Mein Vater war König David

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Das neue Projekt des Kölner Performancelabels ANALOG behandelt die Themen Identität, Familie und das Ich in der Zeit. Die Performance basiert auf der jüdischen Familiengeschichte Lara Pietjous, einem Mitglied des Ensembles.

Nach dem Tod ihres Vaters fand Pietjou in dessen Nachlass Zeugnisse über ihre jüdische Abstammung und ihre Vorfahren zur Zeit des Nationalsozialismus. In einem Videointerview berichtete ihre Großmutter über den Tod von Laras Urgroßvater in Auschwitz und wie sie selbst den Holocaust in einem Versteck überlebte. ANALOG untersucht diesen Wendepunkt in Pietjous Biografie und erforscht ihre Familiengeschichte mit performativen Mitteln. Die Performance beleuchtet auch die transgenerationalen Auswirkungen des Traumas der Großmutter auf Pietjous Vater, der an einer bipolaren Störung litt und in manischen Phasen überzeugt war, er selbst sei König David.

Die Auseinandersetzung mit dieser Familiengeschichte ist auch eine Beschäftigung mit uns als Gesellschaft, mit interfamiliären Tabus, mit Fragen nach Zugehörigkeit und Identität und der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland heute.

Flankiert wird die Performance von einer Videoinstallation, die Fragen nach doppelten Identität(en) aus unterschiedlichen jüdischen Perspektiven beleuchtet und ab 19.30 Uhr (sonntags 17.30 Uhr) vor der Vorstellung einsehbar ist.

Premiere: 7.9.2023 – 20 Uhr
 
Weitere Vorstellungen: 
8.9. & 9.9.2023 – 20 Uhr
10.9.2023 – 18 Uhr

21.2.-24.2.2024 – 20 Uhr
25.2.2024 – 18 Uhr

Flankierende Videoinstallation: immer ab 19:30 Uhr (Sonntag ab 17:30 Uhr)

Spielort: Orangerie Theater (im Rahmen der Auswärtsspiele der studiobühneköln)

VERMITTLUNGSANGEBOT

Im Anschluss an die Performance lädt ANALOG das Publikum zu einem gemeinsamen Essen und flankierendem Tischgespräch ein. Mit geladenen Gäst:innen spricht Regisseur Daniel Schüßler über unterschiedliche Perspektiven auf Identitäten, Kunst, Kultur, Psychologie und das Leben. Mit: Debora Antmann, Katja Garmasch, Adrienne Goehler, Yuriy Gurzhy, Aaron Knappstein, Dani Levy, Melanie Longerich, Dr. med. Peter Pogany-Wnendt, Daniel Vymyslicky

Zugesagte Gäst:innen
7.9. – Dr. med. Peter Pogany-Wnendt – Psychotherapeut, Sohn Holocaustüberlebender, Arbeitskreis für intergenerationale Folgen des Holocaust 
8.9. – Yuriy Gurzhy – Musiker, DJ, Produzent und Autor – Miterfinder der legendären Berliner Partyreihe „Russendisko“ 
9.9. – Dani Levy – Filmemacher, Drehbuchautor, Schauspieler (Alles auf Zucker, Meschugge, Känguru-Chroniken)
10.9. – Nana Schewitz – Berliner Dragqueen und Veranstalterin der Cabaret-Show „Jews Jews Jews“
 
Barrierefreiheit
Barrierefreiheit-Hotline für Fragen oder Unterstützung bei Ticketkauf, Theaterbesuch, behindertengerechtem Parkplatz und anderem Bedarf in Bezug auf Barrierefreiheit: 0157 54746488.

Zugang für sehbeeinträchtigte Menschen: Besonders in Hinblick auf blinde Besucher:innen bietet die Performance eine künstlerische Audiodeskription, die oftmals eine eigenständige und fast poetische Position einnimmt, die sich in ihrer Ästhetik immer aus dem Werk selbst speist. Access-Manager:innen sind vor Ort und können den Zugang unterstützen.

Mobilitätsassistenz ab der Bahnhaltestelle, sowie eine Touch-Tour (um 19.30 Uhr, Sonntags um 17.30 Uhr) sind nach Voranmeldung möglich. Anmeldung unter mail@analogtheater.de oder 0157 52056123.
Assistenzhunde sind willkommen. Für eine ggf. benötigte Hundebetreuung ist gesorgt.

Behindertengerechte Toilette – Rollstuhlgerechte Bühneninstallation – Behindertenparkplatz vorhanden.
 
Credits
Von und mit: Lara Pietjou, Dorothea Förtsch, Ingmar Skrinjar, Hanna Held
Regie: Daniel Schüßler, Produktionsleitung: Hanna Held, Bühne und Kostüm: Eva Sauermann, Komposition: Ben Lauber, Technische Leitung und Film: Tommy Vella, Dramaturgie: Laura Becker, Wildcard-Künstlerin (Text): Judith Leiß, Regieassistenz: Rina Schmeing, Outside-Eye: Tim Mrosek, Ton Video: Michael Vella, Köchin Tischgespräche: Charlotte Brune, Management: Local International, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: neurohr & andrä, Beratung Barrierefreiheit: Un-Label/Nils Rottgardt, Referenzpersonen Barrierefreiheit und Outside-Eye: Sabine Kuxdorf und Yasha Mueller
  
Förderer: Kulturamt der Stadt Köln, Fonds Darstellende Künste, Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V., Kunststiftung NRW, RheinEnergieStiftung Kultur, Aktion Mensch