Warum ich nicht stolz bin, Bayer zu sein

23
129

Von Kindesbeinen an wird einem/einer in Bayern eingeredet, stolz auf seinen Freistaat Bayern bzw. auf das ehemalige Königreich Bayern sein zu müssen. Im Elternhaus, im Kindergarten, in der Schule, ja, sogar noch im Institut an der Universität und am Arbeitsplatz wird er gepflegt, der bayerische Gemeinschaftssinn, der bayerische Regionalpatriotismus, das, was viele immer noch „reine und unverstellte Heimatliebe“ nennen, ohne weiter drüber nachzudenken…

Von Robert Schlickewitz

Unsere „wunderschönen Landschaften“ mit ihren blauen Seen, den grünen Wiesen, den schneebedeckten Bergen mit dazugehörigen Almen ohne Sünd‘, die blitzsauberen Dörfer mit ihren barocken Kirchen, um die uns „die halbe Welt beneidet“; unser allgegenwärtiger „Fuaßboi“ (Fußball) mit seinen „unnachahmlichen Siegen“, von denen „die ganze Welt spricht“; unsere (zugegeben) innovativen und modernen Industrieunternehmen, die bayerische Produkte weltweit populär und nachgefragt gemacht haben; unsere „unvergleichliche bayerische Küche“, die alles Andere bei weitem in den Schatten stellt: was ist schon so ein „schlapper Döner oder so eine armselige Pizza gegen unseren Schweinsbrodn mit Knedln“; nicht minder bedeutend – unser köstliches, „einmaliges“ bayerisches Bier, „unser Exportartikel Nummer Eins“: ganze „Heerscharen aus nah und fern“ reisen doch alljährlich zu unserem Bierfest, der „Wies‘n“ an („und lassen viel Geld da“); tja, und unser König Ludwig erst, der „in weiser Voraussicht Schloß an Schloß reihte“, damit uns heute Millionen Touristen aus aller Welt mit ihrer geschätzten vorübergehenden Anwesenheit beehren können und damit den Fremdenverkehr „zu einem wichtigen Standbein unserer“ uns so heiligen „Wirtschaft machen“. Mit Stolz erfüllt ferner viele unserer Landsleute die als angemessen bzw. als wohlverdient angesehene bayerische Repräsentanz im Vatikan – dass „einer von uns mal Papst wird“, das haben sich „Generationen von uns wohl gewünscht, aber nie zu erträumen gewagt“ – nun ist es Wirklichkeit geworden, nur (leider) „scheint es zu wenigen von uns recht bewusst zu sein“.

Als nicht zu unterdrücken, gilt noch folgender Aspekt: „Wir Bayern sind beliebt“, und zwar im ganzen vereinten Deutschland. Unser bayerischer Dialekt hört sich für das fremde Ohr „weich und wohlklingend“ an, nicht so „schneidend und scharf“, nicht „so penetrant und aufdringlich“ wie das Deutsch der „Preißn“. „Bayerisch hört einfach jeder gern“, egal ob er „von der Waterkant, aus dem badischen Hinterwald, vom Rhein oder von der Oder kommt!“.
Summa summarum  „kann man doch wohl ohne Übertreibung sagen, dass wir Bayern einfach Spitze sind“, dass wir super sind – „mia san halt mia“,  – eben einzigartig auf der Welt!

Die obigen Zitate sind übrigens authentische Aussagen von bayerischen Landsleuten aus Ober- und Niederbayern, aufgeschnappt während der letzten Jahre. Sie geben zusammengefasst das geläufige Eigenbild sehr vieler von uns Bayern wieder.

Als  gebürtiger und gestandener Bayer seit mehr als einem halben Jahrhundert und auch – wie man es dreht oder wendet – tief in seiner bayerischen Heimat verwurzelt, mag es mir nicht gelingen an diesem rein positiven und überwiegend von plattem Stolz geprägten Selbstverständnis teilzuhaben.

Warum?

Weil ich als Historiker die Vergangenheit ebenso wie die Gegenwart vor Augen habe und weil Bayern noch viel zu viel von dem kennzeichnet, was ich als unmenschlich, als verlogen und als verwerflich ansehe.

Eine kleine Auswahl meiner persönlichen bayern-/heimat-kritischen Gesichtspunkte mag dies erläutern:

Bayern weist, wie anerkannte Historiker und Nachschlagewerke bereits vor dem NS immer wieder feststellten, die blutigste und intoleranteste Judengeschichte aller deutschen Regionen auf. Dies bezieht sich auf einen Zeitraum von über eintausend Jahren.

Bayern war ab dem 16. Jh. die Heimat der Gegenreformation, jener Bewegung aus der katholischen Kirche und der weltlichen Macht heraus, die Deutschland auf Jahrhunderte Zwist, Hader, Mord und Totschlag sowie später einen schmerzlichen Sonderweg in Europa angedeihen ließ.

In Bayern wurden noch bis in die zweite Hälfte des 18. Jhs., in erster Linie von katholischen Inquisitoren, Frauen als Hexen verurteilt und hingerichtet; es waren mit die letzten Fälle in Europa.

Obwohl Bayerns Herrscher lange Zeit erheblich von den Fähigkeiten ihrer jüdischen Bankiers und Hoffaktoren profitierten, hat kein Angehöriger der Dynastie der Wittelsbacher die Juden seines Landes in deren Bestreben nach Gleichberechtigung je unterstützt.

Bayerns extrem ausgeprägter Partikularismus (lieber Bayern als Deutschland) verhinderte die Einigung Deutschlands auf Jahrzehnte. Als einer der letzten Kulturstaaten Europas wurde Deutschland somit erst 1870/1871 ein Nationalstaat, mit Folgen für seine weitere Entwicklung.

Der jüdische Schriftsteller und Erfolgsautor Jakob Wassermann schrieb über seine Jugenderlebnisse in Bayern: “Zum erstenmal begegnete ich jenem in den Volkskörper gedrungenen dumpfen, starren, fast sprachlosen Haß, von dem der Name Antisemitismus fast nichts aussagt, weil er  weder die Art, noch die Quelle, noch die Tiefe, noch das Ziel zu erkennen gibt. Dieser Haß hat Züge des Aberglaubens ebenso wie der freiwilligen Verblendung, der Dämonenfurcht wie der pfäffischen Verstocktheit, der Ranküne des benachteiligten, Betrogenen ebenso wie der berechtigten Abwehr, affenhafter Bosheit wie des religiösen Fanatismus. Gier und Neugier sind in ihm, Blutdurst, Angst verführt, verlockt zu werden, Lust an Geheimnis und Niedrigkeit der Selbsteinschätzung. Er ist in solcher Verquickung und Hintergründigkeit ein besonderes deutsches Phänomen. Es ist ein deutscher Haß.“

Keine andere deutsche Region weist eine derart intolerante Sinti-und-Roma-Geschichte auf wie Bayern. So war München der Gründungs- und Wirkungsort der “Zigeunerzentrale”, jener Behörde, die ab 1899 unmenschliche Verfolgung von Angehörigen der Minderheit betrieb und deren Vorarbeiten der systematischen Vernichtung von einer halben Million “Zigeunern” durch die Nazis schon sehr früh den Weg ebnete.

Um die Wende vom 19. auf das 20. Jh. traten in Bayern ganz besonders die Angehörigen des Jesuitenordens (SJ) als  Hassprediger gegen Juden in Erscheinung. Noch heute gehören innerhalb der katholischen Kirche Jesuiten zu den unerbittlichsten Gegnern von Juden.

