Der bayerische Schriftsteller Hans Zöberlein und die Juden, Teil 3

Im dritten Teil dieses Beitrags wird untersucht wie zwei moderne Werke der bayerischen Geschichtsschreibung, verantwortet von renommierten, heimischen Historikern, den NS-Bestsellerautor Hans Zöberlein einordnen bzw. welche Einschätzung dessen volksverhetzender Roman „Der Befehl des Gewissens“ (1937) bei ihnen erfährt. Außerdem sollen am Beispiel einer dritten Textprobe weitere, neue, Antisemitismus-Motive bei Zöberlein einer kurzen Betrachtung unterworfen werden…

Von Apollonia Viehlechner

Hans Zöberlein und sein Roman „Der Befehl des Gewissens“, dessen Auflagenhöhe der Germanist Christian Adam in „Lesen unter Hitler“ mit „fast eine(r) halben Million Exemplare“ angibt, wurden bisher von der allgemeinen bayerischen Historiografie vernachlässigt, wie am Beispiel von „Bosls Bayerischer Biographie“ bereits nachgewiesen wurde. Aber wie gingen neuere bayerische Historiker mit ihrem Landsmann Zöberlein um? Oder unterschlugen sie ihn grundsätzlich? Oder fanden sie andere Wege? – Fragen, die zwei ausgewählte Werke zur bayerischen Landesgeschichte aus dem 21. Jahrhundert beantworten helfen sollen.

Die von der bayerischen Regierung getragene „Bayerische Landeszentrale Für Politische Bildungsarbeit“ bietet bayerischen Bürgern zu moderaten Preisen Informationsmaterial zu Vergangenheit und Gegenwart des Freistaates an. Die Publikation A 95 der Landeszentrale ist mit „Die Geschichte des modernen Bayern“ überschrieben und wird von den Historikern Peter J. Kock, Franz Menges, Manfred Treml und Wolf V. Weigand verantwortet, die den Jahrgängen 1941 bis 1954 angehören.

Zwei Sätze in diesem modernen Geschichtsbuch waren es, die aufhorchen ließen und die die Hoffnung weckten, hier könnte jemand mit den überkommenen Gewohnheiten der bisherigen bayerischen Historiografie gebrochen haben: „In Wirklichkeit wurde Bayern zum Ausgangspunkt der nationalen Bewegung, die Deutschland und die halbe Welt in die Katastrophe führte.“ (S. 161) bzw. „Die Geschichte Bayerns ist mit der Entwicklung der nationalsozialistischen Partei, der NSDAP, eng verflochten: Hier entstand die ‚Bewegung‘; ihre Führungsspitze rekrutierte sich zu einem erheblichen Anteil aus dem Land.“ (S. 287)

Diese scheinbar so banalen Aussagen sind ein ungeheurer Fortschritt in der allgemeinen bayerischen Geschichtsschreibung, denn bisher hat man es in Bayern in Schul- und Geschichtsbüchern stets vermieden die bayerische Urheberschaft am „Dritten Reich“ auch nur andeutungsweise festzumachen. – Ob sich in einem offensichtlich doch so aufgeschlossen wirkenden Werk auch Platz für den antisemitischen Autor mit großem Wirkungskreis bzw. den Mörder Hans Zöberlein wird finden können? – Nun, die Penzberger Mordnacht von 1945, bei der Zöberlein die unrühmliche Hauptrolle zufiel, wird tatsächlich erwähnt, jedoch, ohne Nennung seines Namens. Ebenso im Kapitel „Entrechtung und Verfolgung der Juden in Bayern“ – bedauerlicherweise Fehlanzeige. Lediglich Zöberleins alter Kampfgefährte Julius Streicher und dessen Aktivitäten kommen zur Sprache. – Schade.

Als das Nonplusultra unter den Werken zur bayerischen Historie gilt ohne Frage „Spindlers Handbuch der bayerischen Geschichte“, dessen voluminöse Bände IV, 1 und IV, 2 dem „Neuen Bayern“, also der Zeitspanne „Von 1800 bis zur Gegenwart“ gewidmet sind. Teilband IV, 1 ist mit „Staat und Politik“ überschrieben und verzeichnet in seinem Register tatsächlich auch Hans Zöberlein (S. 561). – Na, also doch.

Im Abschnitt „Bayern im NS-Staat 1933 bis 1945“ und dort im Kapitel „Staat, Partei und Gesellschaft Bayerns im Dritten Reich bis 1939“, verfasst von Walter Ziegler, lesen wir im Unterkapitel „Kunst und Medien“ folgende Information: „Noch vielgestaltiger war die Literaturszene. Es gab freiwillige oder erzwungene Emigration (z. B. Th. Mann, O. M. Graf), die Eiferer für das Regime wie den Münchner Kulturpolitiker H. Zöberlein, aber auch die große Zahl derer, die alle Schattierungen des Zwischenfeldes ausfüllten…“ – Sonst nichts über den Volksverhetzer mit der Gesamtauflage von weit über einer Million verkaufter Exemplare, nichts über den antisemitischen Roman „Der Befehl des Gewissens“ und auch nichts über den Mann, der für den Mord an bayerischen Landsleuten rechtmäßig zum Tode verurteilt wurde!

