Kundgebung gegen russische Kriegspropaganda, Rassismus und Antisemitismus

Wie sich die Bilder gleichen: In Köln demonstriert seit zwei Jahren das rechte Wahnmilieu aus Coronaleugnern, regelmäßig zusammen mit antisemitischem und schwer verschwörungstheoretischem Unterton, für „Frieden“ und gegen eine rationale Gesundheitspolitik.

Von Christiane Schmidt

Ideologisch bedienen sie sich hierbei durchgehend aus antiaufklärerischen, sehr rechten Quellen, um ihre krude Wahnideologie zu verbreiten. Und sehr rechte Ideologen aus verschiedenen rechtsradikalen Kleinstparteien, wie auch aus verschwörungstheoretischen „Parteien“ wie „Die Basis“ prägen in Köln seit Jahren die Demo-Parolen, tragen auch die Banner bei ihren Wutbürger-Kundgebungen vorgeblich gegen Corona. Ihr eigentlicher Feind ist die parlamentarische Demokratie. Ihr Herz schlägt für den Kriegsverbrecher Putin.

Zugleich bedienen sich die Dauerdemonstranten hierbei auch aus russischen Medien und Quellen – womit eine Anschlussfähigkeit an linksdogmatische Kreise wie Wagenknecht gegeben ist, aber auch an das „antizionistische“ Milieu in Köln.

Früher veröffentlichte Putins Propagandasender RT Deutsch regelmäßig Interviews mir Kölner Rechtsradikalen, wie auch mit „linken“ Querfrontstrategen.

Der russische Propagandasender RT Deutsch darf zum Glück nicht mehr in Deutschland auftreten. Die Kölner Coronaleugner – darunter übrigens im Sommer vorigen Jahres auch ein durchgehend aggressiv und übergriffig auftretendes Posaunen-Mitglied der Musikgruppe „Kwaggawerk“ –  protegieren bei ihren regelmäßigen, teils auch  esoterisch anmutenden Auftritten durchgehend auch verschwörungstheoretische Querfront-Magazine wie „Rubikon“. Ein Banner dieses Verschwörungsmagazins prangt häufig an der Spitze der Kölner Coronaleugner-Kundgebungen.

Nach Coronawahn nun aggressive Putintreue

Das Thema der Coronaleugnung zieht nicht mehr. An deren Stelle ist zunehmend eine offene Unterstützung von Putins Angriffs- und zynischer Vernichtungspolitik gegen die demokratische Ukraine getreten. Hierbei führen einschlägige äußerste Rechte wie etwa der schwerst gescheiterte Leverkusener – und ehemalige Kölner – Pro Kölner Markus Beisicht die Strippen. Verzweifelt versucht der seit den 1980er Jahren in sehr rechten Gruppierungen agierende Beisicht – der am Ende sogar von seinem ehemaligen Verein Pro Köln Hausverbot erteilt bekam – noch einmal, als „Politiker“ und Agitator öffentlich aufzutreten. Beisicht irrlichtet inzwischen nur noch in Leverkusen-Opladen herum, wo er seine Kanzlei und eine winzige sehr recht Gruppierung anführt.

Nun sucht der Dauerverlierer Beisicht eine neue Rolle als Putin-Gefolgsmann: Das winzige bundesweite Neonazinetzwerk von Beisicht und dem Ostdeutschen, sogar in der AfD gescheiterten André Poggenburg tritt nun, gemeinsam mit Elena Kolbasnikowa, als offener „Verbündeter“ von Putins Propagandamaschine und Angriffskrieg auf. Anfang September hatte er in Köln zusammen mit der russischen Propagandistin Elena Kolbasnikowa  eine Kundgebung für Putin durchgeführt, die er selbstredend unter das Motto „Deutschland wach auf“ stellte. 

800 Menschen marschierten vor drei Monaten durch Köln, darunter viele Russen, einschlägige Rechtsradikale sowie Teile der Coronaleugnerszene. Auf der Bühne der Abschlusskundgebung standen mit Beisicht, Poggendorf, Karl Richter, Eugen Walter und Alexander Kurth ausschließlich sehr rechte Propagandisten mit teils jahrzehntelanger rechtsradikaler „Karriere“.

