Krone-TV: HC Strache in Israel

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Der Film zeigt Strache am israelischen Außenposten beim Gaza-Streifen, in der am meisten beschossenen Stadt Sderot und bei den jüdischen Siedlern in der Westbank. Insgesamt 100 Stunden verbrachte HC Strache in Israel, besuchte gemeinsam mit europäischen Politikern aus dem rechten Lager Schauplätze des israelisch-palästinensischen Konflikts. Bestimmendes Thema der Reise war der Anti-Islamismus…

In der in Österreich sehr erfolgreichen Dokumentationsreihe „Pándi – Politik im Bild“ wird Innenpolitik-Experte Claus Pándi für krone.tv von der Israel-Reise der FPÖ berichten. Pándi begleitete Heinz-Christian Strache auf seiner Reise und krone.tv hat gefilmt und Material für eine „Aufreger-Doku“ gesammelt, so eine Pressemeldung der „Krone Multimedia“. Sogar einen Teaser hat man bei der Krone angelegt.

Wie diese sonderbare Reise zu bewerten ist, will Pándi im Interview mit dem israelischen Star-Autor Tom Segev (u.a. Autor der jüngst erschienen Biografie über Simon Wiesenthal) klären. Die im Stil des auf laufenden Pándi-TV-Blogs gestaltete Sendung hat bereits im Vorfeld erhebliche Aufregung verursacht. Aus einigen politischen Lagern ist schon gegen die Berichterstattung über die Strache-Reise interveniert und polemisiert worden – vergeblich. Die Doku sehen sie heute, Dienstag, um 22:35 Uhr auf Puls4 und ab 22.12. im www auf krone.tv.

Die Reise war auch der JAWZ einen Kommentar wert, wo Michael Wuliger (Ausg. 16-12-2010) meint: … „Gewiss, akuter und physisch gefährlicher als der traditionelle Antisemitismus der europäischen Rechten ist derzeit der neue Judenhass unter Muslimen, ob im Nahen Osten oder in Göteborg, London und der Pariser Banlieu. Aber man muss es deshalb nicht den aus Algerien vertriebenen französischen Juden nachmachen, die aus purem Hass auf Araber seit Jahrzehnten Le Pens so antisemitische wie antimuslimische Front National wählen. Abgesehen davon, dass sie sich politisch damit selbst ins Knie schiessen, ist das auch eine Frage der Selbstachtung. Mit bestimmten Leuten gibt man sich nun mal nicht ab. Politik schafft seltsame Bettgenossen, sagt ein englisches Sprichwort. Aber deshalb muss man nicht gleich Perversionen praktizieren“.

10 Kommentare

  1. Breghaus, was versuchen Sie hier zu verzapfen? FPÖ Funktionäre haben noch vor kurzer Zeit vorgeschlagen, Österreich solle die diplomatischen Kontakte zu Israel abbrechen. Es erschienen jede Menge antisemitischer und antiisraelischer Artikel in der von Andreas Mölzer herausgegebenen Wochenzeitung „Zur Zeit“.
    Die FPÖ hat lanhge Zeit den Holocaustverharmloser Rabbinerdarsteller M.A. Friedman – der sich an der Holocaustleunerkonferenz in Teheran beteiligt hat, unterstützt.
    Und versuchen Sie die Diskussion sachlich zu führen, und nicht persönlich zu werden. Denn wenn Sie ausgerechnet mich ins islamistische Eck stellen wollen, dann machen Sie sich lächerlich.
     
