Die Ostpreußen und der Sex

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Haben Sie in der letzten Zeit über die Ostpreußen nachgedacht? Und darüber, ob es vielleicht stimmen könnte, dass die Ostpreußen sexuell nicht zu befriedigende Monster sind, die sich notfalls mit Gewalt und ohne Rücksicht auf andere das nehmen, was ihnen nicht zusteht?…

Von Ramona Ambs

Nein? Darüber haben Sie nicht nachgedacht? Seltsam. Denn die Ostpreußen fallen doch immer wieder mit solchen Geschichten auf. Zum Beispiel Jörg Kachelmann, dessen Mutter ist Ostpreußin. Diesen kulturellen Hintergrund muss man natürlich kennen, wenn man über die Anschuldigungen gegen Kachelmann spricht. Denn schließlich ist er der Vergewaltigung angeklagt. Und das ist ja kein Kavaliersdelikt. Da sollte man den ostpreußischen Hintergrund des Täters schon mal thematisieren dürfen. Schließlich ist es ja interessant zu wissen, dass die Mutter aus Ostpreußen kommt. In dem Zusammenhang könnte das sogar nicht nur interessant, sondern auch von Bedeutung sein. Man hört ja auch immer wieder von Ostpreußen im Zusammenhang mit zügelloser Sexualität. Und deshalb gehört der Verweis auf diesen quasi ethnischen Hintergrund in jeden Medienbericht mit rein.

Außerdem sollte man mal überprüfen, ob Johann Schwenn, der Anwalt von Jörg Kachelmann nicht ebenfalls ostpreußische Wurzeln hat. Sollte dies so sein, müsste es ebenfalls unbedingt in der Berichterstattung berücksichtigt werden. Das gehört doch zur journalistischen Sorgfaltspflicht. Schließlich sollte den Lesern auch genügend Raum für eigene Spekulationen über Ostpreußen gegeben werden. Ostpreußen sind nämlich schon eine ganz spezifische Volksgruppe.

Hinzu kommt: Kachelmann ist Katholik. Und jeder weiss doch, dass die katholische Kirche insgesamt mit Mißbrauchsfällen zu kämpfen hat. Der Mann ist also einfach aufgrund seiner Herkunft doppelt vorbelastet. Anders gesagt: Medienberichte sollten zukünftig unbedingt erwähnen, dass Kachelmann ostpreußisch-katholischer Herkunft ist. Das ist wichtig. Das gehört einfach dazu.

Wie jetzt?
Sie finden die Idee seltsam?
Das erscheint Ihnen abwegig?

Dann empfehle ich Ihnen mal einen Blick auf die derzeitige Berichterstattung zum Fall Strauss-Kahn. In sämtlichen deutschsprachigen Medien wird auf seine -jüdische(!)- Herkunft verwiesen. Und in einigen Zeitungen auch auf den jüdischen Hintergrund seines Anwalts Benjamin Brafman. Überall heisst es, Strauss-Kahn sei jüdisch-marrokanischer Herkunft. Das ist zwar falsch (sein Vater ist aschkenasischer, seine Mutter russisch-tunesischer Herkunft), aber es wird von allen brav mitgeteilt. Offenbar ist es in diesem Zusammenhang wichtig.

Und weil die Herkunft von mutmaßlichen Vergewaltigern wichtig ist, sollte man das zukünftig auch bei allen erwähnen. Deshalb merke: Jörg Kachelmann ist ostpreußisch-katholischer Herkunft. Wer das verschweigt, macht sich verdächtig!

50 Kommentare

  1. @ Max Schreder:
    Ich verstehe Ihren Komentar so, als könne man Kachelmanns Mutter durchaus Vorwürfe machen, nur dürfe man daraus nicht „auf alle Ostpreußen schließen“.
    Mein Vorschlag: bevor Sie öffentlich mit dem Namen des „größten Führers aller Zeiten“ rumhantieren, versuchen Sie doch einfach mal, Frau Ambs´ Beitrag in der Annahme zu lesen, dass es sich dabei um eine Satire oder Glosse oder so handeln könnte.

  2. Hallo Frau Ambs
     
    Ich finde ihre Äusserungen zu dem Thema Sexualität in Ostpreußen ungeheurlich.
    Nur von Kachelmanns Mutter auf alle Ostpreußen zu schließen ist nicht korrekt.
    Wenn sie das tun, sind sie nicht besser als Hitler, der von einem auf alle Juden schloss.
    Mit unfreundlichen Grüßen
    Max Schreder
     

    • Nein, darüber lache ich nicht. Aber was wollten Sie mit der Verlinkung bezwecken?

      Vielleicht besinnen Sie sich kurz, reflektieren intelligent auf meine Frage und geben uns eine plausible Antwort.
      Ich möchte Sie nämlich gern begreifen können.
      Dank’schön, schon im voraus.

  3. Scytale,
    die Mönche in der Gegend erscheinen mir doch recht gewitzte Gesellen, im nicht ganz freiwilligem Pakt mit dem Teufel packt dieser sich nieder und hinterläßt seine gesetzte Spur im Steine nach ihm benannt dem Dichter, der Flur.
    Ein Kloster hat’s erbaut, doch wer will’s beschwören, ob’s im Innern nicht doch ein Wirtshaus hat’s ergoren?
     
    Merci, die Geschichte habe ich schonmal vor etlicher Zeit erzählt bekommen, ganz köstlich.
    Der Hinweis auf den FCK-Wimpel ist galant, ich hatte ihn fast vergessen, in der Bundesliga war er länger nicht mehr vertreten, und das, wo ich mich auch kaum darum kümmere.
    Aber vergessen werde ich es nicht, einst war es der FCK, nicht zu verwechseln mit dem 1., der die crème der deutschen Lande zum Betzenberge lud.
     
    Nun, wie soll ich’s schließen, ein schauderlicher Ort scheint’s mir zu sein, wo Teufeln läßt die Bäimlein sprießen, man gehe lieber nicht so tief h’nein.
     
    Vielen Dank,
    und dem Valentin empfehle ich einen wuchtigen Kick vom Betzenberg,
    mag er fliegen, wo andere liegen, im luftleeren Raum, nur Alptraums Schaum.
    Und nochmal merci für die cuisine.
     
    (Für weitere Wahrheiten, das Finstere zu erhellen, wird dieser Strang hier nicht mehr langen, mag’s weitere Gelegenheiten geben; kommt Zeit, der Tisch des Teufels wird’s überstehen.)
     
     
     
     

  4. @Scytale
    Mal ernst und Pfälzer Heimatkunde bzw. Pfälzer Eigenverliebtheit beiseite:
     
    Wie können Sie als langjähriger haGalil-Leser und damit doch, hoffentlich, sensibilisierter Zeitgenosse noch herzhaft über einen Komiker lachen, von dem Sie wissen, dass der ganz offensichtlich eine Reihe von Menschen ins KZ brachte oder zumindest in Kauf nahm, dass Leute aufgrund seiner Denunziationen ins KZ eingeliefert wurden?
     
    Vielleicht besinnen Sie sich kurz, reflektieren intelligent auf meine Frage und geben uns eine plausible Antwort.
    Ich möchte Sie nämlich gern begreifen können.
    Dank’schön, schon im voraus.

  5. A.Mor
    Wer an meinen Worten zweifelt: http://www.kocha.de/forum/essenundtrinkeninderpfalz.php
    Die Pfalz ist auf jeden Fall kein Teil der Schöpfung mehr, so sagt es zumindest die lokale mündliche Überlieferung, i. E. meine verehrte Großmutter.
    Als Beweis für die damalige Zeit mag der Teufelsstein bei Bad Dürkheim (http://de.wikipedia.org/wiki/Teufelsstein_%28Pfalz%29) dienen, auch wenn völkische Kreise diesen Stein heuer aufgrund gewisser Felszeichnungen für so gar nicht pfälzische, sondern deutsche Riten zu nutzen scheinen. ER wird sie nicht erhören… Mutige Leser mögen dem ersten Einzelnachweis folgen und über diese menschlichen Abgründe erschauern.
     