Der zweite Teilband des Spindlerschen „Handbuchs“ (IV, 2), überschrieben mit „Innere Entwicklung und kulturelles Leben“, enthält den von Hans und Karl Pörnbacher verantworteten Abschnitt „Die Literatur“, und darin den Unterabschnitt „§ 20. Die Weimarer Jahre und die NS-Zeit“ (S. 610f). Dort wird auf weniger als einer Seite die ganze einschlägige bayerische NS-Literatur im Schnellverfahren abgearbeitet. Es fallen „als Beispiele für die verhältnismäßig wenigen Autoren“ – „die überregionale Bedeutung hatten und sich dem Regime andienten“, die Namen Hanns Johst, Erwin Guido Kolbenheyer, Hans Baumann sowie Kuni Tremel-Eggert, außerdem werden Basisangaben zu deren Werdegang und wichtigsten Werken dargeboten.

Seltsam, da werden als bayerische Literaten zwei Autoren genannt, die gar keine Bayern sind, der Sachse Johst und der Budapester Kolbenheyer, aber der gebürtige Bayer mit eindeutig überregionaler Bedeutung und mit Millionenleserpublikum, Zöberlein, der fehlt. Soll da etwa schon wieder etwas vertuscht werden? – Verlogenheit, dein Name sei Bayern!

Abschließend noch ein weiterer kritischer Blick in Hans Zöberleins Roman „Der Befehl des Gewissens“ und der Hinweis auf ein lesenswertes Buch zum besseren Verständnis der deutsch-jüdischen Geschichte:

Die in Leseprobe 3 versammelten Antisemitismus-Motive lauten:

– Juden betreiben undurchsichtige Geschäfte, wobei sie wie Spinnen aus dem Dunklen agieren
– Juden sind unehrliche, betrügerische, profitgierige Geschäftsleute
– jüdische Arbeitgeber sind herzlose Ausbeuter
– Juden kennen sämtliche (juristischen) Schliche der Geschäftswelt und entziehen sich, wenn es brenzlig wird, jedweder Verantwortung
– Juden stecken hinter Börsenmanipulationen
– Die Presse befindet sich in jüdischen Händen und dient ausschließlich jüdischen Interessen
– Judentum und Freimaurertum sind eng miteinander verknüpft
– Juden drückten sich im Ersten Weltkrieg vor dem Kriegsdienst
– Aufgrund der jüdischen Weltverschwörung waren deutsche Juden über den  Ausbruch des Ersten Weltkrieges rechtzeitig informiert und konnten somit Familienangehörige sowie ihren Besitz in Sicherheit bringen
– Hinter sämtlichen Umwälzungen in der Weltgeschichte, seien es Kriege, Revolutionen, Sozialismus etc. stecken als Urheber die Juden
– Die „Protokolle der Weisen von Zion“ geben genau wieder, wie die Welt ‚funktioniert‘
– Juden können Christen nicht als gleichwertige Menschen behandeln; sie halten sich für die besseren Menschen
– Juden, auch deutsche Juden, sind Angehörige einer fremdartigen, orientalischen Kultur, die mit der christlich-deutschen Kultur nichts gemein hat
– Menschen sind grundsätzlich verschieden; es gibt höher- und es gibt minderrassige Menschen; Juden gehören zu den minderrassigen
– Echte Innovationen, zukunftsträchtige Ideen und bedeutende Geistes-Leistungen stammen von christlichen Deutschen; Juden ermangelt es an entsprechenden Begabungen
– Juden sind im Umgang mit Nichtjuden falsch und unehrlich

Eine der Hauptthesen von Götz Aly in dessen Buch „Warum die Deutschen? Warum die Juden?“ war bekanntlich der Juden entgegengebrachte, christlich-deutsche Neid (Untertitel: „Gleichheit, Neid und Rassenhass“). Hans Zöberleins „Der Befehl des Gewissens“ bestätigt diese These Alys in nahezu jedem Kapitel und das gleich mehrfach.

Leseprobe 3

Die graue Straße

Es war eine graue, öde Straße, die mitten durch das Judenviertel der Stadt ging. Kahle, nüchterne Fassaden schauten kalt und abweisend auf die Vorübergehenden. An den großen Einfahrtstoren blinkten die Messingschilder der Firmen mit den bekanntesten Geschäftsnamen der Stadt. Selten noch stand ein Rollfuhrwerk vor den Einfahrten, um Ware ab- oder aufzuladen wie in früheren Zeiten, als es noch sehr lebhaft hier zuging mit Export und Import und viel von Brutto und Netto oder Tara gesprochen wurde. Heutzutage geht das alles gleich von der Fabrik  per Waggon an den Abnehmer, aber die Fäden der Handelsbeziehungen laufen noch insgeheim in dieser grauen Straße zusammen, in der noch hinter den blinden, vergitterten Fenstern die hohen, tintenverklecksten Stehpulte mit den Drehhockern stehen und die ersten verschnörkelten Panzerschränke aus der Zeit der Gründung dieser Häuser in den nachsiebziger Jahren. Und die alten Kantoristen sind noch genauso devot wie früher und noch genauso schlecht bezahlt. Nur langsam bürgert sich die Schreibmaschine und das sonderbar jugendliche Wesen der Tippmamsell in den finsteren Stuben ein, die auf den öden Hof gehen mit den zerfallenden alten Lagerschuppen und den holperigen Pflaster, aus dem das Gras wächst.