     
     

  2. „Signal an eigene Nazis“
    Anfang Dezember besuchte der FPÖ-Chef gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Andreas Mölzer und dem Wiener Landtagsabgeordneten David Lazar die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem bei Jerusalem – eine der bedeutendsten weltweit, die an die sechs Millionen jüdischer Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Beim Betreten trugen Strache und Delegierte wie vorgesehen eine Kopfbedeckung – allerdings keine jüdische Kippa oder ein neutrales Stück Stoff, wie es bei Gästen allgemein akzeptiert wird. Sie gedachten der jüdischen Opfer unter sogenannten „Biertönnchen“ : Einer Kappe schlagender, deutschnationaler Burschenschaften, versehen mit dem „Vandalia“ -Zirkel, bei dem Strache seit seinem 15. Lebensjahr Mitglied ist.
    In Österreich wird sein Auftritt als „Schenkelklopfer“ gefeiert, berichten rechte Burschenschafter dem Standard. In dieser Aktion sehe man eine bewusste Provokation der Juden – sei es doch eine Persiflage auf den jüdischen Brauch der Kippa. Intern kursiere das Video, das Strache mit Burschenschafterkappe zeigt.“Kotzübel“ sei ihm bei den Bildern geworden, kommentiert Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, die Kopfbedeckung der FPÖler. Er deutet das als ein „Signal an die Nazis in den eigenen Reihen: Ich fahre zwar nach Israel – aber mit Biertönnchen auf dem Kopf.“ Mit dem Auftritt sei eine der heiligsten Stätten des Holocaust entweiht worden; die Israelis hätten keine Ahnung, was für ein „böses Spiel“ mit ihnen getrieben werde…
    http://derstandard.at/1292462481205/Strache-Biertonnen-und-das-Heilige-Land

  3. Auch im Gespräch mit Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler bekannte er sich zu Volk und Boden…
     
    Auf Initiative von Gerhard Dörfler wurde zum Gedenken an Jörg Haider am 25. Jänner 2009 die Lippitzbachbrücke in Jörg-Haider-Brücke umbenannt. [8]
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_D%C3%B6rfler

    Exil-Juden und Heim-Nazis
    25. August 2009, 18:41

    Die Gelegenheiten, bei denen die FPÖ ihre Affinität zu Antisemitismus und NS-Gedankengut beweist, sind kaum mehr zu zählen
    Die Grundkonstante der österreichischen Politik lautet: Bis zu 25 Prozent der österreichischen Wähler geben ihre Stimme einer Partei mit stark rechtsextremen, antisemitischen und NS-nostalgischen Zügen. Die FPÖ wurde nie ganz konsequent ausgegrenzt. Manchmal wird diese Partei in die Regierung hineingenommen – 1983-1986 von der SPÖ, 2000-2006 von der ÖVP. Jedes Mal erweist sich dabei ihre Regierungsunfähigkeit. Macht nichts, sowohl in der SPÖ wie in der ÖVP gibt es genug Politiker, die aus Schaden dumm werden…
    http://derstandard.at/1250691223181/Exil-Juden-und-Heim-Nazis?seite=4

  4.  
    Auswahl rechtsextremer, antisemitischer, rassistischer und europafeindlicher Äußerungen von FPÖ-SpitzenpolitikerInnen
    und -Medien

    http://www.doew.at/projekte/rechts/fpoe/fpoezitate.html
    Haider: Ich habe gesagt, dass die Wehrmachtssoldaten die Demokratie in Europa, wie wir sie heute vorfinden, ermöglicht haben. Hätten sie nicht Widerstand geleistet, wären sie nicht im Osten gewesen, hätten sie nicht die Auseinandersetzung geführt, dann hätten wir…
    profil: Was heißt „Widerstand geleistet“, das war ja ein Eroberungsfeldzug der Deutschen Wehrmacht.
    Haider: Dann müssen wir heute beginnen zu fragen, wie das wirklich war.

  5. Ich bin der Meinung, dass sich Israel ganz energisch gegen diese unappetitliche Vereinnahmung durch eindeutig definierte Rassisten wehren muss, deren einziges Ziel es ist, es, also Israel, zu ihrer menschenverachtenden Hetze gegen unsere muslimischen Minderheiten populistisch demagogisch zu instrumentalisieren und somit – frivol unverschämt – auf ekelhafte Weise zu missbrauchen.
     
