Von Abbas ist keine Unterschrift zu erwarten

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Als Ministerpräsident traf sich Ehud Olmert 36 (oder waren es 37?) Mal mit dem Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, ohne ein Abkommen mit ihm zu erreichen. Doch das hielt ihn nicht davon ab, in einem Fernsehinterview vor kurzem zu sagen, dass er Abbas sicher für einen Partner für eine Vereinbarung hält…

Von Shlomo Avivneri, Haaretz, 18.02.14

Olmert war bereit, weiter zu gehen als jeder andere israelische Regierungschef vor ihm, um den palästinensischen Forderungen entgegenzukommen, einschließlich der Fragen bezüglich Jerusalems, des Jordantals und eines möglichen Gebietsaustausches. Er bot an, 70 000 Siedler zu evakuieren und in einer humanitären Geste 5000 palästinensischen Flüchtlingen (oder deren Nachkommen) die Rückkehr zu ermöglichen. Dies unterstrich seine Überzeugung, dass Israel schmerzhafte Kompromisse eingehen müsse, und sein Mut und seine Entschlossenheit waren angesichts seiner politischen Vergangenheit bewundernswert.

Doch was war das Ergebnis all dieser Bemühungen? Olmert bot Abbas Dutzende Male an, ein Dokument mit den israelischen Konzessionen zu unterzeichnen, doch dieser weigerte sich. Olmert erklärt dies so, dass Abbas weder ja noch nein gesagt habe. Dies erscheint besonders lächerlich: indem er die Unterschrift verweigerte, sagte Abbas eindeutig nein.

Abbas war offensichtlich nicht bereit, irgendetwas einzuräumen, aber er war in der Lage, Olmert zu weitreichenden Konzessionen zu bringen, nur um dann die Verhandlungen zu unterbrechen. In der Folge heißt dies, dass bei einem Neubeginn der Verhandlungen die Palästinenser darauf bestehen, dort zu beginnen, wo man aufgehört habe – wobei der Startpunkt in den israelischen Positionen liegt, die in Olmerts großzügigem Angebot liegen, ohne dass die andere Seite irgendwelche Zugeständnisse gemacht hätte.

Interpretiere ich die Dinge falsch? Genau dasselbe geschah 1995 in den Verhandlungen Yossi Beilins mit Abbas. Auch damals führten die Gespräche zu extensiven Zugeständnissen Israels; auch damals wollte die israelische Seite die Punkte schriftlich und abschließend vereinbaren – und auch damals weigerte sich Abbas zu unterschreiben. Es gab nie ein Beilin-Abbas-Abkommen. Es gab nur ein Papier, das die israelischen Zugeständnisse festhielt.

In Camp David hatte der damalige US-Präsident Bill Clinton genug von dieser Methode und wandte sich ungeduldig an Yassir Arafat, der bis dahin jedes Angebot zurückgewiesen hatte. Vielleicht machen Sie selbst ein Angebot, schlug Clinton Arafat vor. Aber ein Vorschlag von palästinensischer Seite lag nie auf dem Tisch.

Die Palästinenser haben niemals eine umfassende Vorstellung eines Abkommens dargelegt, abgesehen natürlich bezüglich territorialer Fragen. Aber in Punkten, die für Israel von entscheidender Bedeutung sind – Verzicht auf das Rückkehrrecht, irgendeine Form der Anerkennung Israels als jüdischen Staat – wies die palästinensische Führung eindeutig die israelische Position zurück. Auch wenn Abbas verkündete, er persönlich habe kein Interesse daran, nach Safed zurückzukehren, erklärte er auch, dass die Palästinenser das Recht auf Rückkehr nicht aufgeben könnten, weil es ein „individuelles Recht“ sei. Sowohl Abbas als auch sein Chefunterhändler Saeb Erekat verweigerten sich den Rufen nach einer Anerkennung Israels als jüdischem Nationalstaat und beriefen sich auf die grundlegende palästinensische Position, dass Juden eine Religionsgemeinschaft und keine Nation seien.

Abbas Weigerung, eine Vereinbarung mit Olmert oder Beilin zu unterzeichnen, birgt eine klare Implikation: nicht etwa, dass er kein Verhandlungspartner ist, sondern dass er ein hervorragender Verhandlungspartner ist – solange die Verhandlungen dazu dienen, Israel mehr und mehr Zugeständnisse abzuverlangen und diese schriftlich festzuhalten. Dann wird er unter irgendeinem Vorwand die Unterschrift verweigern und die Verhandlungen zum Stillstand bringen, so dass sie in Zukunft beim letzten Stand wieder aufgenommen werden: einschließlich der Zugeständnisse Israels und ohne, dass die palästinensische Seite etwas beigetragen hätte.

In bestimmten Kreisen wird es heute in Israel als Häresie angesehen, irgendetwas Positives über Ehud Barak zu sagen. Aber er zog die richtige Schlussfolgerung aus alldem. Seine Aussage, dass er im Jahr 2000 nach Camp David ging, um Arafats wahres Gesicht zu zeigen, mag von manchen skeptisch gesehen werden. Er ging mit der ernsthaften Überzeugung zu dem Gipfel, dass seine Bereitschaft, deutliche Konzessionen zu machen, die seine politische Stellung gefährdeten, Früchte tragen würde. Aber als er sah, dass die Palästinenser sich anschickten, nichts zu tun, als durch die Verhandlungen mehr und mehr israelische Zugeständnisse herauszuquetschen, ohne im Gegenzug ihrerseits etwas beizutragen, zog er die angemessenen Schlussfolgerungen.

Man kann Olmert und Beilin verstehen: es ist normal, dass jene, die verhandeln, sich so innig mit dem Verhandlungsprozess identifizieren, dass sie unbedingt einen Erfolg erzielen wollen. Aber sie können oder werden nicht sehen, was jeder unbeteiligte Beobachter sehen kann, auch wenn die Sicht schlecht und unbequem ist. (Um ganz ehrlich zu sein: auch mir fällt es schwer, weil ich viel lieber dem Optimismus Olmerts und Beilins folgen würde, der aber nicht in der Wirklichkeit wurzelt.)

