Neue Medien bringen Deggendorfer Gedenkkultur in Verlegenheit

Manche Artikel in Presse und Worldwideweb, die ‚auf einen empfindlichen Nerv treffen‘, vermögen durchaus gesellschaftliche Veränderungen einzuleiten oder zu einem Wertewandel beizutragen. Dass Leserbriefe in den Printmedien oder Kommentare zu Webartikeln eine ähnliche Wirkung entfalten, dürfte eher seltener vorkommen, ist jedoch keineswegs ausgeschlossen, wie ein aktueller Fall aus Bayern belegt…

Von Therese Katzendobler

Wie vergleichbare deutsche Städte besitzt auch das niederbayerische Deggendorf (ca. 30 000 Einwohner) Denkmäler, die den Gefallenen beider Weltkriege gewidmet sind. Eine Besonderheit der Deggendorfer Gedenkkultur war bis vor kurzem der „Heldenhain“, eine Einrichtung am Waldrand, am Geiersberg, wo alljährlich Bürgermeister, Klerus, Veteranen und aktive Bundeswehrsoldaten sowie die Bevölkerung der eigenen Kriegstoten gedachten.

Inzwischen gibt es diesen „Heldenhain“ nicht mehr, denn er wurde sehr kurzfristig umbenannt. Ursächlich für den Namenswechsel, der hoffentlich auch einen Bewusstseinswandel mit sich bringt, waren Internetkommentare sowohl auf der Internetplattform haGalil als auch auf der Deggendorf-Diskussionsseite der virtuellen Enzyklopädie Wikipedia.

Eine chronologische Übersicht zu den einzelnen Inhalten und Vorgängen soll Ursache und Wirkung dokumentieren und, wenn möglich, allgemeingültige Schlüsse zulassen.

Am 9. Mai 2013 erschien unter einem haGalil-Artikel zu Aktionen gegen Rechtsextreme in Regensburg untenstehender Kommentar eines Autors mit dem Nicknamen „kritisch“:

Von Interesse ist möglicherweise für Außenstehende noch wie im niederbayerischen Deggendorf auf ganz besonders perverse Art ganz offiziell NS-Heldenverehrung betrieben wird…

Im Deggendorfer Ortsteil Goldberg gibt es mitten im Wald einen sogenannten “Heldenhain”. http://www.deggendorf.de/fileadmin/pdf/tourismus/geiersberg/s014.pdf
An Bäumen hängen dort Namenstafeln mit Geburtsdatum und Sterbedatum bzw. -ort von Wehrmachtssoldaten. Wer sich die Tafeln genauer ansieht, findet auch eine für einen gewissen Robert Kees, Angehöriger der Waffen-SS. Laut Auskunft eines Mitglieds des örtlichen Veteranenvereins sind noch mindestens vier weitere der durch Tafeln geehrten deutschen Soldaten in diesem “Heldenhain” Angehörige von Hitlers Elitetruppe gewesen (ohne dass deren SS-Zugehörigkeit auf den Tafeln angegeben worden wäre).

Besonders pikant an der Angelegenheit ist nicht nur, dass hier SS und Wehrmacht in aller Öffentlichkeit gehuldigt wird (“Heldenhain”), sondern dass regelmäßig Prozessionen unter Anführung der CSU-Bürgermeister, derzeit Christian Moser, und etwa der des evang. Ortsgeistlichen Pfarrer Pommer stattfinden. (Die katholische Kirche steht hierbei sicher nicht abseits.)

Keiner der genannten Ortspromis hat bisher an dem unwürdigen Spektakel Anstoß genommen, oder sich dafür eingesetzt, dass der “Heldenhain” wenigstens in “Gefallenenhain” oder “Kriegerhain” umbenannt wird, was längst angebracht gewesen wäre. (Denn deutsche Soldaten, die an einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg teilnahmen, waren i.d.R. keine Helden, sondern Mörder. Als “Helden” können auf deutscher Seite guten Gewissens lediglich jene Wehrmachtsangehörigen bezeichnet werden, die desertierten.)

Nein, für den Kirchen- wie für den Stadtoberen sind anscheinend auch SS-Mitglieder verehrungswürdige Gefallene der Stadt Deggendorf, derer in ‘angemessener’ Weise gedacht werden muss...

 Noch am gleichen Tag leitete auf der Diskussionsseite des Wiki-Deggendorf-Artikels unter der Überschrift „Fragwürdige NS-Gedenkkultur in Deggendorf“ http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Deggendorf#Fragw.C3.BCrdige_NS-Gedenkkultur_in_Deggendorf ein Kommentator namens „zworo“ seinen Beitrag mit den Worten ein:

 

Auf einer vielgelesenen bayerischen Internetplattform erschien kürzlich ein Kommentar, der nachdenklich stimmt und der die Stadt Deggendorf zum Überdenken gewisser Praktiken veranlassen sollte. http://www.hagalil.com/2013/04/22/wirte/comment-page-1/#comment-49241 .

