Die neuen Fernsehtipps

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Foto: Pexels

Von 1. bis 15. März 2026

So., 1. Mär · 18:45-19:30 · NDR
DAS! Rote Sofa, Gast: Prof. Dr. Michel Friedman, Publizist – und Talkmaster

Wie können die Menschen Demokratie nicht nur verteidigen, wie können sie sie auch gestalten? Diese Frage stellt sich einer der profiliertesten Intellektuellen Deutschlands immer wieder. Prof. Dr. Michel Friedman unternimmt dies als Jurist, Philosoph, Moderator und auch Publizist. Mit seinem aktuellen Buch „Mensch! Liebeserklärung eines verzweifelten Demokraten“ schaltet er sich deutlich vernehmbar in die öffentliche Diskussion angesichts des ansteigenden Zulaufes der extremen Rechten ein. Er warnt vor wachsendem Populismus und gesellschaftlicher Gleichgültigkeit und fordert dazu auf, Verantwortung zu übernehmen. Friedman, geboren 1956 in Paris als Kind einer polnisch-jüdischen Familie, engagiert sich selbst bereits seit Jahrzehnten gegen Rechtsradikalismus und für die Integration Geflüchteter. Im Studio wird mit Michel Friedman eine der wichtigsten Stimmen Deutschlands mit einem eindringlichen Plädoyer für die Demokratie auf dem Roten Sofa begrüßt.

So., 1. Mär · 20:15-23:15 · kabel eins
Schindlers Liste

Der Film erzählt von dem Geschäftsmann Oskar Schindler, der über tausend Juden vor dem Tod durch die Nazis rettete indem er sie in seinen Rüstungsfabriken beschäftigte. ‚Schindlers Liste‘ beruht auf einer wahren Geschichte, wurde in schwarz-weiß und an vielen originalen Schauplätzen gedreht und hat kontroverse Diskussion nach sich gezogen.

So., 1. Mär · 23:15-00:30 · PHOENIX
Terra X-History: Hits unterm Hakenkreuz

Es sind Schlager, die noch heute mitreißen – von Zarah Leander, Heinz Rühmann oder Hans Albers. Doch waren ihre Lieder so harmlos, wie sie schienen? Welchem Zweck dienten sie im NS-Staat? „Terra X History“ erzählt die Geschichte berühmter Hits unterm Hakenkreuz wie „Davon geht die Welt nicht unter“ oder „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“. Vor mehr als 80 Jahren waren sie Gassenhauer und auch Instrumente der NS-Propaganda. Im NS-Staat entsteht eine Vielzahl von Schlagern, Filmmusiken und Soldatenlieder. Einige Künstlerkarrieren kommen jetzt erst so richtig in Schwung wie die von Marika Rökk und Zarah Leander. Ihre Songs sollen für gute Stimmung sorgen – gerade in Kriegszeiten. Jüdische Künstler hingegen werden ausgegrenzt und verfolgt. Wer kann, emigriert und versucht, sein Leben zu retten. NS-Propagandachef Joseph Goebbels bringt die Musik- und Unterhaltungsbranche unter seine Kontrolle. Trotzdem regt sich vereinzelt heimlicher Widerstand in der Musikszene. Hans Albers gelingt Ende 1944 mit „Einmal muss es vorbei sein“ ein mehrdeutiger Hit.

Mo., 2. Mär · 00:00-00:55 · arte
Hope on the Road – Daniel Hope auf der Suche nach dem Hollywood-Sound

