The Hochschule – Material History and Intellectual Legacy

An die Gründung der »Hochschule für die Wissenschaft des Judentums« vor 150 Jahren und ihre endgültige Schließung durch die Nationalsozialisten vor 80 Jahren erinnert die internationale Konferenz »The Hochschule«, die vom 29. bis 30. November 2022 in der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum stattfindet und digital übertragen wird. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Leo Baeck Instituts Jerusalem und des Leibniz-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow, Leipzig.

Die »Hochschule« wurde im Jahr 1872 gegründet, da sowohl die Judaistik als auch die rabbinische Ausbildung vom preußischen bzw. deutschen Universitätssystem ausgeschlossen blieben. Sie entwickelte sich zu einer der führenden jüdischen akademischen Institutionen in Europa und wurde eine geistige Heimat für prominente jüdische Gelehrte wie Leo Baeck, Hermann Cohen, Ismar Elbogen oder Abraham Geiger. 1942 schlossen die Nationalsozialisten die Hochschule und plünderten oder zerstörten ihre materiellen Güter, insbesondere die wertvollen Bibliotheksbestände. Eine Mehrheit der Angehörigen der Hochschule wurde im Holocaust ermordet. Einigen gelang es, aus Deutschland zu fliehen und ihre intellektuelle Arbeit in neuen Heimatländern fortzusetzen. Auf diese Weise wurde das Erbe der »Hochschule« gegen alle Widerstände am Leben erhalten.

80 Jahre später bringt die Konferenz in Berlin Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, die sich mit dem geistigen und materiellen Erbe der »Hochschule« befassen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem (deutsch-) jüdischen Kulturerbe und seiner Entwicklung im 20. Jahrhundert. Die Konferenz begleitet ein DFG-Projekt, das im Rahmen des Schwerpunktprogramms »Jüdisches Kulturerbe« durchgeführt wird und das Schicksal und die Bedeutung der Hochschulbibliothek und den Verbleib ihrer Bücher erforscht.

Programm und Anmeldung

Bild: Studierende und Lehrende der »Hochschule« im Lesesaal, 1938 © Leo Baeck Institute New York

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