Albert Einstein gab noch vor Erreichen seiner Volljährigkeit die deutsche Staatsbürgerschaft auf – wegen schmerzlicher, judenfeindlicher Erfahrungen im damals noch erzkatholischen Oberbayern.

Bayern und München waren ab 1917 die Lieblingsaufenthaltsstätten (außerhalb Italiens) von Nuntius Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII., der wegen seiner Haltung gegenüber den Juden angesichts der Verfolgung durch Nazideutschland zum umstrittensten Kirchenoberhaupt der zweitausendjährigen Papstgeschichte wurde. Allerengste freundschaftliche Beziehungen verbanden Pacelli mit dem bayerischen Klerus und der bayerischen Dynastie der Wittelsbacher.

Der bis in die Gegenwart in hohem Ansehen stehende, christliche Vorzeigeliterat der Bayern, Ludwig Thoma, trat als übler Hetzer gegen Juden auf. Die Zeitung, die 1920/1921 seine rassistischen Ergüsse anonym verbreitete, der oberbayerische „Miesbacher Anzeiger“, fand Abnehmer in ganz Deutschland.

Bayern war Brutstätte und Wiege des Nationalsozialismus. Sowohl die antisemitische Thule-Gesellschaft (1918) als auch die NSDAP (1919/1920), die SA (1921) oder die SS (1925) – sie entstanden alle in Bayern.

Sowohl in seinen Reise-, als auch in seinen Kriegserinnerungen (1906-1923; 1929) offenbarte Kronprinz Rupprecht von Bayern primitivsten Rassenhass. Der Thronprätendent der Wittelsbacher übertraf sogar noch die Menschenfeindlichkeit mancher Nationalsozialisten.

Adolf Hitler fand in keiner anderen Region Deutschlands so viele Gleichgesinnte wie in Bayern; deswegen startete der katholische Deutschösterreicher von dort aus seine folgenreiche Karriere und erklärte später in „Mein Kampf“ München zu seiner Lieblingsstadt.

Der gebürtige Bayer, Julius Streicher, verantwortete mit seinem Hetzblatt “Der Stürmer” die intensivste und wirksamste antijüdische Propaganda vor und während des Dritten Reiches.

Karl Valentin, bis heute Lieblingskomiker vieler Bayern, denunzierte während des NS Juden, und er schrieb anbiedernde Briefe an Hitler.

Der in München geborene und katholisch getaufte Heinrich Himmler gilt als der Initiator der Konzentrationslager Dachau und Auschwitz.

Ebenfalls ein gebürtiger Oberbayer, Hermann Göring, gab die “Endlösung der Judenfrage”, die bekanntlich sechs Millionen Juden das Leben kostete, in Auftrag.

Mit „Der Befehl des Gewissens“ (1937) verfasste Hans Zöberlein den judenfeindlichsten Roman der gesamten NS-Ära. Der bayerische Autor erzielte eine Gesamtauflage von über 1 Million Exemplaren.

Das oberbayerische KZ Dachau war jenes Konzentrationslager, das am längsten, nämlich von 1933 bis 1945, ‘in Betrieb’ war; zugleich diente es als Musterlager für Auschwitz und rund 2000 weitere Lager.

Seriöse Umfragen wie der OMGUS-Report stellten fest, dass der Antisemitismus der Deutschen, speziell der Bayern, auch nach dem Tode Hitlers bzw. nach dem Ende des Dritten Reiches, eine feste Konstante blieb.

Die im Vorfeld der Verleihung des Literaturpreises der bayerische Landeshauptstadt München an den jüdischen Schriftsteller Lion Feuchtwanger (1957) hochwogenden christlich-konservativ-antisemitischen Proteste degradierten die Auszeichnung zur Farce.

In Bayern entstanden in den 1980er Jahren die beiden rechtsextremen Parteien “Republikaner” und  DVU.

Die rechtsextreme NPD zählte 2008 im Bundesland Bayern ihre meisten Mitglieder.

Gemäß den Erhebungen der Friedrich-Ebert-Stiftung war Bayern in den Jahren 2006, 2008 und 2010 das deutsche Bundesland mit den meisten Judenhassern, den meisten Verharmlosern des NS und einem besonders hohen Anteil an Fremdenfeinden.

Bayern bescherte Deutschland 2009 den vorerst letzten und zugleich weltweit meist beachteten Fall von Holocaustleugnung. Bayerisch-katholische Frömmler (“Piusbrüder”) hatten den britischen Bischof Williamson eingeladen.

Bayern weist laut Statistiken der Jahre 2011 und 2013 die höchste Selbstmordrate aller deutschen Bundesländer auf.

Neben dem Saarland gilt Bayern als das katholischste Bundesland der BRD. Im östlichen Bayern, in den Bezirken Niederbayern und Oberpfalz beträgt der Katholikenanteil sogar bis zu 90 %.

Lange Zeit war man davon ausgegangen, dass die 1976 an der epilepsiekranken Studentin Anneliese Michel von bayerischen Geistlichen, und mit tödlichem Ausgang, vollzogene „Teufelsaustreibung“ die letzte derartige in Deutschland war. Jedoch belehrte im Jahre 2012 ein Aufruf des bayerischen Papstes Benedikt XVI. an seine, den Exorzismus praktizierenden, Geistlichen die Öffentlichkeit darüber, dass dem „Teufel“ in der katholischen Kirche nach wie vor ein fester Platz eingeräumt wird.

Eine Studie der Universität Leipzig stellte 2015 fest, dass Bayern das judenfeindlichste deutsche Bundesland ist.

Bis in die Gegenwart werden in Bayern regelmäßig an furchtbare antijüdische Traditionen anknüpfende, zugleich als rein kommerziell erkannte, Oberammergauer Passionsspiele aufgeführt.

Das Alles vor Augen, kann ich nicht stolz drauf sein, Bayer zu sein.

Denn:
Blühenden Almen, Bier, Benedikt, Schlössern, Schweinebraten, Fußball und wirtschaftlichem Erfolg –  stehen weit verbreitet ungenügende Wissbegier in Sachen eigene Identität (=Neugier auf die eigene Geschichte) und daraus resultierend Mangel an Einsicht, Erkenntnis und Selbstreflexion, erhebliche Defizite bei Anstand und Gewissen sowie eine geradezu maßlose Selbstüberschätzung  gegenüber.

Stand: 2015

23 Kommentare

  1. @A.mOr

    toda raba …please back 😉
    Es ist ja doch sooo …LEIDER …und IRGENDWANN muss doch IRGENDJEMAND „die“ daran mal erinnern …darauf hinweisen!!! …Viel, sehr Viel totendes Leid weniger hätte es geben müssen, wenn die „Jesuiten“ …Christen …Messianer, ALL diejenigen, welche sich auf die jüdischen Lehren und Ãœberlieferungen des Nazarehner und JUDEN Jehoshua Berufenden beginnen würden, zu VERSTEHEN und dies auch schlussendlich einmal LEBEN wollen würden. Ich denk da machmal „ÄH“ …kann das tatsächlich wirklich sein???
    Solche jeder realen Grundlage entbehrenden „Schuldzuweisungen“ …“G’ttesmörder„??? …die Juden sind schuld“ …habn die eigentlich noch „alle Tassen im Schrank???“ …slicha …
     
    Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht (wollen nicht wissen???), was sie tun!
     