    Ein weiteres Indiz ist der Teufelstisch bei Hinterweidenthla (http://de.wikipedia.org/wiki/Teufelstisch_%28Hinterweidenthal%29), über den folgendes Gedicht bekannt ist:
    Im Kaltenbacher Tale
    Ein Tisch von Felsen steht.
    Dort saß der Teufel beim Mahle.
    Hört, wie die Sage geht:

    Einst schritt in jenem Walde
    Durch nächt’ges Dunkel schnell
    Hinauf die Bergeshalde
    Ein lustiger Gesell.

    Hell lodert in seinen Blicken
    Unheimlich wilde Hast.
    Nun will er sich erquicken,
    Er schaut nach guter Rast.

    Umsonst! Kein Stein zum Sitzen,
    Kein Tisch zum nächt’gen Mahl.
    Vor Zorn seine Augen blitzen
    Hin über Berg und Tal.

    Da – wie mit Blitzesschnelle
    Packt jetzt zwei Felsen frisch
    Der lustige Geselle
    Und stellt sie auf als Tisch.

    Nachdem er dran gegessen,
    Ging durch die Nacht er fort.
    Den Tisch, wo er gesessen,
    Den ließ er einfach dort.

    Das war ein ängstlich Schauen
    Des Morgens drunten im Tal!
    Ein jeder sprach mit Grauen:
    „Dort hielt der Teufel Mahl!“

    Nur einer voller Zweifel
    Die Andern hell verlacht:
    „Ich geh“, spricht er, „zum Teufel
    Zum Mahle dort heut Nacht!“

    Man warnt ihn in der Runde,
    Er lacht und geht. Vom Turm
    Tönt laut die zwölfte Stunde –
    Da! – Welch ein Wind! Ein Sturm?

    Und jetzt? – Was ist geschehen?
    Welch grässlicher Todesschrei!
    Entsetzt die Lauscher stehen:
    „Mit dem dort ist’s vorbei!“

    Der Keckste nimmer weilte
    Vorm Dorfe länger draus;
    Er schlug ein Kreuz und eilte
    Leis schauernd fort nach Haus.
     
    Christliche Kreise stoßen sich heute noch am Maskottchen des beliebtesten Fußballvereins der Region, welches niemand anderes als den Überzähligen darstellt. http://markushenn.de/temp/fck_betzi.jpg
     
    Sind Ihnen das Beweise genug, oder soll ich Ihnen noch mehr Wahrheiten enthüllen?
     

  6. @ Volker Scheunert
    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zustimmung zu den Nazis in Gebieten mit überwiegend protestantischer Bevölkerung deutlich höher war als in katholischen Gegenden.

    @ Scytale
    Menschen, die sich „auch nur implizit negativ über Juden oder andere als minderwertig empfundene Gruppen“ äußern, sollten, ganz unabhängig davon, ob sie irgendwelche „Verdienste“ geltend machen können, von Ihnen zunächst einmal anhand ihrer bösartige Hetze be- und verurteilt werden, bevor Sie in gottgleicher Manier im Rahmen einer Gesamtbilanz geltend machen, dass besagte Äußerungen ja „nur“ implizit eine negative Wertung enthielten. Warum ist Ihnen eigentlich so sehr daran gelegen, die „Verdienste“ irgendwelcher Antisemiten und anderer Misanthropen explizit hervorzuheben?
    Freilich: kein Mensch ist nur schlecht. Hitler z.B. soll ja ziemlich tierlieb gewesen sein.





  7. Nu, was schreib ich für ein Schmonzes (und „scusi“, ich komm Dir auf die Schlicha, ich bin durch Scytale etwas beeinflußt, etwas albern, wer spricht heute noch jüdisch?), die Welt ist voller böser Menschen, wir sind nicht besser oder schlechter, aber sie sind jene, die sich nehmen ohne Rücksicht, die nicht widerstehen, wo sie widerstehen sollen, ihr Lohn ist Gold im Geifer ihrer Gier, schimmerndes Geschmeide „beweist“ ihre „Unschuld“, denn der Mensch läßt sich leicht blenden und sieht, es ist Unrecht und sagt es ist Recht.

    Wahrscheinlich mag so mancher nun denken: „was a Narr!“, …
     
    … „aber ich hob nischt kejn Tanes!“
     
    Ps: Fundstelle: http://www.nunu.at/
     
     
     
     
     
     
     

  8. Bevor wir jetzt meinen, dem „bösen Bayern“ den „guten Ostpreußen“ gegenüberstellen zu können – Reichstagswahl 05.03.1933: Ihren höchsten Stimmenanteil erhielt die NSDAP mit 56,5 % in Ostpreußen. Es folgen Pommern (56,3 %), Frankfurt/Oder (55,2 %), Osthannover (54,3 %) und Liegnitz (54,0 %). Ihr 15tbestes Ergebnis erzielte die Hitler-Partei in der Pfalz (46,5 %). Auf Platz 17 folgt Franken mit 45,7 %. Oberbayern-Schwaben (40,9 %) und Niederbayern (39,2 %) belegen die Plätze 24 und 26. Der 35. und letzte Platz gereicht Köln/Aachen zur Ehre mit leider immer noch 30,1 % Stimmen für die Nazis. Der Reichsdurchschnitt lag übrigens bei 43,9 %. Auch Ralph Giordano hat in seinem eindrucksvollen Buch „Ostpreußen ade“ von 1994 darauf hingewiesen, dass die Nazis in Ostpreußen auf überdurchschnittliche Sympathie stießen. 
    (Quelle: Broszat, Martin: Der Staat Hitlers; München 1969, S. 107).

    MfG, Volker Scheunert

  9.  
    Vielen Dank, Robert!
    Ja, Ayan kenne ich, und das Lied von Ofra auch.
    Wußtest Du, daß ‚Chad Gadya‘ (aram.) auch ein Euphemismus für „ganz allein“ (im Gefängnis) ist im Jiddischen?
     
    Ach, weißt Du noch, es war einmal Jahudi! Es war einmal Jemen, Slomo und Saba.
    Ich habe nie mehr erfahren, wie es dem kleinen, entführten Jungen erging, es ist doch gerade erst gescheh’n…
     
    Und noch etwas feines habe ich gefunden von Ofras Zeitgenossin (teatron) Gila Beshari, gleich da, wo Dein link mich hinführte, und es dürfte Dir gefallen, Du kennst es schon:
    http://www.youtube.com/watch?v=1ZEWHKdV3Qg
    Natürlich kennen wir es auch von ihr, unserer Blume, die Unvergessene, OfraChai ..
     
    Vielleicht gefällt Dir auch diese Version, nicht sehr modern, dies‘ von Jossif Korach:
    http://www.youtube.com/watch?v=H0KL6PIHkig&NR=1
     
    In Bezug auf Ayan, Juhuro-musika, auch auf russisch:
    http://www.youtube.com/watch?v=PlcKJrT6odY
     
    Aber, pathetisch, hier erstmal ein Abschluß zum Anfang, David:
    http://www.youtube.com/watch?v=ULmDyinKtM0&NR=1
     
    Die Sprache („Iranojüdisch“) gibt es noch, aber sie stirbt mit den älteren Leuten, und die jüngeren lernen Russisch, Türkisch, Englisch, ein paar sogar Deutsch, nu, einige auch Iwrit, aber Sderot zB ist auch nicht gerade so schön, hört man: Raketen, Ozonloch, schweres Leben…
     
    Schawua tow, Robert.
     
     
     
     

  10. Scytale, B´halts die Palz!
    Interessante Einblicke sind das, danke!
    Der These, daß Juden in Vögeln ein behemoth erkennen, möchte ich nicht zustimmen, das paßt nichteinmal, wenn wir im Reiche von Legenden und Märchen (→ Renanim) unterwegs sind.
    Und der Vater von B’halts ist der Frust der Finsternis, Teutates oder doch der Schöpfer?
     
    Ansonsten kann ich diesen „Versuch“ natürlich nur als indirekte Zustimmung auffassen, daß im „hämmern“ der „häm“ steckt, das „mern“ indes, ist doch deutlich zu lesen, ist das „mehren“, also in dem Fall das „Mehren der Interpretationen zum Häm“. Oder ist’s doch von „Mär“?
    Das Be, es ist ein Buchstabe nach A-)
     
    Wo wir jedoch bei Albernheiten, beim Scherzen sind, in Sachen „Karl Valentin“ muß ich Robert vollumfänglich zustimmen.
     