Irgendwo am Rande der Stadt oder draußen im Land steht das Werk, das im Laufe der Jahre allmählich in den Besitz des Hauses überging, als die christlichen Besitzer nicht mehr auskamen mit den alten Grundsätzen ehrbarer Kaufleute. Dort wird die Ware hergestellt, die hier in den Handel gebracht wird. Sie haben sich „emporgearbeitet“, die klugen Taster, vom kleinen Agenten zum Prokuristen, dann zum stillen Teilhaber, bis sie eines Tages den dummen Goi im Handelsregister streichen lassen konnten und die Firma mit dem alten Namen weiterführten: Georg Müller, Papierfabrik, Inhaber Max Cohn. Das war so üblich bis in diese Zeit. Jetzt aber fallen allenthalben die Tarnungen. Denn jetzt ist es geschäftlich vorteilhafter, Cohn zu heißen als Müller. Und am besten macht man das Geschäft gleich als eine G.m.b.H. oder AG., weil dann die Haftung bei einem Konkurs die Gründung einer neuen Gesellschaft nicht behindern kann. Man holt einen tüchtigen Goi herein, der die ganze Kiste schmeißt und mit ein paar Prozenten am Gewinn beteiligt ist, dann kann man sich größeren Geschäften an der Börse zuwenden, und obendrein ist man der lästigen Verhandlerei um die Löhne ledig und kommt bei den Arbeitern nicht in Verruf als Ausbeuter.

In das vertraulich geheime Weben der Beziehungen, des Handels und Austausches von Wertpapieren, des Drückens oder Aufblasens der Kurse zu Schaffung gewinnbringender Haussen oder Baissen sieht ein kleiner Mann ja doch nicht hinein. Er liest nur seine Lohntüte und glaubt an das Gesetz von Angebot und Nachfrage; und da nur das, was in den Zeitungen steht. Und wer macht die? Gott, wer soll sie machen als unsere Lait?! Das sind die tüchtigsten Reporter und Journalisten, die wissen, wie man dem Volk alles schön schmackhaft servieren muß. Wie den kleinen Kindern. Und was brauchen kleine Kinder denn alles zu wissen, man kann doch nicht alles sagen, und wozu soll man die Menschen aufregen, wenn’s nicht nötig ist? Heute genügt schon wieder das kleine Büro in der grauen Straße zur Abwicklung der Geschäfte. Es gibt auch nicht mehr Arbeit als früher, nur ein paar Nullen mehr sind an den Zahlen, die hin- und hergeworfen werden, einige Dezimalstellen nach links geschoben vor das Bruchkomma, weiter nichts.

Rings um die Straße liegen Gärten und in diesen die immer verschlossen aussehenden Häuser der Loge „Zur Morgenröte“ und „Zu den drei Palmen“. Daran schließen sich die Villen, wo noch die alte Garde Jehovas wohnt: die in vielen Ehren ergrauten Kommerzienräte, Geheimräte, Hofräte, Justizräte, Sanitätsräte, Rechnungsräte und Regierungsräte. Lauter Ehrenmänner, die für den deutschen Staat so viel gute Dienste getan, daß sie den Titel eines Rates verliehen bekamen. Merkwürdig war nur das, daß diese Ehrenbürger des deutschen Staates Söhne hatten, die Staatsbürger der Schweiz, von Holland oder Brasilien oder Argentinien waren. Und noch merkwürdiger war, daß diese Schweizer, Holländer, Mexikaner oder Dänen in Deutschland geboren waren und alle plötzlich auf einmal so um den Juni 1914 herum aus der Haut gefahren und in andersstaatliche Häute geschlüpft sind. Und als der Krieg ausbrach und die deutsche Jugend zu den Waffen eingezogen wurde, da waren verschiedene Namen mosaischen Glaubens aus den Aushebungslisten gestrichen, und diese nunmehrigen Angehörigen „zufällig“ neutraler Staaten konnten aufrecht ihren Geschäften nachgehen. Der deutsche Staat mußte noch froh sein, daß diese neutralen Ausländer sich um die Rohstoffversorgung bemühten und Deutschland ihre unentbehrlichen Dienste in der Zwangswirtschaft nicht entzogen. Und  so blieb durch einen Glückszufall der beste Samen Jahwes vom Feuer der Fronten verschont. Glück? Zufall? Wer denkt da schon wieder an Böses? Konnte jemand denn schon vor dem Attentat von Sarajevo ahnen, daß ein Krieg kam? Niemand! Also diese Umbürgerung der wehrfähigen Judensöhne muß schon ein Zufall gewesen sein. Woher sollen ausgerechnet die Juden das wissen, die paar Juden unter dem großen deutschen Volk? Völlig undenkbar so was!

In dieser grauen Straße lag das Architektenbüro, in dem Krafft seine erste Stellung antrat. Es graute ihm jedesmal leise, wenn er in sie einbog, und jedesmal war er heimlich froh, wenn er sie wieder verlassen konnte. Vor Antritt seiner Stellung überlegte er sich sogar, ob er sie annehmen sollte; denn er dachte, wie das würde, wenn diese Umgebung auf ihn abfärben würde. Aber dann lachte er über die Ironie des Schicksals, daß ausgerechnet er, der eingefleischte Antisemit im Judenviertel arbeiten wird. Könnte nicht schließlich er abfärben auf seine neue Umgebung? Ach was! Als Anfänger fand er so eine gut bezahlte Stellung in der ganzen Stadt nicht mehr. Wie er sich als Bewerber vorstellte, hatte der kleine dicke Architekt zwar sehr herablassend mit ihm verhandelt. „Zeugnisse haben Sie nicht? Und da bewerben Sie sich um eine erste Stellung in meinem Büro? Hm – Ihre Skizzen und Zeichnungen sind ja ganz nett – aber Theorie und Praxis! Versuchen könnte man es ja – sagen wir – eine Probezeit von zwei Monaten?“ „Einverstanden!“ sagte Krafft und schluckte erst, bis er weiter zu sprechen wagte: „Wenn ich noch nach dem Gehalt fragen dürfte, Herr Architekt?“ „Tjaa“ sagte der, „was erwarten Sie denn?“ „Fünfzehnhundert Mark!“ „Fünfzehn – Sie sind ja – das ist ja weit über Tarif. Tarif für Anfänger ist achthundert.“ „Ich arbeite auch nicht nach Tarif, sondern mehr!“ „Ja, vielleicht tausend – sagen wir mal.“ „Kann ich nicht, bedaure!“ entgegnete Krafft enttäuscht und gab schon alle Hoffnung auf. Aber da wurde der Chef freundlich und meinte begütigend: „Nun ja, ich will Ihnen entgegenkommen. Sie sind durch den Krieg um etliche Jahre später fertig geworden. Wer kann dafür? Sie müssen endlich was verdienen, und ich wünsche nicht, daß meine Herren sich über schlechte Bezahlung zu beklagen hätten. Ich will niemanden ausnützen. Vierzehnhundert? Einverstanden?“ Dabei hatte er im Kopf schnell überschlagen, daß das noch keine hundert Goldmark waren. Krafft war einverstanden.