    …seinen mehr oder weniger „bescheidenen“ Horizont zu erweitern, ist nun in heutiger Zeit wahrlich und in der „Tat“ kein sonderliches Kunststück. Man sehe, gerade in Rom …Italien …ist die Anhängerschaft an den JÃœDISCHEN Mashiach (röm.kath. Kirche …DIE GANZE „GESAMTE“ GEMEINSCHAFT DER GLÄUBIGEN) am allergrößten – DEREN Vorfahren haben ihn nach RÖMISCHEM GesetzLex Julia Majestatis – zum Tode verurteilt und es waren RÖMISCHE Soldaten, die das RÖMISCHE „URTEIL“ vollstreckten und ihn an’s RÖMISCHE Kreuz geschlagen haben!!! …wie über 6000 Menschen in Judäa
    …das Römische Kreuz damit zu einem MAHNENDEN Symbol des wohl bekanntesten J U D E N wurd
    Natürlich kann ein JEDER belastend mit „SCHULD“ – welche ein jeder sich stets selber nur auferladen kann – schwer bis zuweilen überhaupt nicht wirklich umgehen – menschlich??? …schwach??? …sündhaft??? …jedoch gibt es für wahrhaft „Gläubige“ IMMER den Weg der UMRKEHR …meganoito …Kehret um! …wenn „sie“ dem JÃœDISCHEN Nazarehner denn wirklich zuhören wollen würden …und dafür ist es bis zum Tode NIE zu spät – „MAN“ muss nur eben einmal damit anfangen ;-(
     
     

  2. “…erörtert das Jesuitenblatt verschiedene Lösungen der “Judenfrage”, darunter auch Formen von “Eliminierung” (!). “Vertreibung”“
     
    …einfach nur abgrundtief PERVERS …eine primitive Beleidigung der JÃœDISCHEN Lehren des JUDEN Jesus v.N. – in schier grenzenlos ausgeprägter geistiger Umnachtung – ohnesgleichen!
     
    “Die Juden haben Jesus ermordet, das ist eine unbestreitbare historische Tatsache.”
     
    Wie aggressiv dümmlich leider solch “vernichtende“ Botschaft!!! An den Auswirkungen trägt die Welt heut noch soo schwer!!! …Lex Julia Majestatis …mal ganz genau nachlesen!!! Wer, was und wann?
     
    Das muss man sich einmal vorstellen – „Jesuiten“ – beanspruchen doch tatsächlich, im Namen eines JUDEN zu sprechen, ohne irgendwas von ihm Ãœberlieferte auch nur  annähernd verstanden zu haben, da offensichtlich komplett “bildungsresitent“!!!
     
    Was wird “ihr“ Herr sie wohl einst fragen???^
     
    CSU-Bayern “christlichsozialer” (CDU republikweit)  …“die“ machen gleich als Nächste “ihrem“ Herrn??? (welchem auch immer, Jeshua kann’s dann wohl doch nicht gewesen sein!) “würdevoll“ alle “Ehre“ – schon widerlich, immer das glatte Gegenteil von dem zu tun, was in den Lehren überliefert wurde!
    “Nehmt’s den Armen, Gebt’s den Reichen“???
     
    “ …es allein ums Geld“

    yo …der schnöde Mammon eben 

    Hoffentlich dauert’s KEINE weiteren Zweitausend Jahr 🙁

    • riciano 3. Februar 2012 – י׳ בשבט תשע״ב at 12:28

      >>Jeshua kann’s dann wohl doch nicht gewesen sein!)>>
      Danke, auch Ihre Klarstellungen lese ich immer wieder gerne. Wie ich oben an Robert schon beschrieb, der Sachlichkeit geht wohl eine gute Portion „Anständigkeit/Aufrichtigkeit“ voraus.

      >>“Nehmt’s den Armen, Gebt’s den Reichen“???>>
      😀 http://www.youtube.com/watch?v=COeyjFMGek0

      (auch Ihnen schabbes a giter!)

  3. Weißt Du, Robert, ein guter Artikel, aber mit einer so betrüblichen Botschaft.
    Dafür kannst Du nichts, bringst eben die Botschaft als sachlicher Historiker.
    Was ich aber nicht recht verstehe, mit dem Titel deutest Du an, daß Du Dir einen Schuh anziehst, der einfach nicht Deiner ist!
    Ich meine nicht, daß Du Dich von denen -diesen Bayern- distanzieren mußt, tust Du ja auch nicht, eigentlich. Du schreibst ja Geschichte, bayerische Geschichte in dem Fall. Und natürlich mit persönlicher Betroffenheit in dem Fall.

    Aber ziehe Dir den Schuh nicht an, von wegen „nicht Stolz“?
    Was ist denn Stolz?
    Wieviele Artikel hast Du geschrieben, Dein umfangreiches Geschichts-Werk und die mühevolle Arbeit dahinter. Das ist etwas, das hast Du geschafft, darauf sei stolz. (und was Du sonst noch so geschafft hast, aber das gehört hier wohl nicht her, wollte es nur so noch erwähnen… 😉
    Und sei eben ein Bayer, na und? Ist gut.
    Laß die anderen Deppen Deppen sein. Die allermeisten wirst Du nicht ändern können.

    Dein Motiv ist edel, zweifellos. Meinen Respekt!

    • Lieber A.mOr,
      durch die nicht von mir veranlasste Einblendung des Youtube-Films ist leider mein Kernsatz von vielen nicht beachtet worden.
      Er lautete:
      Blühenden Almen, Bier, Benedikt, Schlössern, Schweinebraten, Fussball und wirtschaftlichem Erfolg – stehen weit verbreitet ungenügende Wissbegier in Sachen eigene Identität (=Neugier auf die eigene Geschichte) und daraus resultierend Mangel an Einsicht, Erkenntnis und Selbstreflexion, erhebliche Defizite bei Anstand und Gewissen sowie eine geradezu maßlose Selbstüberschätzung gegenüber.
       
      Gerade wir Bayern sind seit Jahrzehnten daran gewöhnt nur Positives über uns zu lesen und zu hören, die regierende CSU sorgt ebenso dafür wie die Wirtschaft, weil die Leute bei Laune gehalten werden sollen, arbeiten, konsumieren und nur nicht über sich nachdenken sollen.
       
      Bayern fragen von sich aus nicht, sie stellen keine Fragen. Sie geben sich mit den wenigen Informationen in ihren Geschichtsbüchern zufrieden. Warum auch, es erscheint doch alles ganz klar: „Die Nazis waren es, warum weiter nachdenken, berührt uns Bayern doch eh nicht…“ – so die vielfach gehörte Einstellung. 
       
      Als ich einst einen meiner Uniprofessoren nach einer Sache fragte, die ich für wesentlich hielt, die aber nicht in den geläufigen Geschichtsbüchern stand, antwortete er mir: „Herr Schlickewitz, sowas weiß man als Historiker, das ist aber noch lang kein Grund, es an die große Glocke zu hängen.“
       
      Es gibt in Bayern somit (ebenso wie im übrigen Deutschland) ein Zweiklassengeschichtsbild: die Macht- und Geisteseliten kennen die furchtbaren Einzelheiten der bayerische Geschichte (zumindest in Grundzügen) und behalten sie für sich; die große Masse der Bevölkerung hingegen wird ‚für blöd gehalten‘ und ihr diese höchst unpopulären Fakten verschwiegen.
      Fast sämtliche Medien, die natürlich alle auf die Quoten schauen (müssen) und daher die Leser nicht belasten wollen, vermeiden es die dunklen Seiten Bayerns zu präsentieren. Sie verhalten sich damit wie die Eliten (es wünschen).
       
      Ich versuchte mit meinem ganz persönlich gehaltenen Beitrag meine Mitmenschen zum Nachdenken über sich selbst zu veranlassen. Tatsächlich ist mir dies gelungen. Sowohl Mails, die mich erreichten, als auch persönlich wurde mir in meiner Umgebung gedankt, weil ich erstmals all das in einem Beitrag versammelt hatte, was man sonst so nirgends liest. Ich habe Leute zum Nachdenken angeregt. 
       