Wenn also in den laufenden Verhandlungen etwas Ähnliches geschieht, sollte Israel bereit für eine Alternative zu dem endlosen, nicht-fassbaren und umfassenden Abkommen sein: ein ernsthafter Vorschlag für ein Interims- oder Teilabkommen, unilaterale Handlungen, ein Siedlungstopp in den Gebieten, und den Willen anzuerkennen, dass selbst in Ermangelung eines abschließenden Abkommens, das den Konflikt offiziell beendet, Dinge getan werden können, die die Spannung abbauen und sichtbare Veränderung bringen – nicht nur in Israel, sondern auch im Mainstream der palästinensischen Nationalbewegung. Auf Zypern, im Kosovo und in Bosnien geschieht das schon. Vielleicht ist dies – für den Moment – alles, was zu tun bleibt.

Der Autor ist Politologe und Historiker und lehrt an der Hebräischen Universität Jerusalem.

NL der Botschaft des Staates Israel

40 Kommentare

  1. Liebste Janes und co.:
    „Die Ukraine war zeitweise das Land mit dem drittgrößten Kernwaffenarsenal der Erde. Alle diese Staaten waren Vertragsparteien des START-1-Vertrages, welcher 1991 von der Sowjetunion und den USA unterzeichnet wurde und 1995 in Kraft trat. Die Ukraine, Weißrussland und Kasachstan bekannten sich zum NPT-Vertrag und sicherten zu, ihr Kernwaffenarsenal zu vernichten. Kasachstan und Weißrussland wurden bis 1996 kernwaffenfrei. Der letzte ukrainische Sprengkopf wurde im Oktober 2001 in Russland vernichtet.“

    Als alter Gutmensch gelernt:

    Die Unterschrift irgendwelcher Staaten, die irgendein Territorium garantieren, scheinen einen Selbstverteidigungsreflex dieser Staaten durchaus gerechtfertigt auszulösen.

  2. “ …Heute verkündeten Abbas-Sprecher in Ramallah den neuen Satz roter Linien der PA für jegliche verhandelte Friedensregelung. Jede einzelne dieser roten Linien zerlegt ALLES, was Kerry vorschlagen wollte, so wie es mit den Aussichten für jede Vereinbarung zwischen den beiden Seiten allgemein macht. Diese roten Linien, die Abbas in einem an die USA und das Quartett geschickten Brief genau beschreibt, nimmt alles nahtlos vorweg, was Kerry in seinem eigenen Frieden-Rahmenbedingungen wohl vorgeschlagen hätte. Auf diese Weise weicht ABBAS kunstfertig einem Szenario aus, in dem die Israelis einem Friedensplan zustimmen und die Palästinenser unter Druck geraten nicht einen weiteren VERSUCH der Lösung des Konflikts entgleisen zu lassen. …“ von Tom Wilson, Commentary Magazine

    please welcome in REALITY

  3. „Von Abbas ist keine Unterschrift zu erwarten“

    W H O is Abu Mazen???

    Eine Modifizierung der isrealischen „Anerkennung sog. PA“ ALS gewaltbereite TERRORistische Vereinigungszusammenrottung wäre dringend angezeigt. Der Terroristenführer Abu Mazen besitzt KEINERLEI auch nur im Ansatz „demokratische“ …gar RECHTsmässige Legitimation für irgendwelche Konzessionen!
    Eine vollständige Annexion sogenannt „umstrittener Gebiete“ ist unausweichlich – KEINE Hamastans, KEINE Abu Mazistans, KEINE Palästinistans …oder dersolcher TODbringender Gebilde mehr im 21.Jahrhundert!

    Die überwiegende Mehrheit aller davon BETROFFENen Menschen wäre
    unendlich dankbar, wenn dieser mordende Wahnsinn endlich ein KLARes Ende fände.

  4. efem glaubt es gehöre große Courage dazu hier Israel zu kritisieren.
    Fakt ist, die meisten Palästinenser wollen keinen Frieden mit Israel sondern glauben, wenn sie den jüdischen Staat nicht anerkennen, wenn sie weiter festhalten daran, das Recht auf Rückkehr zu fordern und gleichzeitig die giftige antiisraelische – manchmal auch antisemitische – Propaganda inhalieren, dann werden sich die Tatsachen ändern. Doch diese ändern sich nicht und die USA werden Israel nicht zwingen können, auf die eigene Sicherheit zu verzichten.
    In Wirklichkeit geht es den meisten deutschen „Israelkritikern“ nicht um eine rationale nachvollziehbare Kritik, sondern darum ihre Judenfeindschaft, die sie sich selbst nicht gestehen wollen, auszuleben. Und das tun hier efem, jane & Co.

    • Getroffene Hunde bellen. Na dann will ich das mal machen (sry4longtext):

      Also. Mercí, gut zu wissen, was ich bisher über mich nicht wusste.

      Wer sich verteidigt, klagt sich an? Tu ich:

      Man kann mir vorwerfen, dass ich in meinem Beitrag zur Frage der restriktiven, in meinen Augen unfairen Politik der israelischen Regierung mit 100%ig voraussehbarem Ergebnis gegenüber in Gaza-strip und Westbank einreisewilligen Yarmouk-
      BewohnerInnen der Lapsus unterlief, von einfach Israel und nicht, wie jetzt hier, der Politik der israelischen Regierung zu sprechen, obwohl ich selbstverständlich allein das meinte und auch im Allgemeinen sehr darauf achte, Verallgemeinerungen zu vermeiden, sie selbst angegriffen habe in diversen Beiträgen. Das sehe ich ein. Aber anderen passiert das auch, s. z.B. jetzt bei zeitgenosse: „Er sieht die Fehler Israels …“. Und bei Karl Pfeifer steht: „würde Israel begehen“.