Anschließend gab er den Text von „kritisch“ nahezu vollständig wörtlich wieder.

„kritisch“ legte auf haGalil http://www.hagalil.com/2013/04/22/wirte/comment-page-1/#comment-49307 nach, indem er folgenden Anschlusskommentar veröffentlichte:

…Wenn wir heute das Jahr 1985 schreiben würden, so wäre einzig die Tatsache, dass in diesem Deggendorfer Hain der SS gedacht wird, anstössig.

Inzwischen jedoch sind wir weiter.

Zwischen der Bitburg-Kontroverse (http://de.wikipedia.org/wiki/Bitburg-Kontroverse) und heute liegen 28 Jahre handfester auch internationaler Diskussionen (Historikerstreit, Ausstellung Wehrmachtsverbrechen, Knopp&ZDF etc.), liegen neueste Erkenntnisse über das (Un-)Wesen der Wehrmacht, verfügen wir über detailliertes Wissen zur Haltung der deutschen Soldaten – Juden, Roma und Slawen gegenüber. Ernst Klee und zahlreiche andere veröffentlichten Tagesbefehle deutscher und bayerischer Generäle. Tagesbefehle, die lauteten: “Zigeuner sind beim Aufgreifen sofort zu erschießen!” oder “Juden können, wenn sie in kleineren Gruppen angetroffen werden, sofort erledigt werden oder aber an Lager zum Abtransport weitergeleitet werden!”.

Es kann somit absolut keine Rechtfertigung dafür geben auch noch im zweiten Jahrzehnt des 21. Jh. Wehrmachtssoldaten als “Helden” zu feiern bzw. ihnen einen besonderen Verehrungsstatus zukommen zu lassen… 

Ab dem 17. Mai 2013 war auf der Wiki-Diskussionsseite http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Deggendorf#Fragw.C3.BCrdige_NS-Gedenkkultur_in_Deggendorf zu Deggendorf folgender Wortlaut unter dem Nick „Tjotjafejgele“ zu lesen:

Die Wehrmacht war Hintergrund eines heute nur schwer nachvollziehbaren Rassismus erschütternden Ausmaßes. Sich vollkommen dem in ihr vorherrschenden Hass gegenüber allen Nichtdeutschen zu entziehen, wird geradezu übermenschliche Anstrengungen erfordert haben und dürfte daher nur sehr wenigen Individuen gelungen sein. Wir verfügen heute über die Möglichkeit anhand von Illustrationen aus der Hand von Wehrmachtssoldaten auf die Qualität jener ganz besonderen Menschenverachtung unter den eigenen Leuten zu blicken:

http://www.hagalil.com/2009/06/03/wehrmacht/

Wohl keiner, der diese Bilder auf sich hat einwirken lassen, wird noch Vorbilder („Helden“) in Wehrmachtssoldaten erkennen wollen. „Gefallenenhain“ wäre somit der angemessene Name für die mit Recht ins Gerede gekommene Einrichtung der Stadt Deggendorf. Ein paar neue Schilder kosteten nicht die Welt und sie würden belegen, dass die Stadt Deggendorf die Zeichen der Zeit erkannt hat, dass sie nicht trotzig vor neuen Erkenntnissen ihre Augen verschließt, dass sie es ehrlich meint. Man kann nämlich schlecht, hie über die verlegten „Stolpersteine“ zur Erinnerung an die vertriebenen und getöteten Juden stolz sein, und, nur paar Kilometer weiter, mögliche Täter als Helden verehren. Das zehrt an der Glaubwürdigkeit. 

Dieser Beitrag fand anscheinend bei der Schweizer Wikipedia derart Zustimmung, dass sie ihn am 12. Juni 2013 mit ihrer Auszeichnung „Edelweiß“ prämierte:

„Hiermit überreichen wir Tjotjafejgele die Auszeichnung Edelweiß mit Stern des Portals Schweiz für Beiträge zur deutschsprachigen Wikipedia. gez. Das Projekt Edelweiss-Auszeichnung im Portal Schweiz, 12. Jun. 2013“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer_Diskussion:Tjotjafejgele)

Irgendwann davor, wahrscheinlich gegen Ende Mai 2013, hatte eine Webseite der Stadt Deggendorf, die über Termine von Veranstaltungen informiert, wohl als erste die Wirkung der obigen Kommentare angezeigt:

Gedenkstunde am Gefallenenhain

Bereits seit 1985 lädt die Stadt Deggendorf zu einer Gedenkstunde am Gefallenenhain ein, um der gefallenen und vermissten Soldaten sowie zivilen Opfern aus den beiden Weltkriegen zu gedenken. Erinnert werden soll aber auch an diejenigen, die in der jüngsten Vergangenheit für ihren Einsatz von Freiheit und Frieden ihr Leben gaben. Nächster Termin: 15.Juni 2013 um 17 Uhr am Gefallenenhain (http://www.deggendorf.de/index.php?id=1464)

Noch 2012 war zu dieser Feier in den „Heldenhain“ eingeladen worden.

