Gegen den Rechtsextremismus: Die Zeichensetzer

28
44

Achtung! Stillgestanden! Rechts um! Und aufgepasst!…

Von Ramona Ambs

Jetzt werden Zeichen gesetzt! Zeichen! Ohne Punkt und Komma!
Zeichen im Akkord.

Zeichen gegen Rechtsextremismus.
Überall. Rückhaltlos! Und zwar bis zur letzten Patrone!

Ach nee, ähm, moment, – das mit der letzten Patrone war ja nicht gegen Rechtsextremismus, sondern gegen die Zuwanderung… also die, in die deutschen Sozialsysteme. Weil die Deutschen ja auch so wahnsinnig sozial und kuschelig sind. Systematisch sozial und kuschelig sozusagen. Da sind Verteidigungpatronen schon mal angebracht. Quasi präventiv. Genau so, wie das Familienministerium von Kristina Schröder gegen Rechtsextremismus agiert. Präventiv.
Seit 4. November wird präventiv zurückgeschossen. Und zwar mit Zeichen und Symbolen, dass es nur so knallt. Das hat das Kochgewächs Kristina Schröder, die bei der Hessen-CDU durch die Schule der jüdischen Vermächtnisse ging, von der Pieke auf gelernt. Vielleicht sogar von Ex-Mdb Martin Hohmann, ebenfalls Hessen CDU und bis zu seinem Ausschluss der Abgeordnete mit dem besten Wahlergebnis der ganzen Republik.

Das präventive agieren hat was Sympathisches. Und es ist so herrlich uneffektiv… Die effektivsten Initiativen hat man ja schon unter Renate Schmidt (SPD) kaltgestellt, den übrigen konnte man inzwischen ein paar Extremismusklauseln in den Weg rollen.

Diese Art der Prävention ist quasi parteiübergreifend, im stillen Konsens und so, dass es die Nazis nicht allzu sehr verärgert. Denn eigentlich sind die Nazis ja ganz ok: In den national befreiten Zonen gibts nachweislich keine Deutschenfeindlichkeit; niemand wird dort als „Du dumme Kartoffel“ beschimpft. Blöderweise sind die Nazis jetzt trotzdem sehr unangenehm aufgefallen. Sie haben Mist gebaut, sprich gemordet. Das ist ärgerlich und ziemlich dumm. Deswegen sprechen jetzt alle von Schande. Die Nazis haben Schande über Deutschland gebracht.

Die Schande scheint das Hauptproblem zu sein. Eine Art deutscher Ehrenmord, sozusagen. Denn überall wird betont, dass man dem Ansehen Deutschlands damit geschadet habe. Das ist ja auch ungeheuer wichtig. Dass dabei ein paar Döners ermordet wurden ist nicht ganz so schlimm, aber der Ruf Deutschlands in der Welt…. nicht auszudenken, was die Nachbarn sagen könnten! Deswegen muss man die Ehre Deutschlands jetzt auch wieder herstellen.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=whHCAeaPnv4[/youtube]

So wie im Herbst 2000, als Gerhard Schröder, der Kanzler von der SPD, zum Aufstand der Anständigen aufrief. Der unternahm nämlich auch nix, solange nur Menschen erschlagen wurden, Obdachlose, Asylanten, Kontingentflüchtlinge, in Ahlbeck, Dessau, Wehrhahn, Guben… Erst als nächtens ein Molotov-Cocktail in einen Synagogenhof geschleudert wurde, da war „Wegschauen nicht mehr erlaubt“, denn die Gefahr bestand, dass das Ausland hinschauen könnte. Immerhin ist eine Synagoge ein Symbol, und das wäre peinlich gewesen, wenn’s da gebrannt hätte. Während Menschen, nun ja, ein Mensch ist halt nur ein Mensch.

Und Deutschland? Da herrschen Anstand und gute Ordnung. Das ruft doch geradezu nach Symbolen. Also Zeichen setzen, Flagge und Gesicht zeigen, Verantwortung, Erinnerung, Zukunft, Bündnisse und Preise, für Demokratie und Toleranz, Rock und Mut und Zivilcourage, alles gegen Rechtsextremismus. Wie zum Beispiel der Horst Seehofer im Bundesrat, der hat ein deutliches Zeichen gesetzt gegen Rechtsextremismus. Ohne Patronen diesmal.
Also quasi pazifistisch. Einfach mal eine Minute still gestanden.

