Verheerende Brandkatastrophe in Nordisrael: Netanyahu dankt für internationale Hilfe

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Israels Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat heute in der Sondersitzung des israelischen Sicherheitskabinetts den zahlreichen Staaten seinen Dank übermittelt, die unverzüglich Löschflugzeuge zur Bekämpfung des Waldbrands bei Haifa nach Israel geschickt haben…

„Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind vier Flugzeuge aus Griechenland eingetroffen. Ich möchte meinem Freund und Kollegen, dem griechischen Ministerpräsident Giorgos Papandreou danken, der sofort reagiert hat; die Mobilisierung hier mit der gesamten Crew und ihrer logistischen Unterstützung ist außergewöhnlich.

Ich möchte auch dem zypriotischen Präsidenten Demetris Christofias für die Bereitstellung eines Flugzeugs und eines Hubschraubers danken. Die Reaktion kam unverzüglich, die Luftfahrzeuge sind hier. Ich möchte auch Großbritanniens Premierminister David Cameron danken. Zwei britische Hubschrauber aus Zypern sind hier. All diese Truppen helfen uns.

Ich möchte dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan danken, der zwei Flugzeuge angeboten und geschickt hat, die wir hier bereits dankbar empfangen haben.

Ich möchte dem bulgarischen Ministerpräsident Boyko Borissov dafür danken, dass er 100 Feuerwehrleute geschickt hat, die bereits hier eingetroffen sind. Ich möchte dem russischen Ministerpräsidenten Vladimir Putin danken, der ein sehr großes russisches Flugzeug geschickt hat, vielleicht das größte seiner Art auf der Welt, das sich auf dem Weg befindet. Es wird am Nachmittag hier eintreffen.

Wir haben auch Hilfe und großzügige Angebote aus Ägypten, Aserbaidschan, Spanien, Kroatien, Frankreich und Jordanien erhalten. Ich denke, dies symbolisiert eine beispiellose Reaktion auf unsere Bitte um internationale Unterstützung. Dies ist in jeder Hinsicht wichtig für den Staat Israel, insbesondere in Hinsicht auf die Löschung des Feuers. Wir sind auch in Kontakt mit den USA. Wir prüfen die Möglichkeit, mehr Flugzeuge hierher zu bringen, falls es notwendig wird, auch von Kanada. Wir haben bereits ein amerikanisches Flugzeug von einer privaten Firma geliehen, einen ‚Supertanker‘, der morgen Nachmittag hier eintreffen wird. Wir stehen mitten in einem Desaster internationalen Ausmaßes und müssen alle Kräfte vereinigen, um das Feuer zu löschen; das ist das erste Ziel.
Wir werden zudem zwei Dinge organisieren: Erstens werden wir in der Kabinettssitzung am Sonntag einen nationalen Plan vorlegen, der all die Bedürfnisse jener ansprechen wird, die verletzt und in Not sind, und nächste Woche werden wir dem Kabinett einen Plan zum Kauf von Flugzeugen zur Verabschiedung vorlegen.“

Hintergrund: Im Karmel-Gebirge bei Haifa ist am Donnerstag ein Flächenwaldbrand katastrophalen Ausmaßes ausgebrochen. Aufgrund der Dürreperiode der letzten Wochen und des Seewinds vom Mittelmeer breitet sich die Feuerbrunst in rasendem Tempo aus und bedroht weite Teile des Großraums Haifa. Bislang kamen nach aktuellen Angaben 41 Menschen ums Leben; mehr als 15 000 mussten evakuiert werden.
Bei dem Großteil der Todesopfer handelt es sich um Gefängniswärter, die auf dem Weg zur Evakuierung einer Haftanstalt waren, als ihr Bus von einem herabfallenden Baum gestoppt und von den Flammen erfasst wurde. Der Kibbutz Beit Oren im Karmel-Gebirge ist vollständig zerstört. Zahlreiche Ortschaften mussten evakuiert werden, darunter das drusische Dorf Isfiyeh. Auch Randbezirke Haifas sind von der Feuersbrunst bedroht. Schon jetzt steht fest, dass es Jahrzehnte dauern wird, bis der Carmel-Nationalpark sich von den Brandschäden erholen wird. Am Freitagvormittag war das Feuer noch nicht unter Kontrolle.

Israels Ministerpräsident Binyamin Netanyahu ist bereits am Donnerstagabend in der Einsatzzentrale in Haifa eingetroffen, um sich über die aktuelle Lage unterrichten zu lassen. Er rief die Bevölkerung auf, sich von dem Katastrophengebiet fernzuhalten, und appellierte an die dort lebenden Menschen, sich strikt an die Anweisungen der Rettungs- und Sicherheitskräfte zu halten: „Es ist keinesfalls sicher, dass der Brand umgehend gelöscht wird; es wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Dies ist ein nationales Ereignis, ein großes Desaster, aber wir werden damit fertig und haben es unter Kontrolle. Alle Israelis müssen kooperieren, ruhig bleiben und auf die Anweisungen hören. Ich denke, dass wir dies zusammen überstehen können.“

Im Folgenden die wichtigsten Telefon-Hotlines für die betroffene Bevölkerung und Angehörige:

Polizei und Rambam-Krankenhaus: 1255144
Strafvollzugsbehörde: 08-9775717
Notfall-Hotline der sozialen und Wohlfahrtsdienste: 118
Carmel-Krankenhaus: 1255142
Bnei-Zion-Krankenhaus (Rothschild): 1255145
Hotline für die Angehörigen von Polizisten: 02-5428910
ZAKA: 1220
Kibbutz-Bewegung: 050-767791

Die Organisation Lev Echad hat gemeinsam mit dem Heimatfrontkommando eine Zentrale für Freiwillige eingerichtet. Freiwillige Helfer können sich unter den folgenden Nummern registrieren lassen:
02-6755150
02-6755185
02-6755187

Haaretz, 03.12.10, Amt des Ministerpräsidenten, 02.12.10

9 Kommentare

  1. Selam,  ich hoffe das die Beziehungen wieder sich wieder verbessern.
    Auf die Politiker ist kein Verlass. Vieleicht hat so eine Katastrophe auch etwas gutes an sich, wenn dadurch ein Weg gefunden Wird wieder miteinander zu sprechen.
    Ich erinnere nur an die Erdbeben 1999 in der Türkei  und anschliessend in Griechenland.
    Beide waren schlimm und tausende von Menschen sind gestorben.  Die gegenseitige Hilfe  aber hat einen Weg frei gemacht der vorher undenkbar war . . .

    Shalom

  2. „Solche Friedens-Schwummer-Kuschel-Wünsche sind vollkommen daneben…“

    Warum???
    Gute Wünsche und gute Gedanken sind nie daneben – never ever!

  3. Gottes Segen für die Einwohner von Haifa? Aha.. Waren Sie also schon mal in Haifa ja? Was ist mit Usfija, mit Tirat Karmel, mit Beit Oren und Ein Hod?
    Solche Friedens-Schwummer-Kuschel-Wünsche sind vollkommen daneben…

  4. Ich danke allen Menschen, die bereit sind zu helfen. Ich hoffe sehr, dass die Regierung des Staates Israel, dass der Ministerpräsident begreift, it´s time to change, mehr Geld für die zivile Verteidigung des Landes und seiner Bürger. Ein Vertrag mit den Palis wäre da sehr hilfreich ! 

    Shalom, Shalom, Shalom, im Sinne dieses wunderbaren Wortes !

    G´ttes Segen für die Einwohner der wunderbaren Stadt Haifa !

    G. Bluhm

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