Am 23. Juli 2013 vermeldete Wiki-Deggendorf-Diskussionsseiten-Kommentator „zworo“:

Von einer Deggendorfer Gewährsfrau war zu erfahren, dass das Schild mit der Aufschrift „Heldenhain“ und die Tafel für den Waffen-SS-Mann Kees inzwischen abmontiert worden sind…

Ist demnach also tatsächlich ein Stein ins Rollen geraten? – Nähere Aufschlüsse sollte ein Anruf bei der Stadtverwaltung Deggendorf ergeben. Jedoch gestaltete sich dieses Vorhaben als schwieriger als gedacht. Während die Dame von der Pressestelle die Umbenennung von „Heldenhain“ in „Gefallenenhain“ unumwunden bestätigte, druckste Stadtarchivar Erich Kandler höchst umständlich herum – die Umbenennung sei noch nicht offiziell – aber es seien „Bestrebungen im Gange“.

Auf die Frage, warum Umbenennung, wusste die Pressestelle keine Antwort und verwies an den Archivar. Dieser gab sich kurz angebunden bzw. konnte oder wollte keine Antwort geben, lediglich: „Es sind Anregungen eingegangen, die waren überzeugend.“ Allem Anschein nach musste er sich noch Instruktionen von oben einholen, denn Kandler bat darum nachmittags erneut anzurufen. Dieses zweite Telefonat brachte dann die gewünschten Informationen: Die Umbenennung ist inoffiziell – der Hain heißt nur vorübergehend „Gefallenenhain“ („Arbeitstitel“). Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht getroffen worden, die Diskussion hierzu im Gang.

Befragt, wann denn die Tafel für Waffen-SS Rottenführer Kees entfernt worden sei, gab der Archivar an, „gleich nach Erscheinen des haGalil-Kommentars“. Ob denn in all den Jahrzehnten die Tafel niemandem aufgefallen sei, den Bürgermeistern nicht, den Geistlichen nicht, den Deggendorfer Bürgern nicht, sie habe doch direkt im Eingangsbereich des Hains gehangen, noch dazu im Blickfeld eines jeden Besuchers? – Nein, niemandem. Die Frage wurde ein zweites Mal gestellt – nein, niemandem.

Heldenhain Deggendorf

Die im Hain geehrten bayerischen Soldaten nannte Kandler verständnisheischend gleich zweimal „arme, unschuldige Jungs“, die in einem schrecklichen Krieg verheizt worden seien. Für die Opfer des deutschen Vernichtungswahns hingegen fand  er keine Worte.

Ob denn nicht letztendlich die Diskussion auf Wikipedia  den Ausschlag für die Umbenennung gegeben habe? – Welche Diskussion, er wisse von nichts, aber er habe den PC gerade an und könne nachsehen. – „Auf Wikipedia, auf der Diskussionsseite? Ach, meinen Sie unter (der Überschrift) ‘Fragwürdige NS-Gedenkkultur in Deggendorf‘ ?“– Nein, er glaube nicht, dass Wikipedia eine Rolle gespielt habe, er jedenfalls habe diese Diskussion nicht verfolgt…

N.B.: Ein Stadtarchivar ist natürlich gewissen Richtlinien von oben unterworfen und kann nicht frei von der Leber weg allen das sagen, was er gerne sagen will. Zu seinen Dienstpflichten gehört es in erster Linie den guten Ruf seiner Stadt zu (be)wahren, wozu, im Umgang mit der Öffentlichkeit, sicher auch die eine oder andere, nun, nennen wir sie, Halbwahrheit (‚Notlüge‘), gehört.

Kandler, dem natürlich mitgeteilt wurde, dass die gestellten Fragen und seine Antworten für den redaktionellen Gebrauch bestimmt seien, schien es ein besonderes Anliegen zu sein, sein Befremden darüber auszudrücken, dass der haGalil-Kommentator „kritisch“ anonym blieb: „Man habe sich (darob) gestört gefühlt.“ Wenngleich: „In der Sache hat er freilich recht gehabt.“

Noch ein paar Anmerkungen für potentielle ‚Nachahmungstäter‘ sowie ‚Trittbrettfahrer‘. Hätte bereits allein der „kritisch“-Kommentar auf haGalil ausgereicht, um den Umdenkprozess, oder was auch immer zur Deggendorfer Umbenennung führte, einzuleiten?  – Nein, nicht ganz, wenn er auch den Anstoß gab… Zu wenige Deggendorfer oder Deggendorfinteressierte lesen die Beiträge der jüdischen Plattform. Es bedurfte des Multiplikators Wikipedia. Wie bekannt sind Wiki-Artikel zu Städten eine Art zeitgemäße Visitenkarte und glänzen am liebsten mit Schokoladenseiten, während sie Not und Elend, Minderheitenprobleme und Kriminalität, Rechtsextremismus und Schattenseiten der Stadtgeschichte normalerweise unterdrücken.