Passt ja auch besser. Und es ist so angenehm unverbindlich. Wenn man die Sonntagsreden und die Betroffenheitslyrik erstmal gehalten hat, kann man sich ja wieder hinsetzen und weitermachen wie bisher. Und falls dann wieder mal was passiert, kann man auf die gewohnten Rituale zurückgreifen, entsetzt, bestürzt, beschämt… blablabla… Schließlich sind es die Zeichen und Symbole, die zählen. Und zwar bis zur letzten Patrone.

28 Kommentare

  1.  
    Es gibt ein Problem РDu kannst offenbar nicht sinnerfassend lesen, gleitest wie schon seit Jahren gewohnt, in perșnliche Diffamierungen ab und das ist schade.
     
    Machs gut, Alter!
     
    Das wars!
     
     

  2. Abwehr

    ? Wurde konstatiert. Dann kam 1968. Seitdem hat sich einiges geändert, G“tt seis gedankt.

    Mehrheit unserer Bevölkerung, lehnt Gedenken ab … … fordert den Schlussstrich


    Beweis? 

    So, und jetzt nimm Dich bitte ein wenig zusammen, in Hinkunft.


    http://forum.hagalil.com/cgi-bin/a/show.pl?tpc=279&post=158474#POST158474  

    Deine unterschwellige, permanente  Hetze gegen die Gedenkkultur in Deutschland erinnert in der Tat an die Taktik der Braunen, alles, was mit öffentlich bekundetem Erinnern an die Verbrechen des Naziregimes zusammenhängt, verächtlich zu machen, zu behaupten, „das Volk“ denke ganz anders. Axel Möller lässt grüßen.

    Nicht jeder/m ist es gegeben, sich überzeugend zu artikulieren auf Veranstaltungen zu solchem Erinnern. Das beste Beispiel ist immer noch die Rede, die Ignatz Bubis am 9.11.1989 in der Paulskirche hielt, zu der er sehr viel Applaus erhielt. Er verwendete dabei größtenteils Teile einer fast durchgehend hervorragenden Rede, die der vorherige Bundespräsident ein Jahr zuvor im Deutschen Bundestag mit  unzureichendem Geschick hielt, was ihn sein Amt kostete. 

    Da kommen dann Leute wie Du daher und erzählen was von „pflichtbewusste Heuchler und Posierer“, wenn sich Menschen bemühen, es aber nicht so rüberbringen können, wie ein Jim. Ãœbrigens, wann und wo hast du das letzte Mal an einem Gdenken teilgenommen, hast öffentlich dafür geworben, bist evtl. gar ans Podium getreten?

    Bei einem Vortrag über Anwachssäume und deren Verzahnungen bei SiO2 – Körnern? Nein? Ach. Ist aber doch wichtig.

    Na dann:

    http://forum.hagalil.com/cgi-bin/a/show.pl?tpc=8&post=158130#POST158130

    Zweiter und dritter Absatz. Schließe mich an.

    • „Nicht jeder/m ist es gegeben, sich überzeugend zu artikulieren auf Veranstaltungen zu solchem Erinnern. Das beste Beispiel ist immer noch die Rede, die Ignatz Bubis am 9.11.1989 in der Paulskirche hielt, zu der er sehr viel Applaus erhielt. Er verwendete dabei größtenteils Teile einer fast durchgehend hervorragenden Rede, die der vorherige Bundespräsident ein Jahr zuvor im Deutschen Bundestag mit  unzureichendem Geschick hielt, was ihn sein Amt kostete.“

      Du meinst hier wohl den Bundestagspräsidenten, oder?

    • Richtig, Udo (schön, dich hier wieder zu lesen)!  Lapsus. Bundespräsident damals war Richard von Weizsäcker. Das war der, der erst lange danach bemerkt haben will, dass die Firma Boehringer, in der er in der Geschäftsführung arbeitete,  während seiner Zeit dort  insgesamt 720 Tonnen eines Zwischenproduktes für die Herstellung von Agent Orange an Dow Chemicals geliefert hatte, die das an die US-Streitkräfte in Vietnam weiterverkaufte, wovon dort nicht nur die Blätter fielen, sondern bis heute Leute an Krebs sterben, in den USA auch Kriegsveteranen. Aber er hielt 1985 auch eine vortreffliche Rede in Erinnerung an den 8.5.1945.

