„Lass die Mörder in Ruhe“

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Das ist die eigentliche Bedeutung hinter dem Satz „Lass die Toten in Ruhe“. Das muss die Protagonistin von „Hinterwald“ lernen. Auf die harte Tour. Für die Leserinnen und Leser ein nervenaufreibender Besuch in der oberbayerischen Provinz. Aber keine Sorge, das Buch von Lissbeth Lutter, mittlerweile schon in der dritten Auflage erschienen, hat mit dem Heimatgedudel à la Winterkartoffelknödel und Leberkäsjunkie nichts zu tun. „Hinterwald“ ist ein antifaschistischer Heimatroman und eher ein „Anti-Heimat-Krimi“.

Lissbeth Lutter, der Autorenname scheint auf das kollektive Pseudonym Luther Blisset anzuspielen, was vermuten lässt, dass dahinter ebenfalls mehrere Autoren stehen, steigt tief ein in ein bayerisches Thema, nämlich die Gebirgsjäger und ihre Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Der reale Ort heißt Mittenwald, wo auch das Gebirgsjäger-Ehrenmal Hoher Brendten liegt.

Der Krimi lässt eine Gruppe linker Aktivisten aus Dortmund die Dorfgemeinschaft aufmischen. Eine engagierte Lokaljournalistin beginnt zu recherchieren und stößt damit eine Kette von Ereignissen an, die das lang gehütete Schweigen aufzubrechen drohen. 

Wer noch ein Chanukkah- oder Weihnachtsgeschenk sucht, dem sei „Hinterwald“ empfohlen. Mit wunderbarem Lokalkolorit geschrieben, überzeugt der Anti-Heimat-Krimi durch die historische Einbettung und die verschiedenen Lebenswelten, die aufeinander treffen. Das Buch ist in gut sortierten Buchhandlungen, über Amazon und Hugendubel zu beziehen. (al)

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