    Wie weit die offene Islamophobie in Europa schon fortgeschritten sein muss, ist daran zu erkennen, dass rechte, traditionell antisemitische Parteien wie die FPÖ tatsächlich und unbestreitbar eine ist, nun den Schwenk in Richtung „Israelsolidarität“ und Muslimenhass zu vollziehen suchen. Dies wird ganz offenbar als neues Erfolgskonzept gesehen.
     
    Ob dieses neue Konzept allerdings, speziell in Österreich, wo die Ambivalenz gegen alles Jüdische besonders stark ausgeprägt, der Antisemitismus auf weiten Strecken nahezu genetisch von Generation zu Generation weitergegeben, strukturell und stets präsent ist – erinnere nur an die Waldheimdebatte, ein von der ÖVP zu verantwortender Skandal und doch, zumindest innenpolitisch, ein Triumph gegen die „Ostküste“ – erfolgreich sein kann, steht auf einem anderen Blatt.
     
    Spannend aber wird es sein zu beobachten, was in dieser obskuren Populistenbewegung FPÖ die Oberhand gewinnen wird – die tradierte Ablehnung „des Juden“ oder die Angst vor einer herbeiphantasierten Durch- bzw. Umvolkung.
     
    Hoch an der Zeit für das restliche politische Spektrum in ganz Europa endlich gegenzusteuern. Jeder Erfolg dieser verlogenen Chauvinisten spiegelt dessen Versagen überdeutlich wider.
     
    Jedenfalls wäre Israel gut beraten sich offiziell und nachdrücklich von dieser rechtsextremen europäischen „Bewegung“ zu distanzieren, bis hin, für die Zukunft ein Einreiseverbot zu erwägen, denn – der Schaden, den solche Leute, und zwar auf allen nur denkbaren Ebenen für Israel anrichten können – wenn man sie lässt – ist offenkundig.

  6. Jetzt aber langsam, Herr Pfeifer. Niemand unterstützt Israel so, wie die FPÖ. Denken Sie an die Lesungen mit Ihren Freunden aus Deutschland, die die FPÖ unterstützt hat.

    Der Zionismus ist eine nationale Bewegung, eine konservative, wenn Sie so wollen, lieber Herr Pfeifer. Eine auf Volk und Heimat bezogene, nennen Sie es völkisch, wenn Sie wollen.

    Auch der israelische Vizeminister Ayoob Kara (Likud) sieht das so. Er hat, als Nichtjude, kein Problem damit. Wo ist Ihr Problem?

    Kara bezeichnet die FPÖ und ihr Programm als ausdrücklich „KOSCHER“. Soll wohl so was wie „GUT“ bedeuten. Nun, so sagt Israels hochoffizieller Vertreter. Oder ist der Likud nicht koscher? Sagen auch Sie, der Likud sei faschistisch? Na dann brauchen wir nicht weiter reden.

    Sind es Ihre Islamkontakte, oder was hindert Sie daran zu erkennen, was richtig ist???

    Man hört, der israelische Vizeminister sei entschiedener und stolzer Unterstützer der rechten jüdischen Siedler. Auch im Gespräch mit Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler bekannte er sich zu Volk und Boden und dem ewigen Anspruch der Siedler auf Land und Heimat. Was wollen Sie? Ein judenreines Hebron???

    Besonders begeistert war natürlich David Lasar, der die freiheitlich-israelischen Treffen mit seinen Likud-Kontakten eingefädelt hatte. Es ist also weniger Liebermann als Netanyahu Partner von Mölzer und Strache.

    Wollen Sie jetzt auch Netanyahu als rechtsgerichtet bezeichnen? Wer unterstützte Israel in der Gaza-Flotten-Krise? Der Likud weiss wie man Freunde behandelt. Wie man Feinde behandelt hat er auch schon gezeigt. Stichwort Türkenbotschafter am kleinen Schemel. Alle Achtung! Das nur nebenbei.
    Da können Leute wie Sie und Ihre Links-Kontakte noch einiges Lernen.

