Siegfried Bernfeld: Psychoanalyse, Pädagogik und Zionismus

Siegfried Bernfeld (1892 – 1953) war einer der  produktivsten jüdischen Psychoanalytiker und Pädagogen. Er gehörte in Wien zu dem engen Kreis um Sigmund Freud, sein reformpädagogisches Werk gehört zu den pädagogisch-psychoanalytischen Klassikern. Bernfeld wuchs in Wien auf und engagierte sich in den Jahren von 1914 – 1921 in der zionistischen Bewegung. Sein „Kinderheim Baumgarten“ war ein wegweisendes psychoanalytisch-pädagogisches Modellprojekt für jüdische Waisenkinder. Mehrere seiner Schüler und Kollegen emigrierten in den 1930er Jahren in das damalige Palästina, engagierten sich in der Kibbuzbewegung und bauten die Israelische Psychoanalytische Vereinigung auf. Bernfelds Wirken als Zionist ist hingegen im deutschsprachigen Raum weitgehend in Vergessenheit geraten…

Von Roland Kaufhold

Bernfeld, dessen Leben durch zwei Weltkriege, enttäuschte Utopien und Emigration erschüttert wurde, starb am 2. April 1953 in San Francisco. In Folge der 1968er – Bewegung wurden Bernfelds Schriften wiederentdeckt und neu aufgelegt; in mehreren Sammelbänden ist sein breitgefächertes Werk aufgearbeitet und dokumentiert worden.[01]

Kindheit und Jugendbewegung in Wien

Siegfried Bernfeld wurde am 7.5.1892 in Lemberg, Galizien, geboren.

Seine Biographie wies vielfältige Ähnlichkeiten mit der seines Lehrmeisters Sigmund Freud auf: Sein Vater Isidor Bernfeld war im Textil-Großhandel tätig, seine Familie wuchs in der Nähe Freuds auf. Er kam wie Freud als Erstgeborener einer jungen Mutter zur Welt, seine Familie war jüdisch. Die Familie siedelte bald darauf nach Wien über, wo Bernfeld die Grundschule und ein Gymnasium besuchte. 1911 machte er sein Abitur und studierte bis 1915 an der philosophischen Fakultät in Wien anfangs Mathematik, Biologie, Zoologie und Geologie, wechselte bald zu Naturwissenschaften, Pädagogik und Psychologie.

Bernfeld war bereits als Jugendlicher einer der herausragenden Vertreter der Wiener Jugendbewegung. Diese war Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. In Wien formierte sich rasch der radikalste Flügel dieser von mächtigen Veränderungswünschen sowie von den verstörend-ermutigenden Freudschen Erkenntnissen zur Bedeutung der Sexualität inspirierten Bewegung. Die Mitglieder der Wiener Wandervogel-Gruppen setzten sich aus jüdischen Jugendlichen, aus höheren Schülern, aber auch aus proletarischen Jugendlichen zusammen. Auch viele Anhänger der jungen Wiener psychoanalytisch-pädagogischen Reformbewegung engagierten sich beim Wandervogel, u.a. Bernfelds befreundeter Kollege Otto Fenichel (1897 – 1946), Bruno Bettelheim[02] (1903 – 1990) sowie dessen Cousine Edith Buxbaum (1902 – 1982).

Die Zeitschrift „Der Anfang. Zeitschrift für die Jugend“ erschien 1913 zum ersten Mal. Sie wurde von dem seinerzeit 21-jährigen Siegfried Bernfeld sowie Georges Barbizon herausgegeben; die Redaktion traf sich im im 1. Wiener Bezirk gelegenen väterlichen Geschäft. Bernfeld verfasste in diesem Journal zahlreiche kämpferische Beiträge und formulierte entschiedene Reformwünsche für die Schule und das Elternhaus.

Die Jugendbewegung wuchs in den Jahren vor dem 1. Weltkrieg immer weiter an: Im Oktober 1913 versammelten sich 2000 – 3000 Delegierte von Jugendverbänden am Hohen Meißner bei Kassel. Im gleichen Jahr gründete Bernfeld das „Akademische Comité für Schulreform„, ein öffentliches Diskussionsforum, in welchem Schülern und Studenten die Möglichkeit geboten wurde, ihre Vorstellungen von der Jugendkultur zu diskutieren.

1914 publizierte der 22-jährige sein erstes Buch: „Die neue Jugend und die Frauen„.

1915 promovierte Bernfeld mit der Schrift „Über den Begriff der Jugend„. Im gleichen Jahr heiratete er Anne Salomon (1892 – 1941). Diese kam gleichfalls aus der Jugendbewegung und hatte ebenfalls als Ärztin im Kinderheim Baumgarten gearbeitet. Das Paar bekam zwei Kinder, die Ehe hielt nur bis Mitte der 1920er Jahre. Anne Salomon ging nach Moskau, wo sie erneut heiratete. Als die Deutschen vor Moskau standen floh Anne Salomon erneut, mittellos, und nahm sich am 12.12.1941 voller Verzweiflung das Leben.