      Es ging mir nicht um die „Deppen“, die erreiche ich sowieso nicht. Ich wollte vielmehr, dass ganz normale Bayern einmal nachdenken, einmal ihr ach so positives Eigenbild gründlich überdenken und das habe ich bei einigen tatsächlich bewirkt.
       
      „Stolz sein“: Mehrfach habe ich Bayern in Gruppen und alleine befragt, ob sie stolz auf ihr Bayern sind. In Gruppen wurde fast immer laut und enthusiastisch mit „ja“ geantwortet – der alte Zwang zum Konformsein. Einzeln befragt, waren die Antworten wesentlich skeptischer und bisweilen von Selsbtzweifeln geprägt, sehr viel seltener affirmativ.
       
      Meine Nichtstolz-auf-Bayern-Argumente bezogen sich zu etwa 30 % auf die Gegenwart. Das heißt, es geht nicht nur um etwas, was längst vorbei ist und nicht mehr zu ändern ist, sondern es geht um uns jetzt und heute lebenden Bayern.
       
      Warum haben wir, obwohl wir so katholisch sind, die höchste Suizidrate in der BRD?
      Warum gibt es bei uns in Bayern die meisten Judenhasser und die meisten Verharmloser des NS?
      Warum soviele Rechtsextreme und soviele Fremdenfeinde?
       
      Vielleicht – weil so vielen Bayern ihre eigene Identität bzw. ihre Geschichte so unwichtig ist?

    • Lieber Robert, mit Deinem letzten Satz faßt Du ja den oben angeführten Kernsatz nochmal schön zusammen:

      >>Vielleicht – weil so vielen Bayern ihre eigene Identität bzw. ihre Geschichte so unwichtig ist?>>

      Nu, im Zusammenhang mit Deinem Text kommt dabei heraus: Der Bayer ist stolz (immerhin im kollektiv), einfach so, weil er Bayer ist, warum? Egal!
      (Einverstanden?)

      Mir fällt da was auf. Eigentlich sind wir Menschen doch gewohnt unser Beisammensein auch mit „alten Geschichten“ zu begleiten, nicht nur das Gerede von dem Abenteuer vor zehn Jahren, als die Polizei uns aus dem Stall verjagte, weil der Nachbar unseren Gesang nicht schätzte, sondern auch eben die Geschichten der Vorfahren, die Legenden, Sagen, Fabeln, Märchen…
      Bei uns nennt man solches dann hin und wieder „Feiertage“, und man  kann darüber nachlesen.
      Nu, ein wenig haben Bücher diese „Funktion“ übernommen, doch die müssen auch ersteinmal gelesen/vorgelesen werden. Die müssen ersteinmal gefunden werden und als entsprechend wert befunden werden. Manche Eltern immerhin lesen ihren Kindern noch vor.
      Das ist schön, vernünftig, weit mehr, als nur das Vergnügen, und sei’s nur das, das wäre gut.

      Irgendwelche alten Geschichten werden wohl doch kursieren, irgendein „Rattenfänger von Hameln hat’s doch bestimmt auch nach -sagen wir- Castra Regina (ist das bayerisch?)geschafft?
      Aber „Rattenfänger“, da sind wir schnell bei „Menschenfänger“ (zumal in dieser genannten Geschichte das auch der Fall sein wird), und das dürfte natürlich in Bayern aber auch Westphalen usw böse Assoziation wecken…

      Nu, die unbequeme Erinnerung daran, daß man massiv beteiligt war eben am Nazi-Grauen, das wollen die Bayern (usw) wohl nicht so gerne hören, insgesamt denke ich, daß die Aufarbeitung der Geschichte gründlich falsch gelaufen ist in Deutschland. Es wurde „von oben“ verordnet, heut im Ergebnis haben wir die zurecht viel gescholtene „politische Korrektheit“. Denn das ist nur eine Spielart von Heuchelei.

      Bei den Menschen kam jedoch etwas anderes an, und so ganz leicht ist die Sache ohnehin nicht: man nimmt ein unbehagliches Schuldgefühl auf sich, selbst, wenn man nachweislich „nur“ ‚mitgehangen mitgefangen‘, also eben Deutscher ist.
      (Zumindest bekam ich so den Eindruck hier und dort im Gespräch.)
      Schuld sind die Täter, aber diese sind eben auch Väter und Mütter vieler, die heute lieber nicht darüber sprechen, was der „Onkel Hitler & Co“ so anrichteten.

      Aufklärung sieht anders aus, betrieben aber wurde eher ein Abwälzen der Verantwortung von „Oberen“ auf die Gesamtbevölkerung.
      Die Sachlichkeit geht flöten, wenn man sich selbst auf der Anklagebank empfindet ohne die Rücksicht eingeräumt zu bekommen, sich auch mal zu rechtfertigen, bzw im Zweifel auch als „unschuldig“ anerkannt zu sehen.
      Die einen zeigen mit dem Finger auf die Deutschen, und genau diese Deutschen zeigen -sozusagen in eingefahrener Gewohnheit und Abwehrhaltung- mit dem Finger auf die Juden…
      Das ist nicht „Aufklärung“, viel eher aber „Umwälzung“.
      Scusi, der Tag ist bald vorbei, verzeihe also mein holzschnittartiges Geschreibe, denn ich reiße nur sehr zaghaft die vielfachen Aspekte an, die einen heutigen Bewußtseinszustand zu beschreiben gemeint sind.

      Dieses Nicht-Interesse an der eigenen Identität ist -meiner Meinung nach- nicht nur herzuleiten von der Schwierigkeit sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen, sondern auch durch einen anderen entscheidenden Faktor, den Du kurz andeutest, wenn Du vom „Konsumieren“ schreibst.
      Menschen sind natürlich immer in irgendeiner Form ausgerichtet nach irgendwelchen „Leitsignalen“.
      Auf der einen Seite -ich bin ja Romantiker- finde ich’s schön, wenn Bayern sagen, daß sie Bayern sind und ihre Tradition pflegen wollen. Aber welche Tradition, wenn man sich nicht eingehender mit der eigenen Geschichte auseinandersetzt? Und wie ist das heutzutage mit den Franken, zB?

      Aber ich meinte was anderes. Was ist „Identität“ heutzutage? Woran macht man das fest? Ist der Bayer nur ein Bayer, oder auch ein Deutscher? „Lokalpatriotismus“, das kann man noch beobachten, finde ich gut/wenigstens auch nachvollziehbar. Man kann vom Friesen sagen, daß der seine Tradition kennt (mehr oder weniger) und der Bayer aus’m nieder (zB) eben die seine, aber was ist mit München?
      Nuja, eigentlich wollte ich auf den „globalisierten Menschen“ hinaus (im weitesten Sinne), den „Konsumenten“, und am Bayern selbst beschreibst Du ja auch „haste was dann biste was“; also anfälliger für den „uniformierten Menschen“ nach „westlich-europäischen Bilde“ geht’s bald nicht mehr. Aber ich meine anfälliger eben für den „Konsumismus“, da stört ein Hinterfragen von Identität, Ursprung, Selbstverständnis usw.

      „Pfründe“ haben schon immer Begehrlichkeiten geweckt, bei einigen wenigstens, die meisten sind und bleiben eben „Mitläufer“, mancher von ihnen wird heimlich die Frechheit manchen „Räubers“ (mit wohlklingenderen Namen natürlich, Politiker XY zB) bewundern. Was ist der „westliche Mensch“ des 21.Jahrhuderts? Soviel anders als im 18./19.Jahrhundert wird er wohl nicht sein, auch wenn sich strukturell einiges änderte.