  7. Aus aktuellem Anlass:

    Biographische Angaben zu
    Andreas Mölzer

    Nach seinem erfolgreichen Vorzugsstimmenwahlkampf (Mölzer „allein gegen die Linke“ ») ist Andreas Mölzer freiheitlicher EU-Abgeordneter.

    geb. 1952
    Studium der Geschichte und Volkskunde in Graz
    Mitglied des Corps Vandalia in Graz

    1983-1990Schriftleitungsmitglied der rechtsextremen Zeitschrift Aula

    1984befürwortet in einem Artikel in der rechtsextremen Deutschen Wochen-Zeitung die Gründung von Otto Scrinzis National Freiheitlicher Aktion (NFA)

    1985 – Ende 1990Chefredakteur der FPÖ-Zeitung Kärntner Nachrichten (KN)

    1985Referent bei der 20. Politischen Akademie der rechtsextremen Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP) und beim neonazistischen, 1999 wegen NS-Wiederbetätigung aufgelösten Verein Dichterstein Offenhausen

    Interview in der rechtsextremen Deutschen National-Zeitung (47/1985)

    1986 und 1987Referent bei der deutschen rechtsextremen Gesellschaft für Freie Publizistik e. V.
    Mitglied des Autorenkollegiums der Deutschen Monatshefte (bis 1982 Klüter Blätter)

    1987In den Kärntner Nachrichten vom 24. 4. 1987 wird eine Rezension über das Buch „Die Diffamierten“ (Geschichte des Reichsarbeitsdienstes) veröffentlicht, deren Inhalt den Verdacht einer strafbaren Handlung nach § 3g Verbotsgesetz bzw. nach Art. IX Abs. 1 Z 7 EGVG begründete:
    „Nach Vernehmung des Chefredakteurs der ‚Kärntner Nachrichten‘, Andreas Mölzer, der sich als Alleinverantwortlicher bezeichnete, legt die Staatsanwaltschaft Klagenfurt die Anzeige wegen § 3 g Verbotsgesetz gem. § 90 StPO zurück.
    Im Zuge des von der Bundespolizeidirektion Klagenfurt gegen Andreas Mölzer eingeleiteten Verwaltungsstrafverfahrens wird dieser wegen Ãœbertretung nach Art. IX Abs. 1 Zi. 7 EGVG mit S 3.000,- rechtskräftig bestraft.“
    (Beantwortung der parlamentarischen Anfrage der Abgeordneten Anschober, Freunde und Freundinnen durch Bundesminister Dr. Franz Löschnak, 17. 4. 1992, Nr. II-5610 der Beilagen zu den Stenographischen Protokollen des Nationalrates, XVIII. Gesetzgebungsperiode.)

    1988,1990,1992Referent im als „rechtstendenziös“ eingestuften Neuen Klub

    1989Kandidat der FPÖ bei den Kärntner Landtagswahlen

    1990Herausgabe des Haider-Jubel-Buches „Jörg! Der Eisbrecher“

    Anfang 1991im Auftrag Jörg Haiders „Grundsatzreferent“ in der Bundesparteizentrale der FPÖ, gleichzeitig im Rahmen des Freiheitlichen Bildungswerkes Betreuer des historisch-ideologischen Schrifttums der FPÖ

    1991Verleihung des Joseph-Hieß-Gedenkpreises bei einer Tagung des neonazistischen Vereins Dichterstein Offenhausen

    Juni 1991Bundesrat

    Herbst 1991″auf persönlichen Wunsch Jörg Haiders“ Bestellung zum „politischen Gesamtverantwortlichen“ des Freiheitlichen Bildungswerkes (siehe dazu: Aula 11/1991)