Die Erinnerungen der österreichischen Politikerin Käthe Leichter vermitteln ein lebhaftes, unmittelbares Bild von der außergewöhnlichen Überzeugungskraft, die Bernfeld bei seinen zahlreichen öffentlichen Auftritten ausstrahlte: „Der große schöne Psychologiestudent mit den pechschwarzen, zurückliegenden Haaren und den riesigen schwarzen Augen hatte nicht nur ein mitreißendes Äußeres, er hatte tatsächlich alles Zeug zu einem Jugendführer in sich: Leidenschaft und doch eine ruhige verhaltene Art, jeden einzelnen anzuhören und auf ihn einzugehen, umfassendes Wissen (und eine) ausgesprochene Begabung für Gemeinschafts- und Organisationsarbeit.“[03]

Mitglied des engeren Kreises um Sigmund Freud

Bernfeld hatte Freuds „Traumdeutung“ (1900) bereits als 16-jähriger gelesen. 1915 nahm er als Gast an den Sitzungen der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung teil. Diese tagte regelmäßig Mittwochs, seit 1902, unter der Leitung von Sigmund Freud. In einer sehr offenen Weise entwickelte sich so die psychoanalytische Theorie und Praxis in einem kollektiven Reflexionsprozess. Diese historisch außergewöhnlich wertvollen Protokolle wurden in den 1960er und 1970er Jahren von dem kürzlich verstorbenen Ernst Federn (s. Kaufhold 2001, 2007) – einem Pionier einer Psychoanalyse des Terrors (Federn 1999) – sowie von H. Nunberg in einer vierbändigen Werkausgabe publiziert. 1919 wurde Bernfeld mit dem Vortrag über „Das Dichten Jugendlicher“ ordentliches Mitglied der WPV und prägte deren Diskussionen nun regelmäßig mittels seiner außergewöhnlichen Redekunst. Es gelang es ihm, viele Interessierte für die junge psychoanalytisch-pädagogische Aufbruchbewegung zu gewinnen.

Weitere Stationen seines wissenschaftlichen Schaffens: 1921 erschien im „Jüdischen Verlag“ sein Buch „Kinderheim Baumgarten: Bericht über einen ernsthaften Versuch mit neuer Erziehung„, 1925 wandte er sich mit seiner „Psychologie des Säuglings“ der Säuglingsforschung zu. Ebenfalls 1925 erschien sein bekanntestes Werk: „Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung“ – ein, wie es der österreichisch-amerikanische Psychoanalytische Pädagoge Rudolf Ekstein (s. Kaufhold 2001) formuliert hat – „erster Beitrag zum Verhältnis von Psychoanalyse und Marxismus und gleichzeitig eine fundamentale, im Freistil formulierte Kritik der Theorie und Praxis der Erziehung.“[04]

In geschliffener, teils polemischer Weise attackierte Bernfeld hierin konservative Bildungs- gleichermaßen wie pädagogische Allmachtsvorstellungen: „Hier sei nur eben angedeutet. Das Schulwesen und die Erziehungseinrichtungen sind veraltet, sie bedürfen der Erneuerung“, stellt Bernfeld[05] unzweideutig fest. „Anders als ihre Teildisziplin Didaktik, ist die gesamte Pädagogik in keinem Sinn und in keinem Maß wissenschaftlich. Dieser Satz gilt wörtlich“ (ebda.).

Der Pädagoge steht, gleich Sisyphos, vor einer wahrlich überfordernden Situation: Sein Handeln unterliegt den von ihm nicht zu beeinflussenden gesellschaftlich gesetzten Grenzen und Rahmenbedingungen. Zugleich begegnet er dem von unbewussten Trieben beeinflussten Verhaltensweisen von Kindern, die zu verstehen dem psychoanalytisch Ungeschulten kaum  möglich ist. Und in ihm werden, hierüber hinaus, in der Arbeit, in der Begegnung mit Kindern die eigenen verdrängten frühkindlichen Konflikte geweckt. Bernfeld, der unverbesserliche Querdenker, musste wahrlich gegen viele Windräder ankämpfen.

Innerhalb der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung setzte sich Bernfeld für eine Öffnung der psychoanalytischen Ausbildung für Nicht-Mediziner ein – und dachte hierbei insbesondere an Pädagogen (vgl. Kaufhold 2001, S. 21-50). Er baute eine „Laiengesellschaft“ auf und beteiligte sich an der Entwicklung einer eigenständigen Psychoanalytischen Pädagogik. Doch trotz seiner außergewöhnlichen Produktivität war seine ökonomische Lebenssituation in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg schwierig.