    Nu, und die Autonome Pfalz, wer weiß, vielleicht hätte es geholfen (wäre es gelungen), so circa bis zur „Heim ins Reich“-Bewegung?
    Aber, wäre es französisch geworden, vielleicht hätten die französischen Faschisten und Landesverräter kein Fuß auf den Boden bekommen? Andererseits, wie ich nachlesen kann, waren die Franzosen selbst anscheinend auch nicht gerade Pälzer-freundlich.
     
    Also, freundliche Grüße in die B’halts.
     
     
     

  11. Herr Schlickewitz,
    eigentlich wollte ich ja nicht mehr meine Meinungen über diesen Artikel kundtun, aber manche Leute können es einfach nicht lassen und bestätigen meinen zuletzt geschriebenen Satz. Um Karl Valentin zu zitieren: „Es wurde bereits alles gesagt, nur nicht von jedem.“ Es ist dieser eine Satz, der meine Huldigung gegenüber einem Toten begründet. Was interessierte es mich, welche Leichen im seinem Keller liegen, aber ´Danke´ mich aufgeklärt zu haben. Nun, da ich um Valentins Makel weiß, meinen Standpunkt aber nicht ändere, bin ich wohl nicht mehr ignorant und wegsehend, sondern was?
     
    Sie machen einen großen Fehler, Menschen jeden Verdienst abzusprechen, wenn sie sich auch nur implizit negativ über Juden oder andere als minderwertig empfundene Gruppen (Sintis, Romas, Homosexuelle, Frauen, Bayern, meinetwegen auch Ostpreussen…) geäussert haben. Lassen Sie mich Voltaire und Bukowski ins Feld führen: Zwei Männer deren Verdienste für mich ausser Frage stehen, die sich aber trotzdem im Laufe ihres langen Lebens negativ über Juden geäussert haben.
     
    Ehrabschneidend finde ich dann aber wirklich mal die Unterstellung, ich würde mich einen ´demokratiebewussten Vollbürger´ nennen. Selbst nenne ich mich einen individualistischen Anarchisten und auch das mache ich sehr vorsichtig. Lassen Sie es sich gesagt sein: als ein solcher lebt es sich in einer Demokratie am besten.
     
    Aber ich muss jetzt kochen: Zwar wurde der Sonntag von Christen festgelegt, aber gut gegessen und faul die Beine hochgelegt wird trotzdem…
    Fas est ab hoste docerii. Denken Sie mal darüber nach!
     
     

  12. Was soll ich Ihnen den entgegnen, Herr Schlickewitz? Ich habe mich mit Karl Valentins Biographie nie befasst, finde seinen Humor aber selbst in der heutigen Zeit erfrischend.“

     
    Das dürfte leider typisch sein für die große Mehrheit der Deutschen: sie stellen keine Fragen, wollen keine Zusammenhänge kennen(-lernen), interessieren sich nicht für das, wofür sie sich (blind?) begeistern.
    Mann, scytale, wie können Sie für jemanden schwärmen, von dem Sie zumindest wissen, dass er zur Zeit des „Dritten Reiches“ in Deutschland gelebt hat? In so einem Fall ist es doch das Naheliegendste, dass man sich schlau macht, dass man zumindest Wikipedia (das hier, wie schon gesagt, übervorsichtig informiert – aber immerhin!) zu Rate zieht. Oder etwa nicht?
    Wie kann man denn nur so naiv sein!
    Und sowas nennt sich dann demokratiebewusster Vollbürger. – Ignorant und „Weggucker“ würden besser passen.
     
    „Aber jedes Land hat nun mal die Helden die es verdient.“
    Da haben Sie recht, scytale. Fürwahr. Armes Deutschland!
     
    Falls Sie mich nun fragen wollen sollten, worüber können wir Deutschen denn dann noch lachen, so antworte ich Ihnen: Lernen Sie besser Englisch und hören Sie da mal rein:



    http://www.youtube.com/watch?v=LS75NtlH3gI
    http://www.youtube.com/watch?v=Jm-GUVDg7I8&feature=related
    http://www.youtube.com/watch?v=6Zpgjyn7dgk
    http://www.youtube.com/watch?v=3wNK1Jt4JLg
    http://www.youtube.com/watch?v=cT8dMU5vyTE

    Das ist harmloser Humor über den wir (alle) ohne Reue lachen können! (Und wir üben dabei auch noch unser Englisch).
     
     

  13. Eigentlich wären Werner Jurgas Einlassungen hervorragende Abschlussworte unter diese leidige Diskussion gewesen, schließlich war er der einzige, der den Ton des ursprünglichen Artikels getroffen hat. Aber wenn andere sich nicht zurückhalten können, warum sollte ich dann nicht auch noch meinen Senf dazugeben?
     
    Was soll ich Ihnen den entgegnen, Herr Schlickewitz? Ich habe mich mit Karl Valentins Biographie nie befasst, finde seinen Humor aber selbst in der heutigen Zeit erfrischend. Aber jedes Land hat nun mal die Helden die es verdient. Keine Ahnung was das über Bayern aussagt…
    Hatte ich erwähnt, dass die Südpfalz damals, als man Deutschland noch in Gaue teilte, der meinige der erste ´judenfreie´ war. Schimpf und Schande über die dreckigen Bayern für diese Tat! Wäre es nach den wahren Pfälzern gegangen, hätten wir nach dem ersten Weltkrieg mit den restlichen Deutschen und ihren späteren Schandtaten nichts zu schaffen gehabt:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Autonome_Pf%C3%A4lzische_Republik
     
    Die Bezeichnung Pfalz gibt es übrigens schon sehr, sehr lange, doch die großen Weltreligionen haben dieses strahlende Kapitel der Geschichte in die Apokryphen verbannt… Damals wollte ER einen Gott versuchen, und so erschuf ER den schönsten Flecken der Erde. Fruchtbar wie der Garten Eden selbst war das Land, geküsst von Sonne, Wind und Wasser, bewohnt von Männern und Frauen, welche von Statur, Schönheit und Redegewandheit einzig IHM, dem Engel des Lichts gleichkamen. Und so schritt der Allschöne mit diesem Gott über die sanften Hügel und Wälder meiner Heimat und lies ihn die ganze Pracht und Herrlichkeit SEiner Schöpfung erkennen. Und dieser Gott konnte nur noch wie ein Säugling weinen. Mit letzter Kraft schluchzte er „B´halts…“ und zog sich zurück in die Finsternis aus der er kam. Und seit jenem Denkwürdigen Tage trägt die Pfalz diesen Namen.
     
    Für alle Uneingeweihten: ´B´halts´ bedeutet in sauberem Deutsch ´Behalte es´. Gerüchte, die viel später auftauchenden Römer hätten dieses Land nach einem ihrer Hügel benannt, sind für jeden sehenden Menschen nichts als Lug und Trug. Auch die Aussage, die Pfalz hätte ihren Namen erst im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation infolge der Goldenen Bulle im Jahre 1356 erhalten, ist eine Lüge;)
     
    Wie dem auch sei: Wie damals unser HErr uns an SEiner Brust säugte, so ließen wir Pfälzer es auch zu, dass andere Völker sich an unserer nährten. Natürlich waren auch Juden darunter, und sie bereuten es nicht. Möglich, dass die Juden in SEinem Land in den hiesigen Bergfinken Gesandte Behemoths, SEines Mundschenks, erkannten und selbige nach dem großen Tier benannten, dabei sind die Vögel doch Renanim zugehörig.
     
    Wenn Strauss-Kahn dem Zimmermädchen Schande antuen wollte, so soll er dafür zahlen. Wenn nicht, soll das Zimmermädchen zahlen, ihm Schande angetan zu haben. Den Glauben Strauss-Kahns kann man dabei getrost aussen vor lassen und hätte in den Medien nie erwähnt werden brauchen. Seht das Aussprechen seines Glaubens doch einfach als dem kollektiven Unterbewusstsein der Deutschen geschuldet an.
     
    LUx lucet in tenebris sed tenebrae non eam comprehederunt.