    Februar 1992Referent bei einer Veranstaltung des Freiheitlichen Akademikerverbandes zum Thema „Nationale Identität und multikulturelle Gesellschaft“. Die Zeitung Der Standard (13. 2. 1992) berichtete dazu:
    „Mölzer befürchtet vielmehr, dass die deutsche Volks- und Kulturgemeinschaft in der BRD und in Österreich ‚erstmals in seiner tausendjährigen Geschichte‘ vor einer ‚Umvolkung‘ steht. Bisher sei die ‚biologische Potenz der Deutschen‘ immer stark gewesen, ‚um assimilierender Faktor zu bleiben‘. Jetzt aber sieht Aula-Mitarbeiter Mölzer einen ‚überalterten und schwächeren Volkskörper, der dynamischeren Zuwanderern gegenübersteht‘. Daher dürfe nicht eine ‚amorphe Masse‘ Aufnahme finden, die Menschen sollten ‚bereits im Ausland‘ überprüft werden. Sonst könnte ‚eine ethnische, kulturelle Umvolkung‘ erfolgen.“

    Herbst 1993nicht mehr Leiter, sondern nur mehr Vorsitzender des Kuratoriums des Freiheitlichen Bildungswerkes, Verlust des Bundesratssitzes

    1994gemeinsam mit Lothar Höbelt und Brigitte Sob Herausgeber eines „Jahrbuchs für politische Erneuerung 1995“ im Freiheitlichen Bildungswerk mit dem Titel „Freiheit und Verantwortung“. Zu dem darin enthaltenen Artikel von Werner Pfeifenberger („Internationalismus gegen Nationalismus – eine unendliche Todfeindschaft?“) wird in einem Gerichtsurteil der Einschätzung eines Journalisten, dieser Text enthalte „Nazitöne“, Recht gegeben.

    1995Rückzug aus der Aula

    1995-1997Chefredakteur der österreichischen Ausgabe der deutschen Wochenzeitung Junge Freiheit (JF). Der deutsche Verfassungsschutz attestiert der JF, sie trage zur „Erosion der Abgrenzung zwischen Demokraten und Extremisten […] bei. Sie bietet sowohl Demokraten als auch in- und ausländischen Rechtsextremisten ein publizistisches Forum.“ (Bundesministerium des Inneren (Hg.): Verfassungsschutzbericht 1997. Bonn 1998, S. 121)

    1996als Referent beim Treffen des vom rechtsextremen Langzeitfunktionär Dr. Otto Scrinzi gegründeten Kulturwerks Österreich – Landesgruppe Kärnten angekündigt.

    Seit 1997Chefredakteur der aus der Österreichausgabe der Jungen Freiheit hervorgegangenen Wochenzeitung Zur Zeit. („Österreich neu regieren“: Steuergeld für Vorfeldorgan des Rechtsextremismus »)

    1997In der Ausgabe 7/1997 (5.-11. Dezember) von Zur Zeit veröffentlicht der Theologe Robert Prantner einen Artikel, in dem es heißt:
    „Es wäre eine Verfälschung der Geschichte, etwa bestimmte Ritualmorde zu mittelalterlicher Zeit dem phantasiebestimmten ‚Haß des Nationalsozialismus‘ zuzuschreiben. Auch Verbrechen von jüdischen Menschen an Christen sind beklagenswerte Geschichte, an Kindern, wie etwa dem seligen Märtyrerkind Anderl von Rinn, wie an erwachsenen Menschen zu vorösterlicher Zeit.“
    Prantner macht in diesem Artikel die „Juden“ auch für den Tod Jesu verantwortlich und behauptet zudem eine Bringschuld der „Weltjudenheit“. Seiner Meinung nach weigere sich diese bis heute beharrlich, sich für „durch jüdische Hand“ begangene „Verbrechen“ zu entschuldigen.
    Unmittelbar nach Erscheinen des Artikels, den Mölzer nicht für antisemitisch hält, übermittelt das DÖW eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft und den Presserat. Während Letzterer Prantners antisemitische Ausfälle am 11. März 1998 verurteilt, sieht die Staatsanwaltschaft Wien hierin keine ausreichenden Gründe für die Aufnahme von Ermittlungen wegen des Verdachts der Verhetzung.