Der Tonfilm hatte Hollywood neu belebt. Zuvor lag die Musik oft wie eine Tapete über der gefürchteten Stille des Films. Jetzt wurde sie selbst zu einem wichtigen und kreativen Element, das die Handlung maßgeblich stützt. 1933 unterlegte der gebürtige Wiener Max Steiner „King Kong und die weiße Frau“ erstmals Dialoge mit eigener Musik. Von nun an sollte sie Emotionen formen und aufladen – die Blaupause dafür wurde in dieser turbulenten Zeit geschaffen. Unter den jüdischen Komponisten, die spätestens zu Beginn des zweiten Weltkriegs in die Vereinigten Staaten gingen, waren mehrfache Oscar-Preisträger: Erich Wolfgang Korngold, geboren in Brünn/Brno, heute Tschechien („Robin Hood – König der Vagabunden“, „Ein rastloses Leben“), Franz Waxman, geboren in Königshütte/Chorzów, heute Polen („Boulevard der Dämmerung“, „Ein Platz an der Sonne“) und Miklós Rózsa, geboren in Budapest, Ungarn („Ich kämpfe um dich“, „Ein Doppelleben“, „Ben Hur“). Jahrzehntelang prägten sie die Filmmusik als große Kunstform. Daniel Hope trifft in der Dokumentation Komponisten wie Thomas Newman und Ben Wallfisch, die von früheren Emigranten geprägt wurden. Und er präsentiert legendäre Soundtracks auf seiner Violine – an Orten, die in die Geschichte eingegangen sind: Im Haus von Thomas Mann, in den Exilarchiven der Universität von Kalifornien und im alten MGM-Tonstudio. Hier wurden Klassiker wie „Ben Hur“ und „Vom Winde verweht“ aufgenommen.

Mo., 2. Mär · 05:40-05:55 · HR
Das Haus Tugendhat – Tschechien

Das Haus „Tugendhat“ im tschechischen Brünn wurde Ende der 1920er Jahre von Ludwig Mies van der Rohe im Auftrag von Grete und Fritz Tugendhat gebaut. Das jüdische Fabrikantenehepaar konnte mit seinen Kindern nur bis 1938 dort wohnen. Nach dem Einmarsch der Deutschen in die Tschechoslowakei wurde die Villa von den Nazis konfisziert. Nach 1945 nutzte die Roten Armee das Wohnhaus als Pferdestall. Die kommunistische Tschechoslowakei funktionierte die Villa zu einer Anstalt für Heilgymnastik um. In den 1980er Jahren wurde die kapitalistische Villa renoviert und gilt seitdem als Denkmal und Mahnmal.

Di., 3. Mär · 11:00-12:05 · ARD-alpha
ScreenTime: Hakenkreuze, Parolen, Hitlergruß – Schulen im Visier

Schülerinnen und Schüler provozieren mit rechtsextremen Symbolen oder äußern menschenfeindliche Parolen, rechtsextreme Organisationen verteilen gezielt Flyer im Umfeld von Schulen. Wie verbreitet sind extremistische Einflüsse an Schulen? Welche Rolle spielen soziale Netzwerke bei der Radikalisierung von Jugendlichen? Wie können wir reagieren? Und welche Rolle spielen Medien bei der Aufklärung? BR-Reporter Samy Khamis hat gemeinsam mit einem Team recherchiert. Interaktiv können die Zuschauenden seine Arbeit als Investigativreporter nachvollziehen. Birthe Billmeier, pädagogische Mitarbeiterin am DokuPäd Nürnberg, macht Workshops gegen Rechtsextremismus an Schulen und kennt Strategien, sich zu wehren. Leonie Maderstein und Florian Schwegler moderieren und kommen mit Gästen und den Jugendlichen im Studio ins Gespräch. Wer von der Schule aus zuschaut, kann sich digital beteiligen.