In seinen Briefen an seine zweite Ehefrau, die Schauspielerin Elisabeth Neumann, beleuchtete er seine prekäre finanzielle Situation. Am 9.10.1924 schrieb er:

„Ich habe Zeit wie ein Baron. Eine namenlose Pleite. Bisher eine Stunde täglich à 20.000 Kr., macht ein Monatseinkommen von 1/2 Million. Na immerhin sind unsere Früh-Zigaretten gedeckt. Die schlimmste Laune ist damit zu verhindern, ich habe sie aber gar nicht. Ich sehe dieser abgründigen Pleite mit einem gewissen verschmitzten Behagen zu. (…) Phantastische Stadt, jedermann borgt sich von jedem, und keiner hat. Aber – ich kann Wien nicht verlassen, wenn ich nicht ökonomischen Selbstmord begehe.“[06]

Zionistische Hoffnungen – das Kinderheim Baumgarten

Ab 1914 engagierte sich Bernfeld im linken Zweig der zionistischen Jugendbewegung. Von 1917 – 1921 hatte er leitende Funktionen beim zionistischen Zentralrat für West-Österreich inne und war Mitherausgeber der „Blätter aus der jüdischen Jugendbewegung“ sowie der Zeitschrift „Jerubbaal. Eine Zeitschrift der jüdischen Jugend„, in welchen er rege als Autor in Erscheinung trat. Vom 18. – 20.5. 1918 leitete er in Wien den „Österreichisch-jüdischen Jugendtag“ und wurde Mitbegründer des „Verbands für jüdische Jugendfürsorge“. 1919 setzte er mit dem Buch „Das jüdische Volk und seine Jugend“ seine Publikationstätigkeit fort.

In Folge des Zustroms jüdischer Kriegsflüchtlinge aus Galizien erlebte die zionistische Bewegung in Wien einen enormen Aufschwung. Zahlreiche jüdische Kinder wurden durch den 1. Weltkrieg zu Kriegswaisen. Auf Anregung des „American Joint Distribution Committee for jewish warshippers“ gründete Bernfeld gemeinsam mit seinem ebenfalls zionistisch engagierten Freund und Kollegen Wilhelm Hoffer (1897 – 1967) im August 1919 für etwa 240 – 300 jüdische Kriegswaisen im Alter von 6 – 14 Jahren ein auf reformpädagogischen und psychoanalytischen Ansätzen bestehendes Erziehungsprojekt: das Kinderheim Baumgarten – ein, wie es Anna Freud formuliert hat, „erste(s) Experiment zur Anwendung psychoanalytischer Erkenntnisse auf die Erziehung“ (Grubrich-Simitis, 1988, S. 14)

Die jüdischen Kinder fanden hier Zuflucht und sollten nach Reformideen erzogen und für eine Arbeit als Handwerker und Bauern ausgebildet werden. Orientierung boten das Wissen um die erzieherische Wirkung einer pädagogisch gestalteten Umgebung sowie der Situationsunterricht. Nicht nur die Förderung der intellektuellen Entwicklung der Jugendlichen wurde gefördert, sondern insbesondere die Bildung ihrer Affekte und Triebe. Dem Leben in einer sich selbst steuernden Gruppe Gleichaltriger wurde eine hohe sozialisierende Bedeutung zugemessen – alles Orientierungen, die einige dieser Wiener Psychoanalytischen Pädagogen einige Jahre später in der jungen Kibbuzbewegung Palästinas weiterentwickeln sollten. Fernziel war eine Übersiedlung der jüdischen Kriegswaisen nach Palästina.

In seinem diese Arbeit reflektierenden Buch „Kinderheim Baumgarten: Bericht über einen ernsthaften Versuch mit neuer Erziehung“ (1921) formulierte Bernfeld: „Indem die Kinder wochen-, ja monatelang über ihr aktuelles Elend klagten, haben sie ihr latentes und durch Jahre aufgespeichertes Unglück `abreagiert´, haben sie jene psychischen Wunden gründlich geheilt, die ihnen die Vergangenheit geschlagen hatte und die zur Quelle ihrer Entartung und Verwahrlosung geworden waren. (…) Während dieser Zeit der Abreaktion begannen ganz leise, unbewusst und unartikuliert, die bisher völlig gehemmten oder falsch (z. B. auf das Essen) fixierten und in dieser Zeit sich lösenden und frei gewordenen Affekte neu zu binden, an die Lehrer, an die Freunde, an die Schulgemeinde, an die Histadruth, an die Kwuzoth (Kameradschaften) allgemein.“[07]


Kinderheim Baumgarten

Die Heimordnung im Kinderheim Baumgarten wurde von der Identifikation mit jüdischen Glaubensgrundlagen und jüdischen Kameradschaften geprägt. Bernfeld führte aus:

„… Die Histadrut war viel mehr als eine Arbeitsvereinigung, sie war durchpulst von Freundschaft und Liebe und das war ihre affektive, ihre pädagogische Leistung, zunächst wurde auch sie zu einem wichtigen Mittel der Sublimierung von sado-masochistischen Triebanteilen (…) Noch wichtiger ist aber vielleicht die Tatsache, dass sich ein sehr deutliches Gesamt-Ich `Histadruth´ bildete, dem ein großer Beitrag narzisstischer Libido zugeführt wurde, die hier im engeren Rahmen zu einer sehr tiefen Fixierung an die Teile des Gesamt-Ichs führte. (…) offenbar geht der Weg vom Ich zum Du sehr oft über den Freund, in dem noch ein gut Stück des eigenen Ich geliebt wird“ (ebda., S. 63f).


Kinderheim Baumgarten (v.l.n.r.): Drei Studentinnen des Pädagogiums, hinter ihnen Gustav Friedmann, Handwerkslehrer; Hella Rosenblum-Reichmann, Direktorin des Kindergartens; Recha Gelb (spätere Frau von Richard Kaufmann, Jerusalem); Willi Hoffer; Siegfried Bernfeld; Marusha Schück, Lehrerin im Montessori-Kindergarten; Heinrich Infeld; Meli Masarik; Lore Kahn; Dr. Trude Hammerschlag; Gerhard Fuchs; Friedl Schiff; Dr. Hilde Geiringer, Mathematikerin (heiratete Prof. Mises); Neumann, Turnlehrer.