  14. Zu dem von Scytale ins Spiel gebrachten Karl Valentin möchte ich noch etwas anfügen. Dieser „tolle Groteskkomiker“ (Goebbels), der auch heute noch nicht nur in Bayern, sondern, wie wir u.a. an scytale gesehen haben, auch im übrigen Deutschland zahlreiche Anhänger hat, gilt als Ikone und als Integrationsfigur.
    Wie oben schon angedeutet, verdient er diese positiv-exponierte Stellung nicht. Hier eine Passage aus Eugen Roth, Erinnerungen – Ein Lebenslauf in Anekdoten, München und Wien 1977, S.116ff.
    ================
    Valentins Gruselkeller
    An den lebendigen und mehr noch an den toten Karl Valentin haben sich so viele Leute angewanzt, die alle behaupten, jahrelang mit ihm aufs engste befreundet gewesen zu sein, daß denen, die ihn wirklich gut gekannt haben, die Lust vergeht, sich dessen zu rühmen. Aber eine von den vielen Geschichten möchte ich doch erzählen.
    Ausgerechnet im Frühsommer des Jahres dreiunddreißig eröffnete Karl Valentin seinen Gruselkeller in der Nähe des Altheimer Ecks und lud mich zu einer Vorbesichtigung ein. Ich kannte den schwarzen Humor des abgründigen Linksdenkers und ging mit Unbehagen hin; aber die Ungeheuerlichkeiten dieses verbohrten Hirns, dieses kranken Gemüts übertrafen weit meine schlimmsten Befürchtungen. Kaum war ich im Finstern auf eine quappige Wasserleiche getreten, sah ich durch ein Eisengitter einen verhungerten Sträfling, wurde ich durch ein schauerliches Gespenst genarrt, mußte ich an scheußlichen Folterknechten vorüber – mir stockte der Atem, mir gefror das Blut, während mein unheimlicher Führer, grausam lächelnd, immer wieder mich bereden wollte, das alles für harmlos und witzig zu nehmen. Zum Schluß, als wir aus dem gräßlichen Spukbereich wieder ans Tageslicht getreten waren, sagte ich ihm rundheraus, daß ich für diese Abart seines Humors nichts übrig hätte, und zur Zeit schon gar nicht, wo eine schaudervolle Wirklichkeit jeden fühlenden Menschen mit Abscheu und Entsetzen erfüllte – ob er denn von den Untaten in Dachau und in den Schinderstätten überall noch nichts gehört hätte.
    Valentin machte ein dummlistiges Gesicht, pfiff ein kurzes „So!“ durch die Zähne und entließ mich, enttäuscht, daß ich an seinen tolldreisten Einfällen kein Vergnügen gefunden hatte.
    Nicht lange hernach traf ich ihn auf der Straße, er kam auf mich zu und lachte triumphierend: „Sie, weil Sie g’sagt hamm, daß Ihnen mein Gruselkeller net g’fallt – am selben Nachmittag noch war der Gauleiter Wagner da, was meinen’S, wie der g’lacht hat! I hab ihm des erzählt, der Doktor Roth, hab i g’sagt, der hat sich aufg’regt, so was, hat g’sagt, braucht man jetzt net künstlich machen, wo’s doch in Dachau und so an der Tagesordnung ist!“
    Seitdem bin ich überzeugt, daß der Mensch einen Schutzengel hat und daß er ihn unverhofft brauchen kann – selbst gegen den großen Komiker Karl Valentin.
    ==================
    Das sind nach kurzer Recherche immerhin drei Fälle von übelster Denunziation durch Karl Valentin in der Zeit des „Dritten Reiches“, wenn wir den oben von Klee zitierten und den bei Wikipedia erwähnten einbeziehen:
    2007 berichtete der Spiegel, dass Valentin den Filmemacher Walter Jerven denunziert habe, indem er behauptet habe, er würde in Wirklichkeit Samuel Wucherpfennig heißen. Walter Jerven konnte jedoch innerhalb von vier Tagen den Ariernachweis erbringen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Valentin
     
    Wieviel weitere Menschen wird der Ex-Sargschreiner und spätere Komiker Karl Valentin durch sein dummdreist-denunziatorisches Geschwätz gegenüber Politikern, Behörden, Gestapo etc. in ähnliche Bedrängnis oder gar ins KZ gebracht haben? – Sicher noch mehrere.
     
    Wikipedia bringt nur ein Beispiel für das Denunziantentum Valentins; das virtuelle Lexikon kommt damit seiner Aufklärungspflicht nur ungenügend nach, es respektiert die Ikone Valentin, es vermeidet dazu beizutragen sie zu demontieren.
     
    Valentin taugt angesichts unserer deutschen, so schmerzlichen, Geschichte nicht als Ikone, selbst wenn gewisse Sketche von ihm sich größerer Beliebtheit erfreuen. Bayern und Deutschland täten gut daran, sich von ihm abzuwenden und sich an unbelasteten Nachfolgern zu erfreuen. Derer gibt es erfreulicherweise inzwischen eine ganze Reihe, z.B. Gerhard Polt.
     
    Interessant am Rande – wie gut man, gemäß Eugen Roth, bereits 1933 über Dachau und die Vorgänge dort unterrichtet war. – Nach Kriegsende 1945, bei Befragungen durch amerikanische Verhöroffiziere vernahm man beinahe unisono – man habe „von nichts gewusst“.
     

  15. Tja, Scytale,
    warum nicht zu „Israel-Bashing“ (Ramona mag’s mir vergeben), auch wenn ich schon bereue, dieses Wort selbst aus einer gewissen Bequemlichkeit heraus benutzt zu haben. Nun häng ich dran und werd gezogen (wenn das kein Schlamassel ist!).
    Vielleicht bin ich behämat und merk’s garnicht? Das die Pelzer recht pfiffig sind, ist ja bekannt (siehe Kohl), ohne weiteres traue ich ihnen die Erfindung des Wortes „behämmert“ zu, wenn’s nunmal am Vogel hängt, nun bin ich also an der Reihe meine Behauptung mit „Beweis“ zu belegen, ach, wäre mein Zitat-/Wortgedächtnis doch besser, dann bräucht ich’s nicht sehr suchen.
    Und da suche ich und find es nicht. Was soll ich beweisen? Behaupten mag ich folgendes, in neun von zehn Fällen habe ich Recht, bei dem, wie ich mich erinnere (allzuoft habe ich an mir selbst gezweifelt, Rechthabern vorläufig Recht gewährt, so hat sich solches als Erfahrung bei mir eingebrennt…und doch, auch habe ich geirrt, auch das ist mir geschehn!), beweisen kann ich es nicht, wer würde mir schon vertrauen?
     
    Aber nehmen wir eine andere Möglichkeit, die wenigstens auch plausibel ist, und wie ich es schon andeutete, erklären wir (alle außer ‚Pelzer‘ vielleicht, der Ehre wegen?) es uns so: „Behema“ ([alt]hebräisch/jüdisch für zB. „Vieh“; usw). In Ordnung? Vieh treiben: chimer? Chamar: (Esels)treiber, so ein Esel ist doch auch irgendwie „Vieh“, auf einem Esel kommt (jemand) geritten, selig die, die da behämat sind!
     
    Aber, wäre die Erklärung ein wenig anders, weniger „vogelisch“ zB, warum sollte es nicht ‚pelzisch‘ sein? Jüdisches im Pelzerland (wie lange gibt es das denn als Landes-Eigenbezeichnung?) dürfte an die 2000 Jahre alt sein, ist doch römisches Gebiet, nicht? Zumindest bin ich mir (90%) sicher, daß es jüdischen Dialekt im Pelzerland gibt (von Dorf zu Dorf, nehme ich doch an), wahrscheinlich eben älter als die Pelzer? Das weiß ich aber nicht. Immerhin, so ist’s wohl, leitet sich das Wort Pfalz selbst von der Römersprach (Palatium?) her, aber wann war die Pfalz, also jene, die Pfalz?
    Ich red kein Schmus, dies ist kein Stuß, ein freundliches Wort, ein bescheidenes Fragen.
     