      Nochmal Verzeihung, ich reiße hier nur Dinge an, hoffe, daß Du was damit anfangen kannst.

      Der Bayer mag zwar irgendwie (zB) der Sorbe von Bayern sein, aber er ist trotzdem ein Teil dieser seltsamen Nation Deutschland. Auch der Westphale (zB) hat da so seine Geschichten zu verdrängen, aber genau dieses Verdrängen (politisch korrekt oder nicht, es ist unvernünftig) führt dazu, daß etwas vorhandenes (wahrgenommen oder nicht, erlaubt oder unerlaubt) sich eben andere Kanäle sucht. Das ist nicht nur „einfache Physik“ sondern auch „einfache Psychologie“.

      Der beste Topf platzt, wenn der innere Druck zu stark wird.
      Die „Israelkritik“ zB ist doch genau solches, der Antisemitismus dahinter (im „Normalfall“) ist nichts anderes als Ausdruck dieser „anderen Kanäle“, der Druck sucht sich eben Ventile, so oder so. Und der „Revanchismus bei den Deutschen“, das haben wir doch in der Schule schon gelernt, so wurde uns doch erklärt, daß der sogenannte „2.Weltkrieg“ letztlich nur eine „natürliche Folge“ war auf die Unrechtbehandlung, die Deutschreich durch diese bösen Sieger im „1.“ erfuhr.

      Sieger?
      Mancher meint ja, daß wir (jetzt meine ich “die Juden) uns als „Sieger“ betrachten würden, zu dem Schluß kommt man wohl, wenn man sich selbst als Verlierer betrachten >>!muß weil man will!>>

      ?Sieger, mein Freund! Unsere Familien, unsere Traditionen in diesem Europa, sie sind so gründlich und sprichwörtlich vernichtet worden! Sieger? Wenn ich versuche mich nur ein wenig auch verständnisvoll für dieses oder jenes bei den Deutschen zu zeigen, sei’s a Bayer oder ein Wurstverkäufer, was werde ich ernten?? „Die Joooden!!!“

      Robert, da kommt in mir so ein Ärger hoch, und ich bin wirklich froh, daß man nicht Jude sein muß, um diese oder jene Seite wenigstens anteilweise zu verstehen.
      Es braucht ehrliches Bemühen, eine gute Portion Anstand, die Sachlichkeit auch zuläßt und bemüht ist der Heuchelei keine Chance zu lassen. Ja, es braucht einfach eine gute Portion Menschlichkeit, Jude, Sorbe, Bayer, wer auch immer. Robert, mir sajnen in kamf mir lebn ejbig mir wollen ariberlebn mir sajnen partisaner, wir werden nicht aufgeben, immer und für den ewigen und einzigen, das sind wir, mit oder ohne Religion, „jedem Schelm sein Beil“ (oder meinte ich „Dachdecker“?)!

      Und wir, das sind eigentlich wir alle, die Menschen.
      Nur, so leicht ist es eben nicht, wenn die einen so oder so interpretieren, dann sind die Menschen eben das, was die oder jenen wollen, und so ist es eben, Mitläufer, Dummköpfe, und Intelligenz schützt vor Torheit nicht.

      Einerseits verstehe ich, wenn man sagt: „Die Barrieren sind nur in unseren Köpfen. Dadurch, daß wir Juden, Basken oder Ziganer sind, sei der nächste Konflikt durch die beinhaltete Abgrenzung hervorbestimmt.“
      Aber das stimmt nicht, muß nicht so sein. Es gibt doch auch dieses zu bedenken: wie soll ich Dich/dich wertschätzen, wenn ich mich selbst nicht wertschätze, inkl. Kultur, Herkunft, Geschichte usw.?

      Es freut mich im Herzen, daß Du so positive Rückmeldung bekommen hast, von meiner Seite weiterhin volle Solidarität, partisan und „Lieblingsbayer“ (…etwas Konkurrenz aber hast Du schon an der Stelle, da ist diese ziemlich hübsche Frau, Fränkin im eigenen Selbstverständnis, wenn die nur redet zerfließe ich voller Bewunderung ob ihrer so musikalischschönen Ausprache, vollkommen gleich, was sie sagt…ojweh! 😛 )

      So, bevor auch’s Hagalilien ins schabatten geht, Dir/ale.hem, schabbat schalom!

  4. Ich kenne den Hintergrund dieser inneren und äußeren Ablehnung Bayerns nicht, kann aber viele Argumente unterstreichen. Zumal dann, wenn ich Robert Schkickewitz gewaltiges publizistisches Gesamtwerk überblicke und dabei nicht übersehen kann, wie immer dann, wenn er Politsünden beim Namen nennt und obendrein auch noch die Sünder, Barrieren aufgerichtet werden. Am meisten schmerzen die nur fühlbaren, die der totalen NICHTBEACHTUNG, wenn also höfliche Anfragen nicht beantwortet, Manuskripte nicht zurückgegeben oder „Nettigkeiten“ geschrieben werden, die man nur mit „nebbich“ kommentieren kann, es aber keinerlei „Action“ gibt. Zum Beispiel, Schlickewitz´großartiges, teils erschütterndes Daten-  und Faktenwerk über Sinti und Roma zu veröffentlichen, ganz sicher ein einzigartiges Standardwerk. Zweifel habe ich aber bei Pauschalaussagen,
    1. ob zum Beispiel alle Zahlen über Spitzenleute oder Migliedschaften usw. in eine Relation zu den Einwohnerzahlen gesetzt wurden, so die der NPD, die meines Wissens noch vor wenigen Jahren relativ mehr Mitglieder in den neuen Bundesländern hatte als in Bayern und dort ja auch in Landesparlamente gewählt wurde. Auch nas neonazistische Terrornetzwerk scheint sich auf diese Regionen zu konzentrieren;
    2. dass „die“ Jesuiten heute noch unerbittliche Gegner von Juden sind? Gab es da nicht starke Auseinandersetzungen mit theologischem Hintergrund innerhalb der Gemeinschaft? So oder so sagt das eigentlich wenig über Bayern?!
    3. Ich habe unendlich viel über Eugenio Pacelli und den Papst Pius XII. gelesen und kann mir dennoch nur einen Reim auf ihn und sein Verhalten in der entscheidenden Frage der Rettung von Juden und des klaren Machtwortes gegen Hitler und den NS-Staat machen: FEIGHEIT in einem entscheidenden Augenblick! Aber darüber zu urteilen wage ich nicht. Weiß ich denn, wie ich selbst in einer Situation entschieden hätte, die ohnedies weitaus geringerer Bedeutung gewesen wäre als die Last eines Kirchenführers? Dass er um 1917 Bayern bzw. München bevorzugte, hing doch auch damit zusammen, dass er im Königreich Bayern Nuntius war?! Aber so oder so -  was haben des Papstes Lebensfreuden und seine vielleicht falschen oder total unterlassenen Entscheidungen mit Bayern zu tun?
    4. „Bischof“ Williamson gehört überhaupt nicht in die Reihe: Der Beginn seiner beispiellosen und unentschuldbaren Holocausleugnung ist eine Sonntagspredigt im April 1889 in Kanada. Dass er sich auch, aber später, in Bayern geäußert hat, wurde im bayerischen Regensburg  gerichtlich geahndet.
    5. Bitte löschen Sie die Biermösl-Blosn aus diesem Zusammenhang. Denn sie und der wunderbare Polt haben doch bewirkt, dass so manches primitive Bayernbild ins rechte Licht gerückt, d. h., als verlogener, ja angreifbarer Kitsch und auch als Geschichtsklitterung entlarvt wurde.

