Bundesaußenminister Westerwelle in Jerusalem

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Der Besuch des neuen deutschen Außenministers in Yad Vashem, kurz nach seiner Landung in Israel, ist von äußerst symbolischer Bedeutung. Wenn man darüber hinaus die Tatsache bedenkt, dass Guido Westerwelle schon knapp einen Monat nach seinem Amtsantritt beschlossen hat, Israel zu besuchen, dann ist es klar, dass auch die zweite Regierung Angela Merkels beabsichtigt, die besonderen Beziehungen zum jüdischen Staat zu bewahren…

Noach Klieger in Jedioth achronoth

Die großen deutschen Fernsehsender übertrugen den Besuch Westerwelles in Yad Vashem live, und er wird von 26 Journalisten begleitet.
Westerwelle war schon einmal in Israel, sogar in Yad Vashem. Das war im Jahr 2002, als sich der Vorsitzender seiner Partei, Jürgen Möllemann, der erklärt pro-arabisch war, scharf gegen Israel und das Judentum geäußert hat. Der junge Parlamentarier zog es damals vor, nicht auf Fragen bezüglich der Äußerungen Möllemanns zu reagieren, achtete jedoch darauf, sich von dem Mann zu distanzieren, der sich ein Jahr später das Leben nahm.

Bauen auf Jerusalem

Gestern Abend, bei seiner ersten Besichtigung des neuen Museums in Yad Vashem, demonstrierte der Stellvertreter Merkels tiefes und echtes Interesse, und unter anderem sagte er zum Vorsitzenden von Yad Vashem Avner Shalev, der ihn begeleitete: „Dieses Museum zeigt die Juden nicht nur als Opfer, sondern vor allem als Menschen.“ Die Besichtigung endete an dem Denkmal für die Kinder, das zum
Andenken an die anderthalb Millionen Kinder errichtet wurde, die im Holocaust getötet wurden.
„Wir werden nicht vergessen, unsere Verantwortung bleibt, unsere Freundschaft wächst“, schrieb Westerwelle ins Gästebuch.

Jeder Besuch einer hochrangigen deutschen Persönlichkeit, selbst wenn es sich dabei um eine Person handelt, die nach dem 2. Weltkrieg geboren ist und natürlich nichts mit dem Holocaust zu tun hat, ist ein besonderes Ereignis. In Deutschland leben auch heute noch viele, die aktiv an der Vernichtung beteiligt waren, und auch solche, die sich sehr über diese Vernichtung gefreut haben. Westerwelle, ein junger Politiker der neuen Art, der Mann, der die FDP saniert und sie wieder zu einem zentralen Faktor der deutschen Politik gemacht hat, machte mit seinem Beschluss, seinen ersten Israelbesuch als Außenminister in Yad Vashem zu eröffnen, einen äußerst wichtigen Schritt.

Gleichzeitig äußerte sich Westerwelle kurz vor seinem Israelbesuch sehr deutlich gegen die Fortsetzung des Siedlungsbaus, wobei er jedoch auch die „besondere Verantwortung“ Deutschlands gegenüber Israel erwähnte. Gestern kritisierte auch Regierungssprecher Ulrich Wilhelm die israelische Siedlungspolitik, vor allem die Bauvorhaben in Ostjerusalem.