  3.  
    Deine adolsezenten Beleidigungsversuche sind schön langsam peinlich. Wenn Du nicht einmal fähig bist, ein derart wichtiges Thema zu verfolgen, so lass es besser bleiben. Wir haben, denke ich, ausreichend nachvollziehbar dargestellt, was bei all den üblichen Veranstaltungen fehlt und es gilt, im Übrigen, nach wie vor mein Beispiel aus der Bodenmechanik. Du weißt, was Scheinkohäsion ist?!
     
    Also!
     
    Unsere Gedenkkultur ist im Großen und Ganzen insuffizient, neben allgemeinem Desinteresse kommen in leider allzuvielen Fällen nur pflichtbewusste Heuchler und Posierer zum Zuge.
     
    Natürlich sind Gedenkveranstaltungen wichtig, allerdings sollten sie, wie leider allzuoft, nicht erzwungen und ritualisiert sein und in der Tat haben wir im Prinzip zwei bestimmende Gruppen: die eine und das ist die absolute Mehrheit unserer Bevölkerung, lehnt Gedenken ab, fühlt sich von Erinnerung belästingt, ja geradezu beleidigt, fordert den Schlussstrich. Die zweite, wesentlich kleinere, neigt zur Identifikation mit den Opfern, oftmals populistisch bis zur Hysterie und bei beiden geht es im Kern um Abwehr. Unser Mangel an Mitgefühl, unsere Unfähigkeit zur Trauer hat diesen heutigen Zustand hervorgerufen. Iss nun mal so, kann man nichts machen.
     
    Eine dritte, ganz kleine Gruppe, die wahrhaftig Betroffenheit empfindet, wird kaum wahrgenommen, da produziert sich keiner und fällt daher nicht auf.
     
    So, und jetzt nimm Dich bitte ein wenig zusammen, in Hinkunft.
     
     

  4. @ Jim: Weiß ich nicht! Habe ihn mir gerade erst ergooglt.

    Die Frage nach der Abschaffung von Gedenkritualen und Orten, insbesondere der von Dir angeführte Erinnerung an den „gerechten Aufschrei des deutschen Volkes“, entstand während eines traditionellen und ritualisierten Gänseessen mit Nachbarn in meinem sehr kleinstädtischen Heimatort. Eher nebenbei wurde erwähnt , daß ich erstmals seit Abi-Tagen (ehrlicherweise Jahrzehnte zurück) wieder während des „Kristallnacht“ Gedenkens hier anwesend war, daran teilgenommen habe, und etwas verwundert feststellte, daß außer Bürgermeister, entsandte Schülergruppen und Vertretern der „üblichen Vereine“ kein einziger ebenso nicht Funktionsträger anwesend war (noch nicht mal Regen). Daraufhin wurde mir (ich glaube durchaus repräsentativ) erklärt, daß diese Vergangenheit mit der heutigen Wirklichkeit keine gemeinsame Schnittmenge habe und diese Zeit aufgearbeitet sei und es wahrscheinlich durchaus „bei Einigen“  mögliche Gründe vorstellbar gäbe: „wortwörtlich: der Futterhändler X hat viele Bauern in den Ruin getrieben“
    Leichtere Rückfragen wieso z.B in der Stadtchronik die Namen der Plünderer der örtlichen Adelsburg von 1848 benannt, während die Brandstifter der Synagoge als einige vermummte Gestalten (ich erwähnte den kleinstädtischen Hintergrund) aufgeführt werden, tot aufgefundene Zwangsarbeiter, von wem auch immer ermordete kommunistische Lehrer waren halt so in „der“ Zeit und führten zum Nachtisch zu einem Stimmungs- und Themenwechsel.

    Daher hast Du vielleicht Recht, keine erzwungenen, ritualisierten Gedenken mehr!

     

  5.  
    Übrigens, hi, ente, weil Du Gedenkstätten ins Gespräch gebracht hast. Weißt Du vielleicht ob irgendwo in Deutschland ein Denkmal des Leo Sternbach existiert?
     