Das wußte er ja nicht, daß der Chef seine Frau nachher angerufen hat: „Du, hör mal! Soeben habe ich einen Neuen angaschiert. Das ist so einer, wie ich ihn für die Kundschaft schon lange brauche. Groß, blond, ein echter Germane – hähähähä – kann was, hübscher Bengel dazu. Den mußt du mal einladen zu einer Abendgesellschaft! Nein, nicht gleich. Später mal, wenn er sich eingebürgert hat.“

Er steht sich eigentlich ganz gut mit seinem Chef und mit den drei Kollegen. Nur das Tippfräulein kommt ihm etwas zudringlich vor. Ein freches, geschminktes Ding, das sehr abgegriffen aussieht und alle paar Tage von einem andern Herrn erwartet wird. Aber was geht das ihn an. Er ist in seine Arbeit vertieft, den Entwurf eines großen Sägewerkes, das die Holzhandelsfirma Silbermann und Söhne bauen will. Eine ziemlich einfache Sache, vier Wände, ein gebogenes Dach darüber mit eisernen Bindern, die Giebelfront zur Bahn wirkungsvoll, aber einfach gegliedert, und das Kesselhaus kühn darangeklebt. Der Plan ist bald fertig, sieht aus wie ein Bilderbogen. Kollege Franke macht dann die Werkpläne, Kollege Schlegel die Kostenvoranschläge und später die Abrechnung und Kollege Braun die statischen Berechnungen dazu.

Der Chef nennt das rationelles Arbeiten. Krafft ist das vorläufig gleichgültig, er hat immer neue Ideen im Kopf und ist froh, wenn er sie gestalten darf. Er hat schon öfters in alten Plänen des Büros gestöbert und war entsetzt, welche fratzenhaften Bauwerke, hauptsächlich Fabriken, aus diesem Büro hervorgegangen sind. Manchmal versucht ja der Chef, seinen Entwürfen ein paar der gerade modernen, bizarren Verrenkungen der Linien anzuhängen, die an asiatische oder orientalisches Schönheitsempfinden erinnern, aber Krafft gibt keine Ruhe, bis sie wieder entfernt werden. Der Chef sagt zwar, die Kundschaft wünsche das, aber letzten Endes liebt auch die jüdische Kundschaft das Einfache. Nicht weil es schöner ist, sondern weil es weniger kostet.

Wie Krafft wieder einmal vertieft ist in den Entwurf des neuen Wohnblocks einer Baugenossenschaft, wispert Franke dem Kollegen Schlegel ins Ohr: „Neue Besen kehren gut!“ und Schlegel sagt es ebenso leise Braun ins Ohr, der unterm Rechnen grinsend nickt und dann seinen Federhalter knallend auf den Tisch haut, daß alle aufsehen: „Was ich fragen wollte! Wer geht denn morgen in die Versammlung vom Bund?“ „Alle natürlich!“ sagte Schlegel und drehte sich ostentativ nach Krafft um. „Sie gehen doch mit, Krafft?“ „Was soll ich dort?“ gab der zurück. Er wußte, was jetzt kam.

Franke mischte sich ein: „Wollen wir nicht zuerst fragen, ob Krafft überhaupt organisiert ist in unserem Verband?“ „Nein!“ sagte der, daß sie ihn wie aus den Wolken gefallen anstarrten. Weil Krafft aber nichts weiter sagte, mußte Schlegel einen Vorstoß machen: „Darf man fragen, warum?“ „Natürlich! Ich werde dem Verband nicht beitreten, weil er in einem politischen Fahrwasser segelt, das nicht zu mir passt.“ „Ja, wieso? Bitte erklären!“ erregte sich Braun. „Erstens bin ich kein Sozialdemokrat und zweitens stelle ich mich nicht unter die Führung eines Juden. Euer Gewerkschaftsführer ist einer.“

