Unbemanntes Flugzeug über Israel abgeschossen

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Ein unbemanntes Flugzeug unbekannter Herkunft wurde über dem Jatir-Wald südlich von Hebron „aus Sicherheitsgründen“ abgeschossen, wie der Militärsprecher Yoav Mordechai erklärte. Die Drohne sei nicht im Gazastreifen gestartet und schon über dem Mittelmeer beobachtet worden, noch ehe sie in den israelischen Luftraum eingedrungen sei…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 6. Oktober 2012

Sie habe vom Westen her den Gazastreifen überflogen in Richtung Osten.

Der Militärsprecher erklärte, dass die Drohne unbekannter Herkunft unbewaffnet gewesen sei und keinen Sprengstoff mitgeführt hätte. Sie sei im Süden des Landes nach Israel eingedrungen und dreißig Minuten lang über Israel geflogen. Kampfflugzeuge hätten sie ständig beobachtet „und jederzeit abschießen können“. Am Nachmittag meldete der israelische Rundfunk, dass die Trümmer eingesammelt und zur Untersuchung geschickt würden. Verteidigungsminister Ehud Barak bezeichnete das Eindringen der fremden Drohne als „sehr ernste Angelegenheit“. Nach Aufklärung des Ursprungs des Flugkörpers werde Israel entsprechend reagieren.

Auf Anfrage konnte der Militärsprecher nicht einmal sagen, wo groß die Drohne gewesen sei.

Beim Armeesender sagte Arieh Fischbein, Oberst der Reserve bei der Luftwaffe, dass den Israelis derartige Drohnen „bekannt“ seien. Es handle sich um relativ kleine Fluggeräte mit mehreren hundert Kilometern Reichweite und einer Fluggeschwindigkeit von 300 bis 400 Kilometern. Sie könnten eine Nutzlast von 20 bis 30 Kilogramm tragen, einen Sprengsatz oder Kameras. Während des Fluges aufgenommene Bilder würden live an die Betreiber übertragen.

Ohne alle Einzelheiten zu der am Samstag abgeschossenen Drohne zu kennen, sagte Fischbein, dass sich solche Drohnen im Besitz der libanesischen Hisbollah befänden und aus Iran stammten. Fischbein hielt es deshalb für ausgeschlossen, dass die Drohne in Ägypten oder gar im Gezastreifen gestartet sei. Weiter sagte Fischbein, dass die Drohne „sehr klein“ sei und deshalb nur schwer von Radargeräten auszumachen sei. Ebenso sei es „schwierig“, ein derart kleines Fluggerät mit Kampfflugzeugen zu beobachten und zu begleiten. Fischbein sagte, dass es „unmöglich“ sei, einen Luftraum hermetisch abzusperren.

Den Befehl zum Abschuss der Drohne hätten „höchste Ränge“ erteilt, also der Luftwaffenchef, der Generalstabschef oder der Verteidigungsminister selber.

(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com