Im April 1920 – nach nur acht Monaten – musste dieses pädagogischen Projekt aufgrund finanzieller Schwierigkeiten sowie Differenzen mit dem amerikanischen Geldgeber beendet wurden – eine Erfahrung, die sich  desillusionierend für den pädagogischen Aktivisten Siegfried Bernfeld ausgewirkt haben dürfte. Sein Interesse an theoretischen Fragen, an Fragen der Erziehung und der Jugend, blieb jedoch zeitlebens ungebrochen.

1920 erwog Bernfeld die Auswanderung nach Palästina; einige jüdische Pädagogen traten an ihn mit der Bitte heran, nach Palästina zu kommen. 1921, nach der Auflösung des „Kinderheims Baumgarten“, ging Bernfeld für ein Jahr nach Heidelberg, wo er Mitarbeiter Martin Bubers war und in dieser Funktion Herausgeber der Zeitschrift „Der Jude“ wurde. Mit der Rückkehr Bernfelds nach Wien, 1922, sowie wenig später nach Berlin scheint seine Begeisterung für den Zionismus in den Hintergrund gerückt zu sein. An dessen Stelle trat nun sein Engagement für die Psychoanalyse, für psychoanalytisch-pädagogische Reformprojekte.

Dennoch, Bernfeld nahm bis zu seinem Tod Anteil am jüdischen Schicksal. Am 27.2.1925 schrieb er an seine Freundin Elisabeth Neumann:

„Ich bin wieder einmal ernstlich und ehrenvoll aufgefordert worden, in Palästina ein pädagogisches Geschäft zu übernehmen. Ich habs natürlich abgelehnt. Für vorläufig. Aber wenn ich je einmal so etwas annähme, gingst Du mit mir?“[08]

Und am 2.9.1925 schrieb er ihr:

„Außerdem haben mich eine Anzahl Kongreß – Zionisten besucht. Und meine Ernennung zum Professor für Jerusalem ist näher gekommen. Ich kann mich absolut nicht entscheiden. Daher ist meine Taktik die: ich lasse es zur Ernennung kommen. Dann erst wirklich nachdenken. Und, ich bin mir dessen fast sicher, Deinetwegen ablehnen.“ (ebda.)

1933, kurz vor seiner Emigration, vermachte er einen bedeutenden Teil seines jüdischen Jugendarchivs dem Jiddischen Wissenschaftlichen Institut in Vilna. Nach seiner Emigration nach San Francisco arbeitete er mit dem jüdischen Hostel Mt. Zion zusammen, und noch 1942 hielt er in San Francisco eine Vorlesung, in welcher er die psychischen Probleme bei der Eingliederung von Juden in den USA reflektierte.

Die Berliner Jahre

1925 siedelte Bernfeld für sieben Jahre nach Berlin über. Dessen weltstädtisches Klima stellte für den vielseitig interessierten Intellektuellen eine Herausforderung dar. Bernfeld wurde Mitglied der dortigen „Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung“ und eröffnete eine Praxis. Von 1931 – 32 leitete er im Rahmen des Berliner Psychoanalytischen Instituts eine pädagogische Arbeitsgemeinschaft. Einige seiner von ihm in diesem Arbeitskreis geprägten Kollegen sollten wenige Jahre später in das damalige Palästina emigrieren und die Palästinensische Psychoanalytische Vereinigung aufbauen (s.u.).

Ab Mitte der 1920er Jahre entwickelte Bernfeld sich zunehmend stärker zu einem freigeistigen, linken Publizisten. Nun erreichte seine Produktivität ihren Höhepunkt. Er veröffentlichte mehrere Bücher und schrieb in auflagenstarken Journalen sowie in Tageszeitungen.

Bernfeld öffnete die Psychoanalyse in seinen Schriften hin zu den Sozialwissenschaften, bemühte sich um eine Synthese von psychoanalytischen Erkenntnissen und marxistischen Überlegungen. Einige Titel seien exemplarisch genannt: 1926 publizierte er eine „Kinder-Enquete über das Prügeln“, 1927 setzte er sich in ironisch-bissiger Weise mit „Der Irrtum des Pestalozzi“ auseinander, und 1929 publizierte er in der Frankfurter Zeitung den Vortrag „Bedeutung der Psychoanalyse für die Pädagogik“.

Bernfelds kritische publizistische Auseinandersetzung mit Wilhelm Reich, in welcher er seine Skepsis gegenüber einer partei-kommunistischen Einvernahme in scharfsinnig-kämpferischer Weise formulierte, ist vielfältig dokumentiert worden. Er diskutierte und korrespondierte mit Walter Benjamin, Kurt Lewin, Hans Reichenbach, Max Horkheimer und Theodor W. Adorno.