Di., 3. Mär · 22:30-23:15 · HR
Der lange Weg der Sinti und Roma

Jùlie Halilic ist stolz, wenn sie an ihren Großvater denkt. Wallani Georg erkämpfte gemeinsam mit anderen Bürgerrechtlern, dass der Massenmord an den Sinti und Roma 1982 als Völkermord anerkannt wurde. Begonnen hatte es mit einer Besetzung der KZ-Gedenkstätte Dachau. Elf Sinti traten dort 1980 in den Hungerstreik, weil die Verfolgung für Angehörige ihrer Minderheit mit der Befreiung nicht endete, weil der Rassismus gegen Sinti und Roma ungebrochen fortbestand. Sie texteten ein beliebtes Wanderlied um, um darauf aufmerksam zu machen: „Lustig ist das Zigeunerleben, Faria, Faria ho – Staat braucht uns keine Rechte (zu) geben, Faria, Faria ho“. Die Aktion in Dachau markierte den Beginn der Bürgerrechtsbewegung, eines langen Weges der Emanzipation. Die Auschwitz-Überlebende Zilli Schmidt kämpfte viele Jahre um Anerkennung ihrer Verfolgung aus rassischen Gründen. Die Musiker Manolito Steinbach und Romani Weiß wuchsen in den 1970er Jahren in West-Berlin auf. Sie erzählen davon, wie sie lange Zeit lieber unsichtbar bleiben wollten, wie diese Vorsicht erst nach und nach einem neuen Selbstbewusstsein wich. Gianni Jovanovic erlebte, dass die Verfolgung auch mit der Anerkennung des Völkermords nicht endete. Nachdem er 1982 einen Bombenanschlag in Darmstadt überlebt hatte, wurde wenig später das Haus seiner Verwandten in einer Nacht- und Nebelaktion von der Stadt abgerissen. Mit diesen persönlichen Lebenswegen zeichnet der Film emotional und eindrucksvoll die Geschichte von Deutschlands größter nationaler Minderheit nach und macht bisher unerzählte Perspektiven sichtbar. Individuelle Geschichten und bisher kaum gezeigtes Archivmaterial nehmen mit in eine Zeit, in der Sinti und Roma weiter diskriminiert wurden und in der sie sich schließlich zur Wehr setzten. Unter den historischen Aufnahmen aus den ARD-Archiven fand Filmautor Adrian Oeser viele Szenen, die deutlich machen, wie stark der Rassismus gegen Sinti und Roma nach 1945 fortdauerte – und auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk immer wieder befeuert wurde. Die Dokumentation „Der lange Weg der Sinti und Roma“ ist damit auch eine kritische Auseinandersetzung der ARD mit ihrer eigenen Geschichte. Der Film zeigt darüber hinaus, dass eine Aufarbeitung in vielen gesellschaftlichen Bereichen bis heute notwendig ist. Bis in die 1980er Jahre arbeiteten Landeskriminalämter und Forscher in ganz Deutschland mit den Akten der Rassenhygieniker aus der Nazizeit weiter, um Sinti und Roma systematisch zu erfassen. Erst die Bürgerrechtler konnten diese Aktenbestände in den 1980er Jahren freipressen. Beeindruckendes Archivmaterial zeigt, wie sie die Dokumente ihrer Verfolgung fast vierzig Jahre nach der Befreiung erstmals in den Händen halten. Zu realisieren, dass die systematische Stigmatisierung so lange andauerte, belastet den Bürgerrechtler Rudko Kawczynski bis heute. „Der lange Weg der Sinti und Roma“ ist ein Film über Geschichte, die nicht abgeschlossen ist, über eine Zeit, die bis heute fortwirkt. Ein Film übers Gestern fürs Heute.

Mi., 4. Mär · 08:15-08:25 · ARD-alpha
Schulfernsehen: Unterwegs mit… einem Rabbi

Rabbiner sind die obersten Gelehrten des jüdischen Glaubens. Sie unterrichten an jüdischen Schulen und überwachen, ob die Lebensmittel koscher sind. Doch den Sabbat-Gottesdienst leiten sie nur in manchen jüdischen Gemeinden. Streng genommen sind sie keine Priester mit besonderen Aufgaben, sondern „nur“ besonders qualifizierte Berater. die auslegen, wie die Thora im Einzelfall zu verstehen ist. Um zu erfahren, wie sie das tun, sind wir unterwegs mit einem Münchner Rabbiner, erleben mit ihm Gottesdienst, Gemeindearbeit, Familienfeste und jüdische Feiertage. So entdecken wir religiöses Leben aus einer ungewohnten Perspektive: als das tägliche Brot eines Rabbiners.

