Der 9. November und der 7. Oktober

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Heute wird an die Pogromnacht vom 9. November 1938 erinnert. Die „Kristallnacht“, wie sie auch in Israel genannt wird. Nie wieder, heißt es. Und doch ist es gerade eben passiert. In den Berichten der Überlebenden und auch der Armee- und Polizeikräfte, die in die Kibbutzim im Süden Israels kamen, taucht der Begriff „Kristallnacht“ immer wieder auf. Es geht nicht darum, die Ereignisse zu vergleichen. Es geht vielmehr darum, dass man in Israel noch immer nach Worten ringt.

Während sich die Welt weiterdreht, ist in Israel die Zeit stehen geblieben. Für die Familien der 1400 Ermordeten und auch für die Familien der 240 nach Gaza Entführten ist jeder Tag der 7. Oktober. Für die 125.000 Menschen, die derzeit aus ihren Häusern evakuiert sind, für ganz Israel.

Der „schwarze Schabbat“ wird der 7. Oktober manchmal genannt. Doch diesen Begriff gibt es bereits aus der Mandatszeit. Ein Pogrom? Eine Mini-Schoa? Eine „Kristallnacht“? Am 7. Oktober wurden keine Synagogen und Geschäfte verbrannt, sondern Häuser und ihre Bewohner. Was die Rettungskräfte erzählen, das kann man nur schwer aushalten. Kinder, an den Händen gefesselt, verbrannt, ganze Familien, aneinandergeklammert, verbrannt. „Kristallnacht“?

Wir werden Worte finden müssen. 
Ein Tag, der alles verändert hat. Der 9. November und der 7. Oktober.
Daran werden wir uns immer erinnern.
Jeden Tag.

Bild oben: IDF Twitter