  5. Das deutsche Bürgertum hat schon immer Panische Angst vor Linke Sozialisten und Kommunisten.
    siehe : das vorgehen gegen DKP, SEW und Berufsverbote einiger Mitglieder

    Gabe es Berufsverbote gegen Nazis oder Neonazis ? 
    Das unterschiedliche Vorgehen gegen RAF und Wehrsportgruppe Hoffmann.

    Und was wurde den Juden vom deutschen Bürgetum vorgeworfen ?
    Sie seien Linke Kommunisten und Liberale sie hätten die Revolution in Russland organisiert und durchgeführt und und und …

    Das Judentum mit seinen Liberalen Sozialistischen Ideen (siehe Kibbutz) ist ein Feind des Kapitalismus.

     

  6. Das musst Du aus der bayerischen Mentalität heraus verstehen, @efem. An nichts hängt des Bayern Herz so sehr wie an seinem ‚Sach‘.
    Haben ist vor allem in Bayern Sein.
    Unzählige Erbschaftsprozesse gehen in Bayern über die Bühne, wegen Geldes, das man selbst gern hätte, das aber leider gemäß Testament einem nahen Verwandten, vermeintlich unberechtigt, zugesprochen wurde. Wenn Du nur wüßtest, wieviele bayerische Bekannte ich habe, die mit ihren allernächsten Angehörigen nicht mehr kommunizieren, wegen eines solchen Prozesses oder einer anderen Angelegenheit bei der es allein ums Geld ging! 
     
    Der Bayer gibt freiwillig nichts her. Die CSU weiß das nur zu gut und baut darauf ihre Propaganda auf. Das erklärte Feindbild ist somit der Kommunist, der „Bolschewist“, der Sozialist, der Sozi, schließlich auch der GRÃœNE, kurzum derjenige, der ‚uns‘ was wegnehmen („rauben“) könnte.
    Leider denken Bayern zuwenig und nicht ausreichend demokratisch.
    Dächten sie mehr nach, hätten sie beizeiten, wie in anderen Bundesländern auch, für einen demokratischen Wechsel an der Regierung gesorgt. So aber wählt, bereits über fünf Jahrzehnte hindurch, ein Großteil meiner Landsleute jene Partei, auf die immer schon Verlass war. Nicht nur brauchte man unter der CSU keine Enteignung befürchten, die CSU war und ist der Garant dafür, dass man vor den eigenen NS-Verbrechen weitestgehend verschont blieb.
     
    Bücher der bayerischen Landeszentrale für politische Bildung (der CSU unterstellt) gingen mit bayerischen NS-Tätern stets pfleglich um, oder erwähnten deren bayerische Herkunft, Sozialisation etc. eher nicht. Eine Geschichte der Sinti und Roma jenseits des NS gibt es nicht; das letzte über die NS-Zeit hinausgehende Buch zur bayerischen Judengeschichte ist uralt; Bücher über die Geschichte der bayerischen Schwulen und Lesben, der Heiden, der Hexen, oder gar ein Werk, das kritisch den bayerischen Katholizismus behandelt – jeweils Fehlanzeige.
     
    Unser „schönes“ Bayern – nichts darf seinen Ruhm trüben – solange die CSU regiert.
     
    Bayern, Du mein Heimatland!

  7. Wie gleicht man die „Pannen“ des Verfassungsschutzes, der trotz der vielen Millionen, die er für die Arbeit seiner Schlapphüte kassiert und nebenher für die Stützung der NPD sorgt, es nicht ferigbrachte, eine einzige kleine Nazigruppe, nachdem sie schon mal Ziel von Ermittlungen war, wieder aufzuspüren, was letztlich neun Menschen das Leben kostete, am Besten aus?
    .
    Man verfährt nach der Methode „Haltet den Dieb!“ Der „Dieb“ ist die Linkspartei, und die muss gut beobachtet werden. Wer weiß, was deren Abgeordnete klauen wollen und planen.
    .
    Die CSU weiß es: diese ihre Konkurrenz will die FDGO, die freiheitlich demokratische Grundordnung stehlen und durch irgendwas Diktatorisches ersetzen. Wenn, dessen ist die CSU sich sicher, sie gut beobachtet wird, kommt garantiert so viel zusammen an Schauderhaftem, dass man sie verbieten kann.
    .
    Kein Scherz. Hat ein hochrangiger Vertreter der untadeligen Bayernpartei wahrhaftig öffentlich verkündet. Der Feind steht links, zwar gibt es irgendwo ein paar Tote unter irgendwelchen Eingewanderten und eine tote Polizistin durch Rechtsextremisten – der VS hat wichtige Aufgaben im Kampf gegen Gysi und Co.
    .
    Vielleicht hat Baruch Zion doch Recht, wenn er meint, „Ein bisschen Anti Israel und Anti Jüdisch ist gewollt und politisches Kalkül“, was sinngemäß erweitert werden könnte auf „ein bisschen Rechtsextrem“.

  8. Nachdem einige der geschätzten Kommentatoren ganz offensichtlich erhebliche Wissenslücken aufweisen, sei auf ein Buch hingewiesen, das dem Einsteiger in die ganz besondere Geschichte unseres „schönen“ Bayernlandes wärmstens empfohlen werden kann.
     
    David Clay Large,
    Hitlers München. Aufstieg und Fall der Hauptstadt der Bewegung. 
    München 2001/2003
     
    Der Originaltitel lautete:
    „Where Ghosts Walked. Munich’s Road to the Third Reich“
    Das Buch setzt mit der zweiten Hälfte des 19. Jh. ein und enthält somit, bedauerlicherweise, nicht sämtliche von mir in meinem obigen Artikel angesprochenen Aspekte. Dafür erfährt man eine Menge z.B. über, bisher als des Rassismus für unverdächtig, gehaltene Persönlichkeiten. Wer weiß schon, dass der einst so populäre bayerische Volkssänger Weiß Ferdl auch massiv antisemitische ‚Gsangln‘ von sich gab. Oder, dass sich so manche als Nazigegner bekanntgewordene Persönlichkeit (namentlich Bürgermeister Scharnagl) nur marginal weniger judenfeindlich gebärdete als gewisse Nazis.
    Zusammenhänge bei den verschiedenen politischen, gesellschaftlichen und religiösen Interessensgruppen in Bayern kommen ebenso zur Sprache wie Wahlergebnisse bayerischer Städte in entscheidenden Zeiten. Der Stoff des Buches reicht auch noch über das Jahr 1945 hinaus und berichtet so u.a. von den nicht unbedeutenden Schwierigkeiten der Nachkriegsbevölkerung der ehem. „Stadt der Bewegung“ mit Ãœberlebenden des Holocaust, bzw. vom schwierigen Umgang mit einem nie vollständig bewältigten Erbe.
     
    „Hitlers Müchen“ liest sich flüssig und es klärt auf. Ein reicher Anhang versorgt mit wertvollen Zusatzinformationen und Hinweisen auf weiterführende Literatur.
     