Do., 5. Mär · 23:35-01:05 · SWR
Jahrhundert-Frauen

Der Dokumentarfilm des preisgekrönten Regisseurs Uli Gaulke porträtiert fünf Frauen rund um den Globus, die bereits ein Jahrhundert gelebt und die Welt, in der sie leben, nachhaltig verändert haben. Ob als Geschichtenerzählerin auf Kuba, bedeutende Yogalehrerin in Indien, Schriftstellerin in Österreich, feministische Juraprofessorin in der Türkei oder als israelisches Knesset-Mitglied und Geheimdienstagentin – diese fünf Frauen haben im Kleinen wie im Großen Außerordentliches geleistet. Sie haben sich in verschiedenen Kulturen emanzipiert und ihr Leben in die eigenen Hände genommen – keine Selbstverständlichkeit im 20. Jahrhundert. Als junge Mädchen noch in den Rollen der zukünftigen Ehefrauen verankert, haben sie sich mit ihren Träumen gegen gesellschaftliche Widerstände und konventionelle Rollenbilder durchgesetzt. Der Film zeigt das vergangene Jahrhundert aus einer kraftvollen, weiblichen Perspektive.

So., 8. Mär · 01:30-02:15 · PHOENIX
Geschichte im Ersten: Der Mann hinter Porsche – Adolf Rosenberger

Es ist eine deutsch-jüdische Familiengeschichte, die Sandra Esslinger erstmals öffentlich macht. Auf Grundlage des Nachlasses ihres 1967 in Los Angeles verstorbenen Großonkels Alan Robert. Der ist im Jahr 1900 in Pforzheim als Adolf Rosenberger zur Welt gekommen. Sohn einer assimilierten jüdischen Familie, mit 17 Jahren Kampfflieger im Ersten Weltkrieg, danach Techniker, Geschäftsmann und Werksrennfahrer bei Mercedes-Benz. Rosenberger gründet 1930/31 mit Ferdinand Porsche und dessen Schwiegersohn Anton Piëch die Porsche GmbH in Stuttgart. Die Keimzelle der heutigen Weltmarke. Als Geschäftsführer zieht Rosenberger Aufträge aus der Automobilindustrie an Land, ist an der Konstruktion des später so erfolgreichen Auto-Union-Grand-Prix-Rennwagens beteiligt und hält als Mitgründer und Miteigentümer zehn Prozent der Firmenanteile. Bis 1933 die Nazis an die Macht kommen und der Jude Adolf Rosenberger zum Problem wird, weil Porsche mit dem NS-Staat große Geschäfte macht. 1935 wird Rosenberger in das Konzentrationslager Kislau verschleppt, es gelingt ihm zu emigrieren. In den USA startet er unter dem Namen Alan Robert noch einmal ein neues Leben. Doch die Sehnsucht nach seiner verlorenen Heimat bleibt. Nach 1945 möchte er wieder mit Porsche zusammenarbeiten. Doch weder ein Prozess gegen Porsche und Piëch noch die vermeintliche Aussöhnung mit Porsche-Sohn Ferry bringen Rosenberger zurück in das einst von ihm mitgegründete Unternehmen. Der „Fall Porsche“ bleibt eine offene Wunde. Auch bei Sandra Esslinger und den anderen Nachkommen von Adolf Rosenberger, dessen besondere Rolle in der Porsche Firmengeschichte bis heute nicht angemessen gewürdigt worden ist.

So., 8. Mär · 23:50-00:35 · ZDF
Miteinander füreinander – Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille

Der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit zeichnet Christian Rutishauser am 8. März 2026 in Köln mit der Buber-Rosenzweig-Medaille aus. Der Jesuit gilt als führender Vertreter im christlich-jüdischen Dialog. Er lehrt an der Universität Luzern als Professor für Judaistik. Die Verleihung findet im Rahmen der Eröffnungsfeier zur Woche der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit statt. ‎Das Motto der Woche ist zugleich auch das Jahresthema: „Schulter an Schulter miteinander“. Die Veranstaltung kann ab 11:30 Uhr live gestreamt werden. Seit 1952 gibt es in Deutschland jedes Jahr im März die „Woche der Brüderlichkeit“, seit 2023 „Woche der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit“ genannt. Sie hat zum Ziel, den Dialog zwischen Christen und Juden zu stärken sowie die Aufarbeitung des Holocaust voranzubringen.

