80 Jahre Aufstand der Frauen in der Rosenstraße

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Skulpturengruppe von Ingeborg Hunzinger und Anna Franziska Schwarzbach zum Rosenstraßen-Protest in Berlin-Mitte, 1995, Foto: Manfred Brückels / CC BY-SA 3.0

Gedenkstunde würdigt mutige Frauen des Rosenstraße-Protestes

Als am 27. Februar 1943 tausende Berliner Juden aus sogenannten Mischehen von der SS und Gestapo verhaftet wurden, versammelten sich ihre nichtjüdischen Angehörigen vor dem Gebäude in der Rosenstraße, um gegen ihre Deportation zu protestieren. Hunderte Personen, vor allem Frauen und Kinder, harrten Tag und Nacht vor Ort aus. Weder Drohungen noch auf sie gerichtete Maschinengewehre konnten die Demonstration auflösen.

Nach einer Woche gelang das Undenkbare: Am 6. März 1943 wurden die meisten Juden, die in der Rosenstraße 2 – 4 inhaftiert waren, freigelassen.

Seit 2012 ist der 6. März auch der Europäische Tag der Gerechten, der vom Europäischen Parlament ins Leben gerufen wurde, um der Zivilcourage derjenigen zu gedenken, die sich der Tyrannei widersetzten und sich für diejenigen einsetzten, die verfolgt und ermordet werden sollten.

Zur Erinnerung an den Protest und einzigartigen Mut der Frauen vor 80 Jahren findet am Montag, den 6. März 2023 um 17 Uhr eine Gedenkstunde in der Marienkirche unter Schirmherrschaft von Charlotte Knobloch statt. Neben der Schirmherrin werden auch Überlebende und Nachfahren von Überlebenden aus der Rosenstraße anwesend sein.

Hauptrednerinnen sind die amerikanische Botschafterin in Deutschland, Amy Gutmann, und die österreichische Schriftstellerin und Sprecherin des PEN Berlin, Eva Menasse. In ihren Reden werden Botschafterin Amy Gutmann und Eva Menasse auf die Aktualität und Bedeutung dieses herausragenden Beispiels von Zivilcourage für unsre heutige Zivilgesellschaft eingehen. Schülerinnen der Evangelischen Schule Berlin-Mitte werden unter der Regie von Gregorij von Leitis Ausschnitte aus dem Buch „Widerstand des Herzens“ des zu dem Anlass anreisenden US-Historikers Nathan Stoltzfus lesen, dessen Werk in den 1980er Jahren die historischen Ereignisse der Rosenstraße anhand von Zeitzeugen-Berichten grundlegend aufarbeitete. Anschließend wird am Denkmal in der Rosenstraße ein Kranz niedergelegt.

Die Gedenkstunde wird veranstaltet von der transatlantischen Kulturaustauschorganisation Elysium – between two continents in Kooperation mit dem Leo Baeck Institute – New York │ Berlin, der in den USA ansässigen Rosenstrasse Foundation, der evangelischen Kirchengemeinde St. Marienkirche Friedrichswerder und dem evangelischen Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte.

U.A.w.g. bis 2. März 2023 per mail an elysiumbtc@aol.com

Bild oben: Skulpturengruppe von Ingeborg Hunzinger und Anna Franziska Schwarzbach zum Rosenstraßen-Protest in Berlin-Mitte, 1995, Foto: Manfred Brückels / CC BY-SA 3.0