Da sind sie förmlich zusammengeknickt vor dem Wort „Jude“. Franke hatte sich am ersten erholt und sagte mit unterdrückter Stimme: „Krafft, ich warne Sie! Reden Sie in diesem Büro nicht so laut von Juden, wo einer dem anderen die Türe in die Hand gibt.“ „Sehr richtig! – Vorsicht!“ zischte Braun. „Ich habe das doch zu Männern gesagt und nicht zu Judenweibern!“ trotzte Krafft. „Wir wollen doch unserem Chef das Geschäft nicht verpatzen und uns damit“, meinte Schlegel besorgt. „Wir sind auch keine Sozialdemokraten, aber wir brauchen doch eine wirtschaftliche Interessenvertretung. Wo kämen wir sonst hin ohne Tarif.“ „Meinen Tarif bestimmt meine Leistung“, entgegnete Krafft. „Das ist sehr unkollegial gedacht, ganz unsolidarisch“, schüttelte Franke verächtlich den Kopf. „Ganz und gar nicht“, behauptete Krafft, „ich denke, kollegial mit allen, die was können. Nichtskönner haben bei uns den Beruf verfehlt.“ „Soll das gegen uns –?“ stieß Franke heraus, doch lachte ihn Krafft an: „Würde ich sonst mit euch davon sprechen? Aber wenn es euch wert erscheint, sprechen wir nach Feierabend einmal über das Thema.“

Sie merken schon, daß dieser Krafft einen hohen Ernst hinter seinem Verhalten hat, sonst würde er doch irgendwie eigensinnig mit ihnen streiten, Ausreden gebrauchen oder einfach nachgeben, um seine Ruhe zu haben. Und jetzt sagt dieser Krafft noch: „Wenn es euch gefällt, seid ihr heute abend bei mir eingeladen. Wir können dann gleich bei dieser Gelegenheit meinen Einstand in eueren erhabenen Kreis ein wenig anfeuchten nach alter Sitte.“

Es hat weit über Mitternacht hinaus gedauert. Was dieser junge Krafft alles zu erzählen wußte, und wie er ein völlig neues Bild der Welt vor sie hinlegte in seinen einfachen Worten, das hielt sie atemlos gefangen. Belesen waren sie gewiß nicht schlecht, aber was sie hier erfuhren, das war wie die Offenbarung einer Erlösung aus einem Elend, das sie in seiner Entsetzlichkeit noch gar nicht erkannt hatten. Es kommt ihnen so vor, als hätte dieser Krafft ihnen Türen und Tore aufgerissen, an denen sie bisher achtlos vorbeigerannt sind. Wer denkt auch an so was, daß sich hinter diesen Harmlosen, dem Laien verbotenen Eingängen in besondere Räume der Gesellschaft soviel verbrecherische Niedertracht verstecken würde. Was haben sie bisher gewußt von einem Plan der jüdischen Weltherrschaft, den Weisen von Zion oder vom wahren Sozialismus, vom Unterschied der Rassen, von der unheimlichen Macht der Börse und der geistigen Gewalt der Presse oder von der Freimaurerei und der Entstehung der Weltkriege und der Revolution. Sie vergaßen ganz aufs Heimgehen, obwohl schon Mitternacht vorüber war, weil sie ja noch soviel zu fragen hatten.

An diesem Abend sind sich die vier Kollegen so nahe gekommen, daß sie von jetzt ab zueinander „du“ sagen müssen. Schlegel sinniert immer noch kopfschüttelnd vor sich hin: „Wo ich nur meine Augen gehabt habe die ganze Zeit her. Jetzt geht mir mit einem Schlag eine Tausendwattlampe im Schädel auf.“ Und Braun bestürmte Krafft: „Das ist einfach furchtbar, wie ahnungslos die Menschen sind. Da muß doch etwas dagegen getan werden!“

„Siehst du“, antwortete Krafft, „das habe ich mir auch gesagt und habe herumgesucht, bis ich auf andere gestoßen bin, die auch solche Sucher waren. Jetzt weiß ich wenigstens den Anfang eines Weges aus diesem Sumpf heraus. Komm morgen mit in einen Sprechabend meiner Gruppe. Oder wollt ihr noch in die Bonzenpredigt gehen?“ „Nein!“ wehrte Franke ab, „ich gehe morgen mit, das ist klar. Und ihr doch auch?“ wendet er sich fragend an Braun und Schlegel. Schlegel meinte bedenkend: „Ich habe eine Familie, ich darf meine Stellung nicht verscherzen.“ „Bei mir ditto!“ sagte Braun, „aber wir hören uns diese Politik einmal an. Mitmachen kommt natürlich nicht in Frage!“

Als sie aber nach dem Sprechabend noch in die alte Schulkneipe gingen, um den Faden weiterzuspinnen, hatten sie schon ein Hakenkreuz angesteckt. Und als die drei Kollegen im Kreise von Kraffts alter Kameradschaft saßen, wurden sie bald von dem draufgängerischen Wesen angesteckt. „Jetzt ist ja schon Nachersatz da für unsere Ausgeflogenen“, lobte Paul, und Höllein protestierte schon gegen den wißbegierigen Franke mit Gesang: „Nie sollst du mich befragen, ich kann dir doch nichts sagen – . Aber ein Buch kann ich dir leihen, von dem du grün und gelb wirst vor Wut, das Handbuch der Judenfrage.“ „Ihr müßt doch viel mehr Propaganda machen“ meinte Braun, aber Paul entgegnete ihm: „Wir? Was tut denn ihr? Und wer gibt uns das Geld dazu? Mitmachen! Nicht bloß recht gescheit dreinreden!“ „Ja, was können wir denn tun, wir haben ja selber nichts!“ „Du kannst auf dem Heimweg mit mir gehen, ich habe schon eine Tätigkeit für dich!“

Nach Mitternacht erfuhr Braun, daß er nur achtzugeben hatte auf die Schutzleute, damit Paul beim Zettelankleben nicht erwischt wurde. Das wurde ihm bald zu langweilig, und er bat daher um eine Handvoll, weil seiner Meinung nach Paul die schönsten Stellen ausließ. Es machte dem Braun eine diebische Freude, und als sie sich schon getrennt hatten, klebte er lustig weiter, daß er den drohenden Schatten völlig übersah, der aus einer Tornische auf ihn zutrat und fragte: „Was machen Sie da?“ Da riß Braun entsetzt vor dem Schutzmann aus und rannte auf Umwegen in seine Wohnung. Auf dem Wege ins Büro am anderen Tag sah er, daß die meisten Zettel noch da waren, und es freute ihn heimlich, wenn jemand davor stehenblieb und las.