Di., 10. Mär · 00:10-01:45 · ZDF
Der Russe ist einer, der Birken liebt

Mascha ist wild und laut, kompromisslos und schlagfertig. Frisch verliebt ist sie gerade mit ihrem Freund Elias zusammen gezogen. Doch als der plötzlich stirbt, gerät ihr Leben aus den Fugen. Mascha, die neben dem Studium als Simultanübersetzerin jobbt, setzt sich in ein Flugzeug nach Israel und beginnt dort ein neues Leben. Sie findet eine neue Liebe, wird aber schließlich von ihrem fluchtartig zurückgelassenen Leben eingeholt. Denn Mascha ist Mitte der 90er-Jahre mit ihren Eltern aus dem aserbaidschanischen Bürgerkrieg nach Deutschland gekommen. Als angehende Dolmetscherin spricht sie zwar fünf Sprachen fließend, nur über ihre eigene Geschichte, über die Geflüchtete in ihr, spricht die junge Jüdin nie. Ihr Freundeskreis in Deutschland ist multikulturell, feiert regelmäßig ausgelassen und kontert den allgegenwärtigen Alltagsrassismus mit böser Ironie. Doch Elias‘ Tod bringt ihre verdrängten Kindheitstraumata des aserbaidschanischen Bürgerkriegs in Baku wieder an die Oberfläche – ganz gleich, wohin Mascha auch zu fliehen versucht. „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ basiert auf dem gleichnamigen Romandebüt von Olga Grjasnowa. Regisseurin Pola Beck hat aus Grjasnowas Bestseller einen emotional fesselnden und kraftvollen Spielfilm gemacht, der seine Weltpremiere 2022 auf dem Filmfest München in der Reihe „Neues Deutsches Kino“ feierte.

Di., 10. Mär · 05:30-05:55 · SWR
planet schule: Der Krieg und ich (3/8), Sandrine aus Frankreich

Frankreich, 1942: Sandrines Vater hilft als Dorfpfarrer verfolgten Juden bei der Flucht. Sandrine ist 13 Jahre alt und teilt ihr Zimmer mit drei geflüchteten Kindern, die versteckt bei der Familie leben und hat zunehmend Angst um ihren Vater. Ihre Mutter reagiert verständnisvoll, macht aber klar, dass die Eltern sich entschieden haben zu helfen. Dann geschieht das, was Sandrine befürchtet hat: Der Vater wird verhaftet, die Situation gefährlicher und Sandrine steht vor einem Gewissenskonflikt. Macht sie weiter oder verrät sie die Flüchtlinge und hilft so ihrem Vater? Eine Episode über Mitmenschlichkeit und Solidarität.

Di., 10. Mär · 22:25-23:15 · 3sat
Die illegalen Nazis in Österreich – Als die NSDAP verboten war

1927 stand die NSDAP erstmals auf den Stimmzetteln der noch jungen Ersten Republik. Die Dokumentation zeichnet den Weg von der rechtswidrigen Vereinigung hin zur führenden Macht nach. Als Kleinstpartei fuhr die NSDAP jedoch lange Zeit keine nennenswerten Wahlerfolge in Österreich ein. Als die Mutterpartei in den 1930er-Jahren jedoch in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewann, drängten die Nazis auch in Österreich an die Macht. Das austrofaschistische Regime unter Engelbert Dollfuß reagierte darauf, indem es die Partei verbot. In den knappen fünf Jahren der Illegalität verbreiten die Nationalsozialisten Terror und verüben Anschläge. Im Untergrund bauen sie ihr Netzwerk weiter aus. 1934 scheitert ein Putschversuch der österreichischen Nationalsozialisten, Engelbert Dollfuß wird allerdings verletzt und stirbt. Als Antwort auf den Putschversuch werden Tausende Mitglieder der NSDAP inhaftiert. Hitler gelingt es jedoch von Deutschland aus, die Repressionen gegen seine Parteigenossen zu mildern und schafft es 1938 sogar, den Nationalsozialisten Arthur Seyß-Inquart als Innenminister in Österreich einzusetzen. Damit bewegen sich die Nazis nun endgültig nicht mehr in der Illegalität, und jegliche Einschränkung ihrer Partei wird aufgehoben. Besiegelt wird diese Wende durch den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938.