    „…aber mir ist nie aufgefallen, dass Herr Strauss-Kahn wohl jüdische Wurzeln hat…“
     
    Hm, mir ist es auch erst aufgefallen, als ich es auf einer Nazi-Seite las, aber ich bin nicht sehr „alltagsbelesen“, will sagen, ich habe eigentlich zum Thema so gut wie nichts gelesen, und wenn Ramona (siehe auch ihren Kommentar) es sagt, dann wird es schon stimmen. Ihr link „tagesschau“, ihr Verweis, das sei mainmedia, wer will widersprechen?
     
    „Erleichterung“, verstehe schon;… es scheint -vielleicht- manchen ein bischen daneben, wenn ich den Artikel also assoziiere mit dem gewohnheitsmäßigen „Israelbashing“ (was ein krudes Wort!), dann dürfte ich nicht allzuweit entfernt sein von dem, was die Kernthematik ist.
    Es geht darum Juden zu verleugnen, zu verbrämen, zu verhetzen, ihnen Übles anzuhängen, sie mit Schmutz zu bewerfen und zu rufen: „Seht, ein Schmutziger!“
     
    Den Nazi hat’s schir gefreut, einer von uns, der mit Schmutz beworfen werden kann, und alle von uns, wenn es nur „Israel“ heißt.
    Also, was soll’s, nebbich, es gibt Narren und es gibt jene Narren!
     
    Und was Du zum Koks sagst, das ist schon unfair, stimmt. Ausnahmsweise hatten wir hierzulande mal wieder ein wenig Winter, aber insgesamt muß man eben schauen, wo der Schnee herkommt.
    Selbst ist der Mann!
     
    Und gegen Bajuwaren zu greinen unterliegt dem Volksverhetzungsparagraphen, nicht?
    Andererseits, wäre schade, wie soll man sich sonst einen Spaß auf „Türken“ in (oder bei) Deutschland machen?
    Aber ich denke, Robert geht es nicht zu sehr um „diese Bayern“, trotz deren „guten Boden für Nazi-Frucht“, sondern um „uns“ Deutsche allgemein, und „unser“ immerwährendes „Wegsehen“.
    Wenn ein Deutscher sagt „nie wieder!“, dann könnte ich einfach nur noch kotzen!
    Hat nichts mit „unserem“ kozen zu tun…ne, ne, vulgo very vermin!
    Direkt aus dem „Kinderziergarten“…weiß aber nicht, wie Blue Baju oder der Pruzze es nennt.
     
    Ansonsten halte ich’s mal mit Werner Jurga: „wachsam bleiben!“
     
     
     
     
     
     

  16. Die Freude ist ganz meinerseits, jim!
     
    Zum Thema Medien mag ich nur anspornend sagen, daß ich etwas resigniert bin.
    Wir haben „unsere“ blogs, die stets darauf aufmerksam machen, welche Verleumdung in deutscher „Qualitätspresse“ vorrangig gegen Israel&Juden betrieben wird, aber der Zustand ist eben, daß die Massen sich an der Nase herumführen lassen.
     
    Die Presse ist „frei“, zumindest frei, sich ihrer „Hauskultur“ gemäß zu allem Möglichen zu äußern, frei zu manipulieren, frei Meinungen zu erzeugen, frei also, nicht ‚objektivierend‘ zu informieren, sondern Stimmungen ‚für und wider‘ zu erzeugen. Strauß-Kahn ist Jude: Nieder mit den Ostpreußen! (Masuren nehmen wir raus, ist doch klar!)
     
    Zum Thema ‚Israel‘ gibt es leider eine verstörende Einmütigkeit, da ist selten mal was von „Konkurrenz“ zu verspüren. Sogar die Politik ist da ganz einmütig, wie zB in dem Bundestags-Beschluß gegen Israel bezüglich der „MaviMarmara-Angelegenheit“ sich zeigte.
    Verstörend indes ist es, weil es so offensichtlich verlogen ist, was da zum Thema geäußert wird, verstörend auch, weil Presse eben nicht von „Idioten“ betrieben wird, sondern von Menschen, die durchaus in der Lage sind, sich ein differenziertes Bild zu schaffen um entsprechend „gerechter“ von Israel zu berichten. So gern ich es wollte, Intelligenz kann man diesen Leuten wohl nicht absprechen. So mag es doch, wenn nicht ein Fehlen selbst, ein irrgeleitetes Herz sein…
     
    „dabei könnte alles so einfach sein, …“
     
    Wir sollten nie aufhören zu träumen, wo ein Herz da ist ein Sehnen, letztlich ist es der Gute Wille für eine gute Sache, der uns mindestens hoffen läßt – ‚alles wird gut‘-beseder.
    Die Religion indes klammere ich mal aus, das ist ein weiteres, ein privates, ein inneres, es ist nicht bestimmt, um über die Menschen geworfen zu werden, wie ein Schleppernetz der Fischer die Fische den bescheidenen Anglern wegfischt.
    Es sind Menschen, die über ihr Handeln und ihre Absichten entscheiden, jeder für sich unter Seinen Augen, nur Er gibt uns diese Freiheit, Segen und Fluch, Trauer und Freude, so ist unser Leben auf Erden, möge unser Wort auf diesen Seiten ein gutes sein und nicht dienen, den Menschen (ohne Not) zu verletzen!
     
    Es ist das Herz, daß uns gutes Maß ist über Recht und Unrecht, und es ist der Verstand, der es uns ermöglicht zu bedenken, daß auch unser Gegenüber ein „Herz“ ist, und doch, so einfach ist die Sache eben nicht: Aus- und Eingrenzer, sie scheren sich nicht um den Schaden, den sie anrichten, aber selbst das ist nicht so einfach; wir sind begrenzt, im Verstand, in der Kraft, Gefangene unserer Leben, wir grenzen schon aus durch unsere eigene Eingegrenztheit.
    Aber eines darf ich Dir sagen, was ein Außenseiter ist, wie er sich fühlt, was er erduldet, wir mögen es alle sein, irgendwie, ich weiß es, Genuß und Qual. Ja, die Freude ist meinerseits.
     
    Gerne teile ich dies mit Dir und anderen Freunden hier, und doch ist auch das eingegrenzt, in inniger Umarmung mit der Trauer, so wie Nacht und Tag die Einheit bilden, dem wir im Kalender mit simpler Zahl die Bedeutung nehmen, dabei gibt es keine simple Zahl, wir grenzen uns auf den Alltag ein, machen aus Wert unwert, wir werden Zeuge davon, wie die Lüge zu Wahrheit erklärt wird, wo das Rechthaben in Machtbegehr siegt über das Recht der Unschuld.
     
    Nu, was schreib ich für ein Schmonzes (und „scusi“, ich komm Dir auf die Schlicha, ich bin durch Scytale etwas beeinflußt, etwas albern, wer spricht heute noch jüdisch?), die Welt ist voller böser Menschen, wir sind nicht besser oder schlechter, aber sie sind jene, die sich nehmen ohne Rücksicht, die nicht widerstehen, wo sie widerstehen sollen, ihr Lohn ist Gold im Geifer ihrer Gier, schimmerndes Geschmeide „beweist“ ihre „Unschuld“, denn der Mensch läßt sich leicht blenden und sieht, es ist Unrecht und sagt es ist Recht.
     
    Wahrscheinlich mag so mancher nun denken: „was a Narr!“, so sei es, so mag es sein, gäbe es doch nur mehr Narren, die der Welt den Spiegel vorhalten, daß der Gierige nicht mehr vor und an Blinden treiben kann, was er treibt.
     
    Was aber ist die Absicht der Medien, wenn sie so schamlos und kalt ihre Lügen verbreiten gegen unser Land in der Ferne, wie können sie es wagen, gegenüber uns, den Deutschen!
     
    Mögen wir schreien oder schweigen, Nacht für Nacht spreche ich es aus: „höre unseren Schrei, Du, dem Verborgenes kund ist…“
    Heute ist ein Tag , 22.Ijar, so lerne ich, zur Bestätigung unserer Gebote, in unserem, jetzigen, romanischen Kalender ein Tag zu früh, nuja, Schabbes ist uns anbefohlen wenn Schabbes ist. Natürlich, „Anbefohlen“ bedeutet „Anempfohlen“, wir entscheiden, jeder für sich vor sich.
    Was gut ist bleibt gut, was übel ist ist übel.
    So einfach ist das.
     
    Take care and good luck, jim!
     