Höllein hatte Franke und Schlegel in die Lehre genommen und an einer Hauswand ein Hakenkreuz vorgezeichnet.

„Geht schon!“ sagte er befriedigt, wie er ihren Übungen zusah. „Aber größer müßt ihr sie machen, daß man sie schon von weitem sieht. Hier habt ihr Kreide, einmal rot, einmal weiß. Auf geht’s!“ Sie brachten über zweihundert Hakenkreuze an, ohne ertappt zu werden. Beim Auseinandergehen meinte Franke befriedigt: „Schön ist diese Reklame gerade nicht, aber sehr notwendig.“ „Und billig!“ grinste Höllein dazu. Schlegel glaubte sogar, daß morgen in der Zeitung sicherlich ein Artikel über groben Unfug stehen wird, und dann stieß er plötzlich lachend hervor: „Ich habe eine großartige Idee!“ „Seltenheit bei dir“, spottete Franke, aber Schlegel enthüllte sie schon: „Das Hakenkreuz lerne ich meinem Buben, und wenn er das Schmieren anfängt, hat es bald die ganze Klasse und im Umsehen die ganze Schule im Schwung. Da muß es nur so wimmeln von Hakenkreuzen.“ Schlegel, du bist gar nicht so dumm, wie du aussiehst“, lobte Höllein und überlegte auf dem Heimweg, wie er auch an eine Bubenhorde herankommen könnte mit der neuen Reklameidee, und im Geist sah er schon wütende Sozialdemokraten ihre anscheinend daneben geratenen Sprößlinge durchprügeln. Das Hakenkreuz muß in jedes Haus kommen, jawohl!

Etwa eine Woche später fiel Braun im Büro auf, daß Franke so häufig zum Fenster hinausguckte unter der Arbeit. „Was hast du denn?“ fragte er. Da gestand Franke, daß er mit Höllein und Paul in der Nacht das Judenviertel mit Hakenkreuzen verziert hätte. Und dann kam, was er erwartet hatte, schräg gegenüber bei Ullmanns und Felsenstein versuchte der Hausmeister mit Wasser und Bürste ein Hakenkreuz auszutilgen, daß Franke sich diebisch freute: „So geht das nicht weg!“

Gleich darauf kam der Chef ins Büro gestürzt und rief einen Maler an, er solle sofort mit ein paar Gehilfen kommen und die Hakenkreuze in der Straße abwaschen oder überstreichen. „Schweinerei so was!“ schnaubte der Chef. „Haben Sie gesehen, meine Herren, wie alle Häuser verschmiert sind, nur das unsere nicht. Da käme man ja fast in Verdacht, ein Antisemit zu sein oder gar der Attentäter noch dazu, wo diese antisemitischen Zeichen wie mit dem Lineal hingeschmiert sind. – Herr Franke gehen Sie bitte mit dem Maler alle Häuser durch und sorgen Sie, daß die Schmiererei tadellos beseitigt wird. Das bin ich meiner Kundschaft schuldig.“ Da wären sie beinahe losgeplatzt, wie Franke stotterte: „Gewiß, jawohl!“ und hinausging.

Wie er von seiner Mission zurückkam, sagte Krafft zu ihm: „Das nächstemal machst du unserm Chef auch ein Hakenkreuz an die Türe; der war ja ganz beleidigt, daß er übersehen worden ist.“ – „Und nimmer so genau, du Schafskopf“, lachte Braun. „Oh, ich werde mich jetzt beherrschen können“, lächelte Franke und breitete die Mittagszeitung aus mit dem feierlichen Ruf: „Es ist erreicht! Solange wir in den anderen Stadtvierteln herumgeschmiert haben, hat sich kein Mensch drum gekümmert. Jetzt, weil das Judenviertel im Schmuck der Hakenkreuze strahlt, schreien sie nach der Polizei. Ein Mordsartikel hier: Bubenhände!“ Das war eine Riesenfreude für sie, und sie lachten sich krumm, wie Franke mit mauschelnder Stimme vorlas und mit dem Ruf endete: „Menschenskinder, das ist für uns einfach unbezahlbar!“

Tausende lesen das heute und sagen sich: Hakenkreuz? Was soll das bedeuten? Wie sieht es aus? Mit einem Schlag wird das Zeichen bekannt. Und dann fragt sich jeder: Warum schreit man denn so? Weil es gegen die Juden geht? Warum denn?

Jetzt hat der dumme Teufel endlich einmal selber auf sich gedeutet in aller Öffentlichkeit.