Mi., 11. Mär · 20:15-20:45 · MDR
Neonazi-Konzerte und das Geschäft mit dem Hass

Seit anderthalb Jahren betreibt der Neonazi Tommy Frenck im südthüringischen Brattendorf einen neuen Gasthof. Oft finden dreimal wöchentlich rechtsextreme Konzerte in dem kleinen Ort statt, im Gastraum prangt eine riesige Schwarze Sonne an der Decke, im Advent feiern Eltern mit ihren Kindern zur Musik eines Nazi-Liedermachers Kinderweihnacht. Die Behörden setzen den Umtrieben kaum etwas entgegen. Brattendorf ist innerhalb kürzester Zeit zur Pilgerstätte für Neonazis und rechtsextreme Bands aus dem In- und Ausland geworden. Sicht- und hörbarer Widerstand regt sich in dem kleinen Ort nicht. Niemand stellt sich hier offen gegen den Nazi und seinen Gasthof. Brattendorf und seine Einwohnerschaft sind gespalten. Dabei hatten die Behörden Ende der 2010er Jahre den Neonazi-Großkonzerten in der Region ein vorläufiges Ende gesetzt. Nach einem jahrelangen Gerichtsverfahren um das Vorkaufsrecht der Gemeinde am „Goldenen Löwen“ hatte Frenck seinen alten Gasthof im benachbarten Kloster Veßra 2024 verlassen müssen. Gleichzeitig gewann die extreme Rechte in der Region parlamentarisch an Boden. Die in Thüringen als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD bekam bei der Landtagswahl 2024 im Landkreis Hildburghausen knapp 40 Prozent der Zweitstimmen. Bei den Kommunalwahlen im selben Jahr scheiterte Tommy Frenck vom rechtsextremen „Bündnis Zukunft Hildburghausen“ mit 30,5 Prozent erst in der Stichwahl. Und was viele nicht ahnten – der Rechtsextremist und sein Geschäfts-Netzwerk hatten sich bereits Jahre zuvor eine größere Immobilie im nahen Brattendorf gesichert – unter den Augen der Behörden. Fast ein Jahrzehnt lang hatte Frenck in Südthüringen den Gasthof „Goldener Löwe“ betrieben. Der kleine Ort Kloster Veßra war zum Anlaufpunkt für die bundesweite Neonazi-Szene geworden. Rechtsextreme Festivals mit zum Teil mehreren tausend Teilnehmern brachten Thüringen internationale Schlagzeilen und den unrühmlichen Ruf als „Rechtsrockland“ ein. Von Anfang an wehrten sich aber auch die Demokratie-Bündnisse in der Region gegen den rechten Hass vor ihrer Haustür. Aus einer Handvoll engagierter Bürger ist heute mit dem „Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit Kloster Veßra“ eine verlässliche Anlaufstelle und ein Schutzraum für all jene geworden, die sich offen gegen eine rechtsextreme Hegemonie in der Region stellen und für ihren Mut angefeindet werden. Der Film porträtiert die rechtsextremen Umtriebe der letzten Jahre, den Kampf gegen rechts einiger mutiger Bürger und stellt die Frage: Wie geht es weiter im Rechtsrockland?

