Gestern Abend versammelten sich Hunderte am Platz der Entführten in Tel Aviv, um gemeinsam mit Familie Gvili die achte Chanukka-Kerze anzuzünden, und das unter dem Aufruf: „Das Chanukka-Licht ist unvollständig, solange Rani nicht zu Hause ist!“
Ran Gvili ist die letzte Geisel in Gaza. „Die Hamas täuscht uns. Die Hamas täuscht den Staat Israel. Die Hamas täuscht auch die Vereinigten Staaten. Und wir brauchen Eure Hilfe, um der ganzen Welt eines klar zu machen: Wir werden nicht aufgeben, bis Rani nach Hause kommt“, sagte Talik Gvili, Ranis Mutter. „Wir können nicht einfach weitermachen. Wir können nicht zulassen, dass irgendjemand auf Ranis Kosten sein Leben wieder aufbaut und vorankommt. Wir sind ein Volk, und das sind wir uns selbst schuldig. Wir sind es Rani schuldig, der alles getan hat, um uns alle zu schützen. Rani ist mein Sohn, aber er ist auch euer aller Sohn.“
Ran Gvili war am 7. Oktober krank geschrieben und wartete auf eine Schulter-OP. Er zögerte jedoch nicht, zog die Uniform an und kämpfte gegen die Hamas-Terroristen, die das Land überfallen hatten. Um 10:50 Uhr schickte Ran eine letzte Nachricht an seine Freunde, in der er ihnen mitteilte, dass angeschossen worden war. Ran starb bei der Verteidigung des Kibbuz Alumim. Hamas-Terroristen entführten seinen Leichnam.

Eine bewegende Rede hielt auch Shelly Shem Tov, die Mutter des Geiselüberlebenden Omer Shem Tov: „Am 9. Oktober traf ich zum ersten Mal eine Geiselfamilie, deren Angehöriger bereits vor dem 7. Oktober gefangen gehalten worden war. Die Familie Goldin. Wir saßen zusammen, unterhielten uns und lernten uns kennen. Und das Erste, was man uns dort sagte, war: „Zuallererst: Herzlich willkommen.“ Für mich war es wie ein Pfeil ins Herz. Denn man sagt „Willkommen“ zu jemandem, den man gerne sieht. Und dann traf es mich wie ein Schlag.
Wo waren wir? Wo waren wir all die Jahre gewesen? Neuneinhalb Jahre. Neuneinhalb Jahre hat die Familie Goldin diese Realität durchlebt.
Doch seitdem sind zwei Jahre vergangen. Und heute sind wir hier. Nachdem 254 Geiseln nach Hause zurückgekehrt sind. Und heute muss noch eine weitere Geisel nach Hause zurückkehren.
Der Unterschied zwischen damals, dem 9. Oktober, und heute ist, dass wir hier zusammen sind. Und wir werden weiterhin zusammen hier sein. Wir werden nicht aufgeben, wir werden nicht verschwinden und wir werden nicht schweigen, bis wir, so Gott will, bald Rani Gvili wieder zuhause haben, auf dem Boden des Landes Israel.“




