbefehle (EHB) gegen sie ausstellen, die ursprünglich nur gedacht sind zur Bekämpfung von Terrorismus und organisierter Kriminalität. Unter den ungarischen Linksaktivisten geht deshalb die Angst um, seit kurzem noch verschärft durch die Veröffentlichung eines „Antifa-Dekrets“ am 26. September 2025. Darin wird die antifaschistische Bewegung als terroristische Organisation eingestuft, deren Mitglieder mit bis zu 24 Jahren Haft bestraft werden können.
So., 12. Apr · 00:00-01:00 · PHOENIX
Die Katastrophe vor Gericht – Der Eichmann-Prozess
Adolf Eichmann gilt als Organisator des Holocaust. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lebte er lange unbehelligt in Argentinien. Doch im Mai 1960 entführte der israelische Geheimdienst Mossad den ehemaligen SS-Obersturmbannführer und brachte ihn nach Israel. Dort begann am 11. April 1961 der Jahrhundertprozess. Chefankläger Gideon Hausner ließ das Leben der Juden in Europa am Vorabend des NS-Regimes bis zur schrittweisen Ausgrenzung und gezielten Vernichtung im Prozess darlegen, um die Dimension der Verbrechen Adolf Eichmanns deutlich zu machen. Als Zeugen vor Gericht kamen dabei erstmal Holocaustüberlebende zu Wort und schilderten vor der ganzen Welt die schrecklichen Verbrechen in der NS-Zeit. Adolf Eichmann gilt als Organisator des Holocaust. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lebte er lange unbehelligt in Argentinien. Doch im Mai 1960 entführte der israelische Geheimdienst Mossad den ehemaligen SS-Obersturmbannführer und brachte ihn nach Israel. Dort begann am 11. April 1961 der Jahrhundertprozess. Chefankläger Gideon Hausner ließ das Leben der Juden in Europa am Vorabend des NS-Regimes bis zur schrittweisen Ausgrenzung und gezielten Vernichtung im Prozess darlegen, um die Dimension der Verbrechen Adolf Eichmanns deutlich zu machen. Als Zeugen vor Gericht kamen dabei erstmal Holocaustüberlebende zu Wort und schilderten vor der ganzen Welt die schrecklichen Verbrechen in der NS-Zeit.
So., 12. Apr · 03:00-03:45 · PHOENIX
Jahrhundertzeugen: Leon Weintraub
Er ist einer der letzten Überlebenden der Shoah: Der am 1. Januar 1926 in Lodz geborene Dr. Leon Weintraub. Nach dem frühen Tod seines Vaters wuchs er mit seiner Mutter und vier älteren Schwestern in ärmlichsten Verhältnissen auf. 1940 wurde die Familie Weintraub von den Nationalsozialisten in das Ghetto Litzmannstadt (Lódz) zwangsumgesiedelt. Schon hier musste der damals 14jährige Leon Zwangsarbeit leisten. Im August 1944 wurde Weintraub dann in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert, wo er nur knapp der Ermordung durch die Nationalsozialisten entging. In der Folge überlebte er mehrere Konzentrationslager und erlangte erst im April 1945 seine Freiheit zurück. Anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages am 27. Januar 2026 zeigt phoenix die nunmehr zehnte Folge seiner Reihe Jahrhundertzeugen, die die dramatischen Erinnerungen von Holocaust-Überlebenden als Graphic-Novel-Erzählung dokumentiert. Leon Weintraub berichtet in seinem Jahrhundertzeugen-Gespräch auf anschauliche und ergreifender Weise von der Entmenschlichung durch die Nationalsozialisten. Als Zeitzeuge des schier Unvorstellbaren setzt er sich seit Jahrzehnten für die Aufklärung über den Holocaust und gegen Antisemitismus sowie Menschenverachtung ein. Unter anderem veröffentlichte er 2022 seine Memoiren unter dem Titel: „Die Versöhnung mit dem Bösen: Geschichte eines Weiterlebens. Wie in allen Folgen zuvor bildet das Zeitzeugeninterview die Grundlage für die zweite Ebene des Gesprächsformates: Ebenso wie in den ersten neun Folgen haben auch hier die beiden renommierten Illustratoren und Graphic-Novellists Reinhard Kleist und Matthias Lehmann in Zusammenarbeit mit dem Autor viele Szenen der mündlichen Erzählung Leon Weintraubs zeichnerisch respektvoll und mit Zustimmung des Zeitzeugen umgesetzt und szenisch animiert. So ist eine beindruckende und bewegende Oral-Graphic-Biography des Jahrhundertzeugen Leon Weintraub entstanden, der auch im Alter von inzwischen 100 Jahren weiter gegen das kollektive Vergessen und gegen einen neu aufkommenden Antisemitismus kämpft.