1931 unternahm er einen Versuch, seine weiterhin prekäre finanzielle Situation zu verbessern: Der Verfasser des „Sisyphos“  bewarb sich im Rahmen eines Reformprojektes der Lehrerausbildung für eine Pädagogik-Professur an der Technischen Hochschule in Braunschweig. Freud stellte ihm hierfür ein Empfehlungsschreiben aus, in welchem er Bernfeld als einen „vortrefflichen Kenner der Psychoanalyse“ zeichnete, dessen „überragende Fähigkeiten als Redner und Lehrer“ rühmte und ihn „als den vielleicht schärfsten Intellekt unter seinen Schülern und Anhängern“ hervorhob. Aus der Stelle wurde nichts.

Impulsgeber der psychoanalytischen Anfänge in Palästina

Was könnte man Vorteilhafteres über das Wirken eines Menschen sagen, als dass sein Forschen und sein praktisches Tun sich unmittelbar und prägend sogar auf die Kultur andere Länder übertragen hat? Bernfeld wird auch heute noch im deutschsprachigen Raum, in seinem zweiten Heimatland, den USA und auch in Israel rezipiert. Besondere Erwähnung verdient sein prägender Einfluss auf die Entstehung der Psychoanalyse in Israel.

In Wien und Berlin hatte Bernfeld viele Freunde, Schüler und Analysanden, die sich für zionistische Ideen interessierten. In den 1930er Jahren sollten einige seiner Berliner Kollegen ins damalige Palästina emigrieren und dort Ende 1933 die Palästinensische Psychoanalytische Gesellschaft – ab 1948: Israel Psychoanalytic Society – gründen. Erster Vorsitzender wurde Max Eitingon (1881-1943), der 1920 maßgeblich am Aufbau der Berliner psychoanalytischen Poliklinik beteiligt und bis 1933 das Berliner psychoanalytische Institut geleitet hatte. Im Dezember 1933 schrieb Eitingon in seinem Rundbrief an die Mitglieder von Freuds „Geheimem Komitee“: „Jetzt möchte ich Ihnen mit einer Botschaft kommen, die allen einzelnen von euch schon bekannt ist, und die sicherlich eine angenehmere ist. Das ist die Bitte um Aufnahme der neu gegründeten palästinensischen Psychoanalytischen Vereinigung (Chewra Psychoanalytith b´Erez Israel) in den Verband unserer Zweigsvereinigung.“[09]

Diesem Antrag wurde entsprochen. Mit einer Sitzung zu Ehren des 78. Geburtstages von Sigmund Freud nahm die Palästinensische Psychoanalytische Vereinigung ihre Arbeit offiziell auf – und sicherte somit zugleich Freuds größten Wunsch: Dass seine Psychoanalyse fortbestehe, trotz ihrer Vertreibung durch den Nationalsozialismus. Eitingon blieb mit Freud in dessen letzten sechs Lebensjahren brieflich in Kontakt und informierte ihn über das Weiterleben der Psychoanalyse in Palästina.

Ende März 1938 sollte die Regierung Palästinas Freud ein Asylangebot stellen, was in der New York Times vom 23.3.1938 („Aid for Freud Offered“) sowie vom 30.3.1938 („Freud Forbidden to Go / Can´t Get Passport“) mit Aufmerksamkeit registriert wurde; die neuen Machthaber Österreichs stellten ihm jedoch keinen Pass aus (vgl. Kaufhold & Wirth, 2006).

Von den sechs Gründungsmitgliedern der palästinensischen Psychoanalytischen Vereinigung stammten fünf aus Berlin. Amtssprache war anfangs: deutsch. Nachdem die Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft in Berlin 1933 von den Nationalsozialisten gleichgeschaltet worden war überführte Eitingon Teile des Inventars sowie die umfangreiche Bibliothek in ihre in der Abessinian Street in Jerusalem gelegenen neuen Institutsräume.

Ein kurzes Portrait der Gründungsmitglieder mag deren Prägung durch die Freudsche Psychoanalyse sowie durch Siegfried Bernfeld verdeutlichen: Martin Pappenheim (1881-1943), der sich in Tel Aviv niederließ, hatte in Wien promoviert und habilitiert und war seit 1928 Mitglied der Freudschen WPV. Er war ein aktiver Sozialdemokrat und hatte noch in Wien zwei bekannte Zionisten – Meir Dizengoff (1861 – 1937) und Chaim Nachman Bialik (1873-1934) – psychotherapeutisch behandelt. 1934 kehrte er nach einer Vortragsreise durch Palästina auf Anraten von Freunden nicht wieder nach Wien zurück. Er gehörte zu den Mitbegründern der Vereinigung für psychische Hygiene Paslästinas und führte Konsultationen in Ägypten und Syrien durch.