    Mai 1997Referent bei der Landtagsfraktion der vom deutschen Verfassungsschutz als „rechtsextrem“ eingestuften Partei Die Republikaner in Stuttgart. (Der Republikaner 6/1997, S. 4)

    1999In der Ausgabe Zur Zeit 23/1999 (4.-10. Juni 1999) erscheint ein Artikel, in dem die nationalsozialistischen Verbrechen grob verharmlost, die Schuld Nazi-Deutschlands am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges geleugnet, Adolf Hitler ein „großen Sozialrevolutionär“ und dessen Stellvertreter Rudolf Heß ein „kühner Idealist“ genannt und der Holocaust, der sich angeblich „nur mehr quasireligiös begründen“ lasse, als angebliches „Dogma“ bzw. als „Mythos“ in Zweifel gezogen werden. Außerdem behauptet der Autor die Unmöglichkeit der „Massenvergasungen mittels Zyklon-B“ in den nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern.
    Aufgrund einer Anzeige des DÖW wird der Autor des Artikels 2001 wegen NS-Wiederbetätigung verurteilt. Das gleichzeitig gegen Mölzer eingeleitete Verfahren wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Verbotsgesetz wird im Jahr 2000 nach dem Abschluss der Vorerhebungen eingestellt. Laut einer parlamentarischen Anfragebeantwortung durch Justizminister Böhmdorfer sei es nicht gesichert gewesen, dass Mölzer den inkriminierten Artikel vor Drucklegung gelesen habe.

    17. 4. 1999Bei einem Treffen „deutscher“ Burschenschafter in Salzburg diskutieren unter der Leitung Mölzers u. a. der in der deutschen Neonazi-Szene aktive NPD-Ideologe Jürgen Schwab (aB! Thessalia zu Prag, Bayreuth und aB! Germania, Graz) und der Chef der deutschen rechtsextremen Partei Die Republikaner, Rolf Schlierer (aB! Germania, Gießen), über die Zukunft der Burschenschaften. (Kadertreffen in Salzburg »)

    1999 – 2001Kulturberater des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider

    2001Referent beim Jahreskongress der rechtsextremen Deutschen Konservativen:
    „Andreas Mölzer, der Kulturbeauftragte Jörg Haiders, und Dr. Andreas Skorlanz, Fraktionsdirektor der FPÖ, haben den Kongressteilnehmern ein klares, sehr informatives Bild vorgezeichnet über ‚Die Entwicklung der FPÖ in Österreich. Beispiel für Deutschland und Europa?'“ (Berliner Brief 37/März 2001)

    Zur Zeit bekommt von der Bundesregierung aus Mitteln der Presseförderung für das Jahr 2001 eine Subvention von ca. 800.000 Schilling

    November 2001Aus Anlass des vierjährigen Bestehens von Zur Zeit versammeln sich unter dem Motto „Europas Rechtsparteien und die Medien“ auf Burg Kranichberg (Gloggnitz/NÖ) Vertreter mehrerer europäischer Rechtsaußenparteien. (Zur Zeit feierte Geburtstag » / Die Euro-Rechte pilgert nach Österreich »)
    Unter der Leitung Mölzers diskutieren:

    Bruno Mégret, Vorsitzender des rechtsextremen Mouvement National Republicain (MNR), einer Abspaltung von Le Pens Front National
    Filip Dewinter, Vorsitzender des rechtsextremen Vlaams Blok
    Alfred Mechtersheimer, Vorsitzender der Deutschland-Bewegung, der im Verfassungsschutzbericht 2003 des Landesamtes für Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen vorgeworfen wird, Positionen zu vertreten, die „Anhaltspunkte für den Verdacht des Vorliegens einer rechtsextremistischen Bestrebung begründen“
    István Csurka, Antisemit und Führer der ungarischen Partei der Gerechtigkeit und des Lebens (MIÉP)

    2002Referent bei einem Treffen der Jugendorganisation des rechtsextremen Vlaams Blok in Tirol

    Referent bei einer von Vertretern der deutschen rechtsextremen Gruppen Gesellschaft für Freie Publizistik (GfP), Deutsche Liga für Volk und Heimat und Nation&Europa-Freunde organisierten Veranstaltung.