     
     
     
     
     

  17. Wie sehr ist doch unser gesellschaftliches Leben von Ostpreußen geprägt! Und das Privatleben. Das Sexualleben.
     
    Beate Uhse-Köstlin (* 25. Oktober 1919 in Wargenau bei Cranz, Ostpreußen; † 16. Juli 2001 in St. Gallen, Schweiz; eigentlich Beate Rotermund-Uhse, geborene Köstlin) war eine deutsche Pilotin und Unternehmerin.
    Sie war Deutschlands erste und einzige Stunt-Pilotin und gründete nach dem Zweiten Weltkrieg den ersten Sexshop der Welt. Heute ist die börsennotierte Beate Uhse AG der deutsche Marktführer im erotischen „Zubehörhandel“. Nach ihr wurde der Erotikkanal Beate-Uhse.TV von Sky benannt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Beate_Uhse

  18. …aber er vergisst mal wieder ganz Karl Valentin, dessen Werke jede Untat des bayrischen Volkes vergessen lässt
     
    Valentin, Karl in Ernst Klee, Das Kulturlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt a.M. 2007:
    „… Sarkowicz: „Valentin biederte sich den Mächtigen an, verfaßte Bittschriften, führte immer wieder Hitler als Kronzeugen für seine Wünsche an und beschuldigte Kollegen, seine Sketche zu kopieren.“ Schrieb am 25.7.1937 einem Produktionsleiter der Tobis-Filmkunst, daß Heinz Rühmanns (erste) Frau „nicht arischer Abstammung“ sei: „Soll ich mich auch noch scheiden lassen und eine andersrassige Dame heiraten?“…
     
    Weitere, extrem zweifelhafte, Charakterzüge dieses „begnadeten Künstlers“ sind der biografischen Literatur u.a. jener zu seiner Partnerin Liesl Karlstadt (die in Valentins Schatten stehend bis heute viel zu wenig gewürdigt wird) zu entnehmen.
    Besonders kritisch urteilte übrigens Eugen Roth über K.V.
     
    Wikipedia und die meisten anderen Internetquellen verschweigen diskret Valentins Denunziantentum im NS, seinen Sex mit Minderjährigen, die Lügen und Betrügereien mit denen er das Geld seiner Partnerin durchbrachte usw., denn am Bild dieser bayerischen Ikone, die schon von Goebbels und Brecht in höchsten Tönen gelobt worden war, soll kein Makel kleben. ‚Wir‘ haben ja nur ihn.

  19. Ramona Ambs´Artikel und dann auch Robert Schlickewitz´ gewiss nicht volsständige Liste gebürtiger Ostpreußen haben mir die Augen geöfnet. Wie sehr ist doch unser gesellschaftliches Leben von Ostpreußen geprägt! Und das Privatleben. Das Sexualleben. Und alles. Dies ist uns allen doch viel zu wenig bewusst. Einerseits faszinierend, diese Ostpreußen. Andererseits schon irgendwie unheimlich. Ob die nun alle ständig notgeil sind oder nicht, klar dürfte doch sein: irgendwie stecken die doch alle unter einer Decke, diese Ostpreußen. Ich kann nur sagen: wachsam bleiben!

  20. A.Mor
    In dem obenstehenden Artikel ging es doch nie um `Israelbashing` oder habe ich da einen wichtigen Teil der Diskussion verpasst? Frau Ambs ging es doch vielmehr darum, dass ihrer Meinung nach die Religionszugehörigkeit Herrn Strauss-Kahns, die tatsächlich mit dem ganzen Schlamassel (übrigens ein Wort jiddischen Ursprungs für unsere Hobbyethymologen) nichts, aber auch wirklich gar nichts zu tun hat, in den deutschen Medien zu sehr herausgekehrt wurde. Keine Ahnung mittels welcher Medien Frau Ambs sich informiert, aber mir ist nie aufgefallen, dass Herr Strauss-Kahn wohl jüdische Wurzeln hat, bis ich es hier gelesen habe und es ist mir ehrlich gesagt auch gleichgültig. Vielleicht – dies würde mich irgendwie erleichtert fühlen lassen – stand es ja in den von mir genutzten Kommunikationsmitteln und ich habe es schlichtweg übersehen bzw. überhört.

    Recht gebe ich insbesondere meinem Nachredner Jim, der an die Causa Friedmann erinnert. Hier wurde allerdings wohl ein antisemitischer Reflex des kollektiven Unterbewusstseins der Deutschen bedient, wobei völlig vergessen wurde, dass Herr Friedmann mit Zwangsprostituierten verkehrte. Es war auch eine Schande für das deutsche Rechtssystem, dass Friedmann nicht deswegen, sondern nur wegen seines Kokainbesitzes verurteilt wurde.

    Als Pfälzer muss ich ihm jedoch vehement widersprechen. Der Ausdruck stammt aus meiner schönen Heimat und hat keineswegs jiddische Wurzeln: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/B#Beh.C3.A4mmert_sein.

    Und weiter macht es mir meine Herkunft leicht, die schlickewitzsche Abneigung gegen die Bajuwaren zu verstehen, aber er vergisst mal wieder ganz Karl Valentin, dessen Werke jede Untat des bayrischen Volkes vergessen lässt.


  21.  
    Freu mich, wieder mal von Dir zu hören, lieber A.mOr.

    Dieser Zustand kann eigentlich nur dann aufhören,wenn dieser Art der Medienmache etwas wirksames auf gleicher Ebene entgegengesetzt wird,aber wer kann das?
     
    Du siehst, es wiederholt sich, dies Thema hatten wir in ähnlichem Kontext schon einmal, dabei könnte alles so einfach sein, …

    Denken,aber mit dem Herzen!

    … siehe Levinas.

    Es ist ein Problem der Trennung, der Ablehnung, der Abgrenzung dem anderen gegenüber, der Ausgrenzung des damit geschaffenen „Außenseiters“, deren Ursachen, Begründungen und dem gleichzeitigen Streben nach Entlastung von daraus erwachsenden Schuldgefühlen.

    Dazu fällt mir regelmäßig Hans Mayer ein, der in seinem Werk „Außenseiter“ die Auffassung vertritt, dass, so lange Frauen, Juden und Homosexuelle ausgegrenzt werden, die Aufklärung als gescheitert anzusehen sei.
     
     
     
     
     
     

  22. —jim—24. Mai 2011 – כ״א באייר תשע״א at 23:56 :
    „Es will und will nicht ankommen in den Hirnen,weder das andere,und das eine schon gar nicht!“
     
    „Es will nicht“ würde ich eher übersetzen wollen als „es soll nicht“.
    Es sind die Schreiber der Artikel, die eine Wirklichkeit projizieren, bzw Zusammenhänge konstruieren, die eben so manchen (wie uns) die Freude verhageln.
    Das bekannteste „unserer“ Sphären dürfte wohl das „Israelbashing“ sein, wie es deutsche Medien im Allgemeinen wider aller historischen Faktenlage betreiben, „Israelbashing“, habe es gerade als Begriff mal übernommen, es sollte in „unserem“ allgemeinverständlichen deutsch ruhig auch im Deutschen benannt sein, es ist ‚Verleumdung‘.
     
    „Es will nicht“, nein, „es soll nicht“, es wird von den Medien daran gearbeitet, den potentiellen Leser bestimmte Sichtweisen auf alles mögliche in der Welt vorzukauen. Die meisten Leser haben jedoch weder Zeit noch Vermögen, um die Nachrichtenlage kritisch zu hinterfragen.
    Gerade in Deutschland existiert häufig so ein seltsames „Grundvertrauen“, es geht circa so: „Wenn die das sagen (die Medien „XY“), dann wird das schon stimmen“
    Auf diese Weise sind Deutsche hinsichtlich Israel/Juden gewissermaßen „konditioniert“.
    Und richtig bitter wird es dann, wenn die Medienverantwortlichen ihr Tun damit begründen, daß der Leser solche „israelkritischen“ Beurteilungen (wie gesagt, ich nenne es „Verleumdung“) erwarte.
    Der Medienverantwortliche tut dem Leser also „dienen in vorzüglicher Weise“.
     