Wer, zum Beispiel berufsbedingt, in eine andere Stadt umziehen muss, wer an einem Ort Investitionen zu tätigen gedenkt, wer Städteurlaub machen will, der informiert sich in der Regel wo zuerst? –  Richtig, bei der virtuellen Bürgerenzyklopädie. Dass die Diskussionsseiten der Wikiartikel bisweilen kritische Themen aufgreifen, hat sich inzwischen in intellektuelle(re)n Kreisen gleichfalls herumgesprochen – sie werden immer häufiger aufgesucht.

Das Deggendorfer Rathaus musste somit reagieren und das auch noch rasch, wollte es nicht unter unangenehmen Druck seiner Wirtschaft, seiner Gastronomie, seines Hotelgewerbes, seines Einzelhandels und all jener geraten, die traditionell Einfluss besitzen und diesen auch auszuüben wissen. Zudem stehen in Bayern Landtagswahlen vor der Tür, mit anderen Worten, Stresszeiten pur für die ‚armen‘ Damen und Herren Kommunalpolitiker.

12 Kommentare zu “Neue Medien bringen Deggendorfer Gedenkkultur in Verlegenheit

  1. Wer sich in den letzten Tagen die Wiki-Diskussionsseite zu Deggendorf http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Deggendorf genauer angesehen hat, wird gewisse, wohl in Zusammenhang mit dem obigen Artikel stehende, Änderungen festgestellt haben.

    So haben die um den guten Ruf der Stadt so besorgten Administratoren der Seite den Archivierungsschriftzug eingeblendet („Auf dieser Seite werden Abschnitte monatlich automatisch archiviert, deren jüngster Beitrag mehr als 365 Tage zurückliegt und die mindestens einen signierten Beitrag enthalten. Um die Diskussionsseite nicht komplett zu leeren, verbleibt mindestens ein Abschnitt.“) Ein Manöver, das stets dann zur Anwendung kommt, wenn unliebsame oder allzu kritische Artikel auf Wiki-Diskussionsseiten ‚verräumt‘ werden sollen.

    So wurde auch gleich mit dem großen Aufräumen begonnen: Der häßliche und dem guten Ruf so abträglich Eingangsdiskussionskommentar eines „Deltongo“ ist nun (endlich) weg. „Deltongo“ hatte im Jahre 2007 darauf hingewiesen, dass die lieben Deggendorfer in ihrem Artikel „nichts zu den Judenpogromen von 1338“ stehen hatten.

    Man sieht an diesem Beispiel anschaulich wie sehr die Wikiartikel von Städten als deren Aushängeschild angesehen werden. Somit auch, wie recht Autorin Katzendobler hatte, wenn sie nicht nur den haGalil-, sondern auch den Wikieintrag als ursächlich für die Umbennenung ansah.

  2. Noch was frag ich mich. Der Autor des anderen Heldenhain-Artikels der Herr Siegmund M. Westerholz, der wohnt doch wie google zu entnehmen ist auch in Deggendorf. Warum ist dem der Hain noch nicht aufgefallen? Die Tafel für den SS’ler gleichfalls nicht, auch nicht die Zeremonie und das andere alles? Hätte der nicht auch Grund sich Gedanken über seine Ignoranz zu machen, als Deggendorfer ebenso wie als Autor von kritischen Büchern zur NS-Geschichte und als Journalist? Oder hat er absichtlich weggeschaut?
    Wär schön wenn wenigstens er noch was dazu sagen würde, meine ich zumindest.

  3. Enttäuschend finde ich das Nichtreagieren der Stadt Deggendorf auf die beiden Heldenhain-Beiträge. Kein Kommentar von der Pressestelle oder vom Archivar hat sich bis heute hier blicken lassen. Aber das ist wie ich schätz auch mit den bevorstehenden Wahlen zu erklären. In Deggendorf hängen sie übrigens schon die Köpfe von denen die gewählt werden wollen, auf den Plakaten. Mich würde es übrigens ganz und gar nicht wundern, wenn Deggendorf sogar einen wunderschönen Rechtfertigungsartikel hier auf hagalil veröffentlichen würde, nach den Wahlen, wenn keine Rücksichten mehr auf die stark konservativen Kreise genommen werden müssen. Dann werden wir sicher auch in der CSU-gelenkten Deggendorfer Zeitung etwas über die Umbenennung lesen können.