    Aufgrund seiner Auftritte bei rechtsextremen Vereinigungen in Deutschland namentliche Erwähnung im Verfassungsschutzbericht 2002 des Landesamts für Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen unter der Rubrik Rechtsextremismus.

    Zur Zeit bekommt von der Bundesregierung aus Mitteln der Presseförderung für das Jahr 2002 eine Subvention von ca. 75.500 EUR

    Teilnahme an einem Treffen von rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien (u. a. Vlaams Blok) in Kärnten

    2003Zur Zeit bekommt von der Bundesregierung aus Mitteln der Presseförderung für das Jahr 2003 eine Subvention von ca. 64.000 EUR

    2004Interview in der vom Parteivorstand der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD), einer eng mit dem Neonazismus verknüpften Organisation, herausgegebenen Zeitschrift Deutsche Stimme (1/2004) zu den Themen „Drittes Lager, Globalisierung und europäische Zusammenarbeit“.

    Interview mit der rechtsextremen Zeitschrift Der Eckart ( 6/2004). Bezug nehmend auf die Frage nach der Rolle der Deutschen in der Europäischen Union sagt Mölzer u. a.:
    „Die europäische Integration war also in ihren Anfängen auch ein Sieger-Projekt der Alliierten, das davon ausging, dass man Deutschland auf Dauer machtpolitisch niederhalten müsste.“

    Ãœber eine Vorzugsstimmenkampagne (Mölzer „allein gegen die Linke“ ») schafft Mölzer bei der EU-Wahl am 13. Juni den Einzug ins Europäische Parlament (21.980 Stimmen). Dort beginnt er umgehend, seine Anstrengungen zur Einigung der Euro-Rechten zu intensivieren.

    2005Am 16. März wurde Mölzer aufgrund ständiger Angriffe auf die Parteispitze in Zur Zeit aus der FPÖ ausgeschlossen. In der Folge kommt es zum Aufstand des rechten, burschenschaftlich dominierten Parteiflügels, welcher im April mit der Abspaltung des BZÖ endet.

    Interview mit Mölzer in der rechtsextremen National-Zeitung (16/2005).

    Mitorganisator eines Treffens europäischer rechtsextremer bis neofaschistischer Parteien in Wien, 11.-13. November (Treffen der Euro-Rechten in Wien »). Neben der FPÖ-Spitze waren Vertreter folgender Parteien und Organisationen bei diesem Treffen anwesend:

    Filip Dewinter vom belgischen Vlaams Belang, die Nachfolgeorganisation des im Jahre 2004 aufgrund anhaltender Verstöße gegen das belgische Anti-Rassismusgesetz behördlich aufgelösten rechtsextremen Vlaams Blok (VB)
    Bruno Gollnisch, stellvertretender Parteivorsitzender des französische Front National (FN)
    Alessandra Mussolini von der Azione Sociale, einem Parteienbündnis, das sich aus drei neofaschistischen Organisationen zusammensetzt: Movimento SocialeFiamma Tricolore (MSFT), Forza Nuovo (FN) und Fronte Sociale Nazionale (FSN). Von der Azione Sociale haben an diesem Treffen noch Luca Romagnoli (Generalsekretär der MSFT) und Roberto Fiore (Mitbegründer der FN) teilgenommen
    Petre Popeanga, stellvertretender Vorsitzender der Großrumänienpartei (PRM)
    Volen Siderov, Vorsitzender der bulgarischen Partei Ataka
    Rafael Lopez, Vorsitzender der spanischen Alternativa Espanola (AES)

    2006Als Referent bei dem vom 28.-30. April stattfindenden Kongress der deutschen rechtsextremen Gesellschaft für Freie Publizistik e.V. (GFP) angekündigt.
    Seit 1983 Veröffentlichungen u. a. in folgenden rechtsextremen Blättern Deutschlands und Österreichs:
    Nation Europa, Deutsche Annalen, Die Kameradschaft, NHB-report (war die Zeitschrift des Nationaldemokratischen Hochschulbundes, einer Studentenorganisation der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands), Junge Freiheit, Staatsbriefe, Aula.