Mosche Wulff (1878 – 1971) gehört zu den bedeutendsten, Sigmund Freud zeitlebens loyal verbundenen israelischen Psychoanalytikern. Die Stationen seines außergewöhnlichen Lebens: Odessa – Berlin – Odessa – Moskau – Berlin – Tel Aviv. Wulff promovierte in Berlin über Intelligenzdefekte bei Alkoholikern, gründete danach in Odessa einen ersten psychoanalytischen Zirkel, arbeitete an einem Sanatorium sowie an dem berühmten psychoanalytischen Kinderheim in Moskau und begann mit der Übersetzung der Schriften Freuds ins Russische. 1927 wurde die Psychoanalyse in Russland verboten, und der 47jährige kehrte wieder nach Berlin zurück. Er arbeitete am Lehrprogramm des Berliner Instituts mit. 1933 musste er erneut fliehen – diesmal nach Tel Aviv. Ein Jahr zuvor hatte Sigmund Freud ihm – in seiner Funktion als Mitglied des Kuratoriums der Universität Jerusalem – ein persönliches Empfehlungsschreiben ausgestellt. Er engagierte sich an von der Reformpädagogik inspirierten Projekten in Israel sowie im Rahmen der Lehrerfortbildung. Er setzte seine rege Publikationstätigkeit – nach russisch und deutsch nun auf hebräisch – in einer vom Kibbuzverband Arzi herausgegebenen Zeitschrift fort.

Sein Analysand Smuel Golan (Goldschein), ein von Siegfried Bernfeld geprägter Psychoanalytiker und Kibbuz-Aktivist, schrieb 1935 in einem Brief an den Psychoanalytiker Otto Fenichel über Wulffs Wirken im Rahmen der israelischen Reformpädagogik: „Er ist ungeheuer fleißig, folgt jeder Einladung, hält dauernd Vorträge über psy. Pädagogik – das wird gesucht – vor Lehrern, Kindergärtnerinnen, Ärzten etc. Hält sie in Tel-Aviv, Haifa und Jerusalem, auch in einzelnen Kolonien“ (Kloocke, 2002, S. 34f.).  

Ilja Schalit ( ? – 1953) stammte aus Riga, hatte bei Eitingon in Berlin seine Lehranalyse gemacht und gehörte seit 1929 der DPG an. 1933 emigrierte er nach Palästina, ließ sich in Haifa nieder, arbeitete als Lehranalytiker und engagierte sich für die Ausbildung von Pädagogen sowie innerhalb der Mental-Hygiene-Bewegung.

Anna Smeliansky (1879-1961) wurde in Kiew geboren, besuchte in Odessa die Schule und studierte in Zürich Medizin, wo sie auch Eitingon kennenlernte. 1912 verbrachte sie ein Jahr in Palästina. Danach wurde sie in Berlin Mitglied der DPG, emigrierte 1933 nach Palästina und eröffnete in Tel Aviv eine psychoanalytische Praxis.[10]

Weiterhin haben folgende israelische Psychoanalytiker „der ersten Stunde“ in Wien bzw. in Deutschland einen Teil ihrer Ausbildung erworben: Gerda und Gershon Barag, Kilian Blu(h)m, Margarete Miriam Brandt, Daniel D. Dreyfuss, Dorian Feigenbaum, Josef Karl Friedjung, Smuel Golan (Goldschein), Berta Grünspan(n), Erich Gumbel, David Idelsohn, Fanny Lowtzky, Lilli Peller-Roubiczek, Friedrich Salomon (Smuel) Rothschild sowie Heinrich Zvi Winnik.

Heute ist die Psychoanalyse in Israel eine weithin anerkannte Wissenschaft und eine akzeptiertes therapeutisches Verfahren. Der aus Berlin stammende Psychologe Nathan Durst gehört zu den Begründern der psychotherapeutischen Selbsthilfeorganisation AMCHA für Überlebende der Shoah, der Psychoanalytiker Hillel Klein (1923 – 1985), selbst Überlebender der Shoah, hat grundlegende Studien zur Psychoanalyse des Überlebens verfasst, Dan Bar-On, 1938 in Haifa als Sohn deutsch-jüdischer Eltern geboren, gehört zu den bekanntesten israelischen Psychologen und setzte sich bis zu seinem Tod für eine Verständigung mit den Palästinensern ein. Der Psychoanalytiker Yoram Yovell ist im israelischen Fernsehen als psychologischer Berater präsent; mehrere israelische Psychoanalytiker (Yesheskiel Cohen, Ilany Kogan, Eran J. Rolnik) gehören wissenschaftlichen Beiräten deutschsprachiger psychoanalytischer Zeitschriften an.

Emigration in die USA – Studien zur Biographie Sigmund Freuds

1933 kehrte Bernfeld nach Wien zurück und setzte bei der WPV sein Engagement fort. Dort konnte der Jude und Antifaschist jedoch nicht mehr lange bleiben. 1934 ging er mit seiner Ehefrau Suzanne Cassirer nach Südfrankreich und emigrierte 1937 in die USA. Bernfeld ließ sich in San Francisco nieder, wo er sich am Aufbau des dortigen psychoanalytischen Instituts engagierte.

Seinem Bruder Manfred hingegen gelang die Flucht nicht mehr. Bernfeld setzte sich in den USA verzweifelt mit Geld und Empfehlungsschreiben für dessen Emigration ein – vergeblich. Manfred Bernfeld wurde 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er am 6.6.1944 starb.