  4. Hallo Georg, die „lieben Deggendorfer“ – übrigens, ist der Ort ein Männerkloster, oder gibt es dort auch weibliche Wesen? – scheinen allesamt kein Internet zu haben oder kennen haGalil nicht oder wissen nicht, dass sie auf deinen flammenden Aufruf direkt hier reagieren können oder er interessiert sie nicht, diese Stiesel. Vielleicht sollten sie sich stattdessen für eine Städtepartnerschaft mit dem von mir genannten badenwürttembergischen Deppendorf einsetzen. Man könnte auch mal den Ortsnamen symbolisch tauschen für die Zeit zwischen Silvester und Neujahr, dös gäb a Gaudi… Mehr an Schwachsinn zu der offensichtlichen Ignoranz in Bezug auf die beklagenswerte Thematik „verfehlte Erinnerungskultur“ fällt mir jetzt nicht ein.

    Letztlich aber ist das Ganze eine etwas abgehobene Diskussion, denn das Wesentliche ist gesagt, der Platz auf dem Berg und die jährliche Veranstaltung sind umbenannt, irgendwann auch hochoffizell, die anstößige Tafel wurde entfernt.

    So befremdend im Zusammenhang es zunächst klingen mag:

    Die Deggendorferinnen und Deggendorfer plagen ganz andere Sorgen – s. dies Bild aus der Stadt zur Illustration

    http://www.fuw.ch/wp-content/uploads/2013/07/Hochwasser2_S-640×360.jpg ,

    und dies:

    http://polpix.sueddeutsche.com/bild/1.1692264.1370842609/640×360/hochwasser-bayern-deggendorf.jpg .

    Wasser. Viel Wasser. Viel zu viel. Inzwischen ist es wohl so gut wie weg, aber die von ihm verursachten Schäden in Höhe von ca. 500.000.000 Euro, entsprechend mehr als 15.000 Euro pro jedem Kopf, von den Kleinkindern bis zu den ganz Alten, bleiben.

    Mit ihnen fertigzuwerden macht der Stadt / ihren EinwohnerInnen, auch den nicht Betroffenen – die gefälligst den anderen jede Hilfe anbieten sollten -, bestimmt mehr Probleme als das Nachdenken über den Umgang mit ja doch ferner Vergangenheit: auch wichtig, aber bitte nicht jetzt.

    Ich könnte mir ernsthaft vorstellen, dass die hier geführte Diskussion, würde sie denn stärker beachtet, sogar erheblichen Unmut, selbst bei in der Sache zu anderer Zeit ihre volle Zustimmung Gebenden den gegenteiligen Effekt herbeiführen könnte:

    „wir leiden und kämpfen hier seit zwei Monaten mit den Problemen einer ungeheuren Katastrophe, verbunden mit erheblicher Seuchengefahr, zerstörtem, jetzt fehlendem Wohnraum, ausgefallenen Versorgungsleitungen, vernichteten Ernten, nicht zu vergessen Streit mit Versicherungsgesellschaften, und außerdem der Beseitigung der Schlamm- und Unratmassen. Wohin damit für immer? Ganz zu schweigen vom erforderlichem Abriss stark beschädigter Gebäude und Reparatur noch restaurierbarer, und da kommt wer und will die Geiersberg-Sache zum Hauptthema machen.“

    Das Hemd ist näher als die Hose, sagt das Sprichwort.

    • Das Wasser ist abgeflossen, die staatlichen Gelder beginnen zu fließen, die Hauptbetroffenen, das sind Autohäuser und Industriebetriebe reiben sich die Hände, wird jedenfalls so bei uns geredet. Die meisten Deggendorfer plagen im Moment gewiss andere Sorgen als Flutsorgen. Hoffentlich, gehören zu diesen Sorgen auch ein paar Gedanken daran, wie man den Gefallenenhain in Zukunft, so nutzen könnte, daß man über ihn auch ein bisserl stolz sein kann. Die Deggendorfer Zeitung, die sonst über alle Ereignisse in der Stadt geschwind und allerbestens berichtet, hat noch nichts über die Umbenennung geschrieben. Kein Wahlkampfthema halt. Vielleicht lesen wir dann ab September was drüber. Wäre schon schön.

      • „Das Wasser ist abgeflossen, die staatlichen Gelder beginnen zu fließen, die Hauptbetroffenen, das sind Autohäuser und Industriebetriebe reiben sich die Hände, wird jedenfalls so bei uns geredet. “

        Und geredet wird auch über den Ersten Preis für menschenverachtenden Zymismus, verliehen an den Schreiber des zitierten Satzes.

        Sonst aber gehts noch, oder?