      Der Rest der Anschuldigungen gegen mich würde ich gern bewiesen sehen.

      Im Ãœbrigen habe ich dies:

      „Fakt ist, die meisten Palästinenser wollen keinen Frieden mit Israel sondern glauben, wenn sie den jüdischen Staat nicht anerkennen, wenn sie weiter festhalten daran, das Recht auf Rückkehr zu fordern und gleichzeitig die giftige ntiisraelische – manchmal auch antisemitische – Propaganda inhalieren, dann werden sich die Tatsachen ändern.“

      zuvor mit anderen Worten, jedoch implizit +/- gleichem Inhalt in Bezug auf die in Yarmouk festsitzenden, mit einer faschistoiden Blut- und Boden Ideologie indoktrinierten PalästinenserInnen, die ich polemisch „Erb-Flüchtlinge“ nenne, etwa so beschrieben:

      “ „dass nämlich, wie ihm vorgegaukelt wird von der gesamten israelfeindlichen arabischen und auch iranischen Seite, er irgendwann dorthin “zurück”kehren werde (wo er nie war), dahin, wo jetzt Israel ist, wird allerdings nicht unterschreiben, dass er auf dieses “Recht” verzichtet.“ “

      Aber wenn wer meint, mir meine eigenen Ausführungen mit seinen Worten noch mal zu Gesicht bringen zu müssen, weil sie keine „rationale nachvollziehbare Kritik“ darstellten: nur zu.

      Wie sich die Anschuldigungen, willkürlich herausgesucht aus dem Forum, mit dem hier: http://forum.hagalil.com/board-a/messages/3322/12021.html ,

      ebenso diesem: http://forum.hagalil.com/board-a/messages/8/28243.html ,

      auch diesem thread (von mir mit dem Titel „TV aus Israel auf Deinem PC“ versehen): http://forum.hagalil.com/board-a/messages/3325/28860.html?1233702519 ,

      und vielem, vielem Anderen aus den schätzungsweise mehr als 4.000 von mir vom Beginn von haGalil an geposteten Beiträgen mit dem mir jetzt Angehängten verträgt, ist mir schleierhaft.

      Meine durchaus nicht auf jeden Zug aufspringende, sondern m.M. nach recht seltene Kritik an dem, was die israelische Politik in Bezug auf seine Nachbarn betrifft, orientiert sich am Denken Uri Avnerys, und, wie schon vor ca. zwanzig Jahren, an
      Thesen und Inhalten von Gushalom. Außerdem finde ich hervorragend, dass es viele gemeinsame, beiden Seiten nützende Projekte von PA und dem Staat Israel gibt usw.

      Falls sich wer dazu berufen fühlt, dem zu widersprechen, bitte sachlich kontern. Aber nicht anders.

      Noch was. Gelegentlich habe ich hier betont, dass mein Beweggrund, mich hier zu engagieren, ursächlich aus dem Schwur von Buchenwald resultiert, den die VVN-BdA‘) zu verwirklichen sucht. Dazu stehe ich bzw. das „gestehe“ ich.

      ‚) in der anfänglich viele Ãœberlebende der KZs Mitglied waren, logischerweise auch jüdische. Allein in meiner Stadt waren es mehr als fünf – von den wenigen hierher Zurückgekehrten. Leider ist die sog. biologische Lösung nicht aufhaltbar.

      Unter den hier Genannten:

      http://de.wikipedia.org/wiki/VVN-BDA#Bekannte_Mitglieder

      finden sich, was von der Organisation kaum thematisiert wird, bekannte Jüdinnen und Juden, darunter „unsere“ Ehrenvorsitzende Esther Bejarano. Bis 120, liebe Kameradin Esther!

      Aber ich lebe hier meine Judenfeindschaft, die ich mir selbst nicht gestehen will, aus.

      Na fein. Immerhin wird mein aktiver Einsatz gegen Naziumtriebe, gegen Antiziganismus, gegen Rassismus in all seinen „Spielarten“ und gegen Militarismus samt meinem von diversen Gründen bestimmtes Interesse am Judentum, u.a. schon allein deshalb, weil ich gegenüber der Synagoge wohne und daher viele jüdische MitbürgerInnen persönlich kenne und mich mit mehreren duze, und, nebenbei, weil hier wohnten bzw. wohnen in vier wie ein Haus gebauten Häusern, für die ich die Verwaltung mache und deshalb auch die Mietverträge, mehr als zwei Handvoll jüdische Familien bzw. Einzelpersonen, darunter Shoah-Ãœberlebende, etwa aus Theresienstadt, nicht mit einbezogen. Gnädig.

      Das sind jedoch von Anfang bis Ende alles nur Tarnungs- und Schutzbehauptungen, denn tief in meiner Brust pocht das verruchte, mit zahllosen Swastikas tätowierte Herz, gelle?

      • „Das sind jedoch von Anfang bis Ende alles nur Tarnungs- und Schutzbehauptungen, denn tief in meiner Brust pocht das verruchte, mit zahllosen Swastikas tätowierte Herz, gelle?“

        Kommen Sie, @efem, tragen Sie bitte nicht so dicke auf, das wirkt ja fast wie Schmierenkomödie, zumindest wie beleidigte Leberwurst (igitt – Wurst!). Niemand nennt Sie einen Nazi, einen Faschisten oder einen Undemokraten. Ihre Verdienste hier und anderswo stehen außer Frage. Selbst wenn Sie es noch nicht bemerkt haben sollten, trotz aller Gegnerschaft mag man Sie (irgendwie, ein klein wenig, noch) und schätzt Sie (ich will mich da gar nicht ausnehmen) auch.

        Man (ich auch) hat Sie lediglich kritisiert. Kritisiert wurden auch andere. Kritik muss man aushalten können ohne gleich auszurasten. Das gehört in Foren wie diesem einfach dazu.