„Man versteht die Psychoanalyse immer noch am besten, wenn man ihre Entstehung und Entwicklung verfolgt“, schrieb Freud 1923“ (GW XIII, S. 211). Getreu diesem Motto ging der im amerikanischen Exil lebende Bernfeld wieder zurück in seine Jugend: In seinen letzten Lebensjahren, in den Jahren von 1944 – 1953, entwickelte er gemeinsam mit Suzanne Cassirer-Bernfeld ein umfangreiches Forschungsprogramm. Er erinnerte sich an seine ihn prägende Jugend in Wien und setzte sich intensiv mit der Jugend seines Lehrmeisters Sigmund Freud auseinander. Bernfelds „Bausteine“ war die erste wissenschaftliche Freud-Biographie. Diese Studie über den Deutschen Juden Sigmund Freud verfassten die Bernfelds im amerikanischen Exil. 1988 publizierte die Psychoanalytikerin Ilse Grubrich-Simitis diese biographische Studie unter dem Titel „Bausteine zur Freud-Biographik„.

Kurz vor seinem Tod formulierte Bernfeld in einem Vortrag am psychoanalytischen Institut von Los Angeles noch einmal eine leidenschaftliche Kritik an der bürokratisch-hierarchischen Ausbildung der Psychoanalyse und legte die Grundlagen eines „Freien Ausbildungsinstituts“ für Psychoanalyse vor. Es war ein wohl utopischer Wunsch, die Vitalität, Liberalität und Kreativität der psychoanalytischen Pionierzeit lebendig zu halten – auch im amerikanischen Exil.

Rudolf Ekstein, der sein Wiener Vorbild Siegfried Bernfeld in den USA zumindest noch einmal wiedergetroffen hat, erinnerte sich 1993 in einem gemeinsamen Interview mit Ernst Federn zur Geschichte der Psychoanalytischen Pädagogik an Bernfelds Einfluss auf seine eigene professionelle und private Identitätsentwicklung im Wien Sigmund Freuds:

„Siegfried Bernfeld hat einen großen Einfluss auf mich gehabt. Ich lernte ihn an der (Wiener) Universität kennen, nachdem ich vorher sein Buch „Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung“ gelesen hatte. Dieses Buch bildete für mich einen Übergang zu soziologischen Theorien, zum Marxismus, zur Psychoanalyse. Für mich hat Bernfeld viel bedeutet. Als ich ihn dann in Amerika, im Exil wiedertraf, war sein Optimismus der revolutionären Wiener Jugend verschwunden. Er erschien mir als ein pessimistischer, wenn auch scharfdenkender Mensch.“[11]

Ein lebendiges Bild von Siegfried Bernfelds außergewöhnlicher Persönlichkeit und seiner ungebrochenen Kreativität auch im amerikanischen Exil hat der amerikanische Psychoanalytiker Daniel Benveniste – er lebt heute in Mexiko – in einem Interview vermittelt.[12] Hierin führt er aus:

„Bernfeld gehörte zu den besten Rhetorikern, die ich je erlebt habe. Er identifizierte sich mit Freud und rauchte daher sehr viel, und ebenso wie Freud hielt er seine Vorlesungen ohne schriftliches Konzept. Obwohl er seine Vorlesungen aus dem Stegreif und nicht in seiner Muttersprache hielt, waren sie sprachlich präzise, elegant formuliert und stilistisch ausgefeilt.“

Siegfried Bernfeld starb am 2. April 1953 im amerikanischen Exil – in San Francisco.

Dieser Beitrag wurde zuvor in einer erheblich längeren Version in der Zeitschrift TRIBÜNE. Zeitschrift zum Verständnis des Judentums, Heft 185, 1/2008 (47. Jahrgang), S. 178-188 publiziert und von Roland Kaufhold für haGalil gekürzt. Wir danken der Redaktion herzlich für die Nachdruckrechte für die gekürzte Version und empfehlen dieses traditionsreiche, informative Magazin der regelmäßigen Lektüre.

Fotos: © Psychosozial-Verlag

Nachtrag:

1992 hatten Fallend/Reichmayr mit „Siegfried Bernfeld oder die Grenzen der Psychoanalyse“ ein bis heute sehr anregendes Grundlagenwerk zu Bernfelds Leben und Wirken vorgelegt. Nun, im Jahr 2010, 40 Jahre nach der „Wiederentdeckung“ Siegfried Bernfelds hierzulande, ist Bemerkenswertes zu vermelden. Anfang der 1990er Jahre war der Versuch, die Schriften Bernfelds als Gesammelte Werke herauszugeben (Beltz Verlag), aus finanziellen Gründen gescheitert. Nun hat der renommierte Gießener Psychosozial Verlag dieses wagemutige Projekt wieder aufgegriffen: Soeben erschien, unter Federführung von Prof. Ulrich Herrmann, der erste der auf zwölf Bände angelegten Werkausgabe: „Theorie des Jugendalters“ ist er betitelt und enthält Bernfelds 1915 erschienene Dissertation „Über den Begriff des Jugendalters“ wie auch Bernfelds grundlegenden Schriften über eine psychoanalytische Theorie der Pubertät und der Adoleszenz. Pro Jahr sollen jeweils zwei Bände folgen. Als nächstes vorgesehen sind: Band 2: Jugendbewegung – Jugendforschung (Hg. Ulrich Herrmann), Dezember 2010; Band 3: Zionismus und Jugendkultur (Hg. Maria Fölling-Albers und Werner Fölling), Frühjahr 2011.