        Man schaue sich nur mal an, was eine kleine Internet-Suchmaschine zu den Stichworten deggendorf flutopfer auswirft:

        https://duckduckgo.com/?q=deggendorf+flutopfer

        Die ganz Große zählt die Nennungen zu der gleichen Eingabe: „Ungefähr 102.000 Ergebnisse“,

        während sie bei den Stichworten deggendorf heldenhain „Ungefähr 3.640 Ergebnisse“ meldet.

        no comment

  5. Liebe Deggendorfer, wie ich Euch einschätze, herrschen bei nicht wenigen von Euch nach Veröffentlichung dieses und des anderen Heldenhain-Artikels auf hagalil Empörung und Wut über die Whistleblower, die Euch bloß gestellt haben. Zugegeben, es ist nicht angenehm am Pranger zu stehen. Jedoch kann man, wenn man nur will, die gegenwärtige Situation auch zu seinem Vorteil nutzen. Ich meine das durchaus ernst. Wie wäre es z.B., wenn Deggendorf allen anderen vergleichbaren, deutschen Städten mit „Helden“-Einrichtungen ein positives Vorbild geben würde, indem es aus seinem Ex-Heldenhain eine Gedenkstätte modernen Stils machen würde?
    Nur zu schnell würde sichdas positive Beispiel Deggendorf in ganz Deutschland herumsprechen und sich Nachahmer einstellen. Aus der Stadt am Pranger würde die Stadt, die in der modernen Gedenkkultur allen anderen Kommunen voranging! Deggendorf first.
    Jetzt fehlt halt nur noch ein geeignetes Konzept. Warum nicht bei der Suche danach die ganze Stadtbevölkerung, darunter auch Schulen (Lehrer und Schüler), daran beteiligen? 30 000 Deggendorfer, das sind 30 000 Ideen, da wird doch eine (oder sogar mehrere) brauchbare darunter sein, oder? Vielleicht hätte es sogar Sinn einen auf die Stadt beschränkten Wettbewerb mit Preisen zu dieser Sache auszurufen. Denkt daran, liebe Deggendorfer, Ihr könnt damit nur gewinnen, weil man in jedem Fall Eure Mühe und Euren guten Willen anerkennen wird; den Rest erledigen dann die Medien, wie ich sie kenne.
    Kopf hoch, Deggendorfer und nachdenken, was man tun könnte.

  6. Seit einiger Zeit besteht die Möglichkeit, unter Wikipedia-Artikeln nachzuschauen, wie oft ein einzelner in einem Monatszeitraum aufgerufen wurde.

    Offensichtlich haben die letzten beiden Veröffentlichungen auf dieser Plattform zu Deggendorf die Wikipedia-Zugriffszahlen nicht erhöht. Eher war nach dem 22.07.13 das Gegenteil der Fall.

    Trostpflaster: wer weiß, ob sie sonst nicht noch niedriger lägen. Warum aber war am Montag, dem 08.07.13, mit 531 Aufrufen das Maximum im Juli? Weiß es wer?

    http://stats.grok.se/de/latest30/Deggendorf

  7. Auf der Wiki-Diskussionsseite zu Deggendorf regt sich Widerstand gegen Aufklärung, aber, erfreulicherweise, auch Widerstand gegen diesen Widerstand:

    =============================================================

    Offensichtlich ging es dem Autoren des Eingangsbeitrags unter dieser Überschrift nicht im mindesten um eine Verbesserung des WP-Artikels (was die zentrale Funktion dieser Artikeldiskussionsseite ist), sondern lediglich um die Veröffentlichung einer politischen Stellungnahme an einer vielgelesenen und damit prominenten Stelle.

    Dafür spricht, daß in diesem Beitrag weder kritisiert wurde, was im WP-Artikel fehlt, einseitig oder falsch dargestellt wäre, noch konkrete Vorschläge zur Verbesserung des Artikels gemacht wurden. Es ging um externe Dinge und gesellschaftliche Streitpunkte – mit dem Lexikon WP an sich hatten und haben sie gar nichts zu tun.

    Nach diesem Erfolg ihrer Aktion fühlen sich die Verantwortlichen jedenfalls in ihrem Tun bestätigt und fordern dazu auf, in gleicher Weise auch auf anderen WP-Diskussionsseiten zu verfahren. O-Ton: „Manche Artikel in Presse und Worldwideweb, die ‚auf einen empfindlichen Nerv treffen‘…“
    Man mag zwar zu dem eigentlichen Gegenstand der Diskussion – dem Heldenhain und den dortigen Ritualen – stehen, wie immer man will. Das ist aber eine ganz andere Ebene, eine solche Diskussion soll selbstverständlich Raum und Plattformen im Internet haben, aber hier auf die WP-Artikeldiskussionsseiten gehören solche Erörterungen nicht hin. Nicht toleriert werden sollte daher der klare und gezielte Mißbrauch der WP selbst zu gesellschaftspolitischen Zielen. Dies ist nicht die Aufgabe dieser Seite und man kann sie deswegen nur eindeutig und unmißverständlich zurückweisen. –Niedergrund (Diskussion) 21:15, 30. Jul. 2013 (CEST)

    hallo Niedergrund, meiner ansicht nach sollte man deine durchsichtigen und fragwürdigen verdrängungsversuche in deinem beitrag oben „unmißverständlich zurückweisen“. grüße –FT (Diskussion) 23:11, 30. Jul. 2013 (CEST)