    Leo Sternbach?
     
    Der Mann, der mit seiner Forschung unzähligen Überlebenden, Hinterbliebenen und deren Familien das Weiterleben, oftmals bis heute, ermöglicht hat.
     
     
     
     

  6.  
    Werde ich wohl in etwa so weitergeben dürfen, oder?
     
    Nicht ich hab was gefunden, da waren andere, viel Klügere schon vor Jahrzehnten damit beschäftigt und habens beschrieben, zB die Mitscherlichs, analysiert und dargestellt, allerdings ohne Anleitung, ohne Hilfestellung, ohne uns einen Weg aus dem Dilemma anzubieten. Warum? Weil es den nicht gibt.
     
    Die Fähigkeit zu Mitgefühl hat man, oder hat man eben nicht. Wir, als Kollektiv, haben diese eindeutig nicht. Weder in Hinblick auf damals, noch auf die „Döner“, die hier so kaltblütig ermordet wurden, als auch auf deren Hinterbliebene, deren Familien.
     
    Was aber nicht heißen soll, dass es etwa niemanden gäbe, der Mitgefühl empfinden kann. Nicht vorsätzlich, sondern einfach so, weils da ist. Solche Menschen gehen auch zu Gedenkveranstaltungen, lassen sogar all die üblichen Reden über sich ergehen, stehen allerdings niemals in der ersten Reihe, niemals, wenn Du endlich verstehen willst, was ich meine.
     
     

  7. Werte Ramona Ambs
     
    Im Artikel trieft es ja wieder mal von Assoziationen mit dem „Dritten Reich“. Als geübte Rhetorikerin erkennen Sie sehr zielsicher, dass jede Handlung auch gegen den Handelnden verwendet werden kann. Und das ist ja nun in Deutschland ganz einfach, allenthalben Nazis zu entdecken – muss wohl an den Chromosomen liegen.

  8. @ jim
    .
    Das „überflüssig“? Nur vorstell-, nicht verwirklichbar?
    .
    „Man könnte nun doch beide zusammenlegen, das Mitgefühl und die Trauer, verwandt wären sie ja. Und ihnen gemeinsam eine Gedenkstätte errichten: Einen großen, im Inneren von keinem einzigen Punkt aus überschaubaren Raum aus kaltem Stein, vollkommen leer, fensterlos und ohne Licht!“
    .
    Könnte ja kombiniert sein. Nein? Sinnentleerend? Doch:
    .
    Deine Idee entspricht fast genau einer Beschreibung, einer Erklärung für den Innenraum des hier
    . 
    http://www.mein-dortmund.de/bittermark.html (weiterführende Links darin beachten) vom Websitemaster Daniel Rehbein vorgestellten Mahnmals. 
    .
    Es stellt – gut zu erkennen – einen überdimensionalen Sarkophag dar. Ãœbergeordnet über dem lokalen Bezug eine Gedenkstätte für alle von dem braunen Ungeist Gemordeten.
    .
    Die Vorderseite zeigt eine Darstellung eines Menschen, der auf dem Platz des jetzigen Mahnmals – während die amerikanische Armee vom Norden her bereits in die Stadt vordrang – von der GeStaPo mit etwa 300 anderen Gefangenen ermordet wurde.
    .
    Die Seiten sind teilweise bedeckt mit Reliefs, die neben Figuren, die teils für die an der Stelle Ermordeten, teils für alle in KZs, Vernichtungslagern und sonstwo  Umgebrachten  stehen, auch Namen von vielen KZs zeigen, integriert in Krematoriumsöfen und deren Rauch. 
    .
    Innen, im Sarkophag, von seiner Rückseite betretbar (s. Link, zwei der Fotos) ist ein fast fensterloser Raum, Krypta genannt in Emangelung eines besseren Wortes. Fast schmucklos, alles unverputzter, geglätteter  Stein, lediglich mit einem nicht farbigen Mosaik, s. Bild (durch Blitzlicht aufgehellt). Im Boden liegt, erst exhumiert und dann würdig beigesetzt in einem Zinksarg, ein unbekannter Ermordeter. Eine flache Steinplatte zeigt die Stelle. Der Raum ist sonst leer und fast dunkel, nur durch die Tür fällt etwas Licht. Viele der Besucher kommen mit feuchten Augen heraus. Warum?
    .
    Als ich deinen Text las, fühlte ich mich sehr daran erinnert. Wenn man gar allein drin ist, der Raum ohne die Dinge auf dem Foto, überkommt zumindest mich ein Gefühl, für das mir bisher die Worte fehlten – man ist sich ja auch geradezu  überwältigt dessen bewusst, was das Mahnmal in Form und Funktion darstellt. Aber was rührt da nur außerdem noch so an, in diesem fast leeren, dunklen Raum, jenseits von allem Wissen? 
    .
    Du hast es gefunden, auch wenns nicht so ganz deiner Vorstellung entsprechen dürfte (und das sage dann auch noch ich dir 🙂 ) Wirklich eine gute von möglichen Erklärungen, und zwar ein sehr sehr gute,  für mir und bestimmt auch anderen lange „rätselhaft“ Gebliebenes. Danke. Werde ich wohl in etwa so weitergeben dürfen, oder?