So., 12. Apr · 16:30-17:00 · PHOENIX
Befreiung aus dem KZ – Die weißen Busse 1945
Mitten in den letzten Kriegsmonaten kamen die Retter. Sie fuhren in 75 ungepanzerten weiß gestrichenen Bussen von Malmö aus quer durch das zerstörte Deutschland, leichte Beute für Jagdflugzeuge. Ihre Mission: Die Befreiung der skandinavischen Gefangenen aus deutschen Lagern. Eingefädelt hatte die Aktion Graf Bernadotte, ein Neffe des schwedischen Königs und hoher Funktionär des Roten Kreuzes. Sein Verhandlungspartner auf deutscher Seite war Heinrich Himmler, Chef der Gestapo und der SS. Am 17. April 1945 erreichte eine Kolonne der weißen Busse auch Theresienstadt und rettete dort alle 450 dänischen Juden. Unter den Geretteten ist ein junges Mädchen: Ruth (Mädchenname Toronczyk) Die 18 Monate, die sie im Lager verbrachte, hat sie nie vergessen: Die Fahrt im Güterwagon durch halb Europa, der kahlgeschorene Kopf, der Hunger. 80 Jahre später reist Filmemacher Tilmann Bünz für phoenix mit Ruths Tochter Marianne auf den Spuren ihrer Mutter quer durch Europa, von Stockholm über Padborg bis nach Theresienstadt – durch alle Höhen und Tiefen von Verrat, Verschleppung bis zur Befreiung. Marianne Prager stellt sich dabei der dramatischen und bewegenden Familiengeschichte und erfährt, wie die Mutter das Überleben lernte. Mit den weißen Bussen kamen 1945 15.000 bis 20.000 KZ-Gefangene frei. Der Film erinnert mit Originalaufnahmen und Graphic-Novel-Elementen an eine der größten und beispiellosesten Rettungsaktion des zweiten Weltkrieges, die heute zu Unrecht fast vergessen ist .
So., 12. Apr · 23:55-01:25 · HR
Schalom und Hallo – mit Susan Sideropoulos
In dieser 90-minütigen Dokumentation begibt sich Schauspielerin Susan Sideropoulos auf eine spannende und unterhaltsame Reise durch 1.700 Jahre deutsch-jüdische Geschichte und auf die Spuren ihrer eigenen Vorfahren. Immer mit Blick auf die Gegenwart erzählt sie vom Köln zu Römischer Zeit, von den mittelalterlichen SchUM-Städten, vom Frankfurt der frühen Neuzeit sowie von Leipzig, Hamburg, München oder Berlin. In der Dokumentation begibt sich Schauspielerin Susan Sideropoulos auf eine spannende und unterhaltsame Reise durch 1.700 Jahre deutsch-jüdische Geschichte und auf die Spuren ihrer eigenen Vorfahren. Immer mit Blick auf die Gegenwart erzählt sie vom Köln zu Römischer Zeit, von den mittelalterlichen „SchUM“-Städten Speyer, Worms und Mainz, vom Frankfurt der frühen Neuzeit sowie von Leipzig, Hamburg, München oder Berlin. Dabei stehen nicht nur historische Figuren und Ereignisse im Mittelpunkt, sondern vor allem Menschen von heute, wie die Rabbinerin Jasmin Andriani, Folk-Musiker Daniel Kahn, Filmregisseur Peter Kahane, die Literaturwissenschaftlerin und Buchhändlerin Rachel Salamander, Autorin Linda Sabier oder Gastronomin Shani Leiderman, der Publizist Josef Joffe, Historiker Julius Schoeps sowie Museumsdirektorin Miriam Wenzel. Viele wissen heute zwar von der Schoah, doch ansonsten ist weniger bekannt über Juden, ihren Alltag und ihre Rituale sowie die gemeinsame deutsch-jüdische Geschichte. Gerade in Zeiten eines wiederaufkeimenden Antisemitismus und diverser Verschwörungstheorien soll der Film zeigen, wie reich diese Geschichte trotz aller Verfolgungen und schrecklicher Ereignisse einst war, und wie wechselseitig sich Alltag, Kultur und Weltanschauung von Juden und Nichtjuden stets beeinflussten. So lernen wir jüdische Rituale und Traditionen kennen: Was bedeuten ‚koscher‘ und ‚Schabbat‘ heute? Was genau ist eine Mikwe? Welche Rolle spielt die Torah, und was lernt man in einer Talmudschule? Wir erfahren, dass es durchaus verschiedene religiöse Strömungen innerhalb des Judentums gibt, von liberal bis orthodox. Jüdische Kultur hat zudem auch außerhalb der Religion nicht nur das heutige jüdische Leben, sondern deutschland- und weltweit Gesellschaften beeinflusst, in Sachen Sprache, Sport und Küche, Mode und Musik. Der jüdische Humor ist ohnehin legendär. Vergangenheit und Gegenwart werden dabei miteinander verwoben, die Chronologie der Ereignisse aufgebrochen, und historische Ereignisse und Menschen begegnen denen der Gegenwart. Denn auch im modernen Judentum hat die Tradition eine große Bedeutung. Durch diese Verknüpfung entsteht ein buntes und spannendes Bild von der Kontinuität jüdisch-deutscher Geschichte. Die Dokumentation reduziert das Bild von Juden nicht auf die Opferrolle (Pogrome, Ghettoisierung, Schoah), sondern stellt Verbundenheit in den Vordergrund – mitreißend und ohne die für dieses Thema sonst typische Schwere.



