Einschüchterung: Iran vor dem ersten Jahrestag

Iran vor dem ersten Jahrestag der grünen Revolution ist bestimmt von Repression. Kurz vor dem 12. Juni versucht das iranische Regime die Bevölkerung mit neuen Hinrichtungen einzuschüchtern…

Laut iranischen Menschenrechtlern wurden kürzlich 26 Personen zur Vorbereitung ihrer Hinrichtung im Gefängnis Ghesel Hesar westlich von Teheran in Isolationshaft versetzt. Laut dem Menschenrechtsanwalt Moammad Mostafaei berichtete in einem Brief, dass diese Information von mehreren seiner, im Gefängnis Ghezel Hesar, inhaftierten Mandanten bestätigt wurde. Dem Brief zufolge wurden die vor der Hinrichtung stehenden wegen Drogenhandel und anderer ähnlicher, einschlägiger Vergehen inhaftiert. Mostafaei nennt auch die Namen einiger, in Isolationshaft verbrachten Gefangenen: Mohammad Jafari, Mohammad Azarfam, Bagher Amini, Soltan Abadi, Mohamad Moradi et Nader Azarnoosh.

Schon gestern morgen, wurden, laut Informationen des Blogs „Iran en lutte“, 13 Gefangene in einem weiteren Gefängnis in Karaj, einem Teheraner Vorort, hingerichtet.

Mahmood Amiry-Moghaddam, Sprecher der Website „Iran Human Rights“ fordert von den Vereinten Nationen die sofortige Entsendung einer Gruppe von Beobachter_innen in den Iran. Er erklärt: „Die iranischen Autoritäten sähen Terror um die geplanten Demonstrationen in Erinnerung an die Präsidentschaftswahlen vom 12. Juni letzten Jahres zu verhindern“. Er fügt hinzu: “Wir erwarten noch mehr Hinrichtungen in den nächsten Tagen und Wochen. Wir fordern von allen Ländern, die wirtschaftliche und diplomatische Verbindungen zum Iran haben, alle Möglichkeiten zu nutzen, um diese Hinrichtungen zu verhindern. Die internationale Gemeinschaft darf nicht zum stillen Zeugen der Verbrechen im Iran werden. Die Welt muss jetzt reagieren“.

Unterdessen haben am 2. Juni in Genf bei der Eröffnung der jährlichen Sitzung der Internationalen Arbeitsorganisation (engl. ILO), einer Unterorganisation der UNO, Mitglieder der kommunistischen Partei Irans im Sitzungssaal mit einem Transparent gegen die Hinrichtungen im Iran protestiert. „Ein Regime, das Gewerkschafter hinrichtet, darf kein Mitglieder der ILO sein! Iran raus aus der ILO“ stand auf dem Transparent zu lesen. Mit Bildern erinnerten die Aktivisten zudem an den inhaftierten Gewerkschafter Mansour Osanloo, der am 9. Mai hingerichtet worden war. Bevor sie von Sicherheitskräften aus dem Raum gedrängt wurden riefen sie: „Nieder mit der islamischen Republik Iran“ (siehe Video).

Rund um den 12. Juni, dem ersten Jahrestag der letztjährigen Präsidentschaftswahlen, wird es wieder in vielen iranischen Städten Demonstrationen der Opposition gegen das islamistische Regime Achmadineschads geben. Die Außeinandersetzungen zwischen der, von bürgerlichen, liberalen, linken Kräften und vor allem der iranischen Jugend und den iranischen Communities aus der ganzen Welt getragenen Oppositionsbewegung und dem islamistischen Regime Achmadineschads gehen also weiter.

Quelle:
http://iranenlutte.wordpress.com | indimedia.de