    Wer hofft, allein aus dem Internet ausreichend ’schlau‘ über Bayern zu werden, wird enttäuscht.
    Wie immer wieder festzustellen ist, weist gerade das Bürgerlexikon Wikipedia Lücken über Lücken auf, vor allem bei bayerischen Persönlichkeiten, die dem Klerus oder der Dynastie der Wittelsbacher zuzurechnen sind, aber auch bei Volksidolen. Von Karl Valentin etwa sind mindestens drei Fälle übelsten NS-Denunziantentums bekannt geworden, Wikipedia greift sich gerade einen heraus und verhamlost dabei auf schändliche Art und Weise. Oder Wikipedia über den bayerischen Kronprinzen Rupprecht: kein Wort über die schier zahllosen Belege von echtem und widerlichstem Rassismus, Sexismus und Antisemitismus dieses langjährigen Volkshelden („Kriegsheld“, „Nazigegner“, „Regius Polyhistor“, etc.). Noch einfacher macht es sich allerdings der neueste (2006) Brockhaus (in 30 Bdn.). Während die früheren Ausgaben stets ein lobendes Wort für den Wittelsbacher übrig hatten, unterschlägt nun das deutsche Vorzeigelexikon den als nicht mehr ‚vorzeigbar‘ erkannten Dynasten (und Sohn des letzten bayerischen Königs Ludwig III.) vollständig.
    Ein souveräner und selbstbewusster Umgang mit der eigenen Vergangenheit sieht jedenfalls anders aus. 
     
     
     

  9. Wer nicht mal in der Lage ist, den Namen eines Autors richtig abzuschreiben, sollte bei dem Bayern Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg in die Abschreiblehre gehen und nicht was von wissenschaftlich faseln, wenn es dem Autor lediglich um eine Auflistung und Aneinanderreihung längst bekannter ganz simpler, aber z.T. furchtbarer Tatsachen, Beobachtungen, Rückschlüsse und Folgerungen in gedrängter, leicht verständlicher Form geht, gewürzt mit einem Schuss notwendiger Kirchenkritik. Wissenschaftlich aufgesetzt würde es ein sehr umfangreiches Buch ergeben.
    .
    So aber ist es eine Erweiterung des Allgemeinwissen für Lernenwollende und natürlich auch na(r)zistische Lokalpatrioten, aber ob es Letztere erreicht?

    Leider gibt es viel zu wenig Bajuwaren, die sich kritisch mit der besonderen Rolle ihres Landes vor, während und nach der Nazizeit auseinander setzen. Danach? Da kamen doch die Amis, und die Nazis verdrückten sich, einige gingen nach Übersee, ein paar wurden verurteilt und zum Teil entleibt (die Bayern Himmler und Göring besorgten das selbst ganz wie ihr Führer und sein Propagandaminister, sein ehemaliger Stellvertreter erst 1987).
    .
    Der Rest gehörte überraschenderweise selbstverständlich zu den heimlichen Hitlergegnern und wurde entnazifiziert, Nazis gab es dann kaum noch. Oder?
    .
    Von wegen. Wie ist es sonst erklärlich, dass einer der Stützpfeiler der Naziideologie, der Rassenwahn, in Bayern in einem Teilbereich ganz offiziell und obrigkeitsbehütet fröhlich weiterblühte bis in die späte Hälfte des 20sten Jahrhunderts, als dem dann endlich, endlich ein Riegel vorgeschoben wurde?
    .
    Man informiere sich mal über „RHF“, z.B. in Wikipedia.

    • In meinem Beitrag oben gebe ich den Rat, sich doch bitte zu „RHF“ zu informieren, „z.B. in Wikipedia“, musste dazu aber jetzt feststellen, dass aus unerfindlichen Gründen nun nicht mehr verschiedene Seiten dazu angeboten werden wie beim Schreiben des Beitrags, sondern nur noch eine zu „Rock Hard Festival“ – das war nicht beabsichtigt. Deshalb hier die Verlinkung auf die im Zusammenhang richtige Seite, bei der allerdings sofort ersichtlich ist, um was es sich handelt, was ich eigentlich nicht beabsichtigte:
      .
      http://de.wikipedia.org/wiki/Rassenhygienische_Forschungsstelle

  10. @efem
    Elser war gebürtiger Württemberger aus Hermaringen, Landkreis Heidenheim.
    Natürlich gibt es auch ein besseres Bayern, nur ist das eben nicht das CSU-Bayern.
    Fast sechs Jahrzehnte „christlichsozialer“ Filz, wo gibt es denn sowas? Das ist einmalig, unvergleichlich, unnachahmlich, ebenfalls typisch bayerisch.
     
    Übrigens hatte ich noch in meiner Auflistung die Schwulen und Lesben vergessen. Auch sie litten in Bayern mehr als anderswo, länger als anderswo, wie alle Minderheiten in Bayern.
    In München existiert ein forum homosexualität münchen e.V., das die hochinteressante Schriftenreihe „Splitter“ herausgibt, worin einzelne Themen zur Geschichte der Schwulen und Lesben in Bayern behandelt werden. Die AutorInnen sind zum Teil echte Spezialisten. Mehr auf deren Webseite!

  11. Jesuitenantisemitismus u.a. in:
    Olaf Blaschke, Katholizismus und Antisemitismus im Kaiserreich
    Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft Bd. 122, Göttingen 1997.
    David I. Kertzer, Die Päpste gegen die Juden, Berlin und München 2001
     
    Außerdem:
    Die offizielle, maßgebende und bedeutendste vatikanische Publikation „Civilta cattolica“, sie wird seit ihrer Gründung (1850) von Jesuiten geführt und die mögen halt nun mal keine Juden:
     
    Zitat aus einer 1880er Ausgabe:
    „Oh, wie sehr täuschen sich jene, die meinen, das Judentum sei nur eine Religion, wie Katholizismus, Paganismus und Protestantismus, und nicht vielmehr eine Rasse, ein Volk und eine Nation!“
    Klingt doch fast wie später bei den Nazis, nicht?
     
    Zitat aus einer 1893er Ausgabe:
    „Die jüdische Nation (…) arbeitet nicht, sondern wächst und gedeiht im Glanze des Wohlstands und Fleißes der Nationen, die ihnen Zuflucht geben.“ Sie sei „ein riesiger Krake, der mit seinen übergroßen Tentakeln alles ergreift. Sein Bauch sind die Banken (…), und die Saugnäpfe sind überall: in Verträgen und Monopolen, in Kreditvereinen und Banken, in Postdiensten und Telegrafengesellschaften, in Schiffahrt und Eisenbahn, in Stadtsäckeln und Staatsfinanzen.“ Die jüdische Nation verkörpere „das Königreich des Kapitals“, die „Aristokratie des Goldes“ und regiere unangefochten.
    Könnte auch aus dem „Stürmer“ stammen.
     
    Zitat aus einer 1897er Ausgabe:
    „Der Jude bleibt immer und überall unveränderlich ein Jude. Seine Nationalität gründet nicht in dem Boden, auf dem er geboren ist, noch in der Sprache, die er spricht, sondern in seinem Samen.“
     
    Zitat aus einer 1922er Ausgabe:
    „Die Welt ist krank (…) Ãœberall werden Völker von unerklärlichen Krämpfen geschüttelt (…)“ Und wer ist daran schuld? „Die Synagoge“, natürlich. „Jüdische Eindringlinge“ stecken hinter Russland und der Kommunistischen Internationale, der größten Gefahr für die Weltordnung…
     
     
    Zitat aus einer 1936er Ausgabe (man erinnere sich, die Nürnberger Gesetze waren damals bereits erlassen und Juden wurden in Deutschland verfolgt, bedrängt, Repressionen unterworfen!):
    Juden seien „einzig und allein mit den Eigenschaften von Parasiten und Zerstörern versehen“ und zögen im Kapitalismus wie im Kommunismus die Fäden, um durch einen Zangenangriff die Weltherrschaft an sich zu reißen.
     
