Erinnerung an Jom Kippur 2019 in Halle an der Saale

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Vor drei Jahren war ein Wahnsinniger, ein Mörder, in Halle unterwegs. Mit antisemitischen und rassistischen Gedanken kam er nach Halle an der Saale, um dort zu morden.

Von Christel Wollmann-Fiedler

Am höchsten jüdischen Feiertag, dem Fest der Versöhnung, wollte dieser brutale Mensch einen Massenmord begehen. Die jüdische Gemeinde war in der Synagoge zum Gebet versammelt, um Jom Kippur zu feiern. Mit einer Waffe und Sprengstoff machte er sich an der Tür zu schaffen, doch diese war standhaft und verhinderte die größte Katastrophe, die Halle, die Deutschland in der Neuzeit, erlebt hätte. Die Gläubigen in der Synagoge konnten den Mörder über die Kamera beobachten und bangten verzweifelt um ihr Leben. Ihnen passierte nichts. Zwei Opfer fand der Mörder dennoch auf der Straße und beide wurden willkürlich erschossen, mussten büßen für seinen Hass. Sie hatten keine Chance, diesem Extremisten zu entkommen. Psychologen erkennen in dem Mörder einen Judenhasser und einen Muslimhasser und letztendlich einen Frauenhasser, einen Menschen mit einer kruden brutalen Weltanschauung. Das Gericht in Magdeburg verbannte ihn lebenslang hinter Gitter.

In einem Interview vor zwei Jahren , das ich in Halle Vis-à-vis der o.g. Synagoge mit Mina Gampel, der jüdischen Künstlerin aus Stuttgart führte, definierte sie die Tat mit treffenden Worten:

Ein Anschlag von einem total verrückten Nazi. Man kann es nicht anders sagen. Diese Menschen, die so etwas tun haben „Sch…..“ im Kopf und keinerlei Verstand. Ich hörte, dass er mit seinen Waffen in die Synagoge eindringen wollte, doch es geschah ein richtiges Wunder. Die Tür war sehr stabil und hat sich nicht geöffnet und er, der Mörder, konnte nicht hinein. Ich möchte nicht aussprechen, was sonst passiert wäre. Nein, das Wort kann ich nicht aussprechen. Doch zwei unschuldige Menschen mussten sterben, was mir furchtbar leid tut. Dass so etwas in Deutschland passieren kann, macht mir schlaflose Nächte.

Die Jüdische Gemeinde in Halle wird in einigen Tagen Jom Kippur feiern und sich an die grausamen Szenen vor drei Jahren erinnern. Mina Gampel wird den gesamten Feiertag betend in der Stuttgarter Synagoge verbringen, auch wird sie an das Attentat in Halle denken und Gott danken. Sie liebt ihre jüdische Religion und ist stolz auf ihre jüdische Herkunft.