    Das ist eine Unverschämtheit, wie man sie letztlich auf ganz vielen Ebenen findet.
    Es wird etwas übles getan, aber die Verantwortung wird an die „Opfer“ (in diesem Fall den manipulierten Leser) abgeschoben.
    Auf diese Weise, lieber jim, habe ich nochmal „sehr leicht“ Deinen zweiten Standpunkt (die unerwähnte Tragödie: „…die Nichtwahrnehmung des Objekts,des traumatisierten Opfers…“ ) angeschliffen.
     
    Tja, trotzdem, jim, wenn Du schreibst „es will nicht“, dann hast Du auch recht, denn es liegt in der Verantwortung des Lesers sich gegen bewußt herbeigeführte Verblödung aufzulehnen.
    Dann wiederum, wir, so mancher von uns, trauen dem Leser viel mehr zu, als er tatsächlich erbringen kann. Wir trauen ihm „intellektuelle Ebenen“ zu, die ihm ganz einfach fremd sind.
    Die meisten Leser sind keine Akademiker, „Intelligenzler“, Genies (oder ähnliches), und selbst etliche Akademiker (usw) lassen sich allzuleicht zum Blödsinn verführen.
     
    Dieser Zustand kann eigentlich nur dann aufhören, wenn dieser Art der Medienmache etwas wirksames auf gleicher Ebene entgegengesetzt wird, aber wer kann das?
    Die erste Schwierigkeit ist schon, daß der „Markt seine Anteile“ auf dem Feld bereits vergeben hat.
    Die „Kritik an Juden“ gehört dabei zur etablierten Methodik.
     
    Deutschland, und jetzt bin ich mit Deinem Satz wirklich vollumfänglich einverstanden, will einfach nicht akzeptieren, welche Verantwortung es trägt aufgrund der historischen Ereignisse, wie sie nun einmal sind.
    Du, jim, und ich hier wohl auch (usw), und ohne uns zu verleumden, Du bist ein „einsamer Rufer in der Wüste“…

    • Noch eine Anmerkung zum Artikel.
      Erstens, am Titel erkannte ich schon, daß es sich um Ramona handelt, ist nur lieb gemeint.
      Zweitens, als ich die ersten Absätze las, da kam mir zunächst der Gedanke, daß so mancher in Deutschland es kritisiert, daß der „migrantische“ Hintergrund bei etlichen Straftätern nicht genannt wird.
      Daß es sich dann um Strauß-Kahn handelt, hatte ich nicht (unbedingt) erwartet. Da komme ich mir ja an der Nase herumgeführt vor, oder was bedeutet „behämmat“ nochmal…?
       
      Und, ohne aufdringlich/naseweis erscheinen zu wollen (gegenüber jenen, die sich nun fragen, was „der da“ schreibt), wir alle wissen, daß wir jemanden als „behämmat“ bezeichnen, den wir für „blöde“(usw) halten. Wieviel Jüdisches im Deutschen steckt, ist vielen Menschen hierzulande wahrscheinlich nicht bekannt. „Behämmat“ ist so eines, man mag es übersetzen als „dumm wie Vieh“, und wen führt man „allgemein“ an der Nase herum?
       
      Nuja, ist schon lustig mit der Sprache…
      Und alle in Deutschland, die was gegen Juden haben, sollten sich vielleicht ihren Sprachgebrauch ganz genau ansehen…

    • Ãœbrigens, danke jim!
      Der Artikel von Karen Duve, wenn auch schon acht Jahre alt, ist sehr gut, sollte unbedingt gelesen werden und sollte zum Nachdenken anregen.
      Jedoch, Karen Duve deutet es selbst an, hier paßt dann wieder Dein Satz:
      „Es will und will nicht ankommen in den Hirnen…“
       
      Karen Duve hat auch einen Satz dieser Art im Artikel:
      „Es gibt eine menschliche Neigung, hinsichtlich unserer inneren Maßstäbe und moralischen Grundsätze Kompromisse zu schließen, wenn wir etwas sehr gern wollen.“
       
      Denken, aber mit dem Herzen!

  23. Dieser Artikel war als Witz gemeint, ja?
    Bitte, bitte…
    Frau Ambs hat ja schon öfter ihre etwas merkwürdige und oft unsachliche Meinung kundgetan
    aber dieses Pamphlet kann ja nur lustig gemeint sein….oder?

  24. Das war schon immer ein Ärgernis, besonders auch beim Michl Friedmann, damals, 2003. Du konntest dich aufregen sosehr und wie du auch wolltest, hinschreiben, dich beschweren und schimpfen, dich auf den Kopf stellen, allein es half alles nix, es kam immer und immer wieder: „Michael Friedman, Vizepräsident des Zentralrates der Juden“, und dann, später: „Michael Friedman, Ex-Vizepräsident des Zentralrates der Juden“, ganz so, als hätt der gar kein andern Job gehabt, der Typ!
     
    Das, Leute, das hat nen Grund, und – natürlich kennen wir ihn, den Grund.
     
    Okay! Nun, bei der ganzen Sache gehts aber auch noch um etwas anderes, kaum erwähnt, hingenommen, als normal empfunden – die Rolle der Frau, besser, die Nichtwahrnehmung des Objekts, des traumatisierten Opfers in solchem Zusammenhang – irgendwie, selbstverständlich, eigentlich. Und das ist mindestens genau so bitter.
     
    Bei Friedman hat es Karen Duve auf den Punkt gebracht:
     
    „Der eigentliche Skandal ist, dass uns in der Diskussion über Michel Friedmans Verhalten etwas als menschlich, allzu menschlich verkauft werden soll, was zutiefst unmenschlich ist. Wenn das endlich einmal in den Hirnen ankäme, hätte der umstrittene TV-Moderator – wenn auch nur in der undankbaren Rolle als Fallbeispiel – mehr erreicht, mehr aufgeklärt und aufgewühlt als in seiner ganzen bisherigen Laufbahn.“
     
    Wir wir alle wissen, und aktuell nun zum wiederholten Male bestätigt bekommen, hats an Fortschritt, diesbezüglich, nichts, aber überhaupt nichts gebracht.

    Es will und will nicht ankommen in den Hirnen, weder das andere, und das eine schon gar nicht!
     
     
     
     
     

  25. Also ICH hab erst von seiner Religion Kenntnis erhalten, als erklärt wurde, dass er sich nur da und dorthin und zur Synagoge bewegen darf. Mag sein, dass auch die Tagesschau mal darauf hinwies – darauf rumreiten tun die Mainstreammedien jedenfalls nicht.

  26. Eine Frage sei erlaubt: Ist Strauss-Kahn überhaupt ein Jude? Ich meine damit, ob er denn die jüdische Religion praktiziert oder nicht?
    Macht er es nicht, ist er doch einfach ´nur´ ein säkularer Franzose…
     
    Persönlich belustigend fände ich in Folge dann das Licht, welches auf Jene fällt, die sich darüber mokieren, dass Strauss-Kahn als ´Jude´ welcher Herkunft auch immer dargestellt wird, denn in deren Köpfen ist das ´Judesein´ immer an die Gene, das Blut, geknüpt, wodurch sie eine fatale gedankliche Gemeinsamkeit mit den meisten Antisemiten haben.
     
    Ãœbrigens ist mir erst durch die Berichterstattung hier in HaGalil aufgefallen, dass Strauss-Kahn wohl jüdische Wurzeln hat, was seinen deutsch klingenden Nachnamen erklärt. Was dies angeht, hätte er von mir aus auch aus dem Elsaß stammen können…
     
    Abgesehen davon hat diese ganze, leidige Diskussion doch nicht nur eine rassistische, sondern auch eine sexistische Komponente. In diesem Sinne stellt sich mir die Frage, ob denn nicht nur ostpreußische Männer „…sexuell nicht zu befriedigende Monster sind, die sich notfalls mit Gewalt und ohne Rücksicht auf andere das nehmen,was ihnen nicht zusteht“, sondern auch die Frauen? Sollte dies der Fall sein, wird bei meiner nächsten Seánce definitiv Agnes Miegel und nicht wie sonst üblich Sara gerufen.

  27. Manche Schreiberlinge haben eben einen eingebauten Reflex, in jedem Zusammenhang das hervorzuheben, was ihnen im Leben am Wichtigsten ist. Auch wenn für normale Betrachter gar kein Zusammenhang besteht.