Eines Tages ließ der Chef Krafft zu sich bitten und begann voll liebenswürdiger Freundlichkeit: „Mein lieber Krafft! Eine ganze Reihe neuer Aufträge in ganz großem Ausmaß!“ „Das ist recht!“ lobte Krafft, und der Chef rieb sich die Hände: „Die Spiegelglas-AG. baut eine neue Glasfabrik im Böhmer Wald und eine großangelegte moderne Glasschleiferei mit allem Drum und Dran. Und hier in der Stadt will der Generaldirektor Kupfer ein pompöses Verwaltungsgebäude errichten.“ „Donnerwetter!“ platzte Krafft heraus. „Das ist noch nicht alles“, lächelte der Chef. „Die Handelsbank hat in verschiedenen Landstädten Häuser gekauft zur Einrichtung von vier Filialen auf einmal. Der Direktor Goldhahn wünscht, daß dabei im Rahmen des dortigen Städtebildes geblieben wird. Nichts Modernes, weil da die Bauern nicht hineingehen – hähähähä – also recht vertrauenerweckend in barock, Romantik, Rokoko. Sie machen das schon! Gespart braucht nicht zu werden. Morgen kommen die Pläne der alten Häuser, gehen Sie sofort an die Entwürfe!“ „Jawohl! Eine solche Aufgabe ist erfreulich!“ „Nächste Woche kommt die Baugenossenschaft, die legt gleich mit einer ganz neuen Vorstadt los.

Dieser Auftrag ist eine ähnliche Sache wie der Siedlungsentwurf von Ihrem Wettbewerb – ich weiß davon und freue mich, wenn meine Herren in der Freizeit private Studien treiben.“ Das hatte er lauernd hingesagt, und Krafft war rot wie ein ertappter Schuljunge, wenn er sich auch nicht denken konnte, woher der Chef das wußte, daß er zu Hause ganze Nächte und Sonntage hindurch an dem Wettbewerb gearbeitet hatte. Und da sagte der Chef in seine Verwirrung hinein plötzlch, als wolle er ihn überfallen: „Sie haben nämlich den ersten Preis bekommen, ich habe vorhin den Kollegen Brandeisen unterwegs getroffen, der beim Schiedsrichterkollegium war. Meine verbindliche Gratulation, Herr Krafft! Das Telegramm muß schon bei Ihnen zu Hause sein.“

„Ich danke Ihnen!“ stammelte der wie vom Donner gerührte Krafft und frohlockte im stillen vor unbändiger Freude, denn jetzt war mit einem Schlag erwiesen, daß er etwas konnte.

„Machen Sie mir heute abend die Freude Ihres Besuches, meine Frau möchte den erfolgreichen Kollegen gerne kennenlernen“, lud ihn gönnerhaft der Chef ein. „Es sind ganz wenige Gäste zu erwarten, unser wöchentlicher geistiger Zirkel, so daß Sie keinerlei Umstände machen brauchen. Meine Frau erwartet Sie um acht Uhr.“ „Ich werde um acht Uhr da sein.“

(Hans Zöberlein, Der Befehl des Gewissens, München 1937, S. 472-482)

 

Literatur:

Götz Aly, Warum die Deutschen? Warum die Juden?, Frankfurt am Main 2011

Christian Adam, Lesen unter Hitler – Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich, Köln 2010, S. 142

Bosls Bayerische Biographie, (Hg.) Karl Bosl, Regensburg 1983

Handbuch der bayerischen Geschichte, Vierter Band, Das Neue Bayern – Von 1800 bis zur Gegenwart; (Hg.) Alois Schmid, Erster Teilband, München 2003, 2. Auflage

Handbuch der bayerischen Geschichte, Vierter Band, Das Neue Bayern – Von 1800 bis zur Gegenwart; (Hg.) Alois Schmid, Zweiter Teilband, München 2007, 2. Auflage

Manfred Treml, Die Geschichte des Modernen Bayern, (Hg.) Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, München 2006, (3. neu bearbeitete Auflage)

Internet:

Hans Zöberlein

http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Z%C3%B6berlein

http://www.munzinger.de/search/portrait/Hans+Z%C3%B6berlein/0/3196.html

Antisemitismus

http://de.wikipedia.org/wiki/Judenfeindlichkeit

http://de.wikipedia.org/wiki/Antijudaismus

http://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus_%28nach_1945%29

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Juden_in_Deutschland

http://de.wikipedia.org/wiki/Antizionismus

Jüdische Weltverschwörung

http://de.wikipedia.org/wiki/Weltjudentum

http://en.wikipedia.org/wiki/Category:Conspiracy_theories_involving_Jews

http://en.wikipedia.org/wiki/Category:Conspiracy_theories_involving_Israel

http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_conspiracy_theories#Antisemitic_conspiracy_theories

http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/anti-semitism/ford1.html

Juden im Ersten Weltkrieg

http://www.jewishhistory.org/world-war-i-and-the-jews/

http://www.judentum-projekt.de/geschichte/neuzeit/patriot/

http://de.wikipedia.org/wiki/Judenz%C3%A4hlung

http://www.dhm.de/lemo/html/wk1/innenpolitik/antisemitismus/

http://www.antisemitismus.net/geschichte/weltkrieg.htm

http://www.trafoberlin.de/pdf-dateien/Iron_Cross_and_Star_of_David.pdf

http://en.wikipedia.org/wiki/Jewish_Legion

http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Legion

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-30300034.html

Judentum und Freimaurertum

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Freimaurerei

http://de.wikipedia.org/wiki/Freimaurerei

http://en.wikipedia.org/wiki/Judeo-Masonic_conspiracy_theory

http://fr.wikipedia.org/wiki/Complot_jud%C3%A9o-ma%C3%A7onnique

http://en.wikipedia.org/wiki/Masonic_conspiracy_theories

http://fr.wikipedia.org/wiki/Th%C3%A9ories_du_complot_ma%C3%A7onnique

http://www.jewishencyclopedia.com/articles/6335-freemasonry

Jüdische Nobelpreisträger/ Jüdische Intelligenz

http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Jewish_Nobel_laureates

http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Israel_Prize_recipients

http://en.wikipedia.org/wiki/Jewish_intelligence

http://en.wikipedia.org/wiki/Scientific_racism

Die Protokolle der Weisen von Zion

http://de.wikipedia.org/wiki/Protokolle_der_Weisen_von_Zion

http://en.wikipedia.org/wiki/The_Protocols_of_the_Elders_of_Zion

http://fr.wikipedia.org/wiki/Les_Protocoles_des_Sages_de_Sion

http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/anti-semitism/protocols.html