Do., 12. Mär · 00:40-02:10 · arte
Der letzte Flug – Ein deutsches Geheimnis

20. April 1945: In den Abendstunden schlagen die Schrecken des Krieges mit voller Wucht zwischen den kleinen Dörfern Glienig und Buckow ein. 70 Kilometer vom bereits heftig umkämpften Berlin entfernt schießt die Rote Armee ein Zivilflugzeug der Deutschen Lufthansa vom Himmel, das sich auf dem Weg ins österreichische Enns befindet. Kurz nach dem Start in Tempelhof kracht eine „JU 52“ mit insgesamt 18 Personen an Bord in ein Brandenburger Waldgebiet und geht in Flammen auf. Nur ein Berliner Ingenieur kann sich in letzter Sekunde aus der Maschine retten und dem brennenden Inferno entkommen, dem seine Mitpassagiere zum Opfer fallen. Als deren sterbliche Überreste ein Jahr nach Kriegsende auf dem Friedhof Glienig anonym bestattet werden, bleiben essenzielle Fragen rund um den sogenannten „letzten Flug“ unbeantwortet: Wer war an Bord der Maschine und wer durfte das von den Alliierten bombardierte Berlin – noch dazu an einem symbolträchtigen Tag wie Adolf Hitlers Geburtstag – zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch verlassen? Warum gibt es bis heute keine Passagierliste? Warum wurde die Crew kurz vor Abflug aus Berlin noch einmal ausgetauscht? Was hat es mit den Gerüchten auf sich, hochrangige NS-Größen und Günstlinge des Regimes wie der berüchtigte Spielfilmregisseur Hans Steinhoff („Hitlerjunge Quex“) wollten sich mit Flügen wie diesem in Richtung der mystischen Alpenfestung absetzen? Und wohin sind die großen Mengen an Geld, Schmuck und Wertpapieren verschwunden, die sich angeblich an Bord der Maschine befunden haben sollen?

Do., 12. Mär · 22:30-23:15 · HR
Levi Strauss und der Stoff der Träume

Die Schneidergattin Annie (Lea van Acken) wird von Mr. Eddy (Roland Koch) ausgebeutet, der in der Erfindung ihres Mannes Jacob (Anton von Lucke) das große Geschäft sieht. Um den allmächtigen „Patron“ auszubooten, sucht Levi (Vincent Redetzki) den Schneider auf, der ihm seit der Atlantiküberfahrt nicht aus dem Kopf gegangen ist. Gemeinsam möchten sie die robuste Arbeitshose als Patent anmelden. Dabei stoßen die jüdischen Emigranten auf ungeahnten Widerstand, dessen Ursache sie erst herausfinden müssen.

Fr., 13. Mär · 20:15-22:00 · 3sat
Plan A – Was würdest du tun?

Max hat die Grauen des Konzentrationslagers überlebt, aber seine Familie und den Glauben an die Zukunft verloren. Getrieben von Wut und Rache schließt er sich der Jüdischen Brigade an. Die Einheit der Britischen Armee jagt und richtet im Geheimen Nazi-Kriegsverbrecher hin. Als die Brigade abberufen wird und Max nach Palästina auswandern soll, steht er plötzlich vor der Entscheidung: Soll er eher der ehemaligen Partisanin Anna nach Nürnberg folgen? In Nürnberg plant der Schriftsteller und Partisanenführer Abba Kovner eine groß angelegte Racheaktion. Als Max sieht, wie die Deutschen ihre Vergangenheit und ihre Verantwortung ignorieren, radikalisiert er sich. Er schließt sich Kovner an, der die Aktion Nakam plant: die Vergiftung des Trinkwassers in deutschen Großstädten, um möglichst viele Deutsche zu töten. Max findet in der Gruppe zunächst einen neuen Lebenssinn und bereitet die Aktion in Nürnberg vor, indem er sich in ein Wasserwerk als Arbeiter einschleust. Während Kovner ins Ausland geht, um das Gift zu besorgen, wartet Max mit Anna in Nürnberg. Ihm kommen zunehmend Zweifel: Ist das Unternehmen nicht eine Wahnsinnstat? Ein Offizier der Jüdischen Brigade versucht, Max und die Gruppe aufzuhalten.