843 Tage stand sie regelmäßig am Rand radikaler und gewalttätiger Demos und machte sich selbst unerschrocken zum Ziel des Hasses. In der Hand einen Strauß Blumen und ein schlichtes DIN A 4 Schild: „Rape is not Resistance“.
Von Eva M. Grünewald
Karoline Preisler, Juristin, Aktivistin und FDP-Mitglied stand wortlos am Rand, erinnerte, seit die Hamas am 7. Israel überfallen, mehr als 1200 Menschen brutal ermordet und 251 Menschen entführt hatte, an das Schicksal dieser Menschen, das kaum jemanden in Deutschland und Europa hören wollte. So kämpfte Preisler für die Menschen in Israel und gegen den seit dem 7. Oktober in Deutschland und weltweit explodierenden Antisemitismus.
In „Streit und Straßenkampf“ erzählt sie von diesem Engagement und von ihrer Reise nach Israel, wo sie – bereits am Flughafen – herzlich willkommen geheißen und für ihren Einsatz bewundert wird. Sie berichtet von den Menschen, die sie in Israel trifft, von den Orten im Gaza-Streifen oder dem Platz der Geiseln, die sie besichtigte, sie schreibt von dieser Gesellschaft, der sie begegnet, die zutiefst traumatisiert ist, doch Resilienz zeigt, nicht aufgibt und zusammenhält.
Nicht zuletzt berichtet sie von ihren Erfahrungen auf Demonstrationen in Deutschland, von ihrem Kampf gegen Antisemitismus und für Meinungsfreiheit und Demokratie. Durch ein schlichtes Schild mit Aufschriften, die sie für den kleinsten gemeinsamen Nenner der Menschlichkeit hält – „Believe Israeli Women“, „Rape is not Resistance“ oder „Until the Last Hostage“ – machte sie auf die Opfer sexualisierter Gewalt und die Geiseln aufmerksam. Sie suchte den Austausch, wollte Auseinandersetzung und Diskussion, respektvollen Streit, wie er Grundlage einer demokratischen und freiheitlichen Gesellschaft sein sollte, und wurde beschimpft, bespuckt und angegriffen. Die Hamas markierte sie als Angriffsziel und bedrohte sie und ihre Familie, die ihren Alltag bereits zuvor mit Notfallprotokoll im Gefahrenfall organisieren müssen.
Karoline Preisler verdeutlicht mit diesem Buch, das eine Mischung aus politischer Analyse und persönlichem, tief emotionalen Erleben und Erfahren ist, dass der Einsatz für die offene Gesellschaft und Demokratie notwendig ist. Ihr Engagement zeigt, dass der öffentliche Raum in Deutschland nicht mehr sicher ist, dass Meinungsfreiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit mehr sind, dass die respektvolle Auseinandersetzung und der Streit nicht mehr Teil des politischen und gesellschaftlichen Diskurses sind, sondern Hass und Gewalt die Demokratie in ihren Grundfesten gefährden.
So stellt Preisler direkt und indirekt kritische Fragen nach dem Status Quo unserer Demokratie und legt den Finger in diese Wunde. Ihre Erfahrungen erschrecken und machen Angst, indem sie zu Grundfragen des demokratischen Miteinanders führen. Ihre Zivilcourage fordert zur Nachahmung auf, zur Teilhabe am politischen Diskurs, zur Auseinandersetzung und zum Schutz der und Einsatz für Freiheit und Demokratie.
Karoline M. Preisler, Streit und Straßenkampf. Unterwegs für die Freiheit, Ariella Verlag 2025, 216 S., 19,00 Euro, Bestellen?




Danke an Frau Grünewald – Möge Frau Preisler unversehrt und munter bleiben. Meinen Respekt für diese umwerfend authentische Lady, die weder Vorbild zu sein beansprucht, noch als Vorbild „flächendeckend“ wahrgenommen wird – welch ein Wunder nach Augstein 1 & Augstein 2 & Möllemann & Grass & Walser & Schröder, & Steinmeier & Gabriel & Maas & Roth & Scholz & Baerbock & all den Konsorten aus der blau getünchten braunen Fraktion… / B.L.
Falls die embedded links für die beiden Kurzvideos technisch verloren gehen:
https://www.youtube.com/watch?v=UxbhyOysx6Y&t=15s
https://www.youtube.com/watch?v=kACQDkvgc9o&t=2s
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