        Also bleiben Sie uns als Gegner oder als Verbündeter weiterhin erhalten, nur unterlassen Sie diese Nazi-Faschisten-Kindereien, auch im eigenen Interesse.

      • Was unseren leidgeprüften, verdienstvollen, allgemein sehr hochgeschätzten, natürlich auch von mir, Karl Pfeifer reitet, sich auf mich einzuschießen, der ihn mit keinem Wort jemals angegriffen hat, in einer Art und Weise, die mensch sich besser für Gegner aufspart – bloß weil ich, teilweise nur, eine andere Sicht auf Nahostentwicklungen habe als er, ist mir nicht ersichtlich.

        Beide sind wir abhängig von Informationen. Meine sind dem Internet geschuldet, indem ich versuche, sie möglichst von allen Seiten zu erhalten und daher zu anderen Schlüssen kommen kann als der Mainstream.

        Was das mit Judenfeindschaft, die ich mir angeblich nicht eingestehe, zu tun haben soll, bleibt sein Geheimnis.

        Dabei weiß er ganz gut, was für ein Gewicht seine Worte haben.

        Nun zu Syrien. Von Anfang an habe ich hier betont, dass m.M. nach das sich als säkular verstehende Land und Israel die z.T. gleichen Feinde haben und dass es gefährlich sei, wenn die die Oberhand gewinnen. Zunächst für die religiösen Minderheiten im Lande, dann aber auch für die Nachbarn.

        Zweiter Punkt: die Politik des Westens und der mit ihm verbündeten Golfstaaten samt der Türkei zwingt die Regierung
        logischerweise, sich nach eigenen, relativ dubiosen Verbündeten umzusehen. Daher haben wir jetzt die ganz erheblich ausgeweitete
        Allianz von ihr mit dem Iran (Gegenteil eines säkularen Staates), mit dessen schiitischem Ableger im Libanon, die beide um die schiitische Minderheit in Syrien fürchten und außerdem, genau wie ihre Feinde im arabischen Lager, Israel von der Landkarte tilgen wollen, mit dem pseudodemokratischen Russland, dem pseudokommunistischen China und – seit Neuestem – mit dem superdoktrinären pseudokummunistischen Nordkorea. Außerdem umfasst diese „Achse des Bösen“ noch Kuba und Venezuela. Also
        alles, was von Demokratie in unserem Sinn nichts hält.

        Fürwahr eine illustre Allianz, die Assad genausoviel Kopfschmerzen bereiten dürfte wie die Feinde seines Staatswesens. Denn, angenommen, er behält die Oberhand: wie soll er sich aus den daraus erwachsenen Verpflichtungen wieder lösen?

        Derweil geht der Bürgerkrieg weiter. Natürlich wünsche ich mir, dass die Halsabschneider und anderen Warlords der diversen Scharia-Fraktionen wieder in die Schranken gewiesen werden, in denen sie vor dem Ausbruch des Krieges waren und dass das Land sich erholen kann, Flüchtlinge zurückkehren können, der Wiederaufbau startet, die Toten gemeinsam beklagt werden. Nach Angaben der Oposition sind übrigens die meisten die der Assad-Seite.

        Wer da anderer Ansicht ist – meinetwegen.

      • @ zeitgenosse

        Wie fürsorglich gönnerhaft:

        Na, nu weine man nicht!
        Na, nu weine man nicht!
        In der Röhre stehn Klöße,
        du siehst sie bloß nicht! –
        (Tucho, wie Klaus Parker s.A. ihn liebte und nannte)

        btw.: „bleiben Sie uns“ Wie bitte? Wer ist uns? Pluralis majestatisne?

        Ich hab ne ganze Menge Sympis hier. Das genügt. Zwei sind z.B. in meinem Forenprofil zu finden.

      • Efem, mit Jane hätte ich Sie nicht in einem Atemzug nennen dürfen. Dafür bitte ich um Entschuldigung.

      • @ Karl Pfeifer

        No problem. Oder doch, am Rande: Jane ist aus meiner Sicht nicht judenfeindlicher als ich.

        Aber was anderes: in einem der wie immer sehr interessanten Beiträge zu Ungarn ist eine Verlinkung, gekennzeichnet wie der Verweis auf eine Fußnote mit „01“, und zwar in dem Artikel „70 Jahre nach dem ungarischen Holocaust“. Die damit aufrufbare Seite wird, wenigstens auf meinem Browser, nicht angezeigt, vielmehr der Artikel erneut geladen.

        Könnte die URL vielleicht vollständig hier angegeben werden? Schönen Dank schon mal.

      • Gerade gesehen: die per „01“ s c h e i n b a r nicht aufrufbare URL ist direkt unter dem Artikel: 70 Jahre nach dem ungarischen Holocaust (test.hagalil.com/2014/03/18/ungarischer-holocaust/) angegeben. War offensichtlich mein Fehler, dass ich nicht sah, dass die [01] ein Fußnotenhinweis ist und nicht direkt auf http://www.mazsihisz.hu/index.php?nid=6898 führt.

  5. Efem ist Feuer und Flamme für das Assad-Regime, das an Grausamkeit nicht hinter der ISIS und al-Kaida nachhinkt.
    Der Konflikt in Syrien ist ja erst richtig blutig geworden, als Assad auf friedliche Demonstranten hat schiessen lassen.

    • Falsehood is a recognized and extremely useful weapon in warfare, and every country uses it quite deliberately to deceive its own people, to attract neutrals, and to mislead the enemy. The ignorant and innocent masses in each country are unaware at the time that they are being misled, and when it is all over only here and there are the falsehoods discovered and exposed. As it is all past history and the desired effect has been produced by the stories and statements, no one troubles to investigate the facts and establish the truth.

      „The ignorant and innocent masses“ – wer will schon dazugehören? Natürlich niemand. “ … no one troubles to investigate the facts and establish the truth.“ So ist es.