    Wenn hier über Freihafen diskutiert werden darf und über Stadtgliederung, warum dann nicht auch über die Gedenkkultur, die doch heute bundesweit immer ernster genommen wird? Kaum eine deutsche Stadt, die ohne in die Pflaster verlegte Bronzeplatten zum Gedenken an Verfolgte oder Ermordete aus der NS-Zeit auskommt, zum Beispiel. Der Deggendorfer Heldenhain ist ein Relikt aus der Vergangenheit, nicht mehr zeitgemäß, ohne Bezug zur Realität, ohne Sinn. Zugleich ist er sowohl ein Teil Deggendorfs als auch ein Teil der Gedenkkultur der Stadt. Er gehört in den WP-Artikel ebenso hinein wie der Hafen oder irgendein anderes Stadt-Thema. Auf hagalil wurde das Thema erstmals angestoßen, warum also nicht darauf aufmerksam machen? Grundsätzlich: Warum sollen nicht auch kritische Themen auf der Diskussionseite zur Sprache kommen dürfen, warum nur affirmative und der Selbstbeweihräucherung dienende Themen? Wer den Artikel Deggendorf aufmerksam liest, wird nicht allzuviele kritische Themen entdecken. Es mag ja CSU-Usus sein, auf Kritik am „schönen Bayern“ lieber zu verzichten, jedoch die andere Hälfte von uns Bayern sieht sich nicht durch diese Partei vertreten, denkt in Sachen Kritik freier. Also, im Interesse der Demokratie: audiatur et altera pars – wussten doch schon die Römer.–Zworo (Diskussion) 00:47, 31. Jul. 2013 (CEST)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Deggendorf#Fragw.C3.BCrdige_NS-Gedenkkultur_in_Deggendorf

  8. WEHRMACHT
    =========

    Die Wehrmacht war auf mehrere Weisen an der „Endlösung der Judenfrage“ beteiligt:

    Die Oberkommandos und ein Teil der oberen Kommandoebene stimmten im Vorfeld des Polenfeldzugs (1939) und des Russlandfeldzugs den Plänen und Befehlen zur Ermordung von Führungseliten der eroberten Staaten zu, die zugleich eine flächendeckende Judenvernichtung rechtfertigten und einleiteten. Sie kannten daher frühzeitig die Pläne und Ausführung des Holocaust.
    Militärische Dienststellen waren an vielen den Eroberungen folgenden Besatzungsmaßnahmen beteiligt: darunter Deportationen, Einrichtung von Judenghettos, ausgrenzenden Verordnungen wie Kleiderkennzeichen für Juden, Aussonderung jüdischer Kriegsgefangener, Rekrutierung von „Rüstungsjuden“ für Zwangsarbeit in der deutschen Rüstungswirtschaft.
    Die Wehrmacht stellte ihre Infrastruktur, unter anderem das europaweite Wehrmachttransportwesen, vielfach für die Judendeportationen zur Verfügung, so etwa für die Transporte der französischen Juden und griechischen Juden ins KZ Auschwitz.
    Wehrmachteinheiten wirkten aktiv an als „Banden-Bekämpfung“ (Partisanenbekämpfung) gerechtfertigten Massenerschießungen mit, die einen Großteil der Judenvernichtung besonders in Russland ausmachten. Diese direkte Beteiligung basierte auf einem Befehl des Reichssicherheitshauptamts vom 17. Juli 1941. Danach sollten Wehrmachteinheiten „politisch untragbare“ Gefangene an Einsatzkommandos der Sicherheitspolizei und des SD ausliefern, die diese dann töteten oder verschleppten. Nach den Ausführungsrichtlinien Reinhard Heydrichs vom selben Tag schloss der Befehl bedeutende sowjetische Staatsfunktionäre, leitende Persönlichkeiten der Zentral- und Mittelinstanzen bei sowjetischen Behörden, führende Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens, die „sowjetischen Intelligenzler“ und „alle Juden“ ein.

    Zur psychologischen Erleichterung für die Soldaten und Förderung der Massenmorde und Verbrechen an Zivilisten und Juden wurden Juden und Partisanen gleichgesetzt. Typisch hierfür ist ein Befehl von Generalfeldmarschall Walter von Reichenau (1884–1942) vom 10. Oktober 1941:

    „Der Soldat ist im Ostraum nicht nur ein Kämpfer nach den Regeln der Kriegskunst, sondern auch ein Träger einer unerbittlichen, völkischen Idee und der Rächer für alle Bestialitäten, die deutschem und artverwandtem Volkstum zugefügt wurde. Deshalb muss der Soldat für die Notwendigkeit der harten aber gerechten Sühne am jüdischen Untermenschentum volles Verständnis haben. Sie hat den weiteren Zweck, Erhebungen im Rücken der Wehrmacht, die erfahrungsgemäß stets von Juden angezettelt wurden, im Keime zu ersticken. […] Immer noch werden heimtückische, grausame Partisanen und entartete Weiber zu Kriegsgefangenen gemacht […] und wie anständige Soldaten behandelt und in die Gefangenenlager abgeführt. […] Ein solches Verhalten der Truppe ist nur noch durch völlige Gedankenlosigkeit zu erklären.“