    Zitat aus einer 1937er Ausgabe:
    CC verbreitet es als „eine offensichtliche Tatsache, dass die Juden auf Grund ihres Herrschaftsgeistes und ihrer revolutionären Ãœbermacht ein störendes Element sind. Das Judentum ist (…) ein Fremdkörper, ein Entzündungsherd, der Reaktionen jenes Organismus hervorruft, den er befallen hat.“
    Paar Abschnitte weiter erörtert das Jesuitenblatt verschidene Lösungen der „Judenfrage“, darunter auch Formen von „Eliminierung“ (!). „Vertreibung“ ist ein gesondertes, ebenfalls gennantes Diskussionsthema.
     
    Zitat aus einer 1938er Ausgabe (das Jahr der Reichspogromnacht!):
    Ein CC-Autor erinnert an „die anhaltenden Verfolgungen der Christen, insbesondere der katholischen Kirche, durch die Juden und an ihre Allianz mit den Freimaurern, den Sozialisten und anderen antichristlichen Parteien“.
     
    Und so geht das Jahrgang für Jahrgang, Ausgabe für Ausgabe, ja, zum Teil Beitrag für Beitrag.
     
    Ãœbrigens blieb diese judenfeindliche Schreibe den Machern des NS-Antijudenmagazins „Der Stürmer“ keinesfalls verborgen. Belegt ist mindestens ein Lob des „Stürmers“ für Civilta cattolica als dessen antisemitisches Vorbild.
     
    In den frühen 1980ern hatte ich selbst das Vergnügen einige Zeitzeugen zu befragen, und die berichteten mir davon, dass die Jesuitenpredigten aus der Vorhitlerzeit, die spätere NS-Propaganda regelrecht vorwegnahm.
     
    Einer von den heutigen jesuitischen Antisemiten ist Pater Peter Gumpel.
    Für ihn ist Pius XII. ein „Heiliger“ und jeder, der nicht seine Meinung teilt, wird mit allen Mitteln bekämpft.
    So erfindet er  nur zu gerne „jüdische Lager“ und andere Hirngespinste, um seine echten oder wahren Gegner zu charakterisieren. Gumpel steckt ferner hinter einer kirchenamtlichen Attacke gegen jüdische Historiker, die in Zusammenhang mit der Aufarbeitung der ungeklärten Fragen um Pius XII. Verhalten die Zurückbehaltung von Kirchendokumenten beanstandeten und damit vatikanischen Zorn erregten.
    Für Gumpel steht zudem fest: „Die Juden haben Jesus ermordet, das ist eine unbestreitbare historische Tatsache.“
    Dass Gumpel im Dritten Reich Juden bei der Flucht geholfen hat, wie er glauben machen will, wird angezweifelt.
     
     
     
    Ja, es gab auch nichtantisemitische Jesuiten, z.B. in den USA. Dort gab der Pater John LaFarge jr. (1880-1963) die Jesuitenzeitschrift „America“ heraus und er verfasste auch noch ein antirassistisches Buch. Pius XI. (nicht Pius XII!) wurde auf ihn aufmerksam und dann entspann sich offensichtlich ein ideologischer Kampf im Vatikan zwischen judenfeindlichen und judenfreundlichen Jesuiten. Resultat, die schriftlichen Ausarbeitungen von Lafarge wurden unterdrückt, mündeten jedenfalls nicht in eine geplante neue Enzyklika ein und wurden erst vor kurzem in den Vatikanarchiven wiederentdeckt. Eine Geschichte mit diversen Fragezeichen und absolut unkoscher.
     

  12. Das Video bringt die selbstironische Musik zu dem Text: Passt scho!
    Dazu hätte ich gerne noch ein paar Namen von aktuellen jesuitischen Antisemiten: Ich dachte, bei denen hätte sich was getan …

  13. In dem Artikel reiht sich Vorurteil an Vorurteil. Belege bleibt der Autor in der Regel schuldig. Warum nennt er keine Namen, wenn er z.B. die Jesuiten als antisemitisch bezeichnet? Die Thule-Gesellschaft als „bayerisch“ einzuordnen, ist ein Schmarrn. Es handelt sich bestenfalls um etwas Müncherisches. Gegründet wurde die Thule-Gesellschaft übrigens von einem Preußen.
    Alles in allem: Dieser Artikel ist schwach und nicht gerade eine Werbung für haGalil.

  14. @ hagalil: Selten so einen Blödsinn gelesen! Was soll denn dies? So intensiv ist die Fasching/Karneval Kultur meinem Verständnis nach hier nicht! Falls doch, dann ein nicht verstehendes Helau!

  15. Schlickewitz und „sein“ Bayern, das ist wohl so eine Hassliebe für sich. Die Spenderdatei ist ja interessant: unten: Ali Azadeh aus Frankfurt. Nun, macht die NPD jetzt schon Schutzgelderpressung bei Dönerbuden?

  16. Also ich finde, Biermösl Blosn passt ganz ausgezeichnet.

    @ Schlicke,

    ich hab dir schon mal geschrieben, dass Schlußfolgerungen aus solchne singulären Aufzählungen nicht wissenschaftliche Arbeit, sondern Blödsinn ist.

    Genauso ein Blödsinn, wie aus der Aufzählung jüdischer Marxisten oder jüdischer Banker vom jüdisch-kommunistischen Weltverschwörung oder dem Finanzjudentum zu schwafeln.

    Mit gleicher Blödheit könnte mensch ja auch sagen,  dass Bayern besonders wenig braun waren – denn welch toller Beweis – bei der Wannseekonferenz war nur ein Bayer aber vier Preussen dabei. Und?

    Wenn du dich nun mal nicht als Bayer sehen willst, erfinde dich doch als Marsianer oder Mork vom Ork.

    btw

    Django Asül .. Bayer und Türke .. tut sich da die Höllentür auf? 😀

  17. Sehr interessante Tatsachen. Bayern an der Spitze der Brutstätten des braunen Ungeistes. Aber was können in Bayern Wohnende, so sie es wissen, dagegen tun? Eine der offensichtlich dazu führenden Komponenten, den Katholizismus in seiner bayerischen Prägung, durch Kirchenaustritt im Nachhinein „bestrafen“ und schwächen? Auswandern nach Ostfriesland? Oder, ernsthaft, sich deutlich distanzieren und darauf hinarbeiten, dass das Bewusstsein, dem Mitmenschen ein Mensch sein zu müssen, ohne Wenn und Aber, sich in jedem Kopf verankert?
    .
    Widerstandskämpfer gegen das Naziregime sagen: „Wir waren das bessere Deutschland“.
    .
    Es gab (und es gibt) auch das bessere Bayern.
    .
    Man denke z.B. an die Bayerische Räterepublik, auch an Egelhofer, an Eisner, an Brecht und so viele andere bayrische bemerkenswerte Persönlichkeiten, die nicht in das Bild des „hässlichen Bayern“ passen, an die Weiße Rose, an Elser…
    .
    Wo hat sich diese Webseite gegründet?
    .

    Übrigens: Volkstümelei wird allgemein belächelt außer von denen, die sie propagieren.
    .
    Noch was: Leuten ist es gelungen, an die Spendenliste der NPD zu kommen ( http://www.p4rtyvan.net/ ). Andere haben die Daten in eine Deutschlandkarte eingetragen: http://ow.ly/i/oRo4/original . Wo sitzt der Großteil der Spender? Nicht in Bayern.

  18. Nicht sonderlich intelligent, ausgerechnet die Biermösl Blosn in dieser „kritischen“ Glosse zu verlinken, Robert. Das kannst Du eigentlich besser.

Kommentarfunktion ist geschlossen.