      Ãœbrigens – das Zitat wurde 1928 veröffentlicht, nachzulesen hier:

      http://www.vlib.us/wwi/resources/archives/texts/t050824i/ponsonby.html

      • Efem will den Eindruck erwecken, er wäre hier der Vertreter der Wahrheit, während allen anderen, die nicht seiner Anschauung folgen, Fakten und Wahrheit schnuppe sind.
        Für Efem ist es das wichtigste hier, angesichts der über 130.000 Toten in Syrien und der Millionen Flüchtlinge, festzustellen, die schlimmsten Menschenrechtsverletzungen im Nahen Osten würde Israel begehen. Wobei nach seiner Lesart, die palästinensische Seite die Wahrheit verkörpert, während Israel unmoralisch und unmenschlich handelt. Das ist seine Mantra, die er natürlich als Vertreter der Wahrheit hier verkündet. Auf eine konkrete Diskussion kann er nicht eingehen, denn er ist ja im Besitz der Wahrheit.
        In Israel existieren freie Medien. Niemand kritisiert die israelische Politik so scharf, wie die Tageszeitung Haaretz. Uri Avnery kann seine Ideen ohne weiteres in großen Tageszeitungen und in den staatlichen Medien erläutern. Und wie schaut es damit auf der anderen Seite aus? Da trifft Ihre Beschreibung der irregeführten von Kleptokraten angeführten Masse zu und es gibt nur wenige, sehr wenige Ausnahmen.

      • Vor allem ist efem, ebenso wie Jane, furchtbar einseitig. Er sieht die Fehler Israels balkengroß, die Verbrechen seines Vaterlandes Deutschland hingegen splitterklein. Stets war es ihm ein inniges Anliegen die ‚Fehler‘ Deutschlands auf ein Nazimaß zu beschränken, darüberhinausgehende Tatsachen, wie den Antisemitismus z. B. von Goethe und Co., kleinzureden.

        Gerade als verantwortungsbewusster Deutscher, der efem gern sein möchte, sollte man unbedingt selbstkritischer sein.

      • Aus einer E-Mail einer Friedensaktivistin vom 28.05.13 an mich:

        „Da Du jede Kritik an der offiziellen israelischen Politik konterst …“

        Wat dem eenen sin Uhl, is dem annern sin Nachtigall,
        und welch schöne Sache ist doch der Krieg!

        Kurt Tucholsky
        in: Ein Pyrenäenbuch (1927)

      • „Das ist seine Mantra, die er natürlich als Vertreter der Wahrheit hier verkündet“.
        _________________________________________________________

        Welche Wahrheit Herr Pfeifer?

        “The ignorant and innocent masses” – wer will schon dazugehören? Natürlich niemand. ” … no one troubles to investigate the facts and establish the truth.” So ist es.
        ___________________________________

        Nein efem, genau so ist es eben nicht!

      • „… darüberhinausgehende Tatsachen, wie den Antisemitismus z. B. von Goethe und Co., kleinzureden“.
        ____________________________________

        Sein an zeitgenosse, man fängt also an zu relativieren!

      • @ udo

        „Nein efem, genau so ist es eben nicht!“

        Und warum nicht? Das Zitat bezieht sich natürlich zunächst auf den Ersten Weltkrieg. Aber es gilt auch allgemein. Wenn man felsenfest davon überzeugt ist, die Wahrheit zu kennen, recherchiert man nicht.

        Beispiel: Robert Schlickewitz hat hier über die „Gnad“ in Deggendorf geschrieben, und wieviel Jahrhunderte – von 1338 resp. 1361 bis 1992 – da ein ganzes Kirchspiel reich wurde mit seiner speziellen, maßgeschneiderten Ritualmordlegende („Hostienfrevel“). Bis 1992 fand darum eine Wallfahrt zu dem Ort statt, wo man nach Meinung des Klerus und damit der ihr hörigen Bevölkerung die des Frevels beschuldigten Juden völlig zu Recht umgebracht hatte. Obwohl ganz anderes dahinterstand, nämlich reine Mordlust. Aus Geldgier, d.h. um so wohlfeil Schulden bei jüdischen Kaufleuten zu tilgen. Und niemand war an einer Aufklärung über den einem vorgetäuscht finsterstem Aberglauben geschuldeten Pogrom interessiert. Mehr als 600 Jahre lang.

        Und selbst wenn – einer schreibt vom andern ab, denn was Genaues weiß keiner: Archive, die man auswerten könnte, werden von Regierungen gerne 50 – 100 Jahre unter Verschluss gehalten. Auch im Zeitalter des Internet. Bis die Zeit abgelaufen ist, gilt letztlich das Zitierte. Zwangsläufig… Und dann? Die neuen Generationen haben vielleicht erst Recht kein Interesse mehr an so alten Sachen. Wie in Deggendorf…

        Die ganz erstaunliche Ausarbeitung des Briten schon 10 Jahre nach Kriegsschluss ist, jetzt lasse ich mich mal von gängigen Vorurteilen leiten, typisch britischer Fairness geschuldet. Eigentlich kein allzugroßes Wunder bei so einer altehrwürdig demokratisch bestimmten Gesellschaft. Zumindest seit 1655.

      • „Und warum nicht? Das Zitat bezieht sich natürlich zunächst auf den Ersten Weltkrieg. Aber es gilt auch allgemein. Wenn man felsenfest davon überzeugt ist, die Wahrheit zu kennen, recherchiert man nicht“.
        ______________________________________________________________

        Also da efem habe ich meine Schwierigkeiten, denn Ehrlich…
        was sind feststehende Wahrheiten? Auf eine Überprüfung, Re-
        cherche zu verzichten, uff das ist riskant. Wahrheiten muß
        man auch im historischen Kontext sehen, sie verändern sich
        durch neue Blickwinkel und gesellschaftliche Veränderungen.
        z.B. die Kriegsschuld im WWI, eine Tendenz das Deutsche Kaiser
        Reich zu entlasten. OK, von der alleinigen Kriegsschuld aus-
        zugehen ist Blödsinn, trotzdem aber hätte nur das wilhelminische
        Deutschland den Krieg stoppen können; auch Teilwahrheiten ent-
        stellen am Ende jede Wahrheit.