  8. Jetzt würde ich aber doch gerne mal wissen, worauf sich der Vorhalt des „Antisemitismus“ gegenüber Andreas Mölzer eigentlich stützt. Etwa auf seine Stimmenthaltung im Januar 2005 bei dieser Abstimmung über die Entschließung des Europäischen Parlaments zum Gedenken an den Holocaust sowie zu Antisemitismus und Rassismus anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz-Birkenau?
    Nicht ernsthaft oder?

  9. APA0352 5 AI 0322 II                                  Di, 21.Dez 2010
    Österreich/Israel/Nahost/Parteien/FPÖ/Likud
    Israelischer Vizeminister Kara in Wien – Treffen mit FPÖ-Vertretern
    Utl.: Israelitische Kultusgemeinde fordert Rücktritt
    Wien (APA) – Der israelische Vizeminister Ayoob (Ayub) Kara hält sich zu einem Treffen mit FPÖ-Politikern in Wien auf. Für den heutigen Dienstagnachmittag ist ein Mediengespräch mit FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache und dem Europaabgeordneten Andreas Mölzer geplant, wie die FPÖ in einer Aussendung mitteilte. Der Besuch von Kara sei weder mit dem israelischen Außenministerium noch mit der Botschaft abgestimmt worden, wie die israelische Botschaft der APA auf Anfrage mitteilte. Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) reagierte in einer Aussendung „mit äußerstem Befremden“ auf das Pressegespräch des israelischen Vizeministers mit Vertretern der FPÖ.
    „Erst kürzlich bei einem Besuch einer europäischen Politikergruppe in Israel haben bestimmte Randfiguren der politischen Szene Israels politische Hygiene missen lassen. Dies ist unentschuldbar und sollte im aktuellen Fall die sofortige Entlassung des Ministers zur Folge haben“, hieß es in einer Aussendung des IKG-Generalsekretärs Raimund Fastenbauer. „Die ungerechtfertigte politische Isolation Israels in Europa kann keine Entschuldigung dafür sein, in einen geschichtslosen Opportunismus zu verfallen, die Gefühle von Shoah-Opfern und ihren Nachkommen mit Füssen zu treten und durch politische Kurzsichtigkeit Israel in ein politisches Eck zu manövrieren, in das es nicht gehört“, hieß es weiter.
    Parteichef Strache hatte Israel Anfang Dezember besucht. Während seines Besuches verabschiedete er zusammen mit Vertretern europäischer Rechtsaußenparteien eine „Jerusalemer Erklärung“, die gegen „den fundamentalistischen Islam“ gerichtet ist. Die Politiker besuchten zudem israelische Siedlungen im besetzten Westjordanland. Es hatte laut FPÖ-Pressedienst auch „Gespräche mit Abgeordneten wie etwa Rabbi Nissim Zeev“ von der religiösen Shas-Partei gegeben.
    IKG-Präsident Ariel Muzicant hatte zuvor erklärt, kein israelisches Parlamentsmitglied werde mit dem FPÖ-Chef sprechen, das habe ihm der israelische Botschafter in Wien versichert. An der Presseveranstaltung im FPÖ-Medienzentrum am heutigen Dienstag um 14.30 Uhr werden Kara, Strache und Mölzer teilnehmen.
    Der drusische Politiker Kara ist Knesset-Abgeordneter der rechtsgerichteten Regierungspartei Likud von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Seit 2009 ist er Vizeminister für Entwicklung der Negev-Wüste und Galiläa.
    (Schluss) vib/ade/ak
    APA0352 2010-12-21/14:09
    211409 Dez 10

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