http://www.hagalil.com/2007/12/protokolle.htm

3 Kommentare zu “Der bayerische Schriftsteller Hans Zöberlein und die Juden, Teil 3

  1. Wer Hans Zöberlein googelt, gelangt relativ rasch auf eine Seite der Berliner Polizei http://www.polunbi.de (Offizielle Seite der Deutschen Zentralpolizeistelle zur Bekämpfung unzüchtiger Bilder, Schriften und Jnserate zu Berlin).
    Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Polunbi-Katalog

    Erfreulich, dass dort über Zöberleins Rolle als Werwolfführer Auskunft erteilt wird, ebenso erfreulich, dass auf das erste Werk Zöberleins, den Kriegsroman „Glaube an Deutschland“ näher eingegangen wird.

    Unerklärlich hingegen, dass diese offizielle Webseite nicht ein Wort über Volksverhetzung und Antisemitismus Zöberleins in „Befehl des Gewissens“, nicht ein Wort über Zöberleins furchtbare Rolle als Verderber der Deutschen fallen lässt.

    Nicht nur Bayern, ganz Deutschland geht verlogen mit diesem Schriftsteller um!

    http://www.polunbi.de/pers/zoeberlein-01.html

  2. Unglaublich! Unfassbar!

    Der zu 100 % der katholischen Kirche gehörende und soeben in Konkurs gegangene Medienkonzern WELTBILD bot und bietet (immer noch) Hans Zöberleins Weltkriegsfilem „Stoßtrupp 1917“ als DVD an!
    Man fasst es nicht womit diese kreuztragenden, scheinheiligen Heuchler ihr Geld verdien(t)en.
    http://www.weltbild.de/3/14156036-1/dvd/stosstrupp-1917.html

    Hier der Werbetext zum Zöberlein-Film unserer katholischen ‚Brüder und Schwestern‘, von Volksverhetzung durch Zöberlein kein Wort, Werbung wie für einen Film eines x-beliebigen Autors:

    „Produktbeschreibung
    Im Jahre 1934 produzierte die in München ansässige Filmfirma „ARYA“ den Spielfilm „Stosstrupp 1917“, der zu den populärsten Kriegsfilmen im Dritten Reich zählte. Damals zog „Stosstrupp 1917“, der als erster deutscher Film den harten Frontalltag des Ersten Weltkriegs in die Kinos brachte, Millionen Zuschauer in seinen Bann. Hans Zöberlein, dessen Roman „Der Glaube an Deutschland” die Vorlage für diesen Film bildete, erlebte den Ersten Weltkrieg als Soldat an der Westfront. Er schloss sich nach Kriegsende dem Freikorps Epp an und trat schon 1921 der NSDAP bei.

    Stoßtrupp 1917
    Weitere Produktinformationen
    Im Jahre 1934 produzierte die in München ansässige Filmfirma „ARYA“ den Spielfilm „Stosstrupp 1917“, der zu den populärsten Kriegsfilmen im Dritten Reich zählte. Damals zog „Stosstrupp 1917″, der als erster deutscher Film den harten Frontalltag des Ersten Weltkriegs in die Kinos brachte, Millionen Zuschauer in seinen Bann.

    Hans Zöberlein, dessen Roman ‚Der Glaube an Deutschland‘ die Vorlage für diesen Film bildete, erlebte den Ersten Weltkrieg als Soldat an der Westfront. Er schloss sich nach Kriegsende dem Freikorps Epp an und trat schon 1921 der NSDAP bei.

    Die Originalrollen des Films galten jahrelang als verschollen. Erst in jüngster Zeit gelang es mit Hilfe des Bundesfilmarchivs und verschiedener privater Sammler, eine vollständige Bild- und Tonfassung zusammenzustellen. Mit der restaurierten Fassung von ‚Stosstrupp 1917‘ wird der Öffentlichkeit mehr als 70 Jahre nach der Entstehung einer der Filme zugänglich gemacht, der das Denken und Fühlen einer ganzen Generation beeinflusste und den Weg ins Dritte Reich ebnete.“

  3. Mich würde nur mal interessieren, wie unsere Freunde die Bayern das oben dargestellte Problem sehen:

    Finden Sie es in Ordnung, dass wichtige Zusammenhänge Ihrer Geschichte von Ihren Historikern weiterhin verschwiegen werden? Kann es gerechtfertigt sein, dass herausragende Akteure Ihrer Geschichte und Kultur (immerhin hatte Zöberlein ein Millionenleserpublikum) nur von Spezialisten und in Fachbüchern behandelt werden? Billigen Sie den verharmlosenden Umgang Ihrer Geschichtsschreibung mit Tätern? – Oder wäre es nicht besser mit den alten Tabus zu brechen und sich offen zu seiner Geschichte zu bekennen – auch in allgemeinen Geschichtsbüchern zu Bayern bzw. in Schulbüchern?

    Kommt Ihr Bayern, keinem von Euch wird die Rübe abgerissen, habt Mut und antwortet!

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