    • Wer da wen abschlachtet… Meldung der syrischen Regierungsseite Sana:

      „Terrorists slaughter 10 citizens in Daraa. March 08, 2014

      Daraa, (SANA) Terrorists of foreign nationalities slaughtered 10 citizens, among them an elderly man and a 10 year-old child in Daraa province.
      A videotape circulated on websites showed gruesome scenes of terrorists speaking foreign languages, picking hostages and forcing them to kneel in a row.
      One of the terrorists is shown hitting the victims with his rifle butt on the back of their necks to force them into a bowing position, heedless of the pleas of an elderly man.
      A terrorist shouts in an incomprehensible language before terrorists fire a barrage of bullets at the victims and kill them in cold blood.
      The video adds to scores of videotapes showing harrowing massacres perpetrated by foreign terrorists against innocent civilians, amid deafening international silence. M. Ismael“

      Aber das ist natürlich nur gezielte Propaganda, um die eigenen Verbrechen, d.h. die der unmenschlichen Assad-Diktatur zu vertuschen.

      Von wegen Yarmouk-Flüchtlingen:

      „Some residents fled to neighboring areas while at least 5,000 fled to Lebanon, a Lebanese official told the Journal“
      http://www.updatednews.ca/2012/12/18/syria-rebels-claim-control-of-yarmouk-camp/

      Was der Libanon schafft, nämlich 5.000 ehemalige BewohnerInnen des Yarmouk-Lagers aufzunehmen, bringt Israel nicht auf die Reihe bzw. denkt sich flugs Bedingungen aus, von denen es weiß, dass sie nicht akzeptiert werden können, ohne dass sowohl Abbas als auch die Erb-Flüchtlinge ihr Gesicht verlieren.

      Denn wer damit aufgewachsen ist und deshalb mehr schlecht als recht gutgläubig in so einem Lager verharrt hat – dass nämlich, wie ihm vorgegaukelt wird von der gesamten israelfeindlichen arabischen und auch iranischen Seite, er irgendwann dorthin „zurück“kehren werde (wo er nie war), dahin, wo jetzt Israel ist, wird allerdings nicht unterschreiben, dass er auf dieses „Recht“ verzichtet. Das hieße ja alles verraten (und wenns noch so absurd ist).

      Israel kennt die Befindlichkeiten der PalästinenserInnen genau. Zu vermuten steht, wenn einige doch unterschrieben hätten, es noch andere Asse aus dem Ärmel gezogen hätte, um deren Einreise dennoch zu verhindern. Zum Beispiel könnte es dann argumentiert haben, es müsse selbstverständlich erst Wohnraum nachgewiesen werden (insgesamt wohn(t)en in dem Lager 150.000 Leute). Oder so.

      Da jetzt Krokodilstränen zu vergießen, weil der böse Abbas so handelt, wie er nicht anders handeln kann, widert an, sorry.

      • „Da jetzt Krokodilstränen zu vergießen, weil der böse Abbas so handelt, wie er nicht anders handeln kann, widert an, sorry“

        Israel behandelt Verletzte des Syrischen (und Libanesischen) Konflikts an seinen Grenzen. Menschen, die Israel die Auslösung wünschen???

        Abbas kann anders handeln, doch welche Arabischen, Muslimischen Staaten interessieren die Palästinenser wirklich; sie leben immer noch in Flüchtlingslagern !!!, sind sie doch der Grund und Pfand für alle Vernichtungsfantasien gegenüber Israel.

        Die Verlogenheit der Arabischen, Muslimischen Staaten gegenüber den Palästinenser, insbesondere der Iran mit seinem „friedlichen“ Atomprogramm, widert einen wirklich an.

        „Israel kennt die Befindlichkeiten der PalästinenserInnen genau.“

        Sie würden somit in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus Unterschlupf für jemandem gewähren, der Ihre Familie töten möchte. Mutig, aber Weltfremd …

        Um es noch einmal klar zu sagen: mich widert das das Verhalten der „Muslimischen Brüder“ gegenüber den Palästinenser, deren eingeschränkten Rechte in jenen Staaten, an. Aber wenn es gegen Israel geht: Who cares.

        Kyniker – aller letzter Beitrag auf Hagalil. Also efem, wenn sie antworten, gibt es keine Erwiderung von mir – ich werde sie auch nicht lesen. Mich kotzen viele Beiträge mittlerweile an, und meine begrenzte Zeit ist mir zu schade für Repliken.

        Viel Glück und Gesundheit für Eure Zukunft und ein gutes Leben wünscht Euch Kyniker
        P.S: In einem Faß lebe ich aber nicht 😉

      • Hallo Kyniker,

        ich finde es schade, dass Sie hier nicht mehr schreiben. Aber ich kann verstehen, dass es persönliche Gründe gibt, einen Schnitt zu machen. Alles Gute für Sie.

      • Wenn wer es nicht glaubt – bisher noch aufrufbarer youtube-clip zur obigen Sana-Meldung über die Ermordung von zehn Zivilisten, ausgewählt aus einer größeren Gruppe Verschleppter:

        https://www.youtube.com/watch?v=kGAR_ENEYCQ

        Vorsicht! Extrem grausam. Das ist keine Hollywood-Inszenierung. Auf youtube finden sich durchgehend Dutzende ähnlicher Clips. Die meisten werden jedoch nach einiger Zeit gelöscht, so z.B. einer, der zeigte, wie von der bewaffneten Opposition vier LKW gestoppt und ihre offensichtlich nicht sunnitischen Fahrer, weil sie bestimmte religiöse Rituale beim Gebet nicht kannten, kaltblütig erschossen werden.

