„Menschenwürde vor Kunstfreiheit“

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Hauptgebäude der Kunstakademie Düsseldorf, Foto: Wiegels / CC BY 3.0

Jüdische Organisationen fordern Absage der Veranstaltung mit Basma al-Sharif an der
Kunstakademie Düsseldorf

Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender (NJH)

Drei jüdische Organisationen haben sich in einem gemeinsamen offenen Brief an die Leitung der Kunstakademie Düsseldorf gewandt und fordern die Absage einer für den 21. Januar 2026 geplanten Veranstaltung mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif. Die dokumentierten Social-Media-Beiträge der Künstlerin zeigen nach Einschätzung der Organisationen eindeutige Merkmale von Terrorverherrlichung und israelbezogenem Antisemitismus.

Die vorliegenden Dokumentationen belegen eine demonstrative Bezugnahme auf die PFLP (Popular Front for the Liberation of Palestine), die seit 2002 von der Europäischen Union als Terrororganisation gelistet ist. Ebenfalls dokumentiert ist die wiederkehrende Verwendung des roten Dreiecks – ein Symbol, das in der Hamas-Kommunikation zur Kennzeichnung von Feinden verwendet wird – sowie die konsequente Bezeichnung Israels als „zionistische Entität“, eine Terminologie, die das Existenzrecht Israels delegitimiert.

Die drei Organisationen kritisieren einen fundamentalen Widerspruch in der Stellungnahme der Kunstakademie: Während diese betont, dass Antisemitismus und Terrorverherrlichung an ihrer Institution keinen Platz haben, wird eine Person eingeladen, deren öffentliche Äußerungen genau diese Problemlagen berühren. „Künstlerische Reputation kann nicht als Freibrief dienen, Inhalte zu verbreiten oder zu rahmen, die antisemitische Ressentiments befeuern oder terroristische Gewalt relativieren“, heißt es in dem Schreiben.

Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf hat sich der Kritik angeschlossen. Verwaltungsdirektor Bert Römgens erklärte: „Es erschüttert unser Vertrauen in die Verantwortung öffentlicher Institutionen.“ Die Gemeinde hat sich bereits an die NRW-Kulturministerin sowie den Antisemitismusbeauftragten der Stadt gewandt.

Die Organisationen betonen, dass die Kunstfreiheit dort ihre Grenzen findet, wo andere
Verfassungsgüter berührt werden – insbesondere die Menschenwürde. Als öffentliche Einrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen trage die Kunstakademie eine besondere Verantwortung, klare Grenzen gegenüber antisemitischen und gewaltverherrlichenden Positionen zu ziehen.

–> Zum Offenen Brief