4.12. ab 13 Uhr: Kundgebung mit CityOfHope, UkrainerInnen, IranerInnen und AntifaschistInnen

Für den kommenden Sonntag, den 4.12., haben Beisicht und Elena K. erneut mit russischen Nationalisten, Angriffskriegsverteidigern, Coronaleugnern und antisemitischen Verschwörungstheoretikern einen Marsch durch Köln angemeldet. Dieser startet in Deutz und soll durch die Kölner Innenstadt führen.

Offensiv wird hierbei die russische Angriffspropaganda gegen die demokratische Ukraine vertreten. Die ukrainischen Flüchtlinge, die in Köln Zuflucht gesucht haben, werden von diesem Querfront-Milieu gezielt mit Hass belegt. Der Schritt, dass ukrainische Flüchtlingsheime nicht nur bedroht sondern auch angegriffen werden, ist nicht mehr weit. Mehrfach haben in den vergangenen Wochen ukrainische Wohnheimen gebrannt.

Dem stellt sich nun die in Köln vor allem die 2016 gegründete neue Gruppe CITY OF HOPE COLOGNE  entgegen. City of Hope Cologne hat seit zwei Jahren regelmäßig Gelder und Waren gesammelt und diese mit einem eigenen Bus in die Ukraine gebracht. Die Verbindungen zu ukrainischen Gruppierungen und Freunden wie etwa Blau-Gelbes Kreuz sind dicht. Aber auch die Verbindungen zu oppositionellen Gruppierungen in Belarus, Russland sowie zu iranischen Freunden sind von Vertrauen geprägt.

CityOfHope ist heute in Köln der wichtigste Zusammenschluss, um in antifaschistischer Tradition konkrete Solidarität mit der Ukraine sowie mit der Demokratiebewegung im Iran sowie in Belarus zu organisieren und zu zeigen.

Ab 13 Uhr findet an der Cäcilienstrasse 29-33, vor dem Rautenstrauch-Joest Museum, eine große angemeldete Gegenkundgebung gegen die Putindemo der Rechtsradikalen und Coronaleugner statt.

„Unser Protest soll Flagge zeigen! Ukrainische, iranische, kurdische, Regenbogen-, Antifa-, Roma & Sinti, Israel Fahnen mit Davidstern sowie die der russischen und belarussischen Opposition sind willkommen. Parteifahnen sind NICHT erwünscht!“ heißt es in dem mehrsprachigen Demoaufruf von City Of Hope.

Neben internationaler, antifaschistischer, bunter Musik wird es Redebeiträge von City Of Hope, „Freies Russland“ sowie Vertreter*innen der ukrainischen, belarussischen und iranischen Community geben, teilten die Veranstalter mit.

Insbesondere ukrainische und Antifafahnen sind erwünscht.

Mehr unter https://www.facebook.com/cityofhopecologne

 

Update

Der Rechtsextremist Markus Beisicht, seine russischen Putin-Unterstützer und Teile der Kölner Coronaleugnerszene vermochten am 4.12. nur 80 Teilnehmer zu mobilisieren. Für diese rechtsradikale Verlierertruppe musste die Kölner Polizei erneut allein weit über 100 Wannenwagen und Beamte einsetzen. Beisicht machte sich in Köln erneut lächerlich.

Am eindrucksvollsten war der breite, von 300 Menschen mit Fahnen getragene Gegenprotest von CityOfHope Cologne vor dem Kölner Rautenstrauch-Joest Museum. Ein breites Spektrum von Ukrainern, oppositionellen Russen, Bellarussen, Iranern, Antifaschisten und Karnevalisten („Bunte Funken gegen braune Halunken“) legten eine dreistündige Kundgebung gegen Putins Kriegspolitik und für die demokratische Ukraine und gegen das iranische Mullahregime vor. Es war eine eindrückliche Mischung aus internationalen Musikstücken und mehrsprachigen Redebeiträgen.

Einige Bilder und Filmaufnahme zu der eindrucksvollen demokratischen Gegendemonstration von CityOfHope:

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