  6. liebe Jane, da wir grad eben „staatliche“ Definitionsparameter betrachten …Sie sooo gerne immer von ‚Palästina‘ ‚Palästinensern‘ meinen berichten zu müssen – nehm wir doch gleich mal einen Fakt dabei …siehe unten:

    ” … al-Mamlaka al-Urdunniyya al-Hāschimiyya
    HASCHEMITISCHES Königreich Jordanien …”
    Staatsform: ERBmonarchie (wiki)

    …womöglich direkte Nachkommen gestorben Ottomaniens in Rechtsnachfolge??? …WER weiss es schon?

    Die am 25.Mai 1946 „eingerichtete Heimstätte für das HASCHEMITISCHE Volk“??????? …ui – war doch NUR ’ne von „fremd“ dahergekommene family 🙁

    KEIN Schw… der gesamten „Besserwelt“ hat sich seit jeher darüber „beschwert“ – ERSTAUNLICH das Gezaudere, Gezerre und Gezedere, wenn es dann TATSÄCHLICH um ein VOLK geht!

  7. „Dann sehen Sie die arabischen Staaten als Vorbild für Israel?“

    S I E – liebe Jane – sehen „ebendiese“ solche als Vorblid für fast alle von denen praktizierten Greuel – huldigen neurotisch einer Etablierung AbuMazistans!

    …meine Aufklärungsbeiträge hingegen beschränken sich bescheidenerweise – wie Ihnen doch hinlänglich bekannt – lediglich auf das Aufzeigen …Benennen von FAKTEN und TATSACHEN

    😉

  8. „…Weiterhin – seit wann bedarf ein Staat die Anerkennung ALS ‘christlicher’, ‘muslimischer’ oder sonstwas.

    Eine Anerkennung reicht völlig aus. …“

    FALSCH Jane!

    unter vielen anderen Staaten explizit auch auf dem Gebiet des einstig bezeichnet „MandatsPalästina“

    “ … al-Mamlaka al-Urdunniyya al-Hāschimiyya
    HASCHEMITISCHES Königreich Jordanien …“

    “ … Syrien (amtlich ARABISCHE Republik Syrien, arabisch ‏الجمهورية العربية السورية‎ al-DschumhÅ«riyya al-Ê¿arabiyya as-sÅ«riyya …“

    “ …DschomhÅ«rÄ«-ye EslāmÄ«-ye Īrān
    ISLAMISCHE Republik Iran …“ wiki

    und so weiter und so fort

    bezeichnen sich ganz offiziell und selbstverständlich definierend 🙂

    http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsreligion

    • Dann sehen Sie die arabischen Staaten als Vorbild für Israel?

      Außer den arabischen STaaten gibt es nicht viele mit einer Staatsreligion und lt. Ihrem Link sind selbst in einigen westlichen Ländern wie Norwegen und Lichtenstein die Staatsreligion faktisch abgeschafft, obwohl sie dort noch mit aufgeführt werden.

      «Wir teilen viel mit den Christen. Sie sind unsere natürlichen Verbündeten, ein Gegengewicht zu den Muslimen, die Israel zerstören wollen», so der Abgeordnete wörtlich in einem Interview. Den Christen im Judenstaat solle deshalb künftig in möglichst vielen Bereichen jene Sonderbehandlung zukommen, die ihnen gegenüber den muslimischen Arabern zustehe, sagte er auch noch.

      Die liberale Zeitung «Haaretz» kommentierte, das Gesetz stelle Muslime unter Generalverdacht, sei rassistisch und rüttle an den Grundfesten der israelischen Demokratie. Es wurde gleichwohl verabschiedet.

      http://www.srf.ch/news/international/knesset-trennt-araber-in-zwei-kategorien

      Diese arabischen Staaten sind alle keine Demokratien und Demokratie und Staatsreligion ist nun einmal heikel in einem Land mit Bürgern verschiedener Religionen, zumal in Israel Araber und wie es jetzt aussieht, insbesondere muslimische Araber, schon jetzt deutlich diskriminiert sind.

      Wie sie aus Ihrem Link sehen können, haben die meisten Länder der Erde keine Staatsreligion.

      Den USA ist das Christentum gemeinhein sehr wichtig und es spielt eine starke Rolle – eine Staatsreligion haben aber auch die USA nicht, nicht zuletzt wg, der vielen verschiedenen Religionen ihrer buntgemischten Nation.

  9. Sicher ist ein Siedlungsstopp sinnvoll – und niemand zwingt Israel weiterhin illegale Siedlungen zu bauen.

    Ein Ende der Drangsalierung der palästinensischen Zivilbevölkerung wäre auch sehr sinnvoll.

    Dafür braucht es auch kein Abkommen, das gebietet an und für sich der Anstand – und es wäre wahrscheinlich die beste Terrorprävention, welche Israel bewerkstelligen kann. Wenn Israel seine Thyrannei beendet, dann ist das natürlich ein sinnvoller Schritt zu friedlicheren Verhältnissen.

    Die beste Terrorprävention ist allerdings die Anerkennung Palästinas NEBEN Israel. Was der Autor und auch was die Zeloten ebenfalls verkennen – Arafat hat das größte Zugeständnis und eine Grundlage für klare Verhältnisse bereits 1994 und genau genommen bereits 1988 erbracht – er hat Israel anerkannt – natürlich in den Grenzen – in denen es sonst auch von der ganzen Welt anerkannt ist – und nicht in anderen. Ein Vater dieser Initiative war übrigens auch Abbas.

    „Aber in Punkten, die für Israel von entscheidender Bedeutung sind – Verzicht auf das Rückkehrrecht, irgendeine Form der Anerkennung Israels als jüdischen Staat – wies die palästinensische Führung eindeutig die israelische Position zurück“

    Das ist nicht ganz korrekt – für die Palästinenser kann es kein Abkommen geben ohne die Akzeptanz des Rückkehrrechts – allerdings hat schon Arafat und auch die ebenfalls von ihm unterstützte Arabische Friedensinitiative, die immer noch auf dem Tisch liegt (ein glasklares Angebot) – klargestellt, dass dieses Rückkehrrecht keineswegs die Rückkehr von Millionen Flüchtlingen bedeutet, sondern in Form von Kompensationszahlungen etc. befriedet werden kann.