  9.  
    Deine Frage, ente ist, denke ich, nicht richtig gestellt. Wie kann man eine Gedenkstätte für überflüssig halten, die es nicht gibt, gar nicht geben kann? Ich rede jetzt von der, eigentlich, längst überfälligen Gedenkstätte für Mitgefühl. Von der scheinbar unerklärlichen Abwesenheit des Bedürfnisses überhaupt, an den Totalausfall von Mitgefühl über die Zeit, und die bis heute andauernde Abwesenheit jeglichen Mitgefühls erinnern zu wollen.
     
    Daraus ergibt sich allerdings die zweite große Abwesenheit, die der Trauer.
     
    Man könnte nun doch beide zusammenlegen, das Mitgefühl und die Trauer, verwandt wären sie ja. Und ihnen gemeinsam eine Gedenkstätte errichten: Einen großen, im Inneren von keinem einzigen Punkt aus überschaubaren Raum aus kaltem Stein, vollkommen leer,  fensterlos und ohne Licht!
     
    Stellt sich die Frage, erstens, wer soll das bezahlen und zweitens, warum, wieso sollten wir eine solche Gedenkstätte errichten, solch eine Gedenkstätte für Mitgefühl und Trauer? Für Mitgefühl und Trauer?

    Kanns und wirds nicht geben. Überflüssig!
     
     
     
     
     
     
     
     

  10. @ Ramona: wie immer oder meistens (nur als Reserve): Wunderschön!
    @ Jim: „Analog zu all den Reden zum üblichen “Kristallnacht”-Gedenken: Symbole, Rhetorik, Phrasen und das zu diesem Termin allgegenwärtige, krampfhaft selbstschutzschildhaft ganz ‘Fest’ monstranzartig in die Höhe gereckte Transparent – “Ich nicht!”“
    O.K. lassen wirs! Danke für den Hinweis, hältst Du noch irgendwelche Gedenkstätten für überflüssig? 

  11. Hi, Henryk, dies hat der Translationsservice einer großen Suchmaschine ausgespuckt:
    .
    Nice, at du har fundet tilbage! Hvad gør din „foretrukne websted“?
    .
    Ists korrekt?
    .
    Jedenfalls ist es schön, wieder was von dir zu lesen! Und (das ist ein Befehl : -): Hiergeblieben!
    .
    Schöne Grüße
    .
    efem

  12. Die Zeitschrift Titanic hat sich, wie Ramona Ambs, des Themas angenommen – und bittet in ihrer neuen Ausgabe bereits auf dem Titelbild im Kampf gegen den Rechtsextremismus um tatkräftige Mithilfe, als klare, authentische Zeichensetzung: 

    Der Verfassungsschutz bittet um Mithilfe: Wer kennt diesen Mann?

    http://www.titanic-magazin.de/postkarten.html?&card=14362&cHash=8f3fd5feaea5c034804a36ffe5c7b899

    Bereits vor zehn Jahren hatte die Titanic sich des Themas angenommen:

    Schrecklicher Verdacht: War Hitler Antisemit? titelte sie in Heft 7/2002
    http://www.titanic-magazin.de/postkarten.html?cHash=806d1d616d&card=2116

  13. Schon nach den ersten drei Worten wusste ich: Das kann nur Ramona sein! Also: Weiterlesen! Lohnt sich. Auf jeden fall. Jim hat´s prima kommentiert. Da kann der Neid nicht ausbleiben 🙂
    Oh, was ist gegen Lob einzuwenden? Und: Worum geht´s eigentlich? Was war das Thema?

