Oberrabbiner Amar: „Aufruf zum Fasten gegen die Schweinegrippe“

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Israels sephardischer Oberrabbiner Schlomo Amar hat wegen der aktuellen Grippefälle einen dramatischen Aufruf gestartet und die Bevölkerung im Land und die jüdischen Gemeinden weltweit dazu aufgerufen, gegen die aus Mexiko kommende Krankheit anzubeten und am Donnerstag zu fasten…

Da solche Aufrufe eher mit Zeiten höchster Not und Bedrohung assoziiert werden, ist der Aufruf nicht dazu angetan furchtsame Gemüter zu beruhigen, auch wenn in Israel bisher nur vier Fälle der Grippe aufgetreten sind. Der vor zwei Tagen geäußerte Verdacht ein vierjähriges Mädchen sei ebenfalls infiziert, konnte inzwischen ausgeräumt werden.

„Diejenigen, für die das Fasten zu schwierig ist, sollten wenigsten einen halben Tag fasten oder auf das Sprechen verzichten“, heißt es in einer Erklärung Amars. Während sich die Welt mit medizinischen Mitteln und Schutz auf die Gefahr einer Pandemie vorbereite, sollte auch der Name Gottes angerufen werden. Die Gläubigen sollten am Donnerstag ihre Gebete vervielfachen und das Torah-Studium vertiefen, forderte der Rabbiner.

Das Gesundheitsministerium wird zur Zeit von Vizeminister Rabbi Jakov Litzman (Jahaduth haTorah Partei) geleitet. Er ordnete an, die neue Krankheit nicht mehr als „Schweine-Grippe“ zu bezeichnen. man solle von nun an nur noch das Wort „Mexiko-Grippe“ benutzen, da Schweine unrein seien. Obwohl jeder zweite Parlamentarier der Koalitionsparteien auch im Kabinett sitzt und einen Minister oder Vizeministerposten erhielt, gibt es in der Regierung keinen Gesundheitsminister.

Die aus Mexiko kommende Krankheit ist mittlerweile in über 20 Ländern aufgetreten. Mehr als 1.400 Menschen sind bislang infiziert. Passagiere am Ben-Gurion-Flughafen werden aufgefordert, umgehend einen Arzt aufzusuchen, falls sie an Fieber, Erkältung, Halsschmerzen, Muskelkater oder Atemnot leiden.

iba / inn

2 Kommentare

  1. Wenn man sonst keine Probleme hat, kann man Expertenteams damit beauftragen, einen „koscheren“ Namen für eine Krankheit zu suchen – oder halt mit mystischen Ritualen einer Epidemie auf den Leib zu rücken… Willkommen im modernen Mittelalter…

    Da haben doch einige in Israel echt den Schuss nicht gehört…

    Kishon hätte seine Freude an so einer Groteske – wenn das Thema nicht derart ernst wäre…

    Mich würde brennend interessieren, was der oberschlaue Amar denn der jüd. Gemeinde in Mexiko anrät. Non-Stop-Fasten?

    Vielleicht ist die Schweinegrippe, pardon, Mexiko-Grippe an sich antisemitisch???

    Gruss aus Köln, Zeev

  2. Na das kann ja heiter werden, wenn es im Rekordkabinett keinen Gesundheitsminister gibt und als Mittel gegen die Grippe die Umbenennung in „Mexico-Grippe“ und Beten, Fasten und Torahstudium angewandt werden. 🙁

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