Zeitgleich erschienen ist ebenfalls beim Psychosozial Verlag die von Daniel Barth (Zürich) verfasste Studie „Kinderheim Baumgarten. Siegfried Bernfelds „Versuch mit neuer Erziehung“ aus psychoanalytischer und soziologischer Sicht“. Hierin werden erstmals im Detail die wissenschaftlichen und historischen Hintergründe für das Entstehen von Bernfelds wegweisendem, dennoch nur kurzlebigem Projekt „Kinderheim Baumgarten“ rekonstruiert, mit welchem Bernfeld und seine Mitarbeiter unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg  etwa 400 jüdische Kriegswaisen umfassend betreuten und förderten. So rekonstruiert der Autor Bernfelds Prozess der Politisierung im Kontext der Wiener Jugendkulturbewegung und Jerubbaal, wie auch die verschiedenen politischen Tendenzen innerhalb des Wiener Judentums. Hierin findet sich auch das Kapitel „Bernfelds leises Erschrecken über das Erziehbarkeitsniveau der Baumgarten-Kinder (S. 237-243). Hierin konstatiert Barth: „Mit der Schulgemeinde für verwahrloste Kinder entwickelt er in Baumgarten eine sozialpädagogisch-therapeutische Methode, welche die für damalige Fürsorgeeinrichtungen `unerziehbar´ geltenden Kinder halten und in ihrer Entwicklung fördern kann. Damit konzipiert er gleichsam den sozialtherapeutischen `Unterbau´ der damaligen Kinder- und Jugendfürsorgeinstitutionen.“ (S. 243)

Darüber hinaus stellt die Studie, in einer Synthese erziehungs- und sozialwissenschaftlicher Betrachtungen, eine systematische Begründung dieses sozialpädagogischen Modellprojektes dar.

Ulrich Herrmann: Theorie des Jugendalters. Bd. 1 der Werkausgabe zu Siegfried Bernfeld. Gießen 2010 (Psychosozial Verlag).

Daniel Barth: Kinderheim Baumgarten. Siegfried Bernfelds „Versuch mit neuer Erziehung“ aus psychoanalytischer und soziologischer Sicht. Gießen 2010 (Psychosozial Verlag).

  1. Fallend, K./Reichmayr, J. (Hg.) (1992): Siegfried Bernfeld Oder die Grenzen der Psychoanalyse. Materialien zu Leben und Werk, Frankfurt/M.; Hörster, R./ Müller, B. (Hrsg.) (1992): Jugend, Erziehung und Psychoanalyse. Zur Sozialpädagogik Siegfried Bernfelds. Neuwied. []
  2. Siehe Kaufhold, R. (2001): Bettelheim, Ekstein, Federn: Impulse für die psychoanalytisch-pädagogische Bewegung. Gießen (Psychosozial-Verlag); Kaufhold, R. (Hg.) (1993): Pioniere der psychoanalytischen Pädagogik: Bruno Bettelheim, Rudolf Ekstein, Ernst Federn und Siegfried Bernfeld, psychosozial Nr. 53 (1/1993); Kaufhold, R. (Mithg.) (2003): “So können sie nicht leben” – Bruno Bettelheim (1903 – 1990). Zeitschrift für Politische Psychologie 1-3/2003. []
  3. in: Fallend, K. (1992): Siegfried Bernfeld – Von der Jugendbewegung zur Psychoanalyse, in: Fallend/Reichmayr, a.a.O., S. 50. []
  4. Ekstein, R./Fallend, K./Reichmayr, J. (1988): „Too late to start life afresh“. Siegfried Bernfeld auf dem Weg ins Exil. In: Stadler, F. (Hg., 1988): Vertriebene Vernunft II. Emigration und Exil österreichischer Wissenschaft 1930-40. Wien-München, S. 230-241. []
  5. Bernfeld, S. (1925/1981): Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung, Frankfurt/M. (Suhrkamp Tb), S. 10. []
  6. in: Reichmayr, J. (1990): Spurensuche zur Geschichte der Psychoanalyse, Frankfurt/M. (Nexus), S. 88. []
  7. Müller, P. W. (1993): Siegfried Bernfeld, in: Müller, P. W. (1993): Kinderseele zwischen Analyse und Erziehung, Zürich, S. 61f. []
  8. in: Bunzl, J. (1992): Siegfried Bernfeld und der Zionismus. In: Fallend/Reichmayr (1992), a.a.O., S. 83 []
  9. Kloocke, R. ( 2002): Mosche Wulff. Zur Geschichte der Psychoanalyse in Russland und Israel, Tübingen, S. 92 []
  10. vgl. Kloocke (2002), Rolnik (2008). []
  11. in: Kaufhold, R. (1993): Zur Geschichte und Aktualität der Psychoanalytischen Pädagogik: Fragen an Rudolf Ekstein und Ernst Federn, in: Kaufhold, R. (Hg.) (1993), a.a.O., S. 15f. []
  12. Benveniste, D. (1992): Siegfried Bernfeld in San Francisco. Ein Gespräch mit Nathan Adler. In: Fallend/ Reichmayr (Hg.) (1992), a.a.O., S. 300-315. []

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