  14.  
    das Kochgewächs Kristina Schröder, …


    🙂


    Deswegen muss man die Ehre Deutschlands jetzt auch wieder herstellen. Die heillige Unschuld. Und dafür eignet sich nichts besser als Symbole.
     
    Analog zu all den Reden zum üblichen „Kristallnacht“-Gedenken: Symbole, Rhetorik, Phrasen und das zu diesem Termin allgegenwärtige, krampfhaft selbstschutzschildhaft ganz ‚Fest‘ monstranzartig in die Höhe gereckte Transparent – „Ich nicht!“: Passt ja auch besser. Und es ist so angenehm unverbindlich. Wenn man die Sonntagsreden und die Betroffenheitslyrik erstmal gehalten hat, kann man ja weitermachen wie bisher. Und falls dann wieder mal was passiert,…




     

    • Analog.

      Ach ja. Da gefällt sich einer darin, das Gedenken zum Novemberpogrom

      – was zunächst über Jahrzehnte fast ausschließlich kleine Antifa-Gruppierungen hier und da unter dem Motto „Nie wieder!“ veranstalteten, dazu mehrere jüdische Gemeinden, bis die Politik in den 90ern darauf aufmerksam wurde (als es darum ging, den 9.11. vielleicht wegen der „Wende“ zum Feierttag zu deklarieren und sich vehementer Widerspruch erhob) und es vielerorts eingliederte in die in ehemals Naziland so notwendige Kultur des Erinnerns und Mahnens - 

      freiweg anzupöbeln, weil er meint, damit zu zeigen, dass er die Verfasserin, die zu Recht auf ganz Anderes zielt, nämlich den im Sande verlaufen(d)en „Aufstand der Anständigen“ mit seinen Begleitumständen, die auch haGalil betreffen,  ergänzen muss, um ihr seine untadelige Gesinnung zu zeigen und offensichtlich darauf lauert, in seiner unnachahmlichen Manier ihren und unseren Beifall zu erheischen.
       
      jim 
      22. November 2011 – ב׳ בכסלו תשע״ב at 22:57 · Reply

      Du bist eine gute Satirikerin

      Also zumidest das, ist, nicht böse sein, einfach maßlos untertrieben.

      Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Lob ist man machtlos. (Freud)

    • Wenn, nur ein Beispiel, der Widerstand gegen Faschismus zur Ideologie wird, gar zu Obsession (auch so ne superdolle Glanzleistung von Dir), dann tritt eine Art dialektischer Umkehr ein, der Faschismus wird zur Projektionsfläche, der „antifaschistische Kampf“ dient dann nicht nur der Identitätsfindung, dazu, eigene Konflikte zu überlagern, zu verdrängen, manifest zB im desaströsen Zustand der Partei „Die Linke“ anzutreffen, sondern auch der Selbstbestätigung bzw. -erhöhung. Das ist der Punkt meiner Ambivalenz, der Grund, warum ich mit jedweder Ideologie nichts anfangen kann! Sie versperrt uns die Sicht und den Weg. Wenn nun jemand fragt: Welche Sicht und welchen Weg?, dann hab ich, in unserem Zusammenhang hier, auch dafür ein sehr gutes Beispiel:

      Vor allem aber habe ich einen emotionalen Zugang zu den eigentlichen Opfern gefunden: Ich kann in bestimmten Momenten über die Toten des Holocaust endlich weinen und den Schmerz ihrer Nachkommen spüren. Diese Trauer zulassen zu können, ist für mich bislang das größte Geschenk gewesen“ (S. 343).

      Schreibt Alexandra Senfft in dem Buch über ihre Familiengeschichte, „Schweigen tut weh“. Entnommen der Rezension von Roland Kaufhold, hier auf haGalil.

Kommentarfunktion ist geschlossen.