Zion’s Fiction

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Ein neues Buch versammelt erstmals sechzehn phantastische Geschichten aus Israel

Um es gleich vorweg zu nehmen, auch wenn man kein Science-Fiction-Fan ist, wird man mit diesem Buch große Freude haben. Nach der Lektüre wird man sagen, dass die Verbindung von phantastischer Literatur und Israel bestens passt. Sicher kein Zufall, denn wie die Herausgeber Sheldon Teitelbaum und Emanuel Lottem betonen, kann der Staat Israel als die Science Fiction-Nation schlechthin angesehen werden, „das einzige Land auf der Welt, das nicht nur von einem, sondern von zwei bahnbrechenden Werken inspiriert wurde“. Gemeint sind die hebräische Bibel und Theodor Herzls „Altneuland“.

Es sind sehr unterschiedliche Geschichten, die hier versammelt sind. Sie erzählen von hochentwickelten Mäuse, die einen Krieg gegen die Menschheit führen, von einer Frau, die den Tod heiratet, von einer Telepathin, die die Gedanken Verstorbener liest und sich Stück für Stück darin verliert. In vielen der Texte ist die israelische Perspektive sehr präsent, in anderen eine jüdische Grundkomponente zu lesen.

„Science Fiction ist der Stoff, aus dem die Träume sind, nicht wahr? SF-Träume (und -Albträume) sind Produkte der Fantasie, aber sie sind von der Realität inspiriert, und sie gestalten die Realität, indem sie das menschliche Wissen und Handeln anregen und bereichern“, schreibt Aharon Hauptmann in seinem Nachwort. Tatsächlich scheint der Hightech-Standort Israel der perfekte Ort für diese Träume.

Eine sehr lesenswerte, abwechslungsreiche Anthologie, junge und alte, bekannte und (noch) unbekannte Autoren machen große Lust auf mehr aus diesem Genre. Danke an den Hirnkost Verlag für diese Veröffentlichung.

Sheldon Teitelbaum / Emanuel Lottem (Hg.): Zion’s Fiction. Phantastische Literatur aus Israel, Hirnkost Verlag 2023, 403 S., Euro 30,00, Bestellen?

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