    Es gibt auch Leite, die meinen, man müsse ständig und überall unwahre Behauptungen über JCall aufstellen. Dabei stimmt es gar nicht, dass auf der Facebookseite von JCall Links zu Artikeln von oder über Tony Judt, Daniel Barenboim oder Avram Burg gelöscht wurden. Falls es jemanden interessiert, die sind noch da.
    Gesperrt werden manchmal Leute, weil sie Nervensägen sind, wie überall.

  28. Ostpreußen und Bayern, zwei absolute Gegenpole im alten Deutschland, die dennoch einiges miteinander gemein hatten:
     
    – die buntgemischte Herkunft aus zahlreichen verschiendensten deutschen und ‚undeutschen‘ Stämmen
    – bis 1945 waren Bayern und Ostpreußen die bäuerlichst strukturierten Regionen des Reiches
    – die jeweiligen Nationalliteraten, der Bayer Ludwig Thoma und die Ostpreußin Agnes Miegel, sie teilten wohl allerähnlichste Ansichten: Thoma hasste Juden, Sinti und Homosexuelle inständig, während Miegel zum literarischen Aushängeschild des Nationalsozialismus‘ avancierte.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Agnes_Miegel
     
    In einer Hinsicht jedoch verbieten sich Vergleiche: Ostpreußen hat ungleich mehr große Geister und Persönlichkeiten von internationalem Ruf hervorgebracht als Bayern.
    Gebürtige Ostpreußen:
     

    Bernd Altenstein, Künstler
    Hannah Arendt, politische Theoretikerin
    Rainer Barzel, Politiker
    Klaus Bednarz, Journalist
    Leni Behrendt, Romanschriftstellerin
    Oskar Gottlieb Blarr, Komponist, Organist und Kirchenmusiker
    Kurt Blumenfeld, Zionist
    Johannes Bobrowski, Dichter und Schriftsteller
    Otto Boris, Tierschriftsteller
    Otto Braun, Preußischer Ministerpräsident (SPD)
    Lovis Corinth, Maler
    Marion Gräfin Dönhoff, Journalistin und Verlegerin (Die Zeit)
    Erich Dunskus, Schauspieler
    Erich von Drygalski, Polarforscher
    Herbert Ehrenberg, Politiker (SPD)
    Anneli Granget, Schauspielerin
    Hugo Haase, Politiker (SPD)
    Jürgen Henkys, evangelischer Theologe
    Johann Gottfried Herder, Dichter
    David Hilbert, Mathematiker
    E. T. A. Hoffmann, Schriftsteller, Komponist und Musiker
    Arno Holz, Schriftsteller
    Ingo Insterburg, Komödiant und Musiker
    Immanuel Kant, Philosoph
    Hans Hellmut Kirst, Schriftsteller
    Alexander Kolde, Maler
    Käthe Kollwitz, Künstlerin
    Christoph Kukat, Evangelist und Erweckungsprediger
    Udo Lattek, Fußballtrainer und Journalist
    Hans Graf von Lehndorff, Chirurg und Schriftsteller (Ostpreußisches Tagebuch)
    Siegfried Lenz, Schriftsteller
    Albert Lieven, Schauspieler
    Arnold Lyongrün, Maler
    Siegfried Maruhn, Journalist und Autor
    Erich Mendelsohn, Architekt
    Agnes Miegel, Schriftstellerin
    Armin Mueller-Stahl, Schauspieler
    Oskar Negt, Soziologe
    Ernst Neumann, Mediziner (entdeckte 1868 die Blutbildung im Knochenmark)
    Leah Rabin, Politikerin
    Otto Rohse, Typograf, Buchgestalter, Briefmarkenkünstler
    Heinz Sielmann, Tierfilmer
    Fritz Skowronnek, Schriftsteller (Masuren)
    Richard Skowronnek, Jurist, Dramaturg und Schriftsteller
    Arnold Sommerfeld, Mathematiker und Physiker
    Georg Steenke, Architekt, Königlicher Baurat
    Johann Friedrich Steenke, Initiator des ersten See-Rettungsdienstes
    Georg Kardinal Sterzinsky, Erzbischof von Berlin
    Hermann Sudermann, Schriftsteller
    Arno Surminski, Schriftsteller
    Veruschka Gräfin von Lehndorff, Künstlerin
    Hedwig Weiß, Malerin
    Ernst Wichert, Schriftsteller
    Ernst Wiechert, Schriftsteller (Das einfache Leben)
    Wilhelm Wien, Physiker (1911 Nobelpreis)
    Heinrich August Winkler, Historiker
    Hans-Jürgen Wischnewski, Politiker
    Wolf von Lojewski, Journalist (ehemaliger Nachrichtensprecher des ZDF)

     
     
    Danke, Ramona, für diesen Gedankenanstoß.

  29. @Susanne Stephan- vielen Dank für die Information.
    @pmn- ich habe es in mehreren regionalen und überegionalen Zeitungen gefunden. Ich wurde deshalb auch von verschiedenen Personen angeschrieben. Auch die tagesschau konnte es nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, er sei  jüdisch-marrokanischer Herkunft (was ja überdies nicht stimmt!) und er sei in einem schicken Vorort aufgewachsen:
    http://www.tagesschau.de/ausland/strausskahn146.html
    Die tageschau würd ich übrigens durchaus als mainstream-medium bezeichnen….

  30. Ist mir bisher entgangen. Es wird in den Mainstreammedien fast nie auf die jüdische Herkunft von DSK hingewiesen, in den seltenen Fälle – ich habe gerade ein wenig gegoogelt – wird der biographischen Pflicht genüge getan. Siehe die kurze Formulierung „enstammt einer jüdisch-marrokanischen Familie“.
    Lediglich jüdische Zeitungen und  Websites sowie die offen antisemitischen thematisieren das.
    Ich schätze mal, da liest man wirklich mehr über die Ostpreussen und den Sex.
    (Oder über Kachelmann und die katholische Kirche)

  31. Das Problem liegt darin, dass DSK nicht einfach NUR ein übliches politisches Programm–in seinem Fall eben den französischen Kaviar Sozialismus–vertritt, was man ja dann auch anfechten kann, sondern, dass solche Leute wie DSK Judentum und Zionismus immer wieder gleichstellen* und somit dazu beitragen, dass viele Leute den Unterschied nicht mehr wahrnehmen können und in deren Köpfen dann halt Israeli = Israelit, Israelit = Zionist und so weiter schwirren. Warum ist es, dass Leute wie Miko Peled, Avram Burg, der verstorbene Tony Judt und viele, viele mehr nicht von Antisemiten, sondern von Zionisten mundtot gemacht werden? Ich kann nur feststellen, dass, z.B. bei JCall jegliche Links zu Artikeln, wie sie Die Zeit von Barenboim und Judt letztes Jahr veröffentlicht hat, gelöscht wurden. … DSK erntet was er selber sät–stereotypischer, rassistischer, auf Lügen und nationalen Mythen propagierter Schwachsinn.

    *« Je considère que tout Juif dans la diaspora, et donc c’est vrai en France, doit partout où il le peut apporter son aide à Israël. C’est pour ça d’ailleurs qu’il est important que les Juifs prennent des responsabilités politiques. Tout le monde ne pense pas la même chose dans la Communauté juive, mais je crois que c’est nécessaire. Car, on ne peut pas à la fois se plaindre qu’un pays comme la France, par exemple, ait dans le passé et peut-être encore aujourd’hui, une politique par trop pro-arabe et ne pas essayer de l’infléchir par des individus qui pensent différemment en leur permettant de prendre le plus grand nombre de responsabilités. En somme, dans mes fonctions et dans ma vie de tous les jours, au travers de l’ensemble de mes actions, j’essaie de faire en sorte que ma modeste pierre soit apportée à la construction de la terre d’Israël. » (DSK in Passages, n°35, février-mars 1991)

  32. Ich habe mir die Freiheit genommen, den dpa-Redakteur auf diese Sache anzusprechen. Seine Antwort: Nie und nimmer hätte man irgendetwas in einen verkehrten Kontext stellen wollen – es sei nur darum gegangen, zu erklären, warum Brafman ausgerechnet Haaretz sein Interview gegeben hat!

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