    Weiterhin – seit wann bedarf ein Staat die Anerkennung als ‚christlicher‘, ‚muslimischer‘ oder sonstwas.

    Eine Anerkennung reicht völlig aus. Definieren kann ein Staat sich selbst. Bis dato ist Israel von keinem Land als ‚jüdischer Staat‘ anerkannt. Es ist anerkannt. Eine Selbstdefinition als ‚jüdischer‘ Staat, widerspricht übrigens auch dem demokratischen Grundgedanken.

    Meiner Meinung nach, hat die israelische Seite diese Forderung erfunden, um den Friedenabkommen ein weiteres Hindernis entgegenzustellen – denn mit einer Anerkennung als jüdischem Staat, würde die palsätinensische Seite, die bereits vorhandene systemimanente Diskriminierung der muslimischen Bürger Israels selbst zementieren – dass sie dazu nicht bereit ist, ist verständlich – und es gibt auch keine Notwendigkeit dafür.

    „Aber als er sah, dass die Palästinenser sich anschickten, nichts zu tun, als durch die Verhandlungen mehr und mehr israelische Zugeständnisse herauszuquetschen, ohne im Gegenzug ihrerseits etwas beizutragen, zog er die angemessenen Schlussfolgerungen.“

    Das ist absurd und verdeutlicht nur, wie sehr sich die Israelis mit ihrer Vogelstraußpolitik von jeglichem Realismus verabschiedet haben. Es scheint ihnen nicht klar zu sein, dass sie eigentlich gar kein Recht haben, irgendwelche Forderungen auf das Land jenseits der Grünen Linie zu stellen, und dass der Staat Israel bereits mit seiner Gründung das Rückkehrrecht der Palästinenser akzeptiert hatte.

    Clinton verhielt sich übrigens damals Arafat gegenüber ziemlich unfair, denn solche Verhandlungen, die zu einem Abschluss mit solcher Tragweite führen sollen, gehen normalerweise entsprechende Vorbereitungen beider Seiten voraus.

    Die Camp David Verhandlungen wurden aber kurzfristig vom Zaun gebrochen und Arafat bat Clinton im Vorfeld darum, falls sie auf diese Art nichts bringen, ihm nicht die Verantwortung dafür zu geben – ohne Vorbereitung, sind solche Verhandlungen natürlich ein Vabanque Spiel.

    Clinton hat aber genau das, entgegen seiner Zusage, getan. Das war nicht gerade ehrenhaft. Es scheint offensichtlich, dass er das Ende seiner Päsidentschaft noch gerne mit einem Erfolg im Nahen Osten gekrönt hätte und er machte die schwächere Seite für das Scheitern verantwortlich. Aber das war absolut nicht fair.

    Auch amerikansiche Unterhändler räumten später ein, dass die Palästinenser weitreichende Zugeständnisse gemacht hatten – und dass die Darstellung in der Presse damals alles andere als fair war. Weiterhin sind die israelischen Vorstellungen schlichtweg unakzeptabel. In Camp David wurde Arafat ein Landtausch im Verhältnis 9:1 angeboten, das Rückkehrrecht sollte gar nicht auf die Verhandlungsverordnung und während der ganzen Verhandlungen vermied es Barak absurderweise Arafat überhaupt nur zu treffen. Tatsächlich sahen sie sich nur eine Stunde. Es wurden Arafat auch keine Karten vorgelegt und die Israelis wollten auch weiterhin im palästinensischen Luftraum präsent bleiben. Weiterhin sollte der zukünftige ‚Staat‘ weiterhin durch israelische Siedlungen fragmentiert bleiben.

    Natürlich war das alles nicht akzeptabel.

    Es sind sehr viel mehr die Israelis, die sich von unrealistischen Vorstellungen verabschieden sollten.

    Natürlich wird es keine Lösung geben, ohne eine Teilung Jerusalems, ohne eine Lösung für das Flüchtlingsproblems, welche aber selbstverständlich im Einklang mit Israels demographischen Interessen gelöst werden kann und ohne eine Auflösung zahlreicher Siedlungen. Auch eine umfassende Kontrolle, wie sie sich Israel beim ‚Abzug‘ über Gaza vorbehalten hatte, kann keine Grundlage für Frieden sein, sondern ist eher ein Garant für israelische Ãœbergriffe, die natürlich palästinensischen Widerstand provozieren und die eine friedliche Entwicklung auch weiterhin verunmöglichen würden, so wie sie für Gaza unter den gegebenen Bedingungen auch ganz und gar ausgeschlossen war.

    Einer Stationierung von Natotruppen im zukünftigen Palästina haben sowohl Arafat und Abbas allerdings zugestimmt.

    Ein Landtausch wäre wohl möglich, und auch dem hatte Abbas, nach allem was nach draußen sickerte, bereits zugestimmt, so dass einige grenznahe israelische Siedlungen bestehen bleiben könnten – der Tausch müsste allerdings fair und vollwertig sein – und er dürfte keine Fragmentierung Palästinas bedeuten.

    Clinton hat seine Aussage später übrigens revidiert – als er sagte, dass es mit Rabin längst Palästina geben würde – damit hat er klar ausgedrückt, dass es auf der israelischen Seite seither keinen glaubwürdigen Partner für den Frieden mehr gab, der ernsthaft bereit gewesen wäre, die notwendigen Schritte auch zu gehen.

  10. „… nicht in der Wirklichkeit …“

    sehr trefflich konstatiert bezüglich REALer „Erwartungen“ an PA-Terror-StabsGENERAL Abu Mazen

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