    Dass die Partisanenbekämpfung – beziehungsweise die Gleichsetzung von Partisanen und Juden – oft nur Vorwand war, legt auch folgende (kurz darauf allerdings widerrufene) Aussage von Panzergeneral Hans Röttiger vom November 1945 nahe, in der er zugibt, dass:

    „… die Bandenbekämpfung, die wir führten, im Endziele den Zweck hatte, den militärischen Bandenkampf des Heeres dazu auszunutzen, um die rücksichtslose Liquidierung des Judentums und anderer unerwünschter Elemente zu ermöglichen.“

    Generaloberst Erich von Manstein äußerte in einem Befehl vom 20. November 1941:

    „Dieser Kampf wird nicht in hergebrachter Form gegen die sowjetische Wehrmacht allein nach europäischen Kriegsregeln geführt. […] Das Judentum bildet den Mittelsmann zwischen dem Feind im Rücken und den noch kämpfenden Resten der Roten Armee und der Roten Führung […] Das jüdisch-bolschewistische System muß ein für alle mal ausgerottet werden.“

    Generaloberst Hermann Hoth formulierte dies in einem Armeebefehl der 17. Armee vom 17. November 1941 wie folgt:

    „Es ist die gleiche jüdische Menschenklasse […]. Ihre Ausrottung ist ein Gebot der Selbsterhaltung.“

    Heinrich Himmler sprach in seinen Posener Reden und weiteren Geheimreden zwischen Oktober 1943 und Juni 1944 vor Befehlshabern der Wehrmacht offen über die Judenvernichtung und die Vernichtungspolitik gegenüber Rotarmisten und Slawen.

    Laut Dieter Pohl war zwar nur eine Minderheit der Wehrmachtsoldaten direkt am Judenmord beteiligt, aber die Wehrmacht als Organisation nahm auf vielfache Weise daran teil: Die Militärverwaltungen gaben in vielen besetzten Gebieten jene antijüdischen Verordnungen heraus, die die Judendeportationen in die osteuropäischen Vernichtungslager vorbereiteten. In Serbien veranlasste die Militärverwaltung Mitte 1941 die Erschießung der jüdischen Männer. In der Sowjetunion sorgten die Kommandanturen für die Registrierung und Kennzeichnung der Juden, ihre Benachteiligung bei der Versorgung und auch für die Einrichtung einzelner Ghettos. Oft arbeiteten sie bei großen Mordaktionen mit der Polizei zusammen, stellten Infrastruktur und manchmal auch Personal. Geheime Feldpolizei und Feldgendarmerie jagten versteckte Juden und töteten diese zum Teil selbst. Im Hinterland eingesetzte Wehrmachteinheiten ermordeten Juden und Zigeuner oft ebenso wie die Einsatzgruppen, so die 707. Infanteriedivision in Weißrussland.

    Ferner wurden viele Angehörige von Wehrmachteinheiten Zeugen und Helfer der von den Einsatzgruppen begangenen Massenmorde. Ihre Befehlshaber ließen häufig zu, dass SD-Kommandos (SD = Sicherheitsdienst des Reichsführers-SS) in den Kriegsgefangenenlagern Juden, Kommunisten und andere „Verdächtige“ aussonderten und töteten. Die Wehrmachtführung schloss im April 1940 ihrerseits fast alle „jüdischen Mischlinge“ aus ihren Reihen aus.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Verbrechen_der_Wehrmacht#Beteiligung_an_der_Judenvernichtung

  9. Als Ort, wo der Waffen-SS Rottenführer Kees gefallen ist, steht Komornica angegeben (korrekte Aussprache: Komorniza).

    Ein winziger Ort, nur wenige Kilometer nördlich der Weichselmetropole Warschau gelegen.

    Als Sterbedatum lesen wir den 25. Oktober 1944. Drei Wochen zuvor, am 2. Oktober, war der nationalpolnische Warschauer Aufstand gegen die deutschen Besatzer von diesen blutig niedergeschlagen worden. Auch Juden nahmen an diesem Aufstand teil (u.a. Mitglieder der Zydowska Organizacja Bojowa). Die polnischen Verluste beliefen sich auf über 170 000 Zivilisten und Kämpfer, darunter mehrere Tausend Juden. Mehr als 60 000 Überlebende wurden von Deutschen in deren Konzentrationslager deportiert. Über 100 000 Polen wurden als Zwangsarbeiter ins Reich verpflichtet. Anschleßend rissen die Deutschen sämtliche intakt gebliebenen Stadtteile Warschaus nieder, sie wollten die totale Zerstörung Warschaus herbeiführen.
    Die Waffen-SS